Startups brauchen mehr Sichtbarkeit

Als Business Angel muss man in Zeiten der Krise kreativ werden. Startups haben mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen und suchen folglich vermehrt nach frischem Kapital, die Stimmung unter den Investoren ist aber gedämpft was sich in deutlich in verringerter Bereitschaft für neue Investitionen zeigt. Der Wettbewerb um die verbliebenen Investoren ist damit so hoch wie noch nie und der Kampf um jeden zahlenden Kunden umso bedeutender will man überleben. Was also tun? Wird der Staat alle retten? Wohl eher nicht. Ich versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten mit verschiedenen Initiativen die Sichtbarkeit für Startups zu erhöhen und Instrumente für Fundraising zur Verfügung zu stellen.

Hacking Fundraising

Wir können unmöglich alle Projekte betreuen die an uns herangetragen werden. Das haben wir früh erkannt. Im ersten Lock-Down war meine Inbox täglich voll und wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir in dieser Situation helfen können. Die Entscheidung viel auf ein günstiges on-demand Kursprogramm, ergänzend zu bereits bestehenden Online-Beratungsangeboten von Venionaire Capital, unter dem Titel „Hacking Fundraising„, welches seit gestern online ist. Wir mussten das Rad nicht neu erfinden, dennoch kostete die Produktion des Video-Materials und der Downloads mehr Zeit als wir uns ursprünglich dachten.

Wir stellen Gründern ein DIY (do-it-yourself) Kit für Fundraising bestehend aus einer Toolbox (Downloads) zur Verfügung die u.a. 300 Investoren (Status Liste) und einen Videokurs enthält. Der Kurs hilft typische Fehler im Fundraising zu vermeiden und wertvolle Zeit zu sparen wenn man sich auf die Ansprache von Investoren vorbereitet bzw. mit diesen bereits in oberflächlichen Verhandlungen steckt. Der Kurs ersetzt keine professionelle Begleitung eines Prozesses, erhöht aber sicherlich die Chance auf einen erfolgreichen Abschluss eines Deals. Know-how und Erfahrung ist in diesem Bereich nicht zu unterschätzen.

100 Startups – Made in Austria

Eine weitere Initiative die ich aktuell mit viel Herzblut unterstütze ist das Buch „100 Startups – Made in Austria“. Hier wählt die Startup Community 100 Startups die in einem englischsprachigen Buch von Home Town Media (Maggie Childs) in Interviews ihre Geschichte erzählen dürfen. Das Buch wird dank einer Kooperation mit go-international in allen Außenhandelsstellen der WKÖ aufliegen und international sehr viel Sichtbarkeit erzeugen. Wir haben großartige Gründer und Startups, mit fantastischen und bewegenden Geschichten die wir erzählen müssen.

Der Startup-Standort hat darüber hinaus in Sachen Ökosystem viel zu bieten und wir werden natürlich auch über die wichtigsten Player schreiben. So ein Projekt ist ein kleines Mammut – aber es macht auch Spaß und dank Partnern wie dem Science Park Graz, der Wirtschaftsagentur Wien, derBrutkasten, European Super Angels Club und vielen mehr verteilt sich die Last auf verschiedene Schultern. Schön zu sehen, dass wir im Ökosystem an einem Strang zeihen wenn es darauf ankommt.

Tech – Made in Europe

Eine weitere Initiative die in der Krise entstanden ist und dank der freundlichen Unterstützung von Felix Häusler – dem Gründer von www.grape.io – schnell umgesetzt werden konnte ist „TECH – MADE in EUROPE“ eine offene App die europäischen Softwarelösungen als Alternative zu internationalen Riesen positioniert.

In einem Interview mit Business Angels Europe (BAE) habe ich kürzlich erklärt, warum es wichtig ist das wir aktuell auf unsere „eigenen“ Lösungen vertrauen und nicht immer gleich internationale Services nutzen. Jeder Euro Umsatz hilft heute Arbeitsplätze zu erhalten und die Krise damit aktiv abzumildern. Man muss dabei nicht einmal große Abstriche machen – Lösungen aus Europa können sich wirklich sehen sehen lassen und müssen sich im direkten Vergleich nicht verstecken, auch wenn die Konkurrenz Milliarden wert ist.

Kopf hoch – gemeinsam schaffen wir das!

Wenn das Marktumfeld schwierig wird, kann man laut um Hilfe rufen – oder die Ärmel aufkrempeln und selbst Lösungen suchen. Es trennt sich die Spreu vom Weizen. Wir werden nach der Krise wissen, wer unsere Freunde sind, welche Firmen bzw. Unternehmer bereit waren eine Extra-Meile zu gehen und mit einem Blick zurück wissen welche Entscheidungen besser gewesen wären. Wenn wir aber nichts versuchen, dann fahren wir mit Sicherheit an die Wand. Darauf hab ich keinen Bock und ich werde unermüdlich versuchen so vielen wie möglich zu helfen, die bereit sind an Lösungen zu arbeiten.

Neues Buchprojekt: 100 Startups – Made in Austria

Es freut mich ganz besonders, dass mein neues Buchprojekt gemeinsam mit Florian Kandler und dem Verlag Hometown Media in Umsetzung geht. Unter dem Titel „100 Startups – Made in Austria“ werden wir Gründergeschichten von 100 Startups beleuchten, die ihren Weg machen. Wir werden von zukünftige Hidden Champions, von Deep-Tech bis zu digitalen Wettbewerbern in kurzen Fakten Checks und Interviews vorstellen. Das Buch selbst wird global beworben, an ausgewählte VCs in ganz Europa versandt. Die Community selbst wählt aus einer Liste von rund 200 Startups, welche 100 Unternehmen für das Buch eingeladen werden sollen.

Hintergrund zum Buch

Die Idee zu „100 Startups – Made in Austria“, entstand gemeinsam mit dem Verlag Home Town Media. Es ist handelt sich bis zu einem bestimmten Grad um eine englischsprachige Fortführung des früheren Buch-Projekts „Erfolgsgründer: Made in Austria“ von Berthold Baurek-Karlic, Fabian Greiler und Helmut Pöllinger (November 2014) Taschenbuch. Der Aufbau des Buchs wird etwas verändert und soll für den Leser dadurch noch interessanter werden. Das Ziel ist international mehr Aufmerksamkeit auf das gewachsene Ökosystem in Österreich zu lenken. Unser neues Buch baut auf dem rund 6 Jahre alten Buchprojekt Erfolgsgründer auf. Es wird sich aber in wesentlichen Punkten unterscheiden. Die Community selbst wird diesmal entscheiden, wer für ein Interview in dem Buch eingeladen wird. Gemeinsam mit Florian Kandler haben wir ein paar sog. growth-hacks entwickelt, die den Startups viel Reichweite abseits vom Buch selbst bringen sollen. Viel zu oft, leiden heimische Startups darunter international zu wenig Sichtbarkeit zu bekommen, wie aufmerksame Leser bereits in meinen letzten Beiträgen auf diesem Blog gelesen haben.

Welche 100 Startups sollen ins Buch?

Auf der Landing-Page zum Buch kann man seit heute für seine Favoriten abstimmen. Die Stimmenabgabe ist einmal täglich möglich. Das österreichische Startup Ökosystem hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben sich mehr und mehr innovative Unternehmer und Investoren gefunden, die etwas verändern wollten. Erste internationale Erfolge waren als Bestätigung dieses Wegs wichtig.

Mittlerweile lesen wir regelmäßig von internationalen Größen, die in heimische Startups investieren. Der Austrian Startup Monitor 2019 belegte in Zahlen, wie groß der Wirtschaftsfaktor Startups geworden ist. 2.200 Startups wurden seit 2008 gegründet, wovon 9 von 10 Mitarbeiter angewachsen sind und laufend neue Arbeitsplätze geschaffen haben. In Summe arbeiteten rund 17.500 Menschen in österreichischen Startups. Finanziert wurden startups zu 52% mit Wachstumskapital. Bemerkenswert ist das 90% der Startups bereits Ende 2019 Umsätze im Ausland verbuchten und somit die DNA möglicher zukünftiger Hidden Champions in sich tragen.

Der mehrfache Unternehmensgründer und Co-Autor des Buchs, Florian Kandler unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Erfolgreiche Unternehmen wissen oft gar nicht, wie stark ihre Geschichte einen indirekten Einfluss auf unsere Wirtschaft übt. Jedes Mal wenn sie ihr Wissen und ihre Story mit Jungunternehmern und der Community teilen, passiert in den Köpfen der Zuhörer etwas. Es sind Stories, die Menschen zum Unternehmertum bringen und Wissen, das der nächste Generation von GründerInnen auf ihrem unternehmerischen Weg hilft.“. Florian lernte 2011 als er im Silicon Valley lebte, wie wertvoll es ist wenn erfahrene Unternehmer Wissen mit einem teilen. Er propagiert seither die #PayItForward Geisteshaltung und geht selbst mit gutem Beispiel voran, wie Freunde seine Podcasts „Gründer und Zünder“ oder Leser des Austrian Startup Monitors, oder seines Buches „Business Angels vs. Business Devils“ wissen.


Margaret Childs, ist in der Startup-Szene seit Jahren sehr aktiv und war als Verlegerin perfekt. Als Gründerin des englisch sprachigen Magazins und der zugehörigen Online-Platform „Metropole“ blickt sie regelmäßig hinter die Kulissen der Bundeshauptstadt Wien und teilt wissenswertes über alles was sich in Österreich tut. Zu ihren Lesern zählt eine internationale Community – sogenannte Expats. Corporate Publishing ist neben dem Magazin ein wesentlicher Teil ihres Geschäfts geworden und somit hat sie das Buchprojekt initiiert von Florian Kandler und Berthold Baurek-Karlic sofort angesprochen. „Wir wollen das Bewusstsein für Startups – Made in Austria schärfen. Es gibt großartige Erfinder und Gründer in Österreich, diese sind aber häufig in der breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Die Pandemie hat uns aufgezeigt, dass wir diesen Produkten, Services und Europäischen Alternativen zu internationalen Tech-Riesen mehr Beachtung schenken müssen.“.

Du willst unser Projekt unterstützen? Der Vorverkauf ist eröffnet, die beste Unterstützung ist eine Ausgabe unserer Hardcover „Special Edition“ vorab zu bestellen -> siehe Infoseite 100 Startups – Made in Austria.

Die Performance Organisation

Jeden Morgen schreiben sie auf ihre To-Do Liste das sie eine Präsentation überarbeiten wollen, aber der Alltag holt sie regelmäßig ein? Meetings über Meetings ermöglichen es ihnen kaum Luft zu holen oder das Besprochene zu reflektieren und in die Umsetzung zu gehen? Wo ist die Zeit geblieben, die sie früher hatten um Projekte aktiv, hands-on, weiterzubringen? Heute entstehen ständig neue Aufgaben (Tasks) – als Manager behalten sie zwar noch den Überblick – aber es wird zunehmend schwieriger Projekte auf Zug zu halten. Delegieren alleine hilft nicht mehr, da sie das „Bottelneck“ (der Flaschenhals) geworden sind. Verzögerungen entstehen, weil sie nicht mehr genug Zeit haben die notwendige Aufmerksamkeit auf einzelne Mitarbeiter zu lenken, die ihre Entscheidung benötigen um weiter arbeiten zu können. Sie haben ein lösbares Problem, aber definitiv ein Problem!

Ich kenne ihr Problem nur zu gut. Als Unternehmer bzw. Unternehmensberater habe ich mehrfach Firmen von Null weg aufgebaut, als Investor und Berater über 100 weitere auf ihrem Weg begleitet. Das oben geschilderte Muster findet man früher oder später in jeder jedem stark wachsenden Unternehmen wieder. Als Business Angel bzw. Venture Capital Investor startet man regelmäßig wieder bei (fast) null – mit der nötigen Leidenschaft für das Thema macht es einen rießen Spaß. Wenn man diese Arbeit nicht mag, findet man sich in einem Alptraum wieder. Kaum hat eine Firma wieder einen Wachstums schritt geschafft, realisiert man das man wieder Ordnung ins Chaos bringen muss.

Mit begrenzten Ressourcen effizient zu arbeiten ist noch schwieriger als in einem Konzern Umfeld. Alles muss schnell gehen und mit wenigen Handgriffen erledigt sein. Wie soll das gehen? Wie schafft man es optimale Leistung für Kunden zu erbringen und noch genug Ressourcen frei zu halten, um sich der Unternehmensentwicklung zu widmen? Moderne Management Methoden und Organisationsstrukturansätze – wie die Holacracy und OKRs – werden bei der Auflösung dieser Fragen ihre besten Werkzeuge. Sie sind der Schlüssel für eine Performance Organisation. Die Implementierung mag nicht trivial sein, aber der Aufwand lohnt sich – also KOPF HOCH und LOS.

Inspiration & Best Practice

In meiner täglichen Arbeit als Business Angel und Venture Capital Investor, sowie auch in meinem Unternehmen, versuchen mein Team und Ich täglich das Maximum an Leistung und Qualität herauszuholen. Wir haben geradezu eine Allergie gegen Ineffizienz. Nichts ist schlimmer als Meetings in denen am Handy gespielt wird, wo einzelne Teilnehmer nichts zu sagen haben, oder keine Agenda vorab versandt wurde. Auf meiner Rangliste der Schreckgespenster für Unternehmer, ist redundantes Arbeiten (also Dinge doppelt machen) und schlechte Dokumentation. Wenn man diese Schreckgespenster aus seinem Unternehmen aussperrt, dann hat man nur noch Geschwindigkeit und Qualität unter einen Hut zu bringen – das darf kein Widerspruch sein. Die Leistungsfähigkeit einer gut eingespielten Performance Organisation ist beeindruckend – sie werden überrascht sein. Der Aufwand eine solche aufzubauen, werden häufig unterschätzt.

Seit Jahren studiere ich die Methoden der effizientesten Serien-Unternehmer, die ich Kennenlernen durfte und mit denen ich das Glück hatte zu arbeiten. Ich lese (fast) alle Bücher die mir zu dem Thema empfohlen werden. Als Investor und Manager faszinieren mich diese Methoden. Was in der Theorie schlau klingt, ist in der Umsetzung immer deutlich komplizierter. Die Effizienz in einer Organisation wird letztlich erst möglich, wenn man alle Mitarbeiter abgeholt hat und ein „grassroot effect“ entsteht der bewirkt, dass sie selbst weitere Optimierungsschritte setzen.

Über die Jahre habe ich zusätzlich sehr viel zu diesem Thema gelesen und Baustein für Baustein mein persönliches Rezept für eine „Performance Organisation“ entwickelt. Gleich vorweg: Perfekt ist mein Modell sicher noch nicht, Unternehmertum lebt von laufender Weiterentwicklung. Ich melde mich also spätestens in ein paar Jahren mit einem Update zu diesem Thema und berichte warum und wo ich nachschärfen musste.

Die Unternehmensstruktur

Wir haben das Jahr 2020 und was haben wir gelernt? Nichts! Unternehmen haben viel zu viele Mitarbeiter und starre Hierarchien. Im ersten Moment wirkt das für einen Angestellten sehr angenehm, da sein Arbeitsfeld klar abgesteckt ist und man in Ruhe seinen Job abarbeiten kann. Was für ein Denkfehler! De facto bietet diese Organisationsform für den Unternehmer einen klaren Vorteil. Mitarbeiter sind in einer solchen Organisation nur die „kleinsten“ Zahnräder – sie sind leicht ersetzbar und haben limitierte Aufstiegschancen. Sie sind Spezialisten – d.h. sie bekommen ein gutes Einstiegsgehalt, einen gedeckelten Bonus und werden nach ein paar Jahren verstanden haben wie ihre Abteilung mit anderen Abteilungen zusammenarbeitet. Nach der nächsten Reorganisation durch einen internationalen Berater fangen sie wieder fast bei „Null“ an. Top-Manager (insb. Vorstände) werden in der Regel von außen durch einen Head-Hunter geholt. Wer Karriere machen will muss Job-Hopper werden. Interessant – wenn man bedenkt, dass die Personalfluktuation bei „Hidden Champions“ (in der Regel international führende Familienbetriebe) unter 4% liegt, warum wird der Mitarbeiter dort nicht so oft getauscht?

Ich persönlich habe es immer vorgezogen mich mit meinem Job zu identifizieren und zu gestalten. Solche Jobs wollte ich auch schaffen. In meinen Mitarbeitern will ich Unternehmergeist spüren. Es ist nichts schöner als das Feuer der Neugier brennen zu sehen und gemeinsam Herausforderungen anzunehmen und zu bewältigen. Eine Performance Organisation bietet sinngemäß einen anspruchsvolleren Arbeitsplatz als eine altmodische Hierachie-Organisation. Darauf muss man sich einlassen und damit muss man auch umgehen können. Wir sind uns dessen bewusst. Unser Assessment für Mitarbeiter wird laufend weiterentwickelt – da die Auswahl der richtigen Talente der Schlüssel zum Erfolg ist. In einem meiner nächsten Artikel werde ich auf den Wert von „Persönlichkeitstests“ und strukturierte Personalsuchprozesse eingehen – an dieser Stelle würde ein Exkurs zu weit gehen.

Wir geben unseren Talenten Zeit, um sich in unserem noch wachsenden System zu finden. Wir schulen schnell ein und setzen neue Kolleginnen schnell aktiv ein. Man könnte sagen wir schmeißen sie ins „kalte Wasser“ – wohl wissend das wir gute Schwimmer angestellt haben. Junge Talente verstehen (insbesondere am Anfang) in freien, flexiblen Organisationsformen oft ihre Rollen nicht – sie warten bis jemand zu ihnen kommt und sie aufklärt. Gefragt wäre aber ihre Initiative Fragen zu stellen. Ein gutes Team erkennt das und bindet sie schnell ein, erklärt bei Kaffee, Kuchen, Lunch oder nach der Arbeit bei einem Glas Wein warum bei uns ein paar Dinge nicht so sind, wie man das üblicherweise kennt. Jene die sich schnell zurechtfinden, fühlen sich für neue Herausforderungen nicht nur gewachsen, sie blühen gerade zu auf. Kaum jemand vermisst Hierarchien und starre Strukturen, nach dem Wechsel in eine dynamische Unternehmenskultur.

Exkurs: Selbstverantwortung und Gestaltungsspielraum – Widerspruch zum Bildungssystem

Das Bildungssystem ist viel zu sehr auf klaren Hierarchien, nicht aber auf Selbstständigkeit und Eigenverantwortung aufgebaut. Die Überforderung mit einer eigenverantwortlichen Situation im Beruf, konnte ich in vielen Fällen auf den Werdegang sowie verschulte, durchorganisierte Bildung zurück führen. Selbst meine alte Universität – die Wirtschaftsuniversität Wien – hat mittlerweile Stundenpläne und hilft Studenten beim Absolvieren ihrer Semester durch die Organisation. Dieser falsch verstandene Service – führt später zu keinem eigenständigen Menschen, die gerne Entscheidungen treffen und ihre Fehlentscheidungen eingestehen. Mitarbeiter, die über 5 Jahre Erfahrung, am besten aus kleineren dynamischen Unternehmen mitbringen, haben das nachgelernt – sie können viel besser in dynamischen Organisationen navigieren. Wir bevorzugen daher Mitarbeiter mit Berufserfahrung, seitdem wir es uns leisten können.

Team-Spieler können auch Teams führen

Junge Arbeitnehmer müssen in einer Performance Organisation schnell lernen ihre Stärken und Schwächen einzusetzen und sich aktiv für Rollen in Teams empfehlen. Ein Team-Spieler kann auch Teams führen, ein Einzelkämpfer aber weder noch. Neulinge haben es schwerer und müssen intensiv unterstützt werden – dieses Bewusstsein muss bei jedem im Team bestehen – wir sind letztlich nur so gut, wie das schwächste Glied in der Kette. In einem guten Team findet sich immer ein Mentor und / oder ein Ansprechpartner. Unternehmerinnen übersehen gerne echte Roh-Diamanten (Talente die mehr leisten können) – häufig entfalten sie sich nicht, weil ihnen ein Gegenüber fehlt, oder weil man sie nicht ins Team eingliedern konnte. Selbst in kleinen Unternehmen heben Managerinnen häufig nicht die Potenziale ihrer Mitarbeiterinnen – sie übersehen wie wichtig es ist, dass jeder im Team einen direkten Sparringspartner hat. Destruktive Kräfte im Team suchen häufig den Aufstieg um jeden Preis, sie wollen führen und nicht „nur“ im Team spielen. Die Versuchung ist in kleinen Organisationen zwar größer, das Ausmaß von Intrigen solcher Spieler in großen Unternehmen dafür manchmal umso beeindruckender. So hart es klingt – je früher man destruktive Spieler raus nimmt, umso besser.

Die Chance besteht darin wechselnde Führungsverantwortungen zu nutzen. Team-Spieler können führen und im Team Spielen – Einzelkämpfer keines von beiden. Damit ungeschliffene Talente (ohne Berührungsängste, mit „aktuellem“ Wissen (etwa Digitalisierung)), im Zusammenspiel mit den Erfahrungen etablierter Mitarbeiter zu ihrem Vorteil nutzen können – müssen diese in wechselnden Verantwortlichkeiten arbeiten. Ein starkes Team ohne Neid, in Verbindung mit einer „Ja und – Mentalität“, ist der Schlüssel zum Erfolg.

Ja-und Mentalität

Wenn Mitarbeiter auf Chancen positiv reagieren und nicht den Kopf einziehen oder Ausreden parat haben, warum sie etwas (noch nie) konnten, an dieser Stelle mit einem Positiven „Ja und – ich würde hier gerne mitarbeiten und etwas lernen / ich hatte hierzu Ideen die ich gerne ein bringen will / wir könnten A, B, C hier einfließen lassen.“ dann werden sie Erfahrungen sammeln und weiter kommen. Diese Einstellung ist wichtig. Wenn sie wissen, dass sie sich aus dem Fenster lehnen und dazu lernen müssen – dann sagen sie das. Ihre Qualitäten werden dem Team dennoch helfen, da sie neue Blickwinkel und andere Erfahrungen einbringen. Eine Führungskraft erkennt ihre Bereitschaft und wird ihnen Chancen bei der nächsten Zusammenstellung eines Projektteams gewähren. Aktives Vorschlagen oder Annehmen von Fortbildungen – etwa von Online-Kursen, wie sie von nahezu allen Top-Universitäten – wie etwa Oxford, Columbia, Harvard, etc. – angeboten werden, ist besonders für junge Mitarbeiter ein guter Weg um sich für mehr Verantwortung (mittelfristig) zu empfehlen.

Sie Kommunizieren – aber werden sie Verstanden?

Kommunikation in dynamischen Organisationen und ihren Team ist die Essenz, die erst alles möglich macht. Regelmäßig erleben wir, dass zwar miteinander gesprochen, aber nicht kommuniziert. Es braucht Selbstbewusstsein die richtigen Fragen zu stellen. Sie müssen ihre Neugier für Neues entdecken und klar zugestehen, wo sie noch Nachholbedarf haben und dieses Wissen einfordern. Es ist wichtig zu verstehen wie Kollegen Probleme lösen, wie sie sich Skills erarbeitet haben und aktiv voneinander zu lernen. Das Zusammenstellen von Projektteams (insb. in größeren Unternehmen) erfolgt vielfach auf Basis persönlicher Beziehungen und sozialer Verbundenheit, kaum aber wegen klar definierter skill-sets, Leistungsprofile für Projekte und Interessen. Dieses Problem verdient für sich einen eigenen Blog-Artikel und wird hier bewusst ausgeklammert.

Die Organisation ohne Management – Holacracy

Eine Performance Organisation ist sehr häufig als sogenannte Holacracy – als dezentrale Organisation ohne Management – aufgesetzt. Die Steuerung der Ziele erfolgt am besten auf Basis von OKRs (Objectives und Key Results), einem Management System, welches durch Google berühmt wurde – der Konzern wird bis heute durch OKRs geführt. Erfunden wurde dieser Ansatz allerdings nicht (wie viele vermuten) von Google selbst sondern von INTEL-Mitgründer Andrew Grove. Jeder Mitarbeiter und Manager ist in diesem Modell 100% transparent, auch hinsichtlich der Erfolge oder Verfehlungen ihrer Ziele betreffend. In einer Holacracy gibt es demnach keine Notwendigkeit für Abteilungsleiter und starre Hierarchien und der Vorstand oder Geschäftsleiter behält dennoch den Überblick.

Manager und Mitarbeiter sind abhängig vom Projekt oder Aufgabenbereich, einmal Verantwortungsträger und ein anderes Mal Projektmitarbeiter (Lieferant) – in einer Holacracy ist man nicht immer der Chef einer Abteilung, man leitet Projekte und arbeitet ihnen zu. Die Eigenverantwortung in einer solchen Struktur steigt naturgemäß, die Kommunikation untereinander wird zum Schlüssel und der Wettbewerb um das Fertigstellen von Projekten bzw. erreichen von Zielen führt letztlich zu Erfolgen. Sofern Mitarbeiter das „unternehmerische“ Potenzial mitbringen mit einer solchen Organisation umzugehen – grandios. Der Weg ans Ziel erfolgt meistens in Schritten, da man sonst die Struktur völlig überfordert. Ressourcen überlappen, das Verständnis für bereichsübergreifendes Arbeiten wird geschärft – es kann aber auch verwirren und zu Verzögerungen kommen, weil keiner mehr weiß was er macht. Die Notwendigkeit intensiver Kommunikation von allen Beteiligten ist hier unbestritten, darf aber nicht zur Falle, einer Meeting-Überflutung, führen.

5 Gründe – Warum 2020 Tech-Aktien fliegen werden

Nach einem guten Börsenjahr 2019, dürfen wir uns 2020 auf ein noch besseres Jahr freuen. Insbesondere für Technologiewerte – sog. Tech-Aktien – sehen die Vorzeichen gut aus und das freut mich natürlich besonders. Eine Blase oder Rezession sehe ich persönlich nicht (vgl. Auslblick 2020), im Gegenteil der Konsum hat im 4. Quartal 2019 überrascht und ich sehe aufgrund einiger Parameter besonders großes Potenzial für Tech-Aktien. Wie regelmäßige Leser meines Blogs wissen investiere ich als Business Angel regelmäßig in Gründungsphasen (Startups), über Venture Vehikel durch mein Unternehmen Venionaire Capital in Wachstumsphasen und rücke mit meinem Wikifolio „Digital Gamechangers“ Tech-Aktien ins Rampenlicht, die ich besonders stark empfinde. Meine Positionen im Wikifolio ändern sich laufend, es gibt aber regelmäßig Werte die länger vertreten sind – die behalte ich aber auch im Auge. Die letzten zwei Jahre waren für mich gute Börsenjahre – mein Wikifolio erzielte durchschnittlich 11,3% p.a., was deutlich über der Performance europäischer bzw. der deutschen Börsen lag. Ich hoffe eure Portfolios sind ebenfalls gut gelaufen und wir können uns an dieser Stelle gemeinsam freuen.

Quelle: Screenshot (25.12.2019), Wikifolio.com

Ich bin aber keines Wegs ein Börsen-Guru und möchte auch nicht so verstanden werden. Mein persönliches Interesse und meine Analysen dürfen auch nicht als Beratung oder Anlageempfehlung verstanden werden. Ich teile meine Eindrücke, da ich ein großer Fan von Social Trading bin und freue mich immer wieder über den Austausch und Diskurs mit gleichgesinnten. Technologie-Aktien (vgl. NASDAQ) liefen generell sehr gut in den letzten Jahren und das hat gute Gründe.

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs, einer Zeit in der die Welt auf den Kopf gestellt wird. Wer nicht laufend innoviert, verliert! So wird beispielsweise Tesla ein höherer Marktwert beigemessen als so manchem „alten“ Automobilriesen – das entspricht sicher nicht dem inneren Wert des Unternehmens heute, aber es sagt viel über die Zukunftschancen der Konzerne aus die von Anlegern beigemessen werden. Es ist eine Zeit in der es hinter verschlossenen Türen rund geht. Eine Zeit in der die ärmsten Reich und die Reichen alles verlieren können. Wie erkennt man aber die Zeichen und die richtigen Trends? Habe ich nur Rückenwind von einem globalen Trend oder macht sich die harte Arbeit doch bezahlt? Kann man Alpha erzielen und besser als der Markt veranlagen? Diese Fragen müsst ihr für euch selbst beantworten. Ich persönlich erwarte neben einem äußerst positiven Marktumfeld für Venture Capital und Startups (siehe Ausblick 2020) jedenfalls ein sehr starkes Jahr für Tech-Aktien und ich erkläre gerne warum:

1. Mehr Ressourcen, zu geringeren Kosten

Der scheinbar „plötzliche“ Durchbruch exponentieller Technologien hat immer sehr logische Gründe (das gilt in jeder Innovationswelle) und es gab auch immer Vorboten die man mit etwas Glück, Erfahrung und Verstand erkennen konnte. Der Siegeszug der Digitalisierung steht direkt im Zusammenhang mit der Entwicklung von Kosten und der Verfügbarkeit von skalierbaren Speichermedien und Rechenleistung – hier sind „Cloud-Services“ von Microsoft und Amazon neben vielen anderen wahre Gamechanger und spitzen Geschäftsmodelle. Speicher und Rechenleistung ist fast unbegrenzt verfügbar. Eine gewisse Abhängigkeit (andererseits wohl eine stabile Kundenbeziehung) wird aufgrund geringer Kosten weitläufig in Kauf genommen. Zur selben Zeit ist die Bandbreite des Internets (sowie dessen Abdeckung) noch nie so groß gewesen, wie heute und es gibt immer noch sehr viele Menschen auf dieser Welt die eingeschränkten Zugang haben!

Quelle: Venionaire Capital

2. Die 6. Welle der Digitalisierung (AI) bringt exponentielles Wachstum

Wenn einem bewusst wird, dass bislang erst ein Drittel des globalen BiP digitalisiert wurde und erkennt man das die bisherige Entwicklung noch kaum einen positiven Anstieg der Produktivität bewirkte (vlg. New York – Innovation und Dynamik), dann versteht man schnell wie groß das Potenzial der Digitalisierung (auch heute noch) ist. Wir stehen nicht am Anfang, aber die Geschichte des Wandels ist definitiv noch nicht geschrieben – wohl erst die ersten 6 Kapitel.

Das nächste Kapital – Künstliche Intelligenz – fasziniert mich besonders. Auf diesem Gebiet haben die Technologie Riesen (Amazon, Google, Facebook, Alibaba, Tencent, etc.) die Nase vorne, da sie schlicht auf einer Unmenge bislang ungenutzter oder zumindest nur schwach genutzter Daten sitzen.

Quelle: World Economic Forum, Accenture

3. Das Potenzial in Europa wird erst gezündet

Europa ist zwar noch gem. WIPO Statistik dank der Schweiz, Schweden und England unter in den Top 5 der innovativsten Ländern der Welt vertreten. Die Region verlor aber Jahr für Jahr deutlich an Boden und es ist leider zu erwarten das keines dieser Länder an der Spitze bleiben wird. In Sachen „New-Economy“ wird Europa bereits länger als Schlusslicht bezeichnet. Zu lange hat man verabsäumt B2C Tech-Unternehmen zu entwickeln bzw. in diese zu investieren. Die Zahl der Tech-Riesen aus Europa ist folglich sehr klein bzw. beschämend. Rekordsummen bei Venture Capital Investments und die steigende Zahl der Unicorns in Europa liegt maximal im globalen Trend – diese Zahlen täuschen, wenn man den internationalen Vergleich unterlässt. Zugpferde sind heute China und die USA – obwohl Europa alles hat was ein Innovations-Champion braucht, ausgenommen der Finanzierung für die nächste Welle. Das Blatt soll sich 2020 aber wenden.

Die EU wird neben verschiedenen bestehenden Programmen der EIB und des EIF, (endlich) zusätzliche EUR 20 Mrd. (jährlich) investieren. Darüber hinaus hat der chinesische Technologiekonzern „Tencent“ (etwa bei N26 und WeChat investiert) angekündigt 2020 USD 10 Milliarden in Europa investieren zu wollen. Dieses Kapital kommt zur richtigen Zeit. Die Handbremse in Europa kann sich dadurch lockern und vielleicht sogar das ein oder andere Unternehmen beflügeln global aufzumischen. Ich hoffe das wir so auch spannende IPOs 2020 und 2021 zu sehen bekommen.

4. Positive Effekte des technologischen Wandels bislang unterschätzt

Gute Politik baut auf noch besseren Daten und Studien. Jüngste Analysen zeigen das es (bei allen bekannten Nachteilen) bislang unbeachtet positive soziale- wie auch wirtschaftliche Effekte im Zusammenhang mit der Digitalisierung gibt. Politik bzw. Förderungen staatlicher Stellen, in Europa, werden zielgerichteter und vermutlich deutlicher stärker investieren um Europa wieder an die Spitze zu bringen – jetzt wo man klarer sieht.

Quelle: World Economic Forum, Accenture

5. Die einzige Konstante ist Veränderung

Schon der griechische Philosoph Heraklit wusste: „Die einzige Konstante ist Veränderung“ und dieses Zitat ist heute aktueller den je. Innovationszyklen folgen so dicht aufeinander wie noch nie zuvor. Die Folgen sind spürbarer den je und Vorstände ist gefordert mutige Investitionsprogramme für die Zukunft zu lancieren. Die Folge sind höhere Budgests für M&A, Innovation und Corporate Venture Capital und dies wird von Aktionären positiv bewertet. Wer nicht innoviert, verliert – oder anderes gesagt, wer auf der Bremse sitzt den strafen die Investoren ab. Es war für Interessant von einem befreundeten Aktien-Analysten zu hören, dass sie heute mehr als früher auf diese Aspekte achten. Der Unternehmenswert an der Börse spiegelt letztlich das Zukunftspotenzial eines Unternehmens wieder. Heute könnte man auch sagen wie gut das Unternehmen mit dem „Innovationsdruck“ bewältigt.

Ähnliches Foto
Quelle: Smart Turn Effect

Conclusio

Man muss kein Genie sein um Eins und Eins zusammen zu zählen. Technologie Unternehmen sind gewohnt laufend zu innovieren, das bringt ihnen deutliche Vorteile und somit bessere Zukunftsstrategien. Produktivität wird stark durch künstliche Intelligenzen bestimmt werden, hier ist die Frage: Wer wird die Schaufel im Goldrausch verkaufen – wohl einer der Tech-Riesen. Für Unternehmen die an der Spitze eines Marktes sitzen gilt: Nicht ausruhen! Margen, Geschäftsmodelle und Services werden nicht mehr „nur“ von den angestammten Wettbewerbern adressiert, es gibt eine Menge Quereinsteiger und das wird die Aktienmärkte 2020 noch gewaltig auf den Kopf stellen.

In diesem Sinne wünsche ich viel Glück, Gesundheit und Erfolg im Jahr 2020.

Was braucht ein gutes Fundraising Pitch-Deck?

Fernsehshows wie „2 Minuten 2 Millionen“ oder „Höhle der Löwen“ haben den „Elevator Pitch“ von Startups in unseren Breitengraden erst so richtig berühmt gemacht – diese Shows zeigen aber ein etwas verzerrtes Bild der Realität (wie ihr euch sicher schon gedacht habt). Wenn ein Startup vor Investoren tritt und sein Unternehmen vorstellt, dann hat es regelmäßig rund 10 Minuten bis eine Stunde (im Einzelgespräch) dafür Zeit Investoren zu überzeugen. Das Ziel ist es nach dem Pitch in tatsächliche Verhandlungen zu treten – es muss also Interesse geschürt werden. Von einem ähnlichen Zeitbudget kann man ausgehen, wenn Startups ihr Deck einem Venture Fund schicken. Analysten werden zwischen 10 Minuten bis zu max. einer Stunde (inkl. Rückfragen) investieren, um eine erste Einschätzung für ihr Dealflow Meeting zu schreiben.

Was packt man also in so ein Pitch-Deck hinein? Wie schafft man es seine Geschichte („Equity Story“) richtig zu erzählen? Einer der berühmtesten Investoren – Guy Kawasaki – hat eine Formel für das ideale Pitch-Deck entwickelt (siehe Bild 1). Ich finde die Übersicht fantastisch und empfehle sie mindestens einmal pro Woche einem Startup. Das zugehörige Buch – THE ART OF THE START 2.0 – sollte auch jeder Gründer gelesen haben :-).

The Only 10 Slides You Need in a Pitch

Bild 1 – Erstellt mit Visually.

Wer etwas mehr Hilfe bei der Erstellung der richtigen Slides braucht, wird auf der Webseite des Founder Institute einen sehr guten Leitfaden für das ideale Pitch-Deck finden. Praktisch an diesem Leitfaden ist, dass er prinzipiell der Struktur von Guy Kawasaki folgt und jede einzelne Folie mit praxisnahen Bespielen erläutert.

Ein paar Tipps von Herzen:

  • Nehmt euch Zeit für die Erstellung eures Pitch-Decks. Der Prozess zur Entwicklung eines richtig guten Decks kann schon mal 2 Wochen verschlingen.
  • Fragt so viele Gründer, die bereits über EUR 1 Million von Investoren erhalten haben, wie möglich um ihren Rat.
  • Nutzt Template und Design-Vorlagen – wie etwa Designhack.net oder – Investoren sehen laufend extrem hochwertige Präsentationen und da solltest Du nicht nachstehen.
  • Zwingt eure Inhalte aus wesentliche zu konzentrieren – 10 bis 12 Slides müssen reichen um das Interesse eines Investors zu wecken.
  • Vertraut auf keine Berater die nicht selbst einmal gegründet haben und selbst nie vor einem Investor gesessen sind.
  • Baut ein Pitch-Deck und haltet es immer aktuell! Ihr wollt nie einen Investor auf euer Deck warten lassen.
  • Achtet darauf das euer Pitch-Deck in einer Version mit mehr Text (für Email versandt), gekürzt (auf etwa 5-6 Slides) für adhoc Pitches oder auf einer Bühne – in etwa 2 Minuten, oder in der „Langversion“ in 10 Minuten gemütlich präsentiert werden kann.

Wer kann mir helfen?

Viele Gründer begehen den Fehler ihren Steuerberater oder Anwalt um Hilfe zu ersuchen – die meisten davon haben aber kaum, bis gar keine Erfahrung mit Fundraising. Wir arbeiten seitens Venionaire Capital zum Beispiel mit einzelnen Partnern von KPMG (Smart Start) eng zusammen, die selbst aktiv Erfahrung als Business Angels haben. Gemeinsam haben wir Europas führendes Investoren Netzwerk aufgebaut – European Super Angels Club.

Wenn du selbst nicht weiterkommst und aus dem Berater-Dschungel einfach nicht mehr hinaus siehst – schreib mir einfach eine direkte Nachricht. Ich helfe gerne persönlich weiter wo ich kann (das ist schließlich mein Job), wir bieten via Venionaire Capital auch regelmäßig Fundraising-Workshops für Start-Ups an. Als Spezialisten für Fundraising helfen unsere Spezialisten auch gerne hands-on bei Pitch-Decks, Finanzplänen, Unternehmensbewertungen (inkl. Muster-Term-Sheets). Wir haben sogar schon eine Reihe von Startups sehr erfolgreich für ihre Auftritte bei der „Höhle der Löwen“ oder „2 Minuten 2 Milliionen“ vorbereitet. Wenn ihr wollt, bekommen wir euch richtig Fit fürs Fundraising – ich verstehe aber auch, wenn du es zunächst auf eigene Faust probieren willst.

Startup Bewertung (k)ein Kinderspiel

Venture Capital Fonds haben dieses Jahr erneut Rekordvolumen eingesammelt, noch nie wurde soviel in Europas Tech-Startups investiert, gleichzeitig ging allerdings die Zahl der Transaktionen zurück. Diese Zahlen sagen uns, der Markt wird reifer, immer mehr europäische Startups schaffen es in den Unicorn Club. Die Zahl der Unicorns – stark dominiert aus China und den USA – ist so hoch wie noch nie, somit ist die Meldung über Rekordvolumen nicht gleichbedeutend damit das Europas Startup-Hubs zur Weltspitze aufschließen – sie folgen vielmehr dem globalen Trend (wenn überhaupt). Im Jahr 2019 gab es eine Rekordzahl von IPOs, gleichzeitig waren noch nie mehr Unicorns am Markt und das markiert den bisherigen Peak in der „Digitalen Revolution“, dieser Trend wird allerdings anhalten denke ich.

Der Wettbewerb um Funding für Startups in frühen Phasen wird unter dessen härter. Vor einigen Jahren reichte es noch ein gutes Team und schöne „erste“ KPIs zu zeigen. Von der nächsten Generation von Startups wird aber mehr erwartet! Nach der Digitalisierung von „alten“ Geschäftsmodellen und Prozessen, der Sammlung und Strukturierung wichtiger Datenpunkte, muss nun die Produktivität durch Automatisierung und Künstliche Intelligenzen gesteigert werden. Hier wird sich die Spreu vom Weizen trennen.

Sind Milliarden Bewertungen gerechtfertigt?

Völlig willkürlich sind Startup-Bewertungen in der Tat nicht, auch wenn das angesichts der vielen Unicorns schwer zu glauben ist. Die berufliche bzw. professionelle Praxis folgt klaren Regeln und Standards – wie sie etwa in den IPEV Guidelines (http://www.privateequityvaluation.com/Valuation-Guidelines) festgeschrieben sind. Wer selbst einmal rechnen möchte wie viel sein Startup oder vielleicht das nächste Investment wirklich Wert ist, kann ab jetzt ein neues Tool nutzen.


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Der Startup-Bewertungsrechner bildet die zwei wichtigsten Bewertungsmodelle der Venture Industrie ab – in meinem Interview mit derBrutkasten heute morgen habe ich mehr dazu erklärt, ein paar Tipps für die Benutzung des Rechners gegeben und auch gleich mit ein paar Mythen aufgeräumt.

Empfehlung: Ich schreibe Regelmäßig für das Online Medium derBrutkasten (eines der führenden Startup-Medien im deutschsprachigen Raum) – viel Spass beim Lesen – unter diesem Link findet ihr alle meinen bisherigen Beiträge.

Nur 1% Startups haben Erfolg

Mit einem Startup Erfolg zu haben sieht leichter aus als es ist. Wir sehen immer nur die fröhlichen Gesichter der erfolgreichsten Gründer und vergessen das 99% der Unternehmen beim Versuch die Welt zu erobern scheitern. Daran ist durchaus auch das überzeichnet positive Bild in den Medien schuld, aber sicher nicht ausschließlich, es liegt auch an der Generation Y (der Generation “Startup”) selbst.

Das Bild in sozialen Medien wird perfekt poliert – so sind wir aufgewachsen, wir haben uns früh spielerisch mit Medien auseinandergesetzt und gelernt sie zu nutzen. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Generation Y tatsächlich sehr frustriert ist und geradezu einen kulturellen Druck verspürt Erfolge zu feiern, alles und noch mehr zu erreichen.

Der Ruf nach einer “Kultur des Scheiterns” dieser – meiner – Generation wird meines Erachtens oft falsch verstanden. Es mag etwas Schizophren klingen, aber wer die Generation richtig versteht, versteht das Misserfolge gefeiert werden müssen. Man rückt das positive in den Vordergrund, das erlernte – vergisst die verlorenen Millionen – und vermeidet somit das Stigma des Verlierers.

Generation Y = Generation Startup

Viel zu viele in unserer Generation eifern gepimpten Facebook und Instagram Profilen nach. Einige nutzen die technischen Möglichkeiten und versuchen ihre Träume und Visionen für eine „bessere Welt“ zu realisieren und entwickeln ein Produkt oder einen Service und testen ihren Business Case am Kunden. Schnell testen, aber auch schnell wieder verwerfen ist die Devise. Wer den Schritt in ein Startup wagt, verlässt die Komfortzone und begibt sich auf eine verrückte Achterbahnfahrt. Am Anfang erwarten viele das schnelle Geld – wie viel Arbeit am Weg dort hin wartet, erkennt man kurz darauf.

Grafik 1 – Quelle: Neil Perkin

Die Erwartungen und die Realität auf diesem Weg zum Erfolg klaffen bei sog. First-Time Foundern sehr stark auseinander. Ich habe viele Gründer in den letzten Jahren kennengelernt und leider auch eine Menge scheitern gesehen. Wir (Investoren) suchen täglich die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen. Uns sind die typischen Entwicklungsphasen eines Startups (siehe Grafik 1) nur zu gut bekannt. Wenig verwunderlich ist das Business Angels und VCs den selben Prozess aus ihrem Blickwinkel betrachtet anders sehen (siehe Grafik 2).

Grafik 2 – Quelle: Tribal Advisors

Einen Totalverlust erleiden im übrigen die wenigsten Gründer – dies trifft am ehesten die Investoren (wenn überhaupt). Das Gründerleben muss man sich aber dennoch leisten können. Gehälter sind nicht garantiert und die ein oder andere Durststrecke ist vorprogrammiert. Viele der erfolgreichsten Gründer könnten sich leisten durchzuhalten. Das ist Kriegs entscheidend da das Timing der wichtigste Erfolgsfaktor ist und falsches Timing kann man (manchmal) aussitzen.

Quelle: Venionaire Capital

Über Misserfolge spricht man nicht

In unserem Breitengraden spricht man nicht gerne über Misserfolge. Im Gegenteil man ist bemüht diese Meldungen möglichst positiv zu verpacken, da man sonst als Verlierer abgestempelt wird. Ich habe am eigenen Leib erfahren was es heißt im Startup-Ökosystem geprügelt zu werden als wir unseren ersten Fonds nicht auf die Straße brachten. Die wenigsten haben mir direkt ins Gesicht gesagt, dass sie enttäuscht sind und für die Hintergründe hatte niemand Zeit. Was soll ich sagen: „Wir haben viel gelernt – ein Rückschlag passiert den besten – wir sind aber froh das wir durchgehalten haben und danken jenen die immer zu uns gestanden haben“.

Wer ein Unternehmen eröffnet geht ein Risiko ein. Wer ein Startup startet, den Anspruch auf exponentielles Wachstum erhebt und sich dafür radikaler Innovation bedient – der riskiert noch viel mehr. In diesem Fall bewegt sich das Gründerteam noch viel weiter aus der persönlichen Komfortzone, da man bewusst auf den (meist langwierigen) Aufbau einer Kundenbasis oder die Entwicklung einer Technologie setzt. Wachstum aus eigenem Umsatz ist in diesem Fall kaum möglich.

Fakt: Das Risiko der Selbstständigkeit oder etwa Investments in hoch riskante Startups wird steuerlich in Österreich nicht abgegolten – auch die Situation der „Versicherung“ ist mitunter nachteilig. In manchen Fällen kann man Förderungen einreichen und so Zuschüsse oder günstigere Kredite erhalten. Ein Angestellter ist in der Regel besser dran als ein Unternehmer! Hier könnten wir noch viel von anderen Ländern u.a. UK lernen.

In einem Land wie Österreich – wo man die Vollkasko Mentalität quasi erfunden hat – ist Unternehmertum nicht all zu beliebt. In Fernsehsendungen wie „Hölle der Löwen“ oder „2 Minuten, 2 Millionen“ fiebert man eifrig mit und freut sich mit dem ein oder anderen Gründer des es schafft..

Viele der dort präsentierten Ideen sind durchaus unterhaltsam – keine Frage. Für alle die es amüsanter finden wenn etwas daneben geht und ein Unternehmer so richtig auf die Schnauze fällt darf man ankündigen, dass bald eine Fernsehsendung zu diesem Thema kommt – powered by fuckupnightsvienna.

Die Unicorn Herde

Durch die Digitalisierung, breite Verfügbarkeit von leistungsstarken Computern, Mobiltelefonen, sehr viel einfacheren Programmiersprachen und durch nahezu flächendeckendes Breitband-Internet ist ein regelrechter Startu-Boom ausgelöst worden. Selbst die Wirtschaftswissenschaft (Betriebswirtschaftslehre) erfährt durch diese stark wachsenden Unternehmen, eine Renaissance. Wer einen guten Job haben möchte sollte Data Scientist werden Digital Management, Big Data Analytics und Artificial Intelligence an den besten Unis der Welt bereits online studieren – siehe Harvardx. Es gibt eine extreme Nachfrage nach Talenten in diesem Bereich und ich bin überzeugt das diese noch steigen wird.

Grafik 3 – Quelle: CBInsights

Man könnte sagen es reicht den Laptop aufzumachen um die Welt zu verändern … tatsächlich gehört aber noch viel mehr dazu. Statistisch wird man es mit weniger als 1% Wahrscheinlichkeit schaffen in die Herde der Unicorns aufzuschließen – die Chancen sind aber immer noch besser als Lotto zu spielen.

Grafik 4 – Quelle: CBInsights

Fonds investieren immer weniger in Ideen – sie wollen Kennzahlen bzw. einen Beleg dafür sehen das jemand bereit ist für ein Produkt tatsächlich zu bezahlen. Die Wunden der Dot.com Bubble sind noch tief – man hat dazu gelernt und will die selben Fehler nicht noch einmal machen. Investoren sichern darüber hinaus das Risiko ihrer Investments heute auch sehr viel stärker ab. Liquiditätsvorzüge (Liquidation Preferences) mit einem Multiple größer 2x sind keine Seltenheit mehr.

Erfolgsfaktoren vs. Misserfolgsfaktoren

Es ist eine alte Weisheit, aber ich werde nicht müde sie zu teilen: “Die beste Geschäftsidee, verliert gegen die zweit Beste – insb. wenn diese Idee das bessere Team treibt.”. Das Geheimnis vieler Startups liegt in der Umsetzung der Idee, nicht in der Einzigartigkeit und am Timing. Die Chancen eines Startups steigen nicht durch die bloße Höhe von Investments die es erhält – im Gegenteil zu viel Kapital kann (insb. am Anfang) sogar ein Nachteil sein. Mit vollen Taschen ist man z.B. schnell versucht ein Produkt mit schwacher Retention zu stark zu bewerben, so verbrennt man Kunden und auch seine Marke.

Accelerator und die richtigen Business Angels helfen viele Anfängerfehler zu vermeiden. Diese Investoren bzw. Programme bringen in der Regel auch gesteigerte Medien-Reichweite mit sich. Geschickte Startups verstehen diese Hebel sogar noch zu verstärken – so etwa Pynk, das Startup publizierte unmittelbar nach der Aufnahme in das 360Lab einem Medium Artikel der wiederum durch das Team des 360Lab Accelerators viral verbreitet wurde.

Bei einem Accelerator geht es darum das Produkt zu schärfen, Reichweite zu gewinnen, die besten Investoren kennen zulernen und als Team zu wachsen. 360Lab inszeniert die Auswahl der Startups für den Batch (5 aus den letzten 10 Finalisten) bereits als Fernsehshow „XCite“ – in der Jury durfte ich kürzlich in Warschau sitzen – so entstehen gute Bilder die man in den folge Monaten perfekt vermarkten kann.

Gerade zu toxisch kann es für ein Startup sein, wenn unerfahrene Investoren ihren Schützlingen bei wichtigen Entscheidungen im Weg stehen oder diese in eine falsche Richtung beraten. In diesem Fall sind Probleme vorprogrammiert.

Zwei Klassiker sind:

  • Zu viele kleine Investoren, die alle auf dem Cap-Table stehen wollen, aber nicht genug „fire-power“ für Folgerunden mitbringen. Das macht Entscheidungen mitunter schwierig und Folgeinvestoren winken sehr häufig ab.
  • Die Teilnahme an einem Accelerator wird oft kurzsichtig betrachtet. Ich sehe immer wieder das Investoren Gründern die Teilnahme untersagen, weil sie vermeintlich bereits eine höhere Bewertungen bezahlt haben. Die Konditionen von Programmen wie sie etwa Seedcamp, Y-Combinator, 360Lab oder Startup Bootcamp bieten werden schlicht falsch verstanden – es geht dabei um viel mehr als um ein Cash-Investment!

Ich wünsche euch viel Glück mit euren Ventures – meldet euch einfach wenn ihr Fragen habt via LinkedIN.

7 Kennzahlen die Startups kennen müssen

Startups erobern die Welt. Investoren zahlen (scheinbar) fantastische Bewertungen und so mancher Banker schüttelt seinen Kopf. Grund genug, einen Überblick der sieben wichtigsten Kennzahlen (für Digital Startups) zu geben die sich professionelle Investoren ansehen, um Startups zu analysieren. Diese Kennzahlen verwenden Startups entsprechend regelmäßig, um ihr Unternehmen zu steuern.

Die erfolgreichsten Startups und Investoren verfolgen nahezu obsessiv Kennzahlen und versuchen diese laufend durch gezielte Experimente zu optimieren.

Kundengewinnungskosten – engl. Customer Acquisition Cost (CAC)


CAC ist der durchschnittliche Geldbetrag, den ein Startups für Vertrieb, Marketing und damit verbundene Ausgaben ausgeben muss, um einen neuen Kunden zu gewinnen. Die Kennzahl sagt etwas über die Effizienz der getroffenen Marketingaktivitäten aus. Die Kennzahl wird aussagekräftiger, wenn sie mit einigen der anderen untenstehenden Kennzahlen kombiniert wird – oder etwa im Vergleich zum CAC der Wettbewerber.

TIPP: Venture Capital Fonds haben in der Regel einen ganz guten Überblick über „übliche“ Kundengewinnungskosten eines Startups in einem Geschäftsfeld und einer entsprechenden Entwicklungsphase – daher ist es ratsam früh mit Investment Managern zu sprechen und Zielwerte die sie erwarten zu erfragen!

Kundenbindungsrate – engl. Customer Retention Rate (CRR)

Kunden zu gewinnen ist eine Sache – man kann Downloads letztlich einkaufen. Kunden zu behalten ist daher die Kür! Die CRR beschreibt wie viele Kunden zahlende bzw. aktive Nutzer bleiben. Üblicherweise betrachtet man diese Kennzahl im Monats- oder Jahresvergleich und sollte einen Wert > 30% (mindestens) erreichen. Als Faustregel kann man sich merken das ein Investment in Kundenbindung nur in Fünftel so viel kostet, wie einen neuen Kunden zu gewinnen!

Der Kehrwert dieser Kennzahl wird Churn-Rate (oder Absprungrate) genannt und beschreibt den Prozentsatz der Kunden, welche ein Startup in einem bestimmten Zeitraum verliert. Eine hohe Kundenbindungsrate ist ein Indikator dafür das man Kunden begeistert und ein „wertvolles“ Produkt entwickelt hat – es ist in der Tat nicht einfach bei der Fülle an Apps die ein Nutzer auf sein Handy lädt oder Software die ein Unternehmer aktiviert in tägliche Nutzung zu kommen bzw. diesen für langfristige Zahlungspläne zu überzeugen.

TIPP: Kunden mit sehr schwacher Aktivität oder gar Inaktivität ihres Produkts direkt fragen: „Warum nutzt du unser Produkt nicht mehr? Was können wir verbessern? Lernen sie von ihren Kunden.

Wert eines Kunden im Lebenszyklus – engl. Lifetime value (LTV)

Der Lifetime Value (LTV) ist der durchschnittliche Nettowert eines Kunden für Ihr Unternehmen über die geschätzte Dauer der Beziehung zu Ihrem Unternehmen bzw. Produkt. Das Verständnis dieser Zahl, insbesondere in Bezug auf CAC, ist entscheidend für den Aufbau eines nachhaltigen Unternehmens.

Manche Investoren sehen diese Kennzahl Verhältnis von CAC zu LTV als die goldene Metrik. Sie ist ein sehr einfacher Indikator für die Nachhaltigkeit eines Geschäftsmodells. Wenn ein Unternehmen vorhersehbar und wiederholt ein hohes Verhältnis dieser Kennzahl erreicht, dann ist es nachhaltig.

Der Nachteil dieser Kennzahl ist, dass Startups in frühen Entwicklungsstadien schlicht den LTV ihrer Kunden noch nicht qualifiziert einschätzen können.

TIPP: Zur Berechnung des LTV empfehle ich das Harvard Modell.

Wachstumsdynamik – engl. Lead Velocity Rate (LVR)

Die LVR ist meine Lieblingskennzahl – auch wenn sie in unseren Breitengraden erst langsam den Markt durchdringt. Die Kennzahl beschreibt den Wachstumsprozentsatz der qualifizierten Leads von Monat zu Monat. Sie misst die Entwicklung ihrer Kundenpipeline und hat mehr Aussagekraft für mich als Venture Capital bzw. Business Angel Investor als ihr Umsatz (da dies ein Vergangenheitswert ist), da man mit Wachstumskapital nur die Verkaufskraft verstärken nicht aber „erfinden“ kann. Die Aussage der Kennzahl ist sehr einfach: Wie viele potenzielle Kunden haben sie tatsächlich in ihrer Pipeline.

Ist kein ausreichend großer Trichter an qualifizierten Leads vorhanden – hat das Startup in der Regel noch gar keinen „professionellen“ Vertrieb aufgesetzt und müsste zunächst ein operatives Thema lösen, bis es mit dem Verkauf richtig loslegen kann – das Risiko eines Investments in einem solchen Stadium ist deutlich höher.

[ (#) Qualifizierte Leads aktueller Monat – (#) Qualifizierte Leads letzter Monat ] / (#) Qualifizierte Leads letzter Monat X 100 = (%) Lead Velocity Rate

TIPP: Vergangenheitswerte werden gerne zur Schätzung des zukünftigen Potenzials herangezogen, daher sollte man den Vertrieb möglichst von Beginn an mit dieser Kennzahl steuern.

Amortisation der Kundengewinnungskosten – engl. CAC Amortisation

Wie lange dauert es bis wir die Kosten der Kundengewinnung (CAC) verdient haben. Wir sprechen also von Tagen, Wochen, Monaten – dieser KPI misst, wie lange es dauert, bis ein Kunde genügend Umsatz generiert hat, um den CAC zu decken. Diese Kennzahl hat einen direkten Einfluss auf den Cashflow und damit auf die Wachstumsgeschwindigkeit aus eigener Kraft.

TIPP: Diese Kennzahl sollte kleiner als 12 Monate sein, idealerweise bei max. 3 Monaten. Faustregel: Kommt ein Produkt nach spätestens 3 Monaten ins verdienen – ist es ein gutes Produkt.

Verbrennungsrate (ungedeckte Kosten) – engl. monthly burn

Kostenrechnung ist ein alter Hut. Wer seine Einnahmen und monatlichen Ausgaben (fix und variabel) versteht, versteht sein Unternehmen. Die „Burn Rate“ ist einfach der negative Nettobetrag des Cashflows.

Beispiel: Wenn ein Unternehmen den Monat mit EUR 30,000 in Bar beginnt und den Monat mit EUR 10,000 in Bar beendet, beträgt die Burn-Rate EUR 20,000. Die Kennzahl wird häufig missbräuchlich verwendet – in dem man damit die Gesamtkosten des Unternehmens fälschlicherweise betitelt. Wenn der monatliche Netto-Cashflow eines Unternehmens positiv ist, verbrennt es kein Geld.

TIPP: Wer gut Haushaltet lebt länger. Ich empfehle regelmäßig auf Kosten zu achten, da das Geld von Investoren teuer ist und man sich schnell die Gunst dieser verbauen kann wenn man schlecht wirtschaftet.

Laufzeit bis zum Ende der Liquidität – engl. Runway

Entscheidend für das Überleben eines jeden Startups ist die „Runway“. Sie beschreibt das Maß für die Zeitspanne, in der einem Unternehmen das Geld ausgeht – üblicherweise ausgedrückt in Monaten.

Die Laufzeit bis zum Ende der Liquidität wird berechnet, indem die verbleibenden Barmittel durch den monatlichen Verbrauch dividiert werden.

TIPP: Investoren ziehen es vor, eine konservative Schätzung der Kennzahl zu sehen und reagieren nahezu allergisch wenn diese zu optimistisch angegeben wird. Mit einer Investmentrunde holt man sich üblicherweise eine Runway von mind. 18 Monaten ins Haus (bei vollem Wachstum). Sollte die „runway“ eines Unternehmens unter 12 Monate sinken ist es Zeit mit dem Fundraising zu beginnen, sinkt sie unter 6 Monate ist Vorsicht geboten und man sollte Kosten senken bzw. eine Überbrückungsfinanzierung  „Bridge-Round“ starten.

Wie man Investoren findet?

Fundraising ist knifflig – man muss viele Bälle jonglieren und letztlich das Tagesgeschäft und die Finanzierung unter einen Hut bekommen. Das richtige Netzwerk, eine gute Equity Story, Verhandlungspsychologie, Timing und Erfahrung führen zum Erfolg. Unerfahrene Gründer haben hier einen drastischen Nachteil und das ist ganz natürlich. Die meisten Rookie-Gründer stolpern buchstäblich durch ihre erste Investmentrunde und überzeugen dabei mehr oder weniger erfahrene Business Angels – wobei sich dies oft erst 12 bis 24 Monate später herausstellt.

Business Angels sind meist sehr tief in den Startup-Ökosystemen verwurzelt und sind es gewohnt, junge Talente in einem sehr frühen Entwicklungsphasen zu entdecken, abzuholen und aufzubauen. Venture Funds steigen erst später ein und sind in ihrer Zugangsweise ein Stückchen anders.

Fonds haben in der Regel eine viel höhere Sichtbarkeit – alleine schon mal weil sie mehr Geld verwalten und ein ganzes Vollzeit Team beschäftigen. Sie pflegen ihre Marke und sind pro-aktiv in der Kommunikation und das hat einfache Gründe:

  • Eine gute Marke generiert zusätzlichen Deal-Flow,
  • sie stärkt die Position am Verhandlungstisch,
  • sie erhöht die Sichtbarkeit ihrer Portfoliounternehmen und zieht letztlich auch Investoren (sog. LPs) für ihre Fonds an.

Als Startup sollte man sich nicht unbedingt in einem ersten Schritt gleich an einen Fonds wenden. Häufig ist es besser einen Business Angel oder Mentor zu finden.

Venionaire unterstützt seit fast sieben Jahren Start-Ups bei der Mittelbeschaffung und Skalierung ihrer Geschäfte. In der Zeit ist das Wort „Start-Up“ fast schon inflationär geworden und die Investoren-Landschaft hat sich in Europa und den USA auch erheblich verändert. Heute gibt es viele neue Spieler am Feld und wöchentlich kommen neue dazu. Das Geschäft ist heute streng reguliert (siehe AIFM Gesetz) – die Zeiten für Cowboys sind vorbei.

Es gibt neben traditionellen Fonds heute auch viele Investmentnetzwerke (u.a. superangels.club), Family Offices, Stiftungen sowie einzelne vermögende Privatpersonen die regelmäßig und durchaus professionell in Start-Ups investieren. Aktuell sind rund 400 Business Angels in Österreich in Netzwerken registriert und man geht von weiteren 800 Personen aus die auf eigene Faust aktiv sind.

Gute Investoren teilen ihre Erfahrungen und helfen uns neue Investoren regelmäßig weiterzubilden – da es auch auf Seiten der Investoren Fehler gibt die man dringend vermeiden sollte. Das Business Angel Institute, welches ich vor einigen Jahren mitgegründet habe, bietet mittlerweile seine Investoren-Trainings in Europa und im Arabischen Raum (Saudi Arabien und Bahrain) als Marktführer an.

Wie findet man den richtigen Investor?

Gut 90% der Gründer ziehen das Thema Fundraising direkt an sich – weil sie vermeidlich Kosten sparen wollen und sich der Verantwortung stellen wollen. Löblich, aber nicht immer ganz schlau. Die internen Kosten werden gerne vernachlässigt. Gründer sollten sich sich auf ihre Produkte konzentrieren, Teams entwickeln und Meilensteine erreichen – 3-6 Monate auf ein anderes Thema (wie etwa Fundraising) zu konzentriert kann für ein Start-Up zu einem echten Problem werden.

Nachstehender 10 Punkte Leitfaden (ursprünglich auf Englisch auf venionaire.com von mir veröffentlicht) soll helfen, das Thema Fundraising so effizient wie möglich zu strukturieren und zu gestalten:

  • Bauen Sie einen „Funnel“ (Trichter) für Investoren, genau wie Sie es für Ihre Werbe-Newsletter (hoffentlich) machen – z.B. Landing Page & Newsletter über HubSpot / MailChimp.
  • Starten sie mindestens sechs Monate vor Ihrer nächsten Runde mit der verstärkten Aktivierung ihres Trichters.
  • Konzentrieren Sie sich auf die Aktivierung jener Investoren, die über Ihre Kanäle ein aktives Engagement für Ihr Produkt und Ihr Team zeigen (lassen Sie Tools wie HubSpot die Auswertung machen).
  • Pflegen Sie intensive Beziehungen zu rund 10 Investoren und lernen sie wonach diese Investoren suchen (KPIs, Traction, Team, etc.).
  • Kommunizieren Sie Ihre Unternehmensentwicklung durch ihren Investoren-Newsletter (inkl. der Pipeline zukünftiger Investoren).
  • Bespielen Sie regelmäßig und professionell die Presse, Social Media und Konferenzen.
  • Halten Sie Ihr Pitchdeck und Ihre Unterlagen immer für Investoren bereit (niemand sollte darauf warten müssen).
  • Seien Sie vernünftig in Bezug auf Bewertung und Konditionen – professionelle Investoren werden Sie nicht ausnutzen, da in den kommenden Runden zu Problemen führt und da sie in der Regel sehr auf ihren Ruf achten.
  • Laden Sie Ihre bestehenden Investoren frühzeitig zu einer Überbrückungsfinanzierungsrunde „Bridge“ ein (falls nötig). Wenn Ihnen die Liquidität ausgeht, wird Ihre Position außerordentlich gefährlich. Sie verlieren viel Energie, Unternehmensanteile und Vertrauen der Stakeholder.
  • Verhandeln Sie nicht zu lange – schließen Sie Ihre Runden innerhalb von maximal drei Monaten ab!

Wenn Sie den Luxus haben, sich zwischen Investoren entscheiden zu können, empfehlen ich Ihnen einige Parameter abzufragen:

  • Anzahl der Portfoliounternehmen / Investmentmanager

Warum? Sie möchten wissen, ob sie über Ressourcen verfügen, um Ihr Unternehmen in der nächsten Entwicklungsphase zu unterstützen.

  • Internationales Expertennetzwerk

Warum? Es ist einfacher, einem bestehenden Netzwerk beizutreten, als eines von Grund auf neu zu erstellen.

  • Unterstützungsnetzwerk (Öffentlichkeitsarbeit, Personalwesen, Growth Hacking, Entwickler, etc.)

Warum? Sie benötigen Dienstleistungen, um Ihr Unternehmen zu stärken. Während Marketing in der Regel eher einfach zu lösen ist, wird die Einstellung von Talenten mit internationaler Erfahrung früher oder später zu einem echten Problem in jedem Hub werden.

  • Aktive Co-Investoren mit Portfoliounternehmen

Warum? Je besser ein Investor seine Investitionen auswählt und strukturiert, desto besser sind seine Beziehungen zu hoch angesehenen Co-Investoren. Einige Investoren werden sogar Co-Investoren einladen, ein Unternehmen während der Due Diligence zu begutachten.

  • Die Laufzeit des aktuellen Fonds und der Desinvestitionsdruck auf frühere Fonds.

Warum? Die meisten Fonds haben eine Laufzeit von zehn Jahren, nach 3-5 Jahren Investition und fünf Jahren Ernte müssen sie ihr Portfolio verkaufen. Sie wollen nicht im Portfolio eines Fonds landen, der schon bald durch unter Abverkaufsdruck steht.

Ein letzter Tipp:

Lassen Sie sich nicht von Stereotypen von Fondsmanagern täuschen. Man hat mir tausendmal gesagt, dass Investmentbanker im Vergleich zu ehemaligen Unternehmern schlechte VC-Investoren sind. Die Wahrheit ist aber das beide „Gruppen“ für sich nicht besonders gute Chancen haben – außer sie verschränken ihr Know-How. Ich habe mehrere Firmen gegründet und das Investmentbanking Geschäft über fast 10 Jahre von Grund auf gelernt. Erfahrungen aus beiden Welten helfen mir täglich.

Warum überhaupt die Positionierung? Es ist einfach Marketing – ehemalige Gründer positionieren sich gründerfreundlich und dafür reklamieren sie regelmäßig bessere Konditionen (einige übertreiben das – Achtung!). Banker haben häufig einen nüchterneren Zugang zu Zahlen und Prozessen, da sie wissen das es leichter ist mit professionell aufgestellten Startups zu arbeiten, ganz besonders in Folgerungen. In der Regel überzeugen Sie mit besseren „Later-Stage“ Investment Zugängen. Ideal ist es wenn ein Investor know-how aus beiden Welten in seinen Reihen hat.

Was hinter der Google Suchmaschine steckt?

Vor zwei Wochen hatte ich die Ehre einen der wohl mächtigsten Menschen der Welt kennen zu lernen – den Chef der Google Suchmaschine, Stanford Professor Nayak Pandu. Auf seinem kurzen Besuch in Wien erklärte er im Rahmen einer Veranstaltung in der Politischen Akademie der ÖVP, was wirklich hinter der Google Suchmaschine steckt und was ihn bzw. sein Team in seiner täglichen Arbeit antreibt und welchen Herausforderungen sie sich laufend stellen müssen. Die anwesenden Vorstände der Telekom-Industrie, sowie führende KI Spezialisten des Landes folgten dem spannenden Vortrag – die Highlights teile ich gerne in diesem Artikel.

Die Bedeutung von Google?

Google ist nicht nur eines der wertvollsten Unternehmen der Welt, es ist auch eines der mächtigsten und gleichzeitig wichtigsten Unternehmen der Welt. Das Internet – eine Ansammlung von ungeordnetem Wissen – wird durch Google indexiert. Denken sie an ein Buch und sein Inhaltsverzeichnis – Google ist allerdings weit mehr als nur das Inhaltsverzeichnis des Internets. Der Konzern macht Informationen verfügbar und konsumierbar. Übersetzungsdienste, ermöglichen es Inhalte für jeden Menschen auf der Welt lesbar zu machen. Komplexe KI Algorithmen helfen uns durch Spracheingabe und Texterkennung einerseits hochqualitative Ergebnisse aus der Google Suche zu erhalten – Google stellt diese Intelligenz aber auch öffentlich allen Softwareentwicklern zur Verfügung, welche wiederum Produkte und Services darauf basierend erstellen können.

Google Mitarbeiter sagen mit Überzeugung das sie Menschen helfen wollen, Informationen und Wissen weltweit verfügbar machen wollen und das natürlich unter einem enormen qualitativen Anspruch. So viel Begeisterung der heutige Stand der Technik bei uns auslöst, so sehr müssen wir auch mit Ernüchterung anerkennen das vieles noch nicht geht. Das automatische Erkennen von „Fake News“ (falsche Fakten, in redaktionellen Artikeln) oder etwa die Unterscheidung von Sarkasmus und Beschimpfungen bringt sehr große technische Herausforderungen.

Das Internet verändert alles

Das erste Bild von Nayak trifft voll ins Schwarze! Der aus Indien stammende Manager zeigt ein rostiges altes Fahrrad mit einem Mann im Sattel und einem Kind auf dem Gepäckträger in Indien. Dieses Bild könnte bereits 30 Jahre alt sein, wäre da nicht der Super-Computer in der Hand des Jungen – das Smartphone. Milliarden von Menschen nutzen die Google Suche täglich und das Smartphone hat die Nutzerzahlen maßgeblich erhöht und auch Google technisch einiges abverlangt.

Google will Informationen in allen Sprachen und auf allen Kontinenten verfügbar machen. Wo es kein Internet gibt, will man es zur Verfügung stellen – siehe Projekt Loon. Viele Inhalte bzw. Informationen werden nicht in jeder Landessprache produziert, sie müssen folglich ersetzt werden und das natürlich vollautomatisch! Die Datenmenge, die unglaubliche Menge an Suchanfragen sprengt unsere Vorstellungskraft und würde unter keinen Umständen auch nur ein geringes Ausmaß an menschlicher Interaktion zulassen.Te

Ein paar Zahlen

Wenn man ein Buch mit 300 Seiten betrachtet, so wird man  wahrscheinlich einen Index von rund 3 Seiten finden. Google indexiert Trillionen von Webseiten und es kommen jede Sekunde neue Inhalte dazu! Ende 2017 umfasste der Index von Google rund 100 Millionen GB an Daten, würde man diesen Index ausdrücken, könnte man einen Turm bauen der 12 mal zum Mond und zurück zur Erde reichen würde.

Google ist natürlich nicht perfekt. Das Unternehmen arbeitet sogar sehr hart daran laufend besser zu werden. Das ist aber gar nicht so leicht, wenn man bedenkt das rund 15% der Google suchen (täglich) völlig neu sind!

Google beschäftigt sicherlich ein paar der hellsten Köpfe der Welt und testet laufend neue Ideen und Hypothesen zur Verbesserung ihrer Systeme – sie nennen das Experimente. 2017 waren es 200.000 Qualitätsprüfungen, 31.000 sog. „Side by Side“ Experimente und 11.300 live Experimente (also auf echten Daten). All diese Experimente führten allerdings “nur” zu 2.400 neuen Features im selben Jahr – was bedeutet das Google nur mit einer Wahrscheinlichkeit von etwas über einem Prozent Verbesserungen herbeiführen kann und fast 99% der Annahmen der Ingenieure nicht zutreffen. Selbstverständlich ist man bei Google bereits auf einem extrem hohen Niveau angelangt und somit wird es immer schwieriger eine Verbesserung zu finden.

Technische Herausforderungen

Technisch sind Suchalgorithmen extrem herausfordernd – nicht zuletzt weil es Gegenspieler am Markt gibt, die versuchen die Algorithmen von Google zu überlisten. Vor einigen Jahren waren link-farmen und ähnliches noch sehr beliebt, um die Suchergebnisse zu beeinflussen, sowas geht längst nicht mehr – Google fokussiert sich auf qualitativ hochwertige Inhalte, welche Dank Natural Language Processing (NLP) – einer Form der KI zur Texterkennung – auch immer besser verstanden und klassifiziert werden können. Kopierte Texte mag Google überhaupt nicht – dafür gibt es Strafpunkte.

Wie man es schafft in der Google-Suche gut gereiht zu werden, dass versucht das Unternehmen auf speziellen Webseiten für Programmierer zu erläutern – wo bei natürlich auch der Hintergedanke zu sein scheint, dass sich die Webmaster an „Gesetzmäßigkeiten“ gewöhnen die es den Algorithmen leichter machen Inhalte zu verstehen.

Kompliziert wird es bei Synonymen (in allen Sprachen) oder wenn ein und das selbe Wort in unterschiedlichem Kontext völlig andere Bedeutungen hat. Die Forschung an Natürlicher Spracherkennung ( NLP = Natural Language Processing) ist hier der Schlüssel zu qualitativ hochwertigen Ergebnissen, der Algorithmus lernt allerdings noch immer täglich dazu.

Die nächste Generation der KI

Google arbeitet aktuell intensiv an einer Weiterentwicklung der Suche in Richtung Spracheingabe bzw. Konversation. Das Ziel ist also das man sich in Zukunft mit Google unterhalten kann – da tippen einfach nicht „angenehm“ ist.

Man kann sich das in der Praxis so vorstellen bzw. mit dem Android Telefon selbst testen:

User sagt: „Wie heißt die Königin von England?“
Google antwortet: „Elisabeth II“

User frag nach: „Wie lautet Ihr voller Name inklusive Titel?“
Google antwortet: „Elizabeth Alexandra Mary Windsor – Her Most Excellent Majesty Elizabeth the Second, by the Grace of God of the United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland and of Her Other Realms and Territories Queen, Head of the Commonwealth, Defender of the Faith“

Das User-Interface der Zukunft wird Sprache sein und damit wird sich eine Welt weit über AR und VR hinaus öffnen. Ob es sprachliche Interaktion mit dem „Computer“ während der Autofahrt ist, oder die nächste Generation von Smart Home bzw. Smart Infrastructure Applikationen – wir dürfen gespannt sein, was hier noch alles kommt.