Tech – Made in Austria – wichtiger den je!

Was ist eigentlich los mit uns Österreichern? Wir sind doch nicht ohne Hausverstand auf die Welt gekommen. In ökonomischen Fragen setzt dieser dennoch regelmäßig viel zu oft aus. Wenn wir als Nation halbwegs unbeschadet aus der Krise kommen wollen, müssen wir zusammenrücken und müssen mehr den je Zusammenarbeiten. Jeder kann helfen, in dem etwas mehr Sensibilität für regionale Produkte, Services und Dienstleistungen aufgebracht wird. Ein klein wenig gesunder Patriotismus ist heute angebracht, keine Aufrufe zum Klassenkampf á la „Millionärssteuer“. Ein Blick in die Zahlen zeigt, dass es maximal im Bundeshaushalt (wo letztes Jahr mehr als EUR 190 Mrd. Ausgaben verbucht wurden), das Potenzial für Einsparungen lege, wobei (realistisch) Einsparungen hier wohl ebenfalls kaum rasch umsetzbar sind. Was bleibt, ist die Wirtschaft anzukurbeln, die Beschäftigung nach oben zu bekommen und damit wiederum Steuereinnahmen in den nächsten Jahren.

Nachbars Rasen ist grüner

Jede Woche lese ich auf Facebook, LinkedIN in Beiträgen, wo sich Menschen echauffieren über die reichsten Milliardäre der Welt, wie Jeff Bezos, Bill Gates, Mark Zuckerberg und ihre Konzerne wie Amazon, Microsoft und Facebook. Zu reich und zu mächtig sind sie alle samt geworden. In der Welt der Technologie-Riesen spielen wir Österreicher bzw. Europäer nicht mit, aber gestohlen wurde uns auch nichts. Wir haben hier schlicht eine Welle verschlafen. Warum eigentlich? Österreich ist doch ein Land mit weltweit erfolgreichen Unternehmen (siehe Leitbetriebe Österreich). Weit über 200 Hidden Champions (gem. EU Definition), setzen bis heute nicht nur in einer Branche Standards. Darauf dürfen wir stolz sein. Das Geschäft mit Bits & Bytes kann bei uns ebenfalls funktionieren, aber wir müssen darauf vertrauen und in unsere Hidden Champions von morgen investieren. Raunzen bringt uns nicht weiter. Jeder Konsument kann in diesem Bereich, als Kunde, mit einem Investment in heimische Lösungen helfen. Digitalisierung ist eine riesen Chance für den Standort, das Thema gehört weder den Amerikanern noch den Chinesen.

Dornröschen wach auf

Europa hat vieles verschlafen. Das Bewusst sein das wir in totale Abhängigkeit geschlittert sind haben in den letzten Wochen wirklich alle hautnah mitbekommen. Im Shock – nach 40 Jahren fehlgesteuerter Politik – jegliche Produktion nach Hause zu holen, halte ich für überzogen. Die Globalisierung werden wir nicht Rückabwickeln können. Eine Zeitreise in die Vergangenheit und ein wieder herbei sehnen der Industrialisierung wäre ein Rückschritt, abgesehen davon das es unrealistisch ist dies kurzfristig unter Beibehaltung der Wettbewerbsfähigkeit zu bewerkstelligen. Es würde schon reichen, wenn wir bei regionalen Onlineshops kaufen, statt bei Amazon, wenn wir Kommunikationslösungen wie Grape (aus Wien), statt Slack, Videotelefonie von Eyeson (aus Graz) statt Zoom, Webinare mit courseticket.com statt über gotowebinar anbieten.

Wenn wir auf E-Commerce, Software und Kommunikationssektor schauen, sieht es fast so aus als ob es keine Alternativen zu US Lösungen gebe. Das ist aber ein Irrtum, ich habe selbst bewusst vor vielen Jahren begonnen in die meisten der oben genannten Firmen investiert weil ich keine Abhängigkeit internationaler Tech-Konzerne in diesem Bereich haben wollte. In der Breite sind diese Lösungen noch viel zu unbekannt, das wird sich aber ändern – wenn wir alle etwas sensibler darauf achten welche Lösungen wir einsetzen. Es gibt immer noch Branchen (wie z.B. Apotheken) die das Internet gerne verbieten würden, der Online-Handel wird dort – trotz Angeboten aus ihren eigenen Reihen, wie Beavit.at – noch als feindlich betrachtet. Diese Abwehrhaltung hat dazu geführt das Schweizer, Tschechische und Holländische Online-Apotheken einen Siegeszug starten konnten und in Österreich täglich weitere Marktanteile abknabbern. Wachen wir hier auch erst auf, wenn es zu spät ist? Die Taxi Innung hat hundert tausende Euro in Klagen gegen UBER investiert, statt eine vernünftige Branchenlösung auf den Markt zu bringen, die dem Kunden, vergleichbare Vorteile gebracht hätte. Mit welchem Erfolg? Warum können wir uns so schlecht mit einem Online-Business anfreunden? Warum unterstützen und motivieren wir nicht heimische Unternehmen in diesen Bereich hineinzuwachsen?

Ich habe die Hoffnung, dass Europa – unser Dornröschen – in Sachen Digitalisierung in durch die Krise ein klein wenig aufgewacht ist. Die Corona-Pandemie zwang auch den letzten Verweigerer zur Auseinandersetzung mit der Digitalisierung. Bereits Jahre zuvor wurden Förderungen und Initiativen für mehr Risikokapital in Europa vorangetrieben, sie zeigten aber nur schleppend Wirkung – wenn wir das Ausmaß der globalen Transformation der Wirtschaft betrachten. Es haben sich vor allem “Insider” mit der Materie beschäftigt und kleine Erfolge gefeiert, aber von einer breiten Bewegung sind wir noch weit entfernt. Meines Erachtens sollte es große steuerliche Anreize (etwa Freibeträge) geben, die Milliarden für eine Aufholjagt auf diesem Sektor entfesseln.

Mangels kurzfristig zu erwartender Erfolge, waren bisher Politik und Konzern-Vorstände mit echten Investitionen (weil zuviel „Risiko“) in Zukunftstechnologien bisher zu verhalten. Nehmen wir die Raiffeisen Bank International, das einzige Bankhaus in Österreich das einen Corporate Venture Fonds aufgelegt hat, mit EUR 15 Millionen. Der Größe des Konzerns wären EUR 150 Millionen. im europäischen Vergleich und EUR 500 Millionen im internationalen Vergleich angemessen gewesen. Der erste Schritt wurde hier aber wenigstens gesetzt, wo sind die übrigen Banken und Pensionskassen? Wenn Finanzinstitute nicht in die Zukunft unseres Standorts investieren, wer dann?

Einzelne Erfolge gab es im Startup Sektor natürlich – auch auf unserem Kontinenten – trotz angezogener Handbremse. Sie haben als Leuchttürme gezeigt was möglich ist. Die stiefmütterliche Sicht auf Innovation, muss heute ein Ende haben. Mit angezogener Handbremse ist kein Rennen zu gewinnen, und Krisen sind nicht zuletzt ein Motor für Innovation. Sie treffen uns außerhalb der Komfortzone, wo wir mit mutigen Schritten entgegnen können.

Nicht blenden lassen

Opportunisten gibt es immer. Sie vertreten die Ansicht, dass wir gut aufgestellt sind in Europa ohne dabei zuviel in Fakten einzutauchen. Der einfältige Verweis auf erste Unicorns tut weh. Es gibt natürlich Beispiele aus Europa die es in die Weltelite der Tech-Startups geschafft haben, der globale Anteil dieser ist aber verschwindend gering und bei weitem nicht der wirtschaftlichen Position von Europa in der Welt angemessen. Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich, nicht alles was glänzt ist Gold. Man darf sich nicht täuschen lassen. Man muss schon auch hinterfragen warum, wer Erfolg gehabt hat und versuchen daraus zu lernen.

Meistens findet man internationale DNA, hinter den erfolgreichsten Startups. Die Gründer hätten es wahrscheinlich überall geschafft – so eben auch sogar aus Europa heraus. Europäische Investoren glänzen zu meist mit schnellen Exits, man verkauft bevor man ein nachhaltiges Unternehmen auf die Beine gestellt haben. Wir sind so zum Weltmeister im Export von Talenten und Technologien geworden. Schauen wir auf ein erfolgreiches Unternehmen mit internationaler Beteiligung – N26 (die ausgewanderten Österreicher), die aus Berlin heraus ein Unicorn gebaut haben. Die Mittel und die Unterstützung (abgesehen von den Business Angels erster Stunde, die sehr schnell herausgekauft wurden), kamen maßgeblich vom US Investor Peter Thiel, sowie u.a. den chinesischen Technologieriesen HorizonX und Tencent. Warum waren nicht von Anfang an auch große Europäer dabei? Ich kann mir nur auf den Kopf greifen, wenn heimische Politiker diese Erfolgsgeschichte für sich verbuchen wollen, der Beitrag war hier (leider) minimal – ich hätte hier gerne stärkeres Engagement europäischer Investoren gesehen und frage mich, wie solche Stories angesichts des kolportierten Investionskontrollgesetzes zu wiederholen sind.

Wir müssen Umdenken

Ja, wir müssen umdenken. Es muss ja nicht gleich “Silicon-Valley-Mindset“ sein. Man muss nicht gleich den Anzug an den Nagel hängen und ab morgen mit Jeans, Holzfäller-Hemd, Hoodie und langem Bart – ganz im Stil eines Hipsters – ins Büro gehen. Veränderung passiert von innen. Es reicht schon wenn wir ein klein wenig mehr Hausverstand in Wirtschaftsfragen einfließen lassen und akzeptieren die Digitalisierung als Chance zu sehen. Wenn wir ein klein wenig mehr Mitdenken, hinterfragen, lernen und zusammenhalten, haben wir bereits ein Rezept zum Erfolg.

In Österreich verwechseln wir gerne Solidarität mit Vollkasko-Versicherung. Wir fordern viel zu schnell vom Staat ein Probleme für uns zu lösen. Was wäre wenn, wir selbst Teil der Aufholjagd werden? Was wäre wenn wir wieder stolz werden auf “Made in Austria” oder “Made in Europe” und unser Land gemeinsam wieder aufpäppeln?

Wie? Ganz einfach, Computer auf, Google an und lernen, oder als Konsumenten (inkl. Staat, Land, Gemeinde und Kammern als Vorbilder) mit überlegten Kaufentscheidungen. Wir entscheiden selbst, wo wir uns sauer verdientes Geld ausgeben. Wir entscheiden, ob das Geld in Österreich arbeitet und damit im Wirtschaftskreislauf kommt – oder ob wir es ins Ausland schicken und die reichsten Milliardäre noch mehr füttern. Ein klein wenig Patriotismus ist heute angebracht, ich denke sogar das wir eine Pflicht dazu haben.

Wenn wir nicht begreifen und im kleinen beginnen umzudenken, werden wir Schritt für Schritt in Richtung Planwirtschaft gehen, oder gar einen Staatsbankrott heraufbeschwören. Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft verschwinden, wenn Unternehmen verschwinden. Der Staat als Arbeitgeber alleine wird hier nicht helfen.

Change beginnt beim Kopf

In einem Unternehmen, genauso wie in einem Staat, ist es wichtig das die Führungsspitze einen Change-Prozess einläutet und trägt. Es ist wichtig mit gutem Beispiel voranzugehen. Impulse aus der Masse, kann man nur erwarten, wenn man einen Weg selbst vorlebt (außer man legt es auf eine Revolution an). In Österreich haben wir genau in diesem Punkt bisweilen ein veritables Problem. Die vorgelebten Beispiele von Oben fehlen. Die Wirtschaftskammer, Ministerien, Schulen und Krankenhäuser kaufen – leider – eine Flut an Produkten, Services und Dienstleistungen aus dem Ausland (Microsoft & Co.), obwohl es heimische Anbieter gebe die international durchaus erfolgreich sind. Aus meiner Sicht ist das ein Schlag ins Gesicht für alle Unternehmer. Man bedenke das hier Gelder aus Kammerbeiträgen genutzt werden, um Konkurrenz aus dem Ausland zu finanzieren. Gerade in der Krise wurden Unternehmer an den Rand der Gesellschaft gedrückt, zu Bittstellern gemacht, in dieser Phase zählen Umsätze mehr den je. Wenn wir uns schon darauf verständigen den Konjunkturmotor anzuwerfen, dann bitte mit Signalwirkung!

10 Top-Picks in der Corona Krise

Wer in diesen Tagen die Finanzmärkte beobachtet wird Zeuge einer atemberaubenden Achterbahnfahrt. Es ist eine Fahrt, die noch einige Zeit dauern wird und einige Chancen und Risiken birgt. Wie bei einer Achterbahn üblich startet die Fahrt mit einem schnellen Start bergab, gefolgt von einer ersten Korrektur und wir wissen alle das noch die ein oder andere Welle kommt – wer mag kauft und verkauft schnell, die konservativen unter uns warten erst einmal ab. Vermögensverwalter werden ihnen in Zeiten wie diesen nicht Raten zu zocken, sie halten sich in der Regel an zwei einfache Regeln: erstens Panik vermeiden und zweitens Risiken managen. Sie nehmen Risiko aus dem Portfolio und gehen zu nächst in Cash, viele Investoren legen frisches Geld zu ihren Banken und sagen „wenn es soweit ist investiert – ich will von tiefen Kursen profitieren“. Analysten und Fondsmanager sind sich ihrer Verantwortung bewusst, sie überlegen aktuell sehr genau, welche Firmen von der Krise profitieren und welche in besonders schwere Zeiten schlittern. Die Übung habe ich für mich auch gemacht

Ich muss gestehen ich habe in dieser Krise gleich ein paar Mal Glück. Einerseits sind Technologie Unternehmen in der Krise sehr gefragt, da sie uns helfen unsere Jobs auch von zuhause aus zu verrichten. Es gewinnen nicht alle Unternehmen, sehr wahrscheinlich aber jene die Services in den Bereichen Cloud, Video, Telefonie, Messenger, Daten-Analyse und Broadcasting (Webinare) rund um das Thema Home-Office anbieten.  Einer der offensichtlichen Profiteure ist ist die Zoom Video Aktie. Ich hatte sie selbst zu sehr attraktiven Konditionen gekauft, allerdings auch schnell wieder verkauft da der Titel viel zu schnell ein neues „all-time-high“ erreichte und viel zu stark überbewertet war. Mein Motto ist stehts – sei gierig wenn Preise attraktiv sind, gehe zufrieden wenn sie hoch sind, auch wenn das bedeutet das ich nun ein paar Wochen zuschauen muss wie die Aktie weiter steigt. Ich jage weder die Hochs noch die Tiefs.

Meine persönlichen 10 Top-Picks sind Titel die ich grundsätzlich (aus heutiger Sicht) ein Jahr halten möchte. Ich führe die Liste – bewusst ohne nähere Kommentare – in diesem Artikel (unten) an, möchte aber darauf hinweisen das ich damit ausdrücklich keine Kaufempfehlung abgebe, hinsichtlich einer Veranlagung berate und sogar strikt davor warne ohne Rücksprache mit einem professionellen Berater in Aktien zu investieren.

Handelt sich um eine große Krise?

Setzen wir die Krise zunächst einmal in Relation. Wie ist das Ausmaß der Krise zu beurteilen? Die Covid19 Krise hat bereits Geschichte geschrieben, es war der stärkste Kursverfall seit 1987. Wir wurden wohl alle auf dem falschen Fuss erwischt. Deutsche Medien sehen die deutsche Wirtschaft bereits in eine Rezession schlittern Automobilindustrie. Wenn die stärkste Volkswirtschaft in der EU und der wichtigste Handelspartner Österreichs in derartige Schwierigkeiten kommen sollte, dann wird dies wohl auch bei uns spürbar werden. Die Rettungspakete für die Wirtschaft erscheinen unter diesem Licht mehr als verständlich – manch einer rechnet jetzt eventuell nach und wird sich fragen ob die Maßnahmen ausreichend sind.

Manchmal hat man Glück, im Unglück. Manche nennen es das Glück der tüchtigen. Die Einschätzung überlasse ich jedem selbst. Ich für meinen Teil hatte jedenfalls Glück. Vor den großen Kursabstürzen an der Börse hatte ich bereits das Risiko in meinem Wikifolio „Digital Gamechangers“ deutlich reduziert – allerdings nicht wegen Covid19. Die Auswirkungen des Virus und dessen Ausbreitung in Europa und in den USA hätte ich mir in dieser Form damals noch nicht vorstellen können. Ich hatte vielmehr die Erkenntnis gewonnen, dass die Bewertungen einzelner Aktien zu stark aufgeblasen waren. Eine Korrektur musste kommen. Das Hoch oder Tief erwischt man selten, ich habe mir auch abgewöhnt darauf zu wetten und habe in Kauf genommen zu früh das Risiko zurück zu nehmen. Relativ zu meiner wichtigsten Benchmark, dem Technologie Index NASDAQ und zu einer gut vergleichbaren Strategie hat sich mein Wikifolio ausgesprochen gut geschlagen.

Besser als die Benchmark

Ich war zwischenzeitlich bis zu 60% in Cash und konnte so den Kursrutsch am NASDAQ gut abfedern. Was mich allerdings noch etwas mehr freut, ist dass ich eines der am besten bewerteten Wikifolios „High-Stockpicking“ zumindest in dieser Marktsituation um rund 15% out-performend habe.

Was zählt ist natürlich die langfristige Performance, dessen bin ich mir bewusst. Von der aktuellen Situation kann man gut profitieren, wenn man ausreichend cash hat um sich sukzessive in die richtigen Titel einzukaufen. Wenn Aktien in kurzer Zeit 50% oder mehr an Wert verlieren, dann kommt es in der Regel zu einer Gegenbewegung und es gibt die Chance auf eine satte Outperformance steigt – diesen Effekt sieht man grundsätzlich gut in Statistiken zu historischen Krisen. Andreas Kern – der Gründer von Wikifolio – teilte hierzu kürzlich auf Facebook nachstehende Grafik die dies sehr schön veranschaulicht.

Meine Top 10

Ich glaube fest daran das die aktuelle Krise eine Chance für uns darstellen kann. Ich halte wenig davon in Depression zu verfallen und empfehle jedem das meiste aus dem Home-Office herauszuholen. Ich denke für können viel dazu lernen, uns Methoden von Startups aneignen und auch mit Kreativität neue Geschäftsmodelle für uns finden.

Nachstehende Unternehmen werden aus meiner Sicht in der Krise unbeschadet bzw. teilweise sogar als Sieger hervorgehen – das sind meine 10 Top-Aktien für 2020:

  • Amazon
  • Alteryx
  • Facebook
  • Wirecard
  • Microsoft
  • Zoom
  • Tencent
  • Oracle
  • Slack
  • Paypal

Ich freue mich über alle Freunde des Social Tradings und natürlich über jeden aktiven Follower meines Wikifolios „Digital Gamechangers“. Viel Erfolg und kommt gesund durch die Krise.

Alteryx Inc. – Ein starker Investment Case!

Zusammenfassung

  • Daten sind das neue Gold, und Alteryx ist ein Softwareanbieter der vom Datenanalyse-Boom profitiert.
  • Die Kunden insb. große Beratungsunternehmen lieben die Lösungen von Alteryx.
  • Das Unternehmen wächst schnell und übertrifft regelmäßig Erwartungen.
  • Alteryx hat viel Raum für nachhaltiges Wachstum und steigende Gewinnmargen in der Zukunft.
  • Alteryx ist ein Investment mit überdurchschnittlichem Risiko, die Ertragschancen der Aktie erscheinen dennoch verhältnismäßig attraktiv.
  • Langfristig attraktives Entwicklungspotenzial – die Aktie ist aktuell am höchsten gewichtet in meinem Wikifolio.

Alteryx – Eine der besten Datenanalyse Platformen

In der Evolution der Digitalisierung, ist Datenanalyse eine der wichtigsten Prioritäten für alle Arten von Unternehmen. Daten sind Assets die heute in vielen Unternehmen noch im verborgenen liegen und nicht ausreichend genutzt werden – es fehlt in vielen Fällen gar nicht so sehr am Bewusstsein, sondern vielmehr an den Fachkräften (sog. Data Scientists) die datengetriebene Entscheidungen aufbereiten können. Genau in diese Kerbe schlägt Alteryx.

Alteryx bietet Software, die diesen Datenanalyseprozess einfacher, leichter und effizienter macht. Das Unternehmen rechnet damit, dass der gesamte adressierbare Markt fast 28 Milliarden Dollar groß ist und in den kommenden Jahren gar auf bis zu 49 Milliarden Dollar heranwachsen wird. Das Unternehmen hat über 5.600 aktive Kunden, darunter 34% sog. Global 2000. Die Wachstumsrate lag im letzten Quartal über 130% – das sind Zahlen die wir von Startups gewohnt sind. 2019 wurde das Unternehmen sogar als Gartner Peer Insights Customer Choice ausgezeichnet.

Zahlen Daten, Fakten

Analysten empfehlen die Aktien mehrheitlich (siehe Grafik 1), bei einem durchschnittlichen Kursziel von USD 126,00 mit einem Ertragspotenzial von rund 22,5%. Der jüngste Kurs rutsch bei Tech-Aktien (im allgemeinen) hat eine Kauf Chance geöffnet.

Grafik 1, Quelle: Bloomberg (30.12.2019)

Besonders interessant finde ich das einer der bislang besten Analysten (Derrick Wood) das Papier mit einem Kursziel von USD 147 bewertet (siehe Grafik 2).

Grafik 2, Quelle: Bloomberg (30.12.2019)

Der Umsatz im letzten Quartal betrug USD 103,4 Mio., das entspricht einer Steigerung von 64% gegenüber dem Vorjahr und einem Wachstum von 132% auf jährlicher Basis. Der bereinigte Gewinn pro Aktie belief sich auf USD 0,24 und übertraf damit die Erwartungen der Analysten um sagenhafte USD 0,15. Bei der Betrachtung der Entwicklung der Gewinnmargen ist zu beachten, dass Alteryx 90% des Umsatzes als Bruttogewinn erzielt (vgl. Grafik 3). Selbst unter Berücksichtigung der relativ sportlichen Forschungs- und Entwicklungausgaben, sowie der allgemeinen und administrativen Ausgaben, ist das Unternehmen profitabel. Kosten für Vertrieb und Marketing schlagen sich mit rund 51% des Umsatzes sehr stark zu buche.

Grafik 3, Quelle: Bloomberg (30.12.2019)

Betrachtet man die Bewertung anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV), erscheint Alteryx mit einem Forward-PE-Verhältnis von etwa 115 irrational teuer. Ich teile aber die Meinung führender Analysten das die aktuellen Gewinne nicht wirklich die wahre zugrunde liegende Ertragskraft des Unternehmens widerspiegeln, da die Vertriebs- und Marketingausgaben derzeit 50 % des Umsatzes ausmachen – das Unternehmen ist im Moment noch in einer exponentiellen Wachstumsphase und wird nachvollziehbar erst Mittelfristig (mit deutlich höherem Marktanteil) die Gewinnmargen stark nach oben drehen.

Conclusio

Ich sehe in Alteryx einen extrem spannenden investment case und habe sie daher in meinem Wikifolio (DIGITAL GAMECHANGERS) aktuell am höchsten gewichtet. Wettbewerber wie Salesforce – die kürzlich Tableau akquiriert haben – habe ich natürlich am Radar und sehe ich durchaus als mögliche Ergänzung in meinem Wikifolio, sofern ich wieder einer bessere Equity-Story zu dem Wert herauslesen kann. Datenanalyse ist die Grundlage für den nächsten Schritt in der Digitalen-Evolution zur Künstlichen Intelligenz (KI). Wie ich bereits in meinem letzten Blog-Artikel beschrieben habe, bin ich persönlich überzeugt das jene Software-Unternehmen die sich für das Zeitalter der KI rechtzeitig stark aufstellen, mittel- und langfristig, deutlich höheres Potenzial haben als andere. Folglich werde ich mich (auch in meinen Venture Investments) erneut stärker auf diesen Bereich konzentrieren.


Offenlegung: Ich bin privat und über Wikifolio bei Alteryx investiert. Ich habe diesen Artikel eigenhändig mit Bezug auf externe Quellen geschrieben und er drückt meine eigene Meinung aus. Ich erhalte keine Entschädigung für diesen Artikel. Ich schreibe da ich meine Gedanken zu Investments gerne im Sinne eines „Social Traders“ gerne teile, daher verwalte ich auch ein öffentlich einsehbares Wikifolio. Der Artikel ist ausdrücklich nicht als Anlageempfehlung oder Beratung zu verstehen.

Startup & Venture Capital – Ausblick 2020

Am Ende eines jeden Jahres schauen wir zurück und ziehen Bilanz, wir schauen aber auch nach vorne und wagen eine Prognose. Für dieses Jahr habe ich mir etwas neues überlegt – ich würde gerne eure Einschätzung zu den wichtigsten Fragen im Venture und Startup Markt (deutschsprachiger Raum: Deutschland, Östererreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und Süd-Tirol) einfangen. Ich bitte in diesem Sinn um eure Einschätzung auf folgende Fragen:

Frage 1:

Das Wirtschaftswachstum in Europa (2020),

  • .. wird sich verlangsamen. (51%, 24 Votes)
  • .. wird gegenüber 2019 unverändert. (36%, 17 Votes)
  • .. wird sich beschleunigen. (13%, 6 Votes)

Total Voters: 47

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Frage 2:

Venture Capital Finanzierungen in Europa (in Euro), werden gegenüber 2019

  • .. weiter ansteigen. (67%, 30 Votes)
  • .. unverändert bleiben. (20%, 9 Votes)
  • .. zurück gehen. (13%, 6 Votes)

Total Voters: 45

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Frage 3:

Die Zahl der Unicorns aus Europa im Vergleich zu 2019,

  • .. steigt. (64%, 29 Votes)
  • .. sinkt. (16%, 7 Votes)
  • .. kann ich nicht einschätzen. (11%, 5 Votes)
  • .. bleibt gleich. (9%, 4 Votes)

Total Voters: 45

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Frage 4:

Early Stage Investments in Euro werden gegenüber 2019,

  • .. ansteigen. (50%, 23 Votes)
  • .. unverändert bleiben. (28%, 13 Votes)
  • .. zurück gehen. (22%, 10 Votes)
  • .. kann ich nicht einschätzen. (0%, 0 Votes)

Total Voters: 46

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Frage 5:

Later Stage Investments in Euro werden gegenüber 2019

  • .. steigen. (71%, 30 Votes)
  • .. unverändert bleiben. (14%, 6 Votes)
  • .. zurück gehen. (14%, 6 Votes)
  • .. kann ich nicht einschätzen. (0%, 0 Votes)

Total Voters: 42

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Frage 6:

Aktivität von Corporate Venture Capital Fonds in Euro,

  • .. wird gegenüber 2019 ansteigen. (71%, 29 Votes)
  • .. wird gegenüber 2019 zurückgehen. (17%, 7 Votes)
  • .. wird gegenüber 2019 unverändert. (10%, 4 Votes)
  • .. kann ich nicht einschätzen. (2%, 1 Votes)

Total Voters: 41

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Frage 7:

Die Zahl der Secondary Fonds

  • .. steigt gegenüber 2019. (57%, 24 Votes)
  • .. kann ich nicht einschätzen. (19%, 8 Votes)
  • .. bleibt gegenüber 2019 unverändert. (12%, 5 Votes)
  • .. sinkt gegenüber 2019. (12%, 5 Votes)

Total Voters: 42

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Steht der nächste Krypto Bullen-Markt vor der Tür?

In den letzten Tagen hat es sich wieder abgespielt an den Krypto-Märkten – erste Anleger haben sofort den nächsten Bullen-Markt anrollen gesehen, ich selbst bin noch etwas verhaltener. Der führende Krypto-Wert Bitcoin (BTC) hat in den letzten Tagen einen Sprung von EUR 3.500 auf knapp EUR 4.500 – das entspricht einem Wert zuwachs von rund 30% in wenigen Tagen.

30% ist im historischen Vergleich (Volatilität) kein außergewöhnlicher Kurssprung, was aber sehr wohl auffällt ist das der BTC-Kurs vor diesem „zucken“ ungewöhnlich lange auf der Stelle trat und eine eher ungewöhnlich geringe Schwankungsbreite hatte.

Das wirft ein paar Fragen auf:

  • Was hat sich geändert?
  • Warum kommen Krypto-Investoren zurück?

Vielleicht ist es soweit und es ist höchste Zeit sich erneut einzukaufen. Ich selbst hab mich bereits seit längerem für einen Bullen-Markt positioniert, da ich – wie bereits seit meinem Ausblick auf das Jahr 2019 beschrieben – 2019 einen großen Schub durch regulierte Krypto Assets (also Wertpapiere bzw. Security Tokens) erwarte und außerdem möchte ich mir den nächsten Hype nicht entgehen lassen. Was meint ihr – wohin geht die Reise?

Name Price
Bitcoin (BTC)
€8,570.12
Ethereum (ETH)
€210.43
XRP (XRP)
€0.180513

2019 – Das Jahr der Tech-IPOs

Die österreichische Startup300 AG hat das Jahr 2019 am neuen Wiener Börse-Segment für Wachstumsunternehmen mit einem Listing eröffnet – der Kurs ist – wie nicht selten (eigentlich üblich) bei einem Tech-IPO – zunächst stark gefallen, da Investoren die ihr Kapital bereits über einige Jahre gebunden hatten zumindest teilweise Kasse machen. Das selbe Bild zeigte sich bereits bei Facebook in den ersten 12 Monaten und zuletzt wieder beim Börsegang des US Mobilitätsunternehmen LYFT.

Wenn bei einem Börsegang keine neuen Aktien platziert werden, spricht man von einem Listing – diese sind in der Regel volatiler (dies ist u.a. auch bei SLACK zu erwarten – siehe Artikel unten). Insgesamt steht das Tech-IPO Jahr erst am Anfang – wir dürfen auf ein paar sehr heiße Unicorns freuen, die bald von jedermann gezeichnet werden können.

Die größten Tech-Unicorns die ein IPO angekündigt haben:

Alle genannten Unternehmen, haben längst Einzug in unseren Alltag gefunden und werden auch noch in den nächsten Jahren begleiten. Die erwarteten IPOs könnten in Summe ein Volumen von über 200 Milliarden US-Dollar übersteigen und werden die Aktienmärkte durchaus in Bewegung versetzen.

Der Videokonferenz Anbieter Zoom.us ist profitabel – dies gilt nicht für viele Tech-Unternehmen zum Zeitpunkt des IPOs in den USA – allerdings haben alle Firmen enorm hohe Kunden bzw. User-Zahlen damit ist schnell klar das diese bei Zeiten auch in Richtung verstärkter Monetisierung (Profitabilität) gehen können. Vielfach ist allerdings zunächst das Ziel die Wettbewerber der Old-Economy aus dem Markt zu drängen.

Für Investoren wiederum bedeutet das, dass es große Fantasie gibt und man durchaus bei einem guten Einstieg nach dem Börsegang und einem bestätigten „fairen“ Marktwert und gutem Wind (generell an den Börsen) schöne Erträge im Aktienportfolio für die nächsten Jahre erzielen könnte, wenn man sich diese Titel genauer ansieht.

Ich freue mich persönlich schon sehr darauf ein paar Aktien meinem Wikifolio „Digital Gamechangers“ aufzunehmen. Wer selbst daran denkt, den ein oder anderen Wert zu kaufen – sollte drei Regeln beachten:

1.) Timing! Tech-Aktien fallen gerne in den ersten 6 bis 12 Monaten, da Investoren und Mitarbeiter bereits vor vielen Jahren Aktien zu sehr viel günstigeren Preisen erworben haben und (wenig verwunderlich) zumindest teilweise zu Geld machen wollen.

2.) Streuen! Wer in Post-IPO Unternehmen investiert – sollte breit streuen, da diese Aktien in der Regel volatiler (d.h. riskanter) sind als etablierte Unternehmen und sich erst an der Börse beweisen müssen. Viele Unternehmen schaffen es langfristig nicht zu überzeugen – es ist also Vorsicht geboten!

3.) Halten! Auf Aktienmärkten gewinnt die Bank, insbesondere wenn man zu viel handelt oder gar „zockt“. Transaktionskosten sind für Privatanleger hoch – man sollte also eher schrittweise kaufen und einen Veranlagungshorizont von 2 bis 3 Jahren haben. Wenn man das Geld dringender braucht – Finger Weg!

In persönlich liebe Tech-Werte – ich beschäftige mich mit diesem Thema täglich und zeige über die Social-Trading Plattform Wikifolio „Digital Gamechangers“ transparent welche Tech-Aktien ich verfolge. Ich bilde dort eine Muster-Strategie ab, die das Ziel verfolgt regelmäßig den führenden Tech-Index NASDAQ zu schlagen. Bislang mit Erfolg – aber davon könnt ihr euch ja selbst überzeugen.

Was hinter der Google Suchmaschine steckt?

Vor zwei Wochen hatte ich die Ehre einen der wohl mächtigsten Menschen der Welt kennen zu lernen – den Chef der Google Suchmaschine, Stanford Professor Nayak Pandu. Auf seinem kurzen Besuch in Wien erklärte er im Rahmen einer Veranstaltung in der Politischen Akademie der ÖVP, was wirklich hinter der Google Suchmaschine steckt und was ihn bzw. sein Team in seiner täglichen Arbeit antreibt und welchen Herausforderungen sie sich laufend stellen müssen. Die anwesenden Vorstände der Telekom-Industrie, sowie führende KI Spezialisten des Landes folgten dem spannenden Vortrag – die Highlights teile ich gerne in diesem Artikel.

Die Bedeutung von Google?

Google ist nicht nur eines der wertvollsten Unternehmen der Welt, es ist auch eines der mächtigsten und gleichzeitig wichtigsten Unternehmen der Welt. Das Internet – eine Ansammlung von ungeordnetem Wissen – wird durch Google indexiert. Denken sie an ein Buch und sein Inhaltsverzeichnis – Google ist allerdings weit mehr als nur das Inhaltsverzeichnis des Internets. Der Konzern macht Informationen verfügbar und konsumierbar. Übersetzungsdienste, ermöglichen es Inhalte für jeden Menschen auf der Welt lesbar zu machen. Komplexe KI Algorithmen helfen uns durch Spracheingabe und Texterkennung einerseits hochqualitative Ergebnisse aus der Google Suche zu erhalten – Google stellt diese Intelligenz aber auch öffentlich allen Softwareentwicklern zur Verfügung, welche wiederum Produkte und Services darauf basierend erstellen können.

Google Mitarbeiter sagen mit Überzeugung das sie Menschen helfen wollen, Informationen und Wissen weltweit verfügbar machen wollen und das natürlich unter einem enormen qualitativen Anspruch. So viel Begeisterung der heutige Stand der Technik bei uns auslöst, so sehr müssen wir auch mit Ernüchterung anerkennen das vieles noch nicht geht. Das automatische Erkennen von „Fake News“ (falsche Fakten, in redaktionellen Artikeln) oder etwa die Unterscheidung von Sarkasmus und Beschimpfungen bringt sehr große technische Herausforderungen.

Das Internet verändert alles

Das erste Bild von Nayak trifft voll ins Schwarze! Der aus Indien stammende Manager zeigt ein rostiges altes Fahrrad mit einem Mann im Sattel und einem Kind auf dem Gepäckträger in Indien. Dieses Bild könnte bereits 30 Jahre alt sein, wäre da nicht der Super-Computer in der Hand des Jungen – das Smartphone. Milliarden von Menschen nutzen die Google Suche täglich und das Smartphone hat die Nutzerzahlen maßgeblich erhöht und auch Google technisch einiges abverlangt.

Google will Informationen in allen Sprachen und auf allen Kontinenten verfügbar machen. Wo es kein Internet gibt, will man es zur Verfügung stellen – siehe Projekt Loon. Viele Inhalte bzw. Informationen werden nicht in jeder Landessprache produziert, sie müssen folglich ersetzt werden und das natürlich vollautomatisch! Die Datenmenge, die unglaubliche Menge an Suchanfragen sprengt unsere Vorstellungskraft und würde unter keinen Umständen auch nur ein geringes Ausmaß an menschlicher Interaktion zulassen.Te

Ein paar Zahlen

Wenn man ein Buch mit 300 Seiten betrachtet, so wird man  wahrscheinlich einen Index von rund 3 Seiten finden. Google indexiert Trillionen von Webseiten und es kommen jede Sekunde neue Inhalte dazu! Ende 2017 umfasste der Index von Google rund 100 Millionen GB an Daten, würde man diesen Index ausdrücken, könnte man einen Turm bauen der 12 mal zum Mond und zurück zur Erde reichen würde.

Google ist natürlich nicht perfekt. Das Unternehmen arbeitet sogar sehr hart daran laufend besser zu werden. Das ist aber gar nicht so leicht, wenn man bedenkt das rund 15% der Google suchen (täglich) völlig neu sind!

Google beschäftigt sicherlich ein paar der hellsten Köpfe der Welt und testet laufend neue Ideen und Hypothesen zur Verbesserung ihrer Systeme – sie nennen das Experimente. 2017 waren es 200.000 Qualitätsprüfungen, 31.000 sog. „Side by Side“ Experimente und 11.300 live Experimente (also auf echten Daten). All diese Experimente führten allerdings “nur” zu 2.400 neuen Features im selben Jahr – was bedeutet das Google nur mit einer Wahrscheinlichkeit von etwas über einem Prozent Verbesserungen herbeiführen kann und fast 99% der Annahmen der Ingenieure nicht zutreffen. Selbstverständlich ist man bei Google bereits auf einem extrem hohen Niveau angelangt und somit wird es immer schwieriger eine Verbesserung zu finden.

Technische Herausforderungen

Technisch sind Suchalgorithmen extrem herausfordernd – nicht zuletzt weil es Gegenspieler am Markt gibt, die versuchen die Algorithmen von Google zu überlisten. Vor einigen Jahren waren link-farmen und ähnliches noch sehr beliebt, um die Suchergebnisse zu beeinflussen, sowas geht längst nicht mehr – Google fokussiert sich auf qualitativ hochwertige Inhalte, welche Dank Natural Language Processing (NLP) – einer Form der KI zur Texterkennung – auch immer besser verstanden und klassifiziert werden können. Kopierte Texte mag Google überhaupt nicht – dafür gibt es Strafpunkte.

Wie man es schafft in der Google-Suche gut gereiht zu werden, dass versucht das Unternehmen auf speziellen Webseiten für Programmierer zu erläutern – wo bei natürlich auch der Hintergedanke zu sein scheint, dass sich die Webmaster an „Gesetzmäßigkeiten“ gewöhnen die es den Algorithmen leichter machen Inhalte zu verstehen.

Kompliziert wird es bei Synonymen (in allen Sprachen) oder wenn ein und das selbe Wort in unterschiedlichem Kontext völlig andere Bedeutungen hat. Die Forschung an Natürlicher Spracherkennung ( NLP = Natural Language Processing) ist hier der Schlüssel zu qualitativ hochwertigen Ergebnissen, der Algorithmus lernt allerdings noch immer täglich dazu.

Die nächste Generation der KI

Google arbeitet aktuell intensiv an einer Weiterentwicklung der Suche in Richtung Spracheingabe bzw. Konversation. Das Ziel ist also das man sich in Zukunft mit Google unterhalten kann – da tippen einfach nicht „angenehm“ ist.

Man kann sich das in der Praxis so vorstellen bzw. mit dem Android Telefon selbst testen:

User sagt: „Wie heißt die Königin von England?“
Google antwortet: „Elisabeth II“

User frag nach: „Wie lautet Ihr voller Name inklusive Titel?“
Google antwortet: „Elizabeth Alexandra Mary Windsor – Her Most Excellent Majesty Elizabeth the Second, by the Grace of God of the United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland and of Her Other Realms and Territories Queen, Head of the Commonwealth, Defender of the Faith“

Das User-Interface der Zukunft wird Sprache sein und damit wird sich eine Welt weit über AR und VR hinaus öffnen. Ob es sprachliche Interaktion mit dem „Computer“ während der Autofahrt ist, oder die nächste Generation von Smart Home bzw. Smart Infrastructure Applikationen – wir dürfen gespannt sein, was hier noch alles kommt.