Was hinter der Google Suchmaschine steckt?

Vor zwei Wochen hatte ich die Ehre einen der wohl mächtigsten Menschen der Welt kennen zu lernen – den Chef der Google Suchmaschine, Stanford Professor Nayak Pandu. Auf seinem kurzen Besuch in Wien erklärte er im Rahmen einer Veranstaltung in der Politischen Akademie der ÖVP, was wirklich hinter der Google Suchmaschine steckt und was ihn bzw. sein Team in seiner täglichen Arbeit antreibt und welchen Herausforderungen sie sich laufend stellen müssen. Die anwesenden Vorstände der Telekom-Industrie, sowie führende KI Spezialisten des Landes folgten dem spannenden Vortrag – die Highlights teile ich gerne in diesem Artikel.

Die Bedeutung von Google?

Google ist nicht nur eines der wertvollsten Unternehmen der Welt, es ist auch eines der mächtigsten und gleichzeitig wichtigsten Unternehmen der Welt. Das Internet – eine Ansammlung von ungeordnetem Wissen – wird durch Google indexiert. Denken sie an ein Buch und sein Inhaltsverzeichnis – Google ist allerdings weit mehr als nur das Inhaltsverzeichnis des Internets. Der Konzern macht Informationen verfügbar und konsumierbar. Übersetzungsdienste, ermöglichen es Inhalte für jeden Menschen auf der Welt lesbar zu machen. Komplexe KI Algorithmen helfen uns durch Spracheingabe und Texterkennung einerseits hochqualitative Ergebnisse aus der Google Suche zu erhalten – Google stellt diese Intelligenz aber auch öffentlich allen Softwareentwicklern zur Verfügung, welche wiederum Produkte und Services darauf basierend erstellen können.

Google Mitarbeiter sagen mit Überzeugung das sie Menschen helfen wollen, Informationen und Wissen weltweit verfügbar machen wollen und das natürlich unter einem enormen qualitativen Anspruch. So viel Begeisterung der heutige Stand der Technik bei uns auslöst, so sehr müssen wir auch mit Ernüchterung anerkennen das vieles noch nicht geht. Das automatische Erkennen von „Fake News“ (falsche Fakten, in redaktionellen Artikeln) oder etwa die Unterscheidung von Sarkasmus und Beschimpfungen bringt sehr große technische Herausforderungen.

Das Internet verändert alles

Das erste Bild von Nayak trifft voll ins Schwarze! Der aus Indien stammende Manager zeigt ein rostiges altes Fahrrad mit einem Mann im Sattel und einem Kind auf dem Gepäckträger in Indien. Dieses Bild könnte bereits 30 Jahre alt sein, wäre da nicht der Super-Computer in der Hand des Jungen – das Smartphone. Milliarden von Menschen nutzen die Google Suche täglich und das Smartphone hat die Nutzerzahlen maßgeblich erhöht und auch Google technisch einiges abverlangt.

Google will Informationen in allen Sprachen und auf allen Kontinenten verfügbar machen. Wo es kein Internet gibt, will man es zur Verfügung stellen – siehe Projekt Loon. Viele Inhalte bzw. Informationen werden nicht in jeder Landessprache produziert, sie müssen folglich ersetzt werden und das natürlich vollautomatisch! Die Datenmenge, die unglaubliche Menge an Suchanfragen sprengt unsere Vorstellungskraft und würde unter keinen Umständen auch nur ein geringes Ausmaß an menschlicher Interaktion zulassen.Te

Ein paar Zahlen

Wenn man ein Buch mit 300 Seiten betrachtet, so wird man  wahrscheinlich einen Index von rund 3 Seiten finden. Google indexiert Trillionen von Webseiten und es kommen jede Sekunde neue Inhalte dazu! Ende 2017 umfasste der Index von Google rund 100 Millionen GB an Daten, würde man diesen Index ausdrücken, könnte man einen Turm bauen der 12 mal zum Mond und zurück zur Erde reichen würde.

Google ist natürlich nicht perfekt. Das Unternehmen arbeitet sogar sehr hart daran laufend besser zu werden. Das ist aber gar nicht so leicht, wenn man bedenkt das rund 15% der Google suchen (täglich) völlig neu sind!

Google beschäftigt sicherlich ein paar der hellsten Köpfe der Welt und testet laufend neue Ideen und Hypothesen zur Verbesserung ihrer Systeme – sie nennen das Experimente. 2017 waren es 200.000 Qualitätsprüfungen, 31.000 sog. „Side by Side“ Experimente und 11.300 live Experimente (also auf echten Daten). All diese Experimente führten allerdings “nur” zu 2.400 neuen Features im selben Jahr – was bedeutet das Google nur mit einer Wahrscheinlichkeit von etwas über einem Prozent Verbesserungen herbeiführen kann und fast 99% der Annahmen der Ingenieure nicht zutreffen. Selbstverständlich ist man bei Google bereits auf einem extrem hohen Niveau angelangt und somit wird es immer schwieriger eine Verbesserung zu finden.

Technische Herausforderungen

Technisch sind Suchalgorithmen extrem herausfordernd – nicht zuletzt weil es Gegenspieler am Markt gibt, die versuchen die Algorithmen von Google zu überlisten. Vor einigen Jahren waren link-farmen und ähnliches noch sehr beliebt, um die Suchergebnisse zu beeinflussen, sowas geht längst nicht mehr – Google fokussiert sich auf qualitativ hochwertige Inhalte, welche Dank Natural Language Processing (NLP) – einer Form der KI zur Texterkennung – auch immer besser verstanden und klassifiziert werden können. Kopierte Texte mag Google überhaupt nicht – dafür gibt es Strafpunkte.

Wie man es schafft in der Google-Suche gut gereiht zu werden, dass versucht das Unternehmen auf speziellen Webseiten für Programmierer zu erläutern – wo bei natürlich auch der Hintergedanke zu sein scheint, dass sich die Webmaster an „Gesetzmäßigkeiten“ gewöhnen die es den Algorithmen leichter machen Inhalte zu verstehen.

Kompliziert wird es bei Synonymen (in allen Sprachen) oder wenn ein und das selbe Wort in unterschiedlichem Kontext völlig andere Bedeutungen hat. Die Forschung an Natürlicher Spracherkennung ( NLP = Natural Language Processing) ist hier der Schlüssel zu qualitativ hochwertigen Ergebnissen, der Algorithmus lernt allerdings noch immer täglich dazu.

Die nächste Generation der KI

Google arbeitet aktuell intensiv an einer Weiterentwicklung der Suche in Richtung Spracheingabe bzw. Konversation. Das Ziel ist also das man sich in Zukunft mit Google unterhalten kann – da tippen einfach nicht „angenehm“ ist.

Man kann sich das in der Praxis so vorstellen bzw. mit dem Android Telefon selbst testen:

User sagt: „Wie heißt die Königin von England?“
Google antwortet: „Elisabeth II“

User frag nach: „Wie lautet Ihr voller Name inklusive Titel?“
Google antwortet: „Elizabeth Alexandra Mary Windsor – Her Most Excellent Majesty Elizabeth the Second, by the Grace of God of the United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland and of Her Other Realms and Territories Queen, Head of the Commonwealth, Defender of the Faith“

Das User-Interface der Zukunft wird Sprache sein und damit wird sich eine Welt weit über AR und VR hinaus öffnen. Ob es sprachliche Interaktion mit dem „Computer“ während der Autofahrt ist, oder die nächste Generation von Smart Home bzw. Smart Infrastructure Applikationen – wir dürfen gespannt sein, was hier noch alles kommt.

Umbruch in der Automobilindustrie bringt Chancen und Risiken

Kein Tag vergeht ohne einen Bericht zum Thema Mobilität oder besser gesagt zur Zukunft der Mobilität. Speziell Trending Topics (eines der führenden Leitmedien in Österreich für Innovation) publiziert in diesem Bereich laufend spannende Berichte, die ich sehr gerne lese. Das Thema ist längst so präsent, als das es Stammtischgespräche beherrscht: Diesel oder Elektro, Kaufen oder Mieten, Autonomes Fahren – was passiert mit den Jobs und braucht die Welt das wirklich?

Wer die Automobilindustrie ein wenig kennt und sich tiefer einliest bzw. führenden Köpfen aufmerksam zuhört der merkt schnell, dass Sie vor dem größten Umbruch ihrer Geschichte steckt. Besonders aufregend ist dabei, dass sich zwei Industrien am Markt berühren die bislang sehr wenig mit einander zu tun hatten. Die Luftfahrtindustrie (Aviation) und die Automobilindustrie und damit noch etwas mehr Spannung in das Spiel kommt, gibt es noch zahlreiche Quereinsteiger wie etwa Google, BYD, Tesla und Fisker. Autonomes Fahren bzw. autonomes fliegen, ist für die Mobilität der Zukunft ein wahrer Gamechanger – wer dieses Momentum verschläft erlebt selbst mit ziemlicher Sicherheit einen „Kodak Moment“.

Zukunft: Autonomes Fahren, Zustellung & Flug-Taxis

Während autonome, robotisierte Essenslieferung im LKH Klagenfurt (Anm.: einem der modernsten Spitäler Europas) bereits seit ein paar Jahren auf der Tagesordnung stehen, drängen zahlreiche internationale Player mit Lösungen für die sog. „last mile“ (also der Lieferung zum Endkunden) auf den Markt die selbiges auf der Strasse machen sollen. Amazon und Google – nicht etwa Automobilhersteller – mischen hier ganz vorne mit – und sie machen teilweise sehr unangenehme Erfahrungen im Alltag. Nicht jeder Mensch freut sich über die Robotisierung und so kommt es mancherorts sogar zu Übergriffen von Mensch auf Maschinen.

Autos werden immer „intelligenter“ das betrifft allerdings längst nicht mehr nur die Steuerung des Motors oder die Sensorik, sondern vielmehr die Technologie die dem Fahrer direkt das Leben erleichtert. Mit dem letzten Entwicklungssprung hat sich die „User-Experience“ (das Erlebnis für den Fahrer) bereits drastisch verändert – siehe Sprachsteuerung, Connected Drive (Internet an Board), Concierge Services, etc.. BMWs Slogan „Freude am Fahren“ könnte damit mittelfristig jedoch nochmal für ganz etwas anderes stehen: Autonomes Fahren, wird uns erlauben die Zeit im Auto aktiv zu nutzen, echte Pausen zu machen oder vielleicht sogar Meetings zu machen.

Für die Infrastruktur einer Stadt ist diese Entwicklung ebenfalls sehr attraktiv. Der Verkehrsfluss in der Stadt wäre um ein vielfaches besser mit autonomen Vehikeln und auch der Parkplatz suchende Verkehr (der in manchen Städten bis zu 30% des Innerstädtischen Verkehrs ausmacht) kann durch intelligente Software drastisch reduziert werden, erklärten mir gerade erste heute Spezialisten auf dem führenden Startup Festival Bits&Prezels (2018).

Wer auf intelligentere Autos nicht warten will, der kann sich bereits heute einzelne Lösungen wie etwa das App Parkbob installieren und damit die persönliche Suche nach einem Parkplatz dank künstlicher Intelligenz und schlauer Datenverarbeitung drastisch reduzieren. „Intelligenz“ und Sprachsteuerung von Amazon Alexa (for cars) ist ebenfalls erschwinglich und bietet wahrscheinlich sogar noch coolere Features als die meisten fest verbauten Systeme von aktuellen Neuwagen.

Noch viel spektakulärer als die Elektrifizierung, Digitalisierung und letztlich Automatisierung des Verkehrs finde ich persönlich die bevorstehende Überschneidung der Luftfahrt und der Automobilindustrie. Das gab’s noch nie!

Boeing, EHANG, aber auch Aston Martin (siehe Video unten) und viele andere Arbeiten an bemannten autonom fliegenden Fluggeräten. FACC (meines Erachtens eines der innovativsten Unternehmen Österreichs) hat dieses Jahr bereits ein Flug-Taxi Projekt angekündigt. Ich bin gespannt, wann man hier mehr erfährt.

Elektro statt Diesel

Der Diesel ist nach wie vor des Europäers liebster Antrieb. Es ist auch kein Geheimnis, dass es eine durchaus signifikante Abhängigkeit der europäischen Automobilindustrie von der Diesel Technologie gibt. Bei Batterien – die wahrscheinlich kritische Komponente schlechthin in einem E-Auto – haben die Asiaten allerdings die Nase weit vorne.

Porsche hat diese Woche gar erklärt ab 2027 (Anmerkung: Für einen Automobilhersteller ist das übermorgen!)  nur noch e-Fahrzeuge in den Markt bringen zu wollen. Ausgenommen wird nur der 911er sein, was die Emotionen der Porsche-Fans zumindest ein ganz klein wenig beruhigt. BMW bringt ebenfalls bereits optisch sehr ansprechende Studien, die Lust auf mehr machen im SUV Segment.

Wie man von dieser Entwicklung profitiert?

Gemeinsam mit unseren Partnern von der E&Co.AG hat mein Unternehmen (Venionaire Capital) erst kürzlich eine Innovations- und Venture Platform für „smart mobility“ gegründet – siehe www.motec.vc . Dieses Joint Venture hat die Aufgabe angenommen, eine Brücke zur Innovation von morgen zu bauen. Wir arbeiten mit einer Reihe von führenden Unternehmen und bieten ihnen eine Spielwiese um neue Technologien zu testen, Potenziale zu identifizieren und Produkte zu entwickeln die die Kunden auch morgen noch lieben werden. Wir verbinden digital-tech know-how und Automobil Industrie Erfahrung auf höchstem Niveau und bewusst mit einem sehr weiten Blick relevante Entwicklungen und Innovationen weltweit.

Welche Konzerne Innovation richtig verstanden haben, ihre Geschäftsmodelle bereits frühzeitig anpassen und sich letztlich auf die größte Welle der Industriellen Revolution bisher eingestellt haben, das können sie auch verfolgen in dem sie mir bzw. meinem Wikifolio „DIGITAL GAMECHANGERS“ folgen. Ich nutze dieses Wikifolio bzw. die dahinter liegende Strategie bereits seit vielen Jahren als Benchmark für meine eigenen Investitionen in Zukunftstechnologien als Business Angel und als Venture Capital Fondsmanager.

motion4kids fördert innovative Projekte mit rund EUR 100.000,–

Die ersten Siegerprojekte der gemeinnützigen Substiftung motion4kids wurden ausgezeichnet und erhalten rund EUR 100.000,–. Die Angebote reichen von digitalen Lösungen über interaktive Brettspiele bis zu Community Tools. Mit der finanziellen Förderung und inhaltlichen Unterstützung dieser Projekte leistet motion4kids einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit, Bildung und Integration von Kindern in Österreich.  

Erst Ende April 2018 mit einer Kick-off-Veranstaltung gestartet und bereits Ende September 2018 das erste Etappenziel erreicht: motion4kids hat aus insgesamt 68 Projekten, die im Rahmen eines öffentlichen „Call for Projects“ über die Plattform www.motion4kids.org eingereicht wurden, vier Siegerprojekte ausgewählt. Diese werden nun schrittweise über die kommenden Monate umgesetzt und dabei mit Geld- und Sachleistungen von motion4kids unterstützt.

„Die Auswahl ist uns nicht leicht gefallen“, sagt Dietmar Hoscher, Vorsitzender des Kuratoriums von motion4kids und gemeinsam mit seinen KuratoriumskollegInnen für die Projektauswahl verantwortlich. „Das Interesse an unserem Call war enorm. Viele hervorragende Ideen haben den Weg zu uns gefunden. Gerne hätten wir mehr Projekte in die engere Wahl gezogen, doch letztlich mussten wir uns auf vier Initiativen beschränken.“

Klare Kriterien, klare Projektziele

Die Begutachtung und Auswahl der eingereichten Projekte erfolgte nach vorab genau festgelegten Kriterien. Entscheidend waren neben dem Innovationsgrad des Projekts die Wirkung der Maßnahmen für die Zielgruppe, die Qualifikationen des Projektteams sowie die plausible Darstellung des Einsatzes der angestrebten Fördermittel.

Aus insgesamt 68 Einreichungen haben folgende Projekte den Kriterien am besten entsprochen und werden eine Förderung erhalten:

INTERACTION 4Motion – Das Aktivitätsspiel für Familie und Freunde!
Rudy Games GmbH

Aufbauend auf dem preisgekrönten Spiel INTERACTION wird die „Edition 4Motion“ mit Fokus auf Bewegung und Sport entwickelt. Dabei wird der gesellige Spaß des klassischen Brettspiels mit den multimedialen Möglichkeiten einer App kombiniert. Die App lernt während des Spielens dazu und passt die Schwierigkeit der Aufgaben dem Können der SpielerInnen automatisch an. Zusätzlich ist das vernetzte Spielen im Rahmen von Sport-Challenges möglich. Die SpielerInnen erfahren unterwegs via Smartphone die jeweilige Aufgabe und müssen sie innerhalb von 24 Stunden absolvieren. Gelingt die Challenge, erhalten die SpielerInnen eine Belohnung und können sich mit anderen FreundInnen und SpielerInnen messen.

TamaUgotchi
Sportunion Österreich

Das Augmented Reality (AR)-TamaUgotchi fungiert als Avatar und Fitness-Motivator. Kinder, Eltern und LehrerInnen können es auf dem Smartphone über eine eigene App installieren und ansehen. Durch regelmäßige Punkteeingabe für „gesunde Aktivitäten“ wächst das TamaUgotchi und bleibt am Leben. Die empfundene Empathie für das niedliche Wesen motiviert Kinder, Sport und Bewegung zu machen und eine gesunde Lebensweise in ihren Alltag zu integrieren. Das TamaUgotchi setzt auf einer bereits bestehenden Volksschul-Gesundheitsinitiative auf: „Punkten mit Klasse“ ist ein in der Volksschule etabliertes Projekt, an dem jährlich rund 55.000 VolkschülerInnen, deren Eltern und 3.000 PädagogInnen teilnehmen.

Playfinity Österreich
Playfinity AS, Norwegen

Beim Projekt von Playfinity geht es um die Entwicklung einer alternativen Spielekonsole, die die Welt des Gamings und das Spielen im Freien kombiniert. Die Spielekonsole kann über einen speziellen Sensor die Geschwindigkeit, Höhe, Kraft und Rotation von Bewegungen messen. Diese Bewegungsdaten werden über ein Smartphone oder Tablet aufgezeichnet. Für den spielerischen Anreiz kann die Konsole in Kombination mit dem Produkt „Playfinity Ball“ direkt in einen interaktiven Ball verwandelt werden. Für noch mehr Motivation können die Kinder aus verschiedenen Spielen auswählen oder eigene kreative Spiele selbst entwickeln.

Beat the Street
DDBVB Dopplinger & Dopplinger Ges.m.b.H.

Unter dem Motto „Gemeinsam mehr bewegen – Wir gehen gemeinsam“ werden Schulkinder motiviert, in ihrem Alltag häufiger zu Fuß zu gehen bzw. mit dem Fahrrad oder dem Scooter zu fahren. Dabei sammeln sie über einen Zeitraum von rund sechs Wochen Kilometer und Punkte. Die TeilnehmerInnen erhalten jeweils ein Kuvert mit  einem Schlüsselanhänger für das Kind, einer Chipkarte für die Eltern, einem Plan der im öffentlichen Raum verteilten „Beat the Street–Sendeboxen“ und einem Folder mit der Spielerklärung. Durch Antippen der Sendeboxen werden Punkte und Kilometer gesammelt. Je mehr Boxen angetippt werden, also je größer die zurückgelegte Strecke ist, desto mehr Punkte und Kilometer werden gesammelt. Der Streckenfortschritt kann über eine eigene Homepage jederzeit nachverfolgt werden.

100.000 Euro Fördergelder

Für die vier Siegerprojekte stehen Geld- und Sachleistungen im Wert von insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung. „Wir setzen diese Fördermittel je nach sachlichem Bedarf und Projektstatus ganz gezielt ein, um die Projekte möglichst gut zu begleiten und rasch zum Erfolg zu führen“, sagt Philip Newald, Vorstand von motion4kids. „Jene Projekte, die es nicht in die engere Auswahl geschafft haben, jedoch gutes Entwicklungspotenzial aufweisen, unterstützen wir durch Vernetzungsleistungen. Das heißt, wir bringen die Ideengeber mit Partnern aus unserem Netzwerk zusammen, die bei der Weiterentwicklung der Ideen helfen. Idealerweise ergeben sich daraus neue Projekte, die bei unserem nächsten Call for Projects eingereicht werden.“

Zustiftungen steuerlich absetzbar

Der nächste Call for Projects ist für die zweite Hälfte 2019 geplant. Bis dahin wird der Fördertopf von motion4kids wieder gut gefüllt sein. Markus Eder, Vorstand von motion4kids: „Im Zuge der Projekteinreichungen sind auch Zustifter an uns herangetreten und haben ihre Unterstützung zugesagt. Das freut uns außerordentlich.“ Dieses wachsende Interesse beweise auch, wie wichtig die Wirtschaft ein wettbewerbsfähiges und attraktives Bildungssystem nehme, betont Stefan Zotti, Vorstand der Innovationsstiftung für Bildung: „Durch die steuerliche Absetzbarkeit von Zustiftungen ist motion4kids auch für Stifter eine sehr interessante Möglichkeit, einen gesellschaftlich wertvollen Beitrag zu leisten.“

Über motion4kids

motion4kids – Wir bewegen unsere Zukunft ist eine Marke der „Wir-bewegen-unsere-Zukunft-Bildungsstiftung“ mit Sitz in Wien. Sie wurde Anfang 2018 als gemeinnützige Substiftung der Innovationsstiftung für Bildung und der Casinos Austria AG ins Leben gerufen. motion4kids unterstützt innovative Projekte zur Bewegungs- und Bildungsförderung von Kindern zwischen drei und zehn Jahren. Durch aktive Prävention sollen die Gesundheit, Lern- und sozialen Kompetenzen der Kinder verbessert, ihre Lebensqualität nachhaltig erhöht und ihre Integration gefördert werden. Dabei ist besonders wichtig, dass die Kinder Spaß haben. Denn nur mit Freude lässt sich auch gut lernen.

motion4kids realisiert selbst keine Projekte. Die Stiftung nimmt Projektanträge entgegen, bewertet sie und entscheidet über ihre Förderung. Dies geschieht über ein standardisiertes, transparentes Verfahren und vorab festgelegte Einreich- und Entscheidungskriterien. Nach Sichtung der eingereichten Projekte durch den Stiftungsvorstand entscheidet das Kuratorium, welche Projekte gefördert werden. Dem Kuratorium gehören namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Sport, Medizin, Wirtschaft und Medien an. Nähere Informationen: www.motion4kids.org

FinTechs im Test

Investieren im digitalen Zeitalter ist einfach – man benötigt gerade einmal ein Smartphone oder einen Laptop (oder Surface) und schon geht’s los. Bei Venionaire Capital analysieren wir laufend die wichtigsten Startup-Verticals – so natürlich auch FinTechs – im Herbst werden wir erstmals unser Quartalsranking veröffentlichen.

Ich bin überzeugt davon das Fintechs einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Bankings (wie wir es bisher kannten) beitragen. Sie sind gleichermaßen der Banken schlimmster Alptraum und deren größte Chance. Bei Fintechs geht es in letzter Konsequenz immer um das Kundenerlebnis – mehr Transparenz, 24/7 Verfügbarkeit, geringere Kosten, etc. – „nur“ ein Online-Banking-Portal alleine lockt niemanden mehr hinter dem Ofen hervor.

Mich interessiert welche Erfahrungen ihr mit Fintechs bereits gemacht habt, welche Erfahrungen ihr schon mit Investments im digitalen Zeitalter gesammelt habt – bitte Abstimmen & Kommentare hinterlassen:

Mobile Banking - N26

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Mobile Banking - Revolut

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Business Banking & Accounting - TIDE.co

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Investieren in Kryptowährungen - BITPANDA

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Krypto Trading Plattform - Bitfinex

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Crowdinvesting in Unternehmen - CONDA

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Crowdinvesting auf Immobilien - BERGFÜRST AG

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Social Trading - Wikifolio

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Robo-Advisory - Scalable Capital

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Crowdinvesting im Mittelstand - FINNEST

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Realtime - Account to Account Payment - CRINGLE

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Digitale Vermögensverwaltung - FINABRO

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Multi-Credit Card Wallet - CURVE

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International Money Transfers - Transferwise

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Welche FinTechs sollten noch zur Wahl stehen? Bitte schickt mir eine Nachricht auf LinkedIN und ich füge sie gerne der Liste zu.

 

FinTechs – Der Alptraum der Banken

Fintechs sind in aller Munde – es handelt sich dabei um innovative (software)  Finanzlösungen die traditionelle Banken bzw. deren Services ins Visier nehmen. Die dahinter stehenden Technologien sind vielfältig (etwa AI, Big Data, IoT, etc.). Die sogenannten Challenger-Banken Revolut (UK) sind bereits in der Liga der Unicorn bzw. im Fall von N26 (DE) am besten Weg dort hin. Während etablierte Bankhäuser einen schweren Rucksack in der digitalen Transformation zu tragen haben, schaffen es Quereinsteiger vom Start weg effizienter aufgestellt zu sein. Goldman Sachs und Wirecard sind gute Bespiele für Banken die Digitalisierung zu  ihrem Vorteil nutzen. Keine Frage Corporates spielen immer stärker mit im globalen Venture Capital Markt – aber der Druck für den Banken Sektor steigt ganz besonders.

Quelle: KPMG Venture PULSE Q4 2017 (Infographic)

Prozesse und Geschäftsmodelle, aber auch die unternehmerische Kultur der Banken muss sich um 180 Grad drehen. Fintechs verstehen sich als Teil eines Ökosystems, sie dienen als Plattformen, stellen ihre Kunden (tatsächlich) in den Mittelpunkt und konzentrieren sich auf wenige Services die sie bis ins letzte Detail perfektionieren. In anderen Bereichen kooperieren sie mit anderen FinTechs.

Blind Side Disruption – Banken gegen Tech-Konzerne

Ein legendärer Ausspruch viel auf der IBM InterConnect 2015 von Citigroup’s damaliger Digital & Marketing Officer Heather Cox über die Zukunft von Banking: “People need banking, but they don’t necessarily need banks.” – heute spüren wir bereits das sie recht hatte. Die stärksten Wettbewerber der Banken kommen nicht aus der Welt der Start-Ups, es sind vielmehr die Internet Giganten Alibaba (Alipay), Apple (Apple Pay), Samsung (Samsung Pay), Google (Google Pay) und Facebook (Instram hat kürzlich Payment vorgestellt) die angreifen.

Die disruptive Kraft der Fintechs wird gerne herunter gespielt. Startups, seien hip, schnell und agil – aber etablierte Banken haben eine gewaltige Kundenbasis und eine große Kriegskasse, das gibt ihnen (noch) Sicherheit. Der PWC Global FinTech Report 2017 zeigt allerdings das über 80% der Bank-Manager sehr wohl wissen, dass ihre Produkte und Dienstleistungen durch die Digitalisierung bedroht sind. Wir werden später in diesem Artikel sehen, dass sie bislang aber noch recht zaghaft auf diese Bedrohung durch Investments oder Akquisitionen reagieren.


 


Fintechs verhalten sich ein wenig wie Piranhas – sie knabbern, jeder für sich, eine Nische an und das macht sie in ihrer Summe so unglaublich unangenehm – da man ja unmöglich gegen alle gleichzeitig kämpfen kann. Den Kunden hingegen wird eine bessere Nutzerfreundlichkeit und 24/7 Verfügbarkeit angeboten. Banken bisher in kaum einem Fall darauf gefasst wie schnell sich Geschäftsmodelle und das Kundenverhalten verändern können. Im Jahr 2017 kam es endgültig mit höherer Priorität auf die Agenda.

Banken lernen schnell und versuchen sich besser auf den Markt einzustellen. So wird Goldman Sachs den Handel mit Bitcoin aufnehmen, die Zahl der Corporate Venture Capital Fonds von Banken steigen und Payment- bzw. Finanzdienstleister zeigen vermehrt in Akquisitionen auf. Das Eindringen neuer Akteure auf einem etablierten Markt, ist ein typischer Effekt einer industriellen Revolution – wie die „Digitale Transformation“ eine ist – ich nenne diesen Effent „Blind Side Disruption“ (Angriff aus dem „Toten Winkel“).

Wer Investiert in Fintechs?

Die stärksten Kapitalgeber für Fintechs sind nicht Banken, diese schlossen zwar 2017 mit dem bislang höchsten Anteil (19%) im Verhältnis zu allen VC Transaktionen ab – der Trend zeigt damit steil nach oben – aber angesichts der Bedrohungslage, scheint dies eine verhältnismäßig kleine Zahl zu sein.

Quelle: KPMG – PULSE of Fintech Report Q4 2017

Etwa im selben Verhältnis vielen die Akquisitionen der Banken aus. Ich erwarte, dass sich dieses Bild in den nächsten zwei Jahren massiv verändern wird – allerdings scheint es auch vermehrt IPOs zu geben, was bei gutem Wind an den Börsen die Bewertungen für strategische Käufer deutlich anheben wird.

Quelle: CB Insights, Feb 2018 (Banks are finally going after Fintechs)

Europäische Banken sind im direkten Vergleich zu US Banken im Bereich Corporate Venture Capital noch deutlich zögerlicher – hier ist also am meisten Bewegung zu erwarten.

Quelle: CB Insights, April 2018

US Banken investieren deutlich aktiver in Fintechs.

Quelle: CB Insights, Feb. 2018

Ein (vielleicht leicht überzogener) Ausblick

Es ist schwer zu sagen ob die heutigen Bankfilialen bald als Internet-Cafés dienen werden oder etwa als Co-Working Spaces. Ob es im Online-Banking bald an einen Krypto-Broker (wie Bitpanda oder Coinfinity) angeschlossen werden, kann ich genau so wenig vorhersagen – Revolut bietet dieses Feature jedenfalls schon heute (dürfte ein gutes Geschäft sein). Robo-Advisory (a la Scalable Capital) und Wikifolio liegen jedenfalls schon heute im Trend und ich nehme nicht an das dieser abreißt. Crowd-Investing (etwa über CONDA) bzw. Bergfürst für Immobilienprojekte – erfreuen sich ebenfalls starken Wachstums! Meiner Meinung nach wird es im Investment Sektor zeitnahe zu Akquisitionen kommen – oder riskiert man weiterhin Marktanteile abzugeben?

Es bleibt spannend?!?

 

Weitere Quellen:

CB Insights – Global FinTech Report Q3 2017

KPMG PULSE of FinTech Q4 2017

 

Stimmen & Reaktionen: Journalisten Preis für Private Equity 2017

Der Journalistenpreis für Private Equity 2018 wurde letzte Woche vergeben und das Event als Plattform genutzt um die Stimme einer unterschätzen Asset-Klasse (Private Equity) zu erheben. Der Preis wurde von einem der größten Private Equity Dachfonds RWB ins Lebengerufen um jene Journalisten zu würdigen die über das vermeintliche Nischenthema auf hohem Niveau schreiben. Obwohl unregulierte Eigenkapital Investments durch Business Angels geradezu im Trend liegen wird in Österreich bisweilen kaum über die regulierte Private Equity Industrie geschrieben. Der Preis soll Journalisten motivieren dieses Thema verstärkt aufzugreifen und eine bisweilen stark unterschätzte Asset-Klasse für sich zu entdecken. Die AVCO – Österreichs unabhängige Interessenvertretung der Private Equity und Venture Capital Industrie mit Sitz im Haus der Industrie, welcher ich seit November 2017 als Vorstand ehrenamtlich diene, unterstützt diese Initiative selbstredend sehr aktiv.

Die Sieger des Journalistenpreises

Der erste Platz des Private-Equity-Journalistenpreis 2017 ging an den freien Finanzjournalisten Michael Kordovsky. Auf Platz 2 und 3 folgen Dr. Christine Kary von der Tageszeitung „Die Presse“ und Mag. Angela Heissenberger, Redakteurin beim Wirtschaftsmagazin „Report Plus“.

Die mit insgesamt 6.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde im Jahr 2013 vom Private-Equity-Spezialisten RWB Austria ins Leben gerufen. Die feierliche Verleihung der Private-Equity-Journalistenpreise 2017 fand am 2. Mai 2018 im Palais Daun-Kinsky in Wien statt. Über die Zuerkennung der Preise entschied eine unabhängige Jury aus Medien- und Finanzjournalisten.

Sieger des Private-Equity-Journalistenpreises 2017 ist der freie Journalist Michael Kordovsky (geboren am 9. Dezember 1974 in Braunau am Inn). Kordovsky hatte sich sehr intensiv mit der Anlageklasse beschäftigt und insgesamt fünf Beiträge eingereicht. Für seine Leistung erhielt Kordovsky 3.000 Euro sowie eine wertvolle Trophäe aus der Tiroler Glaswerkstatt Kisslinger in Rattenberg.

Von links nach rechts: Dr. Christine Kary (Die Presse, 2. Platz), Mag. Birgit Schmolmüller (Geschäftsführerin RWB Austria), Michael Kordovsky (freier Journalist, 1. Platz), Mag. Angela Heissenberger (Report Plus, 3. Platz), Horst Güdel (Vorstand RWB Group AG) APA OTS (Thomas Holzinger, Mediaclub/Holzinger)

In seiner Dankesrede hob Kordovsky die hohen Renditechancen von außerbörslichen Beteiligungen hervor und betonte ihre hohe volkswirtschaftliche Bedeutung. „Private Equity ist eine unterschätzte Anlageklasse, die Geduld erfordert aber hohe Renditen bietet“, sagte Kordovsky. „Private Equity ist volkswirtschaftlich wertvoll, macht die Wirtschaft in unseren Breiten wettbewerbsfähiger und verhindert dadurch die Abwanderung von Industriebetrieben.“ Kordovsky ging weiters mit dem AIFM-Gesetz scharf ins Gericht, das seit dem Jahr 2014 Investitionen von Kleinanlegern praktisch unmöglich macht – dieses Geld fehlt natürlich in weiterer Folge den mittelständischen Betrieben. Er appellierte an die anwesenden Vertreter der Politik, das Gesetz zu reparieren.

Private Equity und Venture Capital sollte nicht nur für Super-Reiche offen sein

Horst Güdel, Vorstand der RWB stellte fest, dass es einst über 300 Partner waren die seine Produkte alleine in Österreich vertrieben „..heute sind es nur noch etwa 100“ und das liege nicht am Produkt sondern am Gesetzgeber. Die Umsetzung der AIFM-D (der EU Richtlinie die entsprechende Fonds reguliert) wurde in Österreich im Vergleich zu Deutschland sehr streng umgesetzt. „Kleine“ Investoren (sog. Retail Investoren) können Private-Equity Fonds in Österreich nicht zeichnen – das schadet in letzter Konsequenz dem Mittelstand, da Dachfonds wie RWB sehr hohe Mengen an Eigenkapital in viele kleinere, spezialisierte Fonds investieren. Paradoxerweise können „kleine“ investoren über online Plattformen hoch-riskante CFDs handeln, kleine Summen im Crowdinvesting (in Unternehmen und Immobilienprojekte) investieren – wo es jeweils deutlich höhere Verlustrisiken gebe. Die Private Equity Industrie und streng regulierte Manager seien hier zu unrecht benachteiligt.

In der Tat fällt es Fonds in Österreich sehr schwer Kapital für entsprechende Private Equity Fonds bzw. Venture Capital Fonds einzusammeln. Förderungen intensivieren aktuell sogar eher unregulierte Investoren (Business Angels) – die sicherlich auch einen wertvollen Beitrag leisten, professionelle Anschlussfinanzierungen durch Venture Capital Fonds weniger zu fördern entbehrt allerdings jeglicher Logik. Es ist unverständlich warum man Private Equity Fonds nur Super-Reichen anbieten dürfe. Rudolf Kinsky, Präsident der AVCO – selbst Partner der Deutschen Private Equity (DPE) und von APEX Ventures – erklärte auf dem Event das „Private Equity (insb. Dachfonds) und Venture Capital Fonds werden zu unrecht in einen Topf mit Hedgefonds geworfen. Das Ausfallsrisiko sei – etwa bei 1,4% wie Michael Kordovsky ausführte – viel geringer als der Gesetzgeber meine. Das Resultat: Die Anlageklasse wird in Österreich weitgehend gemieden von institutionellen Investoren wie Pensionskassen. Die Zahl der qualifizierten Privatinvestoren ist aber gleichzeitig sehr limitiert – somit ist man auf ausländische Geldgeber angewiesen, die das Geld auch im Ausland investiert sehen wollen“. Österreichs Mittelstandsunternehmen und Top Startups werden im Zweifel ins Ausland „verkauft“, weil sie hierzulande nicht das notwendige Eigenkapital-Investment erhalten. In Frankreich sieht die Welt anders aus – man hat die Volkswirtschaftliche Bedeutung der Assetklasse verstanden und hat erfolgreich Anreize für Investments von Pensionskassen  in diesem Segment geschaffen.

Die aktuelle Bundesregierung will den Kapitalmarkt stärken

Ich durfte im Anschluss an einem hochkarätigen Podium mit Rudolf Kinsky (AVCO Präsident), den Vertretern der Regierungsparteien Mag. Andreas Hanger (ÖVP) und Mag. Reinhard Pisec, MA (FPÖ), sowie Horst Güdel (RWB Vorstand) diskutieren. Die politischen Vertreter zeigten weitgehend Verständnis dafür das es De-Regulierung (insb. Abbau von sogenanntem „Gold Plating“) brauche. Im Regierungsprogramm habe man dem Thema Risikokapital viel Bedeutung beigemessen und man arbeite an vielen wichtigen Initiativen. Hierfür gab es Anerkennung und unisono die Bereitschaft der Experten einen Beitrag zur Umsetzung zu leisten – sofern gewünscht.

Uneinigkeit bestand leider in Bezug auf Anreize für institutionelle Investoren (etwa Versicherungen und Pensionskassen), sowie für die Öffnung der Asset-Klasse für Kleinanleger. Den Vergleich mit dem Alt-FG lies man nur bedingt gelten. Hierfür gab es scharfe Kritik aus dem Publikum. In Österreich ist es aktuell weiterhin nicht vorstellbar von der „Vollkasko Mentalität“ – trotz gegebener Schizophrenie – abzuweichen.

Im „Retail Geschäft“ müsse man den Kunden vor Hedge-Fonds und Private Equity schützen und auch Penionskassen (Anmerkung: Die von Profis verwaltet werden!) sollten in der Assetklasse nicht investieren. Was die Anleger direkt in Internetportalen verzocken – ist egal. Der Verweis auf das (vermeintlich) hohe Risiko der Veranlagungsklasse schreibt gerade in Zeiten mit Renditen die kleiner als die Inflation sind im Bereich der Staatsanleihen (Anm.: das bedeutet das man strukturell Real-Verluste einkauft!!!) Profis große Fragezeichen auf die Stirn.

Kapitalmärkte sind in Bewegung und Risiken verändern sich in Asset-Klassen in unterschiedlichen Marktphasen, wie wir spätestens seit der Publikation der Adaptive Market Hypothesis wissen. Die Bedeutung von Private Equity stieg in der Kreditklemme bzw. Bankenkrise massiv an – man kann hier durchaus von einem Asset-Shift sprechen, wenn man sich die ansteigenden Assets under Management der Private Equity und Venture Industrie der letzten Jahre ansieht. Eigenkapital ersetzte plötzlich nicht vorhandenes Fremdkapital. Buy-Out Fonds kauften Firmen die durch die Krise in Schieflage gerieten und retteten damit zig tausende Jobs. Eigenkapital ist aber nicht nur in Zeiten wie diesen attraktiv – das Risiko Ertragsverhältnis stimmt in der Assetklasse und bei breiter Streuung (etwa über 20+ Fonds) sind Totalausfälle durchaus auf sehr geringe Risiken reduzierbar. Die Risikoeinstufung der Assetklasse bzw. die Allokationsvorgabe des Gesetzgebers für Pensionskassen ist jedoch starr – aber Gesetze kann man zum Glück ändern, die Zeit bleibt ja schließlich auch nicht stehen.

Die Volkwirtschaftliche Bedeutung von Private Equity wird übersehen

Applaus gab es für den Hinweis auf die volkswirtschaftliche Bedeutung von Private Equity. Insbesondere im Buy-Out Segment oder etwa bei Generationen wechseln, beobachten wir seit Jahren einen Ausverkauf österreichischer (High-Tech) Unternehmen an ausländische Investoren bzw. Konzerne. Wenn man kein nationales Angebot schafft, dort unsere Volkswirtschaft – deren BIP von KMUs abhängt – ihren Motor zu verlieren und in Sachen Lebensqualität auf kurz oder lang stark abzubauen. Es geht uns sehr gut, keine Frage – aber genau deshalb können wir auch sehr tief fallen!

Die bereits scheinbar gut vorangekommene Öffnung des sog. „Dritte Marktes“ an der Wiener Börse für Mittelstandsunternehmen wurde von allen Teilnehmern sehr positiv aufgenommen. Internationale Bespiele zeigen wie wichtige diese Wachstums Segmente sind, wie ich bereits in vergangen Beiträgen bezugnehmend erläutert habe. Wer A sagt muss aber auch B sagen. In einem funktionierenden Kapitalmarkt in allen Ebenen starke Strukturen – der Markt ist eng verwoben und man muss ihn stets als gesamtes betrachten. Ein gesunder Venture Capital und Private Equity Markt würde etwa vielen Firmen überhaupt erst helfen zu dieser Börsenreife heranzuwachsen.

Digitalisierung ist Chefsache – Arbeitsfrühstück mit BM Schramböck

Um 8:00 in der Früh – vor den ersten zwei Kaffees – bin ich üblicherweise noch etwas langsam unterwegs, ich bin einfach eher eine Nachteule als ein Morgenmensch. Letzten Freitag habe ich da eine Ausnahme gemacht – noch nicht ahnend das am Abend mein zweiter Sohn auf die Welt kommen und damit sehr lang werden würde. Mit den ersten Sonnenstrahlen war ich jedenfalls aufgestanden, hatte nach einem doppelten Espresso Betriebstemperatur und bin zum Ministerium für Digitalisierung und Wirtschaft gefahren. Bundesministerin Dr. Margarete Schramböck hatte eine durchaus ausgewogene Runde von Gründern, Führungskräften der FFG und AWS, sowie wichtige Vertreter der Startup Szene (etwa Austrian Startups Chef Markus Raunig) oder Stefan Jung von WeXelerate, zu einem Arbeitsfrühstück eingeladen – meine Erwartung war nicht sehr hoch, dafür die positive Überraschung umso größer. Es sollte tatsächlich kein PR-Stunt werden – im Gegenteil in straffen 60 Minuten wurde produktiv gearbeitet und man hatte Mühe nicht aufs Frühstücken zu vergessen.

Wie Innovation & Digitalisierung zur Chefsache wurden

Die Themen „Wirtschaftsstandort und Digitalisierung“ lösten bereits unter den letzten beiden Bundeskanzlern, sowie dem Vorgänger von Bundesministerin Schramböck – Harald Mahrer (Anm.: Designierter WKÖ Chef) die traditionellen Themen und die Konzern orientierte Politik ab.

Der heutige Bundeskanzler – Sebastian Kurz – war als Außenminister vor drei Jahren (fast auf den Tag genau) der erste der eine ganze Gruppe einlud und darauf hin eine Delegationsreise ins Silicon Valley organisierte. Eine Reise die sehr positive Nachwirkungen hatte – wenn man OPEN-AUSTRIA und andere Initiativen betrachtet die seither auf den Weg gebracht wurden.

Digitalisierung, Innovation und der Wirtschaftsstandort sind seither definitiv zur Chefsache geworden bzw. Chefsache geblieben! Die Themen sind dem amtierenden Kanzler Kurz so wichtig gewesen, dass sie gezielt bereits in den Regierungsverhandlungen – etwa durch Teresa Niss (Nationalratsabgeordnete ÖVP, Miba) und Florian Gschwandtner (Runtastic) und letztlich im Regierungsprogramm berücksichtigt wurden. Das Wirtschaftsministerium wurde kurzerhand zum Ministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (hier hatten wir eine Vorreiter Rolle gegenüber anderen EU Staaten). Eine erfahrene Expertin (siehe Lebenslauf) wurde als Ministerin gesucht, gefunden und angelobt. Das Thema ist zu wichtig um es in den Mühlen der Politik zu zerreiben – die Entscheidung gerade in diesem Feld auf eine politische Quereinsteigerin und Expertin aus der Wirtschaft zu setzen ist für mich persönlich gold richtig gewesen!

Neuer Stil in der Politik – Zuhören, Evaluieren, Arbeiten

Frau Dr. Schramböck eröffnete mit einer unglaublichen Lockerheit und Routine das Frühstück, erklärte kurzerhand das sie selbst aus der IT bzw. später Telekommunikationsindustrie kommt und das man dort das „Du-Wort“ pflegt. Sehr sympatisch – unsere Ministerin Margarete. Zwei Sätze später wurden die Regeln des Arbeitsfrühstücks von Dipl.-Ing. Martin Atassi, MBA – im Kabinett für die Agenden Digitalisierung und Startups zuständig – erklärt und der produktive Teil des Frühstücks startete prompt.

Jeweils 10 Minuten Brain-Storming, zu vier präzise ausgewählten Stationen (Funding & Scaling, Fachkräfte, Regulierung und Gründungen) – jeweils Moderiert durch Führungskräfte des AWS bzw. der FFG und des Ministeriums, gefolgt von einer schnellen Runde zur Priorisierung der Ideen und einer Runde mit kurzen Pitches der „Learnings“ an den Stationen. 70 Minuten später hatten wir ein paar wirklich wichtige Punkte auf einem Flip-Chart, die Anwesenden hatten (ein wenig) gefrühstückt und waren sichtlich positiv beeindruckt ob der Effizienz und des Tempos das hier vorgegeben wurde.

Der Schlüssel zum Erfolg ist die „ja aber“ Mentalität durch eine „ja und“ Mentalität zu ersetzen – das fällt uns Österreichern oftmals ganz schön schwer, wo wir doch immer so genau wissen was alles nicht geht.

Die Resultate und meine Hoffnung

Für mich sind 10 wichtige Themen bei diesem Arbeitsfrühstück aufgezeigt worden – die tatsächlich möglichst bald umgesetzt werden sollten. Wenn Österreich sein Potenzial im Bereich Innovation, Digitalisierung (Startups) und als Standort entfalten soll, dann müssen wir beginnen zu handeln. Nachstehende Probleme bzw. Hemmnisse zu Beseitigen wäre ein guter Anfang (wenn gleich wir wissen, dass es noch mehr bräuchte):

  1. Lohnnebenkosten und Dienstgeberabgaben Senkung (die Kosten für Arbeitskräfte sind die höchsten in der EU // wenn man alle Abgaben berücksichtigt!).
  2. Rechtlicher Rahmen bzw. Flexibilisierung für besseren Zugang zu Fachkräften (insb. Tele-Arbeit / Digital Nomaden)
  3. Bessere Regeln (Sozialversicherung, Steuerlich) für Mitarbeiterbeteiligungen
  4. Novellierung des Gesellschaftsrechts, Arbeitsrechts, Gewerberechts (in vielen Punkten nicht mehr Zeitgemäß)
  5. Eigene Rechtsformen für VC / PE Fonds (etwa z.B. SICAV)
  6. Digitalierung von Kapitalmaßnahmen (nicht nur von Gründungen) bei GmbHs
  7. Nationaler Dachfonds (z.B. nach Dänischem Vorbild)
  8. Vereinfachung und Restrukturierung von Förderungen
  9. De-Regulierung und Entbürokratisierung
  10. Direktflug von Wien nach San-Francisco!

Meine Hoffnung ist, dass die Ministerin für Digitalisierung ihre Praxiserfahrung in dieses Thema einbringt und es schafft diese Themen für den Wirtschaftsstandort umzusetzen. Wir Unternehmer sind in vielen Bereichen auf weniger Bürokratie, geringere Kosten und klarere Regelungen angewiesen.

Als Investor sehe ich Österreich im beinharten Standortwettbewerb leider noch am Ende des Feldes. Bei uns gibt es keine Investitionsprämie (mehr), wie etwa in Deutschland und wir haben auch einen viel zu schwachen Risikokapitalmarkt (Private Equity und Venture Capital). Europäische Initiativen nutzen wir nicht in voller Höhe, und es fällt uns schwer internationales Kapital nach Österreich zu locken. Die Problematik zieht sich bis zu den geregelten Kapitalmärkten – in diesem Sinne der Wiener Börse – durch, wo es kein Wachstumssegment, wie es sie etwa in Frankfurt SCALE oder in Stockholm an der NASDAQ Nordic (FIRST NORTH)) gibt.

Die Eindrücke weiterer Teilnehmer und allgemeine Stimmen zu diesem Event hat derBrutkasten sehr gut zusammengefasst.

Taxi vs. UBER – Der Sieger steht schon fest!

Die Wiener Taxi Unternehmer haben einen Sieg errungen, aber auch die  Chance vergeben zu lernen. Es wurden keine Kosten und Mühen gescheut, den vermeintlich „bösen“ Konkurrenten UBER mittels einstweiliger Verfügung auf die Strafbank zu schicken. Das traurige ist, dass man den Sieg der Taxi-Unternehmer maximal als Etappenerfolg werten kann. Das eigentliche Rennen ums Überleben, wird man mit dieser Strategie nicht gewinnen. Die Digital-Community ist sich einig – Innovation kann man bremsen, aber nicht aufhalten!

Im Internet gehen die Wogen hoch. Die Nutzer sind empört, ob der irritierend unverständlichen Gesetzeslage und der fragwürdigen Auslegung um ein Monopol noch ein wenig länger zu Schützen.

Smart Mobility – ein spannender Investment Sektor!

Aktuell zählt der Sektor Mobilität (ich sage bewusst nicht Automotive!) zu einem der spannendsten Sektoren im High-Tech-Innovation Bereich überhaupt. Umbruch und Veränderungen prägen den Automobilsektor mehr den je – Mario Herger beschreibt die Situation in seinem Buch „Der letzte Führerscheinneuling: … ist bereits geboren. Wie Google, Tesla, Apple, Uber & Co unsere automobile Gesellschaft verändern“ sehr gut. 

Einerseits finden in diesem Sektor aktuell so viele spannende technische Entwicklungen Anwendung das einem Schwindelig wird und andererseits verändert sich das Kunden- und Nutzungsverhalten von Fahrzeugen und Dienstleistungen fundamental. Es ist eine echte Herausforderung geworden die Übersicht in diesem Feld zu behalten, die richtigen Trends zu erkennen und auf die richtigen „Pferde“ zusetzen. Das ist

Wer Investiert in die Zukunft?

Nach einer Studie von McKinsey & Company investieren in diesem Sektor bislang kaum Automobilkonzerne. Statt diesen sind es internationale Technologie Giganten und Finanzinvestoren (Venture Capital Fonds / Private Equity) die die großen Deals machen. Gerade heute wurde öffentlich, dass der Süd Koreanische Konzern LG den österreichischen „Hidden Champion“ ZKW (Automobil Zulieferer für moderne, hoch innovative Scheinwerfer) für EUR 1,1 Mrd. gekauft hat.

Quelle: McKinsey&Company

Gemeinsam mit unseren Partnern von E&Co haben wir uns bei Venionaire intensiv Gedanken zur Zukunft des industriellen Mittelstandes gemacht und ein White-Paper konkret für Corporate Startup Engagement Strategien geschrieben. Jetzt Herunterladen!

Krypto-Roulette: Neues Spiel, neues Glück

Die Kurse der Kryptos – allen voran des Bitcoin (BTC) – sind im Keller, die Tränen kaum getrocknet und schon geht es weiter. Timing ist das halbe Leben – so steigen jetzt plötzlich Schwergewichte der Wall-Street in den Ring, die während der letzten Blase noch nichts vom Teufelszeug „Kryptowährungen“ wissen wollten. Sie haben ihre Meinung geändert und wollen nun den Anstoß für die nächste Rally geben, wie das Handelsblatt und diePresse (Nikolaus Jilch) berichten. Niemand geringerer als die Hedgefonds Legende George Soros bezeichnete Bitcoin am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos (Jänner 2018), ob der extremen Volatilität des Preises, noch als völlig unbrauchbar – er zog sogar einen Vergleich mit der Tulpenkrise. Woher kommt der plötzliche Sinneswandel?

Der Preis des Bitcoin hat sich seit Jänner jedenfalls gedrittelt. Der Preis der Kryptos ist viel schneller gefallen, als von vielen Experten vermutet. Es war auch keine kleine „Korrektur“, vielmehr ein ziemlicher Absturz. Während die Jünger dieser Anlageklasse auf einen neuen Impuls warten, wird von vielen Experten vor allem die extrem günstige Bewertung in den Vordergrund gehalten – aber so richtig vom Fleck kommt der Preis noch nicht. Ist es schon soweit, kommt die nächste Rally?

Aus meiner Sicht generell sehr schwer ist einen fairen Marktwert für Bitcoins zu errechnen – wie ich bereits in meinem Artikel am 5. Jänner 2018 erläutert habe. Andere Krypto Währungen – wie etwa Ethereum (ETH) oder Ripple (XRP) – werden mittlerweile ebenfalls sehr aktiv gehandelt, wobei die Komplexität zur Analyse dieser „Währungen“ noch höher einzuschätzen ist, da es hier eigentlich um die Blockchain bzw. Distributed Ledger Plattformen dahinter geht.  Ich bin mit meiner Skepsis nicht alleine – selbst Vitalik Buterin der Gründer von Ethereum selbst rät zu traditionellen Assets.

Bitcoin – Prognosen für 2018

Aktuell wird eine neue Runde von Wetten platziert und die Kugel im Krypto-Roulette rollt wieder. Da ich selbst keine nachvollziehbaren Ansätze zur Bewertung von Bitcoin oder anderen Kryptos finden konnte, habe ich mir einen anderen Weg  überlegt – da mich die Prognose von Kryptowährungen dennoch fasziniert.

Es gibt eine Menge „Profis“ im Markt, die sich täglich mit der Preisbildung von Kryptowährungen beschäftigen – die einen glauben das man über die Metrik des Haltens (unter Krypto-Insidern „HODL“), die anderen aus einer Analogie zum Gold (dem Bitcoin als Substitut überlegen ist) oder auch nur durch technische Signale den Preis erklären kann. Interessant ist aber das fast alle Prognosen auf ein erneutes Ansteigen der Kryptowährungen hindeuten – so auch Don Tapscott der Gründer des Blockchain Research Institute – allerdings hängt dies offenbar auch eng mit dem erwarteten Aufstieg der Technologie Blockchain zusammen.

Bei meiner Recherche bin ich sehr oft über die Prognose von 10 führenden Krypto-Meinungsmachern gestoßen die auf der Plattform Finder.com publiziert wurden. Die Experten schätzen den Preis für einen Bitcoin zum Jahresende zwischen USD 3.000,– und USD 50.000,– ein. Abgeleitet aus einer historischen Simulation (mit einer Bandbreite zwischen USD 4.179 und USD 273.028) John Young (Founder von cryptosheets.com) den Preis von BTC in einem Jahr bei USD 31.380,–. Bei dieser Bandbreite an Ergebnissen bin ich geneigt mich bestätigt zu fühlen, dass man den Preis von Bitcoin nicht qualifiziert prognostizieren kann – zumindest kann ich persönlich keinen Trend erkennen. Wie geht es ihnen?

Meines erachtens rollt die  Kugel im Krypto-Roulette wieder und es werden Wetten abgeschlossen, aber es fällt mir schwer dies als Investment mit nachvollziehbarer Preisbildung zu akzeptieren – ich bleibe weiterhin skeptisch und gebe selbst keine Prognose ab!

Zeitstempel: Am Tag als ich den Artikel geschrieben habe (17. April 2018 – 20:20) lagen  die Marktpreise bei 1 BTC = EUR 6.378 – 1 ETH = EUR 406,82 – 1 XRP = EUR 0,5354 ).

RECHTLICHER HINWEIS: Kryptowährungen sind eine extrem riskante Veranlagung. Investments können zum Totalverlust von investiertem Vermögen führen. Dieser Artikel soll in keiner Weise zum Kauf, Handel oder Tausch von Kryptowährungen animieren.

Europas Venture Capital Markt muss viel stärker werden!

Zur Zeit ist die Welt ist nicht nur auf politischer Ebene angespannt, es findet auch ein unerbittlicher Kampf um die Führung im Bereich der Innovation statt. Während die USA noch vor rund 20 Jahren fast alleinig den Venture Capital Markt dominierte, so hat sich die Welt heute drastisch verändert. Einerseits hat sich die Summe des investierten Risikokapitals (in Folge „Venture Capital“) aufgrund der beschleunigten „Digitalen Transformation“ (4. Welle der Industriellen Revolution) in 10 Jahren rund verdreifacht – der Anteil asiatischer Investoren aber Veracht facht (von rund 5% auf 40%), wie das Wall Street Journal in seiner Exklusiven Studie „Silicon Valley Powered American Tech Dominance—Now It Has a Challenger“ am 12. April, 2018, schreibt.

Europa liegt weit abgeschlagen zurück und hat sehr viel aufzuholen. Aktuell wird nur 7,1% des globalen Venture Capitals in Europa verwaltet, wovon wiederum gemäß dem Invest Europe Report 2016  mehr Kapital außerhalb der EU investiert wird, als Investments aus diesen Ländern für europäische Venture Fonds eingesammelt wird.

Die „Digitale Transformation“ ist wohl die finanziell größte Welle der Industriellen Revolution bisher. Die Wirtschaftsmächte kämpfen um die besten Talente und innovativsten Technologien der Welt – es gilt die Lebensqualität in der Zukunft zu erhalten bzw. zu erhöhen. Wir haben in Europa leider viel zu spät erkannt, welche volkswirtschaftliche Gefahr uns durch einen schwachen Venture Capital Markt droht. Die jüngste Initiative VentureEU will mit rund EUR 2 Mrd. Venture Capital Fonds in Europa unterstützen und somit einen Startschuss zur Aufholjagd gegenüber den USA platzieren. Wer ein wenig rechnen kann erkennt sofort, dass dies nicht reichen wird. Es wird zusätzlich noch nationale Initiativen – wie etwa in Dänemark, Finnland oder bald Deutschland – benötigen und wir werden echte Anreizsysteme brauchen, um mit dem europäischen Venture Capital Markt an China und die USA aufzuschließen – die jeweils ein Vielfaches des europäischen Risikokapitals auf dem Markt platzieren.

Europa hat jede Menge Innovation und Talente – kann sie nur nicht halten!

Das Word Economic Forum hat im Juli letzten Jahres – mit Referenz auf eine Studie im Auftrag von Bloomberg – veröffentlicht, in welcher eine Künstliche Intelligenz in Zusammenspiel mit Bob Goodson, CEO von Quid die Top 50 erfolgreichsten Startups der nächsten Jahre vorhergesagt hat. Diese Auswahl wurde schon einmal getroffen – damals 2009 selektierten die Forscher: Evernote, Spotify, Etsy, Zynga, Palantir, Cloudera, OPOWER und viele weitere Namen die heute fast jeder kennt. Das „Portfolio“ wäre (in der Theorie) der viert beste Venture Capital Fonds der Welt gewesen, hätte jemand investiert.

Die Veränderung der Venture Capital „Welt“ sieht man aber auch in dieser Auswertung. In der aktuellen Liste stammen nur noch weniger als 50% der Firmen aus dem Silicon Valley, der Rest verteilt sich auf den Rest der USA und 20% dem Rest der Welt. Nicht weniger als 10% der Firmen stammen aus der EU – bleibt abzuwarten, ob wir sie halten können!

Die wichtigsten technischen Innovationsfelder der nächsten 8 Jahre gem. Quid (ex. Biotech & Lifescience):

  • Augmented reality – wird viel wichtiger als Virtual Reality.
  • Bilderkennung und Mapping – wird selbstfahrende Autos zu einem Standard machen der nicht mehr wegzudenken ist und das Geschäftsmodell der Automobil Industrie stark verändern.
  • Online Security & Fraud Detection – wird mit steigenden Datenmengen, für Staaten, Onlinehändler und Unternehmer generell eines der wichtigsten und relevantesten Themen werden.
    Bildung – wird digitalisiert und stärker als bisher in bestehende Systeme und Spiele integriert als bisher.
    Drohnen – werden sowohl im privaten als auch im kommerziellen Bereich zur Normalität aufsteigen. Anmerkung: Das beinhaltet wohl auch autonomes Fliegen.
  • Smart Home – die Automatisierung des Haushalts wird leistbarer und dringt in verschiedene Bereiche von Garten, Energiemanagment über Sicherheit, usw. vor.
  • Künstliche Intelligenz – werden die Effizienz von Wissensarbeitern durch die geschickte Verarbeitung von Daten, Information – etwa zur Steuerung von Bots – deutlich erhöhen.
  • Weltraum Technologie – wird weiter im privaten Sektor wachsen und sich in Bereichen wie Satelliten, Propulsion und Mining etablieren.

In allen oben genannten Bereichen kenne ich Startups aus dem deutschsprachigen Europa, die zwar allesamt nicht auf der Liste von Quid aufscheinen, aber mit der richtigen Finanzierung sehr wohl dort einen Platz einnehmen würden. Die Zeit wird zeigen, ob wir es schaffen diesmal die Maschine zu schlagen und insbesondere aus Europa verstärkt internationale Erfolge feiern können.