Growth Hacking – Die Digitale Revolution im Marketing

Die Digitalisierung stellt unsere Welt auf den Kopf – neue Geschäftsmodelle, neue Organisationsstrukturen, zunehmende Automatisierung, Lean Management und experimentelle, datenbasierte Strategien. Unternehmensführung, Controlling und Marketing erfordern heute ganz andere Fähigkeiten als noch vor 10 Jahren. Vieles aus meinem eigenen Studium muss heute bereits hinterfragt werden. Das Geschäftsleben und Geschäftsmodelle verändern sich drastisch und das spürt man sehr deutlich im Marketing – einem Berufsfeld das sich drastisch weiterentwickelt hat.

Quelle: Growthbase

Growth Hacking, nennt man die Evolution des Marketings. Das Wort selbst wird in unseren Breitengraden noch als „Modewort“ abgetan – ein neuer Name für bewerte Praxis – aber dahinter steckt viel mehr. Es geht dabei auch nicht einfach um ein neues Software Tool, oder eine Spielerei von Startups – Growth Hacking beschreibt einen völlig neuen, interdisziplinären Ansatz für digitales Marketing.

Was ist Growth Hacking?

Growth Hacking beschreibt eine Disziplin, die verschiedene Methoden des digitalen Marketings mit dem Ziel eines effizienten Wachstums kombiniert. Verschiedene Techniken („Hacks“) werden eingesetzt, um die Traktion einer Webseite zu steigern, akquirierte Nutzer stärker zu aktivieren (z.B. Buchungen auslösen), Kunden länger zu binden, oder diese für Weiterempfehlungen zu gewinnen. Dieser Ansatz kommt in der Regel mit sehr geringen Ressourcen aus und wird daher sehr fokussiert angewandt. Es geht stets darum eine sog. „NORTH STAR METRIC“ – die wichtigste Kennzahl ihres Unternehmens oder Projekts – zu verbessern- Dieser Kennzahl ist alles untergeordnet – sie alleine zu optimieren, bedeutet den Erfolg Ihres Vorhabens entscheidend zu beeinflussen.

Ein Growth Hacker ist ein interdisziplinärer Marketing-Manager, der Viralität, PR, SEO, SEM, Produktdesign (Grundlagen), UX, Marketing-Tools (Technologie-Stack), E-Mail-Marketing, Content-Marketing, Trichter-Marketing, Verhaltenspsychologie, Markenpositionierung und Storytelling versteht und für seine Projekte einsetzt. Diese Disziplinen sind in etablierten Firmenstrukturen (falls vorhanden) in getrennten Abteilungen organisiert – einen Growth Hacker würden solche „Silos“ nur aufhalten, er muss übergreifend agieren und schnell entscheiden können.

Growth Hacking wurde von Startups entwickelt. Diese sind regelmäßig gezwungen, so schnell wie möglich zu wachsen und das mit geringst vorstellbaren personellen und finanziellen Ressourcen. Je besser ein Startup sein Wachstum hacken kann, desto stärker hebt es sich von der Konkurrenz ab und läuft somit möglichen Mitbewerbern einfach davon (Anm.: Das ist die beste Verteidigungsstrategie – da IP nur selten geschützt werden kann!). So steigt aber auch der Wert des Unternehmens und Risikokapitalfonds sehen das ihr Geld gut in dem Startup arbeitet. Nur jene Startups die in diesem harten Wettbewerb an die Spitze kommen, erhalten Risikokapital von den besten Fonds – diese öffnen wiederum die richtigen Türen und sorgen dafür das der Abstand zu den Verfolgern noch größer wird, da auch sie am Ende das Unternehmen mit einem satten Gewinn verkaufen wollen.

Etablierte Unternehmen wollen mitspielen

Zunehmend werden wir in unserer beruflichen Praxis von Konzerne und führenden mittelständischen Unternehmen auf Growth Hacking angesprochen und fungieren in einem ersten Schritt häufig als Wissensvermittler durch in-house Workshops und Trainings. Unsere Kunden sind fasziniert von den neuen Methoden, den „Hacks“ die aus der Welt der Startups kommen und staunen nicht schlecht, wenn man ihnen handfeste Zahlen vorlegt. „Herkömmliche“ Agenturen haben in der Regel in diesem Zusammenhang das nachsehen – sie scheitern (leider) schon häufig bei der richtigen Einbindung der Facebook Pixel oder der optimalen Einrichtung von Google Analytics bzw. dem Merchant Center (obwohl das absolute Basics sind!) – abgesehen davon gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Tools die sie zur Analyse des Nutzerverhaltens auf ihrer Webseite einbinden sollten – aber dazu in einem späteren Artikel mehr im Detail :-).

Growth Hacking erfordert keine großen Teams, sondern technisches (insb. Web) Know-How, Kreativität, Schnelligkeit, einfache Programmierkenntnisse und Fähigkeiten in der Datenanalyse. Sobald man dies erkannt hat – besteht die Herausforderung darin, dieses Know-how in Form von erfahrenen „Wunderwuzzis“ ins Haus zu bekommen. Leider gibt es noch viel zu wenige Experten hierfür auf dem Markt. Die besten Talente sitzen meistens in einem Startup und interessieren sich gar nicht für eine Agentur oder einen 9 to 5 Job.

Die Industrie verliert in diesem Bereich deutlich im „War of Talents“. In den meisten Fällen muss man selbst in die gezielte Ausbildung junger Talente investieren. Die ersten strukturierten Ausbildungen entstehen langsam – siehe Lauder Business School https://thegrowthbase.com/education/certified-growth-hacker .

Daten & Experimente

Daten sind der größte Segen der Digitalisierung, sie ermöglichen direktes Feedback zu Kampagnen (in Echtzeit), gezieltes Reagieren und sie sind die Basis für automatisierte Entscheidungen. Growth Hacker lieben Daten und nutzen einen sogenannten „Technologie-Stack“ der ihnen hilft auf Basis echter Daten effizient und automatisiert zu arbeiten.

Der automatisierte Workflow eines SaaS-Unternehmens (siehe nachstehendes Beispiel: „Marketing Stack Automation Flow“ by CB Insights) zeigt sehr schön auf – was heute bereits mit einfachen und sehr günstigen Lösungen möglich ist.

Der automatisierte Prozess wird natürlich laufend verbessert. Dies passiert durch ständige Datenanalyse und iterative Experimente. Texte, Farben, die Anordnung der Links – alles spielt eine Rolle. Profis testen und experimentieren ständig und optimieren den Funnel so, bis das absolute Maximum ausgereizt ist. Natürlich kann man hier auch viele Erkenntnisse bereits nachlesen und schon mal vorab eine Abkürzung nehmen – es lohnt sich hier mit best-practices zu starten.

Werden Sie zum Growth Hacker!

Wenn Sie Appetit auf mehr haben – dann ist es am besten ein paar Bücher zu kaufen, selbst ein wenig zu Experimentieren und selbst Schritt für Schritt zum Growth Hacker zu werden. Ich gebe gerne auf Anfrage Lesetipps, verlinke Sie bei Bedarf mit professionellen Agenturen aus unserem Netzwerk oder stehe gemeinsam mit weiteren Experten für ein in-house Training zur Verfügung.