New York City – Innovation & Dynamik

Vor rund zwei Wochen hatte ich die Ehre eine hochkarätig besetzte Delegation der Republik Österreich nach New York City als Teilnehmer zu begleiten. Ziel unserer Reise war die weltweit führende Finanz- und Wirtschaftsmetropole New York City (NYC) – eine Stadt die sich regelmäßig neu erfindet, eine Stadt die niemals schläft – zu erkunden und zu lernen. Darüber hinaus wurde natürlich der Wirtschaftsstandort Österreich vermarktet.

Ministerin Schramböck (Digitalisierung und Wirtschaftsstandort) führte die Innovations- und Inspirationsdelegation (siehe Instagram) an, während Hartwig Löger (Finanzminister) zu einer Veranstaltung mit Kapitalmarktfokus unter dem Titel „Sound of Finance“ lud. Die Teilnehmer dieser Reisen – u.a. 10 CEO’s führender ATX Firmen, der Chef der Nationalbank, sowie führende Investoren und Vertreter der Startup Szene, sowie Top-Manager verschiedener Banken – nutzten die 3 intensiven Tage natürlich auch zum Austausch untereinander.

Ziele der Reise

Wie man sich gut vorstellen kann sind Delegationsreisen dieser Art sehr straff durch geplant – da man die Zeit (meist ja nur 2-3 Tage) im fernen Ausland möglichst Effizient nutzen möchte. Ministerin Schramböck – ehem. Top-Managerin aus der Telekom Industrie – ist besonders bekannt dafür effizient zu arbeiten. Die Ziele waren einerseits Eindrücke und Inspiration zu sammeln, aber natürlich auch Projekte abzuschließen bzw. einen Meilenstein zu besiegeln. Ministerin Schramböck hat so einen Meilenstein mit weWork bzw. weWork Labs gefeiert und einen wichtiges Projekt für den Wirtschaftsstandort Österreich voran gebracht. WeWork Labs in New Yorks wird in naher Zukunft ein paar führende Startup-Talente fördern und bei der Expansion in die Vereinigten Staaten von Amerika unterstützen – im Gegenzug arbeitet das weltweit führende Startup Ökosystem daran einen Standort in Wien zu eröffnen.

International führende Firmen und Netzwerke an den Wirtschaftsstandort Wien anzudocken ist für unser (noch sehr junges) Ökosystem unerlässlich. Die digital Ökonomie verlangt von einem global Akzente zu setzen – der österreichische oder deutsche Markt ist schlicht zu klein. In Berlin hat man dies früher erkannt – so sitzen bereits alle (Facebook, Google & Co) dort und es hat sich rundherum einer der stärksten Hubs entwickelt. Bei besteht hier dringend Nachholbedarf. Der Schritt ist also tatsächlich extrem wichtig und darf nicht unterschätzt werden.

Wichtige Erkenntnisse

Nach so einer Reise muss man die Erlebnisse und Eindrücke erst einmal verarbeiten. Ich habe mir bewusst Zeit gelassen diesen Blog-Beitrag zu schreiben. Was nach einem Besuch im Silicon Valley oder in „Silicon Alley“ (Spitzname für New York als Startup-Stadt) hängen bleibt, ist die Gewissheit das wir uns zu Hause (in Österreich) bislang auf „alten“ Erfolgen ausruhen und uns wahnsinnig schwach im Ausland vermarktet haben. Es erscheint einem plötzlich glasklar das wir schnell ein paar mutige Schritte setzen müssen, um in Sachen Innovation und Zukunftssicherung aufzuholen. Wir haben auf diesem Gebiet einiges verschlafen!

Die Realität zeigt auch, dass uns sehr schnell der Alltag einholt. Es holt uns die Ernüchterung ein, dass es kaum etwas hilft wenn einzelne (sogar Politiker oder die Regierung) das Problem erkannt haben – es bedarf nämlich auch eines kulturellen Wandels. Ein Umdenken hin zu mehr Affinität für Risiko, Unternehmertum kann man nicht „erzwingen“ oder durch kleine politische Akzente erreichen. So ein Wandel Bedarf einer Bewegung – es muss ein Ruck durch die Bevölkerung gehen. Es braucht erfolgreiche (mutige) Vorbilder, die sich zunächst aber Exponieren und als Pioniere das Risiko nehmen, gewinnen oder auch eine Blamage in Kauf nehmen.

Wenn wir darauf warten das die „nächste“ Generation diese Vorbildrolle einnimmt, dann wird es noch ein, zwei Jahrzehnte brauchen bis wir aufgeholt haben. Viel wichtiger wäre es die Erfolgsgeschichten der rund 250 Welt- und Europamarktführer zu erzählen und diese Pioniere die wir bereits haben ins Rampenlicht zu stellen. Österreich ist ein Land der Unternehmer und es wird Zeit das wir sie feiern!

In Österreich hat sich in den letzten Jahren sehr viel in Sachen „Startup-Ökosystem“ getan. Wir haben eine steigende Gruppe lokaler „neuer“ Helden (z.B. Florian Gschwandtner, Runtastic; Michael Müller und Michael Altrichter, Paysafecard oder Markus Ertler, Immobilien.net, etc.) die für ihre Erfolge öffentlich gefeiert werden und die sich auch als Vorbilder für die nächsten Generationen von Gründern zur Verfügung stellen. In Summe sind es stattliche 50 Gründer die nach ihrem erfolgreichen Exits in Österreich als Business Angels aktiv versuchen das Ökosystem zu entwickeln und als Treiber fungieren. Viele weitere Privat-Investoren folgen diesen Investoren und sind als Co-Investoren regelmäßig aktiv. Netzwerke wie Startup300, AAIA, Tyrolian Business Angels, Investors Circle (Suraa), eQventure oder European Super Angels Club vernetzen diese Investoren in verschieden Teilen Österreiches.

Mittelständische Unternehmer und Institutionelle Investoren halten sich aus der Szene noch weitgehend fern. Die Österreichische Startup Szene boomt und es wäre noch sehr viel mehr raum für Investoren in allen Segmenten.

Zurück zu unserer Reise – was haben wir gelernt und was nehmen wir mit?

Erkenntnis 1: Österreicher verkaufen sich regelmäßig unter ihrem Wert!

Es war niemand geringer als Hikmet Ersek (CEO, Western Union) der in seiner Rede bei „Sound of Finance“ eine Brandrede auf seine alte Heimat Österreich hielt – man muss sogar sagen das er sich mit einem Appel an das Auditorium richtete in dem er sagte: „Die Schweizer würden sich nie als >> kleines Land << vorstellen!“. Österreicher müssen lernen ihre stärken zu Präsentieren, etwa eine der höchsten Forschungsquoten der Europäischen Union, man ist auch Heimat der meisten Welt- und Europa-Marktführer (Mittelstandsunternehmen) per capita, sowie von ungewöhnlich vielen führenden Unternehmen in CEE (insb. Banken und Versicherungen).

Es ist gerade zu herausragend wie viele Studenten nach Österreich kommen, um an unseren alt-ehrwürdigen und neueren (technischen) Hochschulen zu studieren – auch hier sind wir absolute europäische Spitze!

Die schöne Natur, die Reichhaltigkeit an kulturellem Angebot, die Geschichte des Landes, sowie die seit 10 Jahren ausgezeichnete höchste Lebensqualität der Welt in der Hauptstadt (Wien), die Neutralität, der Fakt das wir die meisten internationalen Organisationen beherbergen und das kompromisslose Bekenntnis zu nachhaltiger Energie erscheint in diesem Zusammenhang nur noch wie der Schlagobers auf der Sachertorte.

Wir dürfen und müssen stolz sein! Österreich ist großartig und wir (Unternehmer und Politiker) müssen aufhören uns zu entschuldigen – unser Pitch darf kraftvoll und stolz sein. Wie man es richtig macht, zeigt der Lord Major der City of London, den ich gerade erst vorgestern in Maison House (London) treffen durfte:

Erkenntnis 2: Was man selbst nicht im Land hat, muss man ins Land holen!

Die Amerikaner verschenken wahrlich keine Reisepässe und sind längst kein Land mit offenen Grenzen mehr. Im Gegenteil – sie sind für ihre durchaus strickte Einwanderungspolitik bekannt, ABER wer etwas außerordentlich gut kann der wird wiederum aktiv ins Land geholt (egal ob Wissenschaftler, Sportler oder Investoren). Das ist exakt jene Politik für die Kanzler Sebastian Kurz aktuell von der Opposition kritisiert wird. Ich habe viele Jahre bemängelt das wir in Österreich keine Strategie in diesem Bereich haben. Wir waren sogar so doof, dass wir Talente (häufig mit Applaus) beim Abwandern begleitet haben – wenn etwa eine Firma verkauft wurde. Dabei brauchen wir jede Menge Talente – mehr als wir haben!

Ministerin Schramböck, hat das Problem fehlender Schlüsselarbeitskräfte erkannt und auch sofort verstanden das es zu lange dauern wird „eigene“ Talente aufzubauen (obwohl auch dies verstärkt passieren soll). Der ABA – bisher für direkt Investitionen aus dem Ausland zuständig – werden in diesem Bereich neue Zuständigkeiten als „Standort Agentur“ gegeben.

Die ABA wird in Folge im Zukunft aktiv im Ausland Fachkräfte / Talente anwerben, die wir dringend im Land brauchen. In vielen Fällen würde es schon reichen, wenn wir die internationalen Studenten die an unseren Hochschulen ausgebildet werden nach ihrem Abschluss im Land halten würden (aktuell erschweren wir es noch vielen bei uns zu Arbeiten) – hier soll eine Reform der „rot-weiss-rot-Karte“ Wirkung zeigen. Eine Politik die mir sehr gefällt und wirklich überfällig war und ist.

Erkenntnis 3: Großteil des Welt-BIPs kommt aus Industrien die noch nicht digitalisiert wurden

Unser Besuch bei den weltberühmten BELL LABS war für mich das größte Highlight. Nicht so sehr weil mir alleine die Geschichte imponierte, welche etwa unzählige Nobelpreis Träger oder die Entwicklung mehrerer Programmiersprachen umfasst – Nein – mich hat der Blick in die Zukunft aus dem Blickwinkel der Einrichtung begeistert und zum Nachdenken gebracht.

Ich fühlte mich nach dem Feuerwerk an genialen Inputs kurz erschlagen – musste auch das ein oder andere im Anschluss recherchieren und reflektieren. Heute hab ich meine Gedanken zusammen – der wohl wichtigste Input war einerseits das nur rund ein Drittel der Industrien (gem. an ihrem Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung) heute als stark industrialisiert gelten – die übrigen 2/3 kommen noch. Was wir also erleben ist gerade erst der Anfang und man sieht ganz klar auf welche Bereiche man sich konzentrieren sollte (siehe Grafik).

Fast noch interessanter ist in diesem Zusammenhang die Erkenntnis, dass es in der Vergangenheit in Wellen der industriellen Revolution immer zu signifikanten Produktivitätssteigerungen gekommen ist. Diese Produktivitätssteigerung ist in der jüngsten Digitalisierung ausgeblieben. Was sagt uns das? Die Phase der Digitalisierung in der wir uns befinden ist eine Überbrückungs- oder Vorbereitungsphase – die echte Revolution wird erst passieren.

Daten werden heute verfügbar gemacht – morgen können wir auf Basis dieser Arbeiten. Leistungsstärkere Infrastruktur, bessere Datennetzwerke (Blockchain), Rechenleistung (Quanten-Computing) und Co. werden eine völlig neue Ebene der Produktivität ermöglichen.

Erkenntnis 4: Die Produktivität ist in den letzten Jahren kaum gestiegen.

Wir (Österreicher / Europäer) haben vielleicht den Anfang der digitalen Revolution verschlafen – sollten allerdings sehr schnell lernen wo die „echten“ Disruptoren und Produktivitätshebel der Zukunft liegen werden. Wir haben hierzu mehr Asse in der Hand als wir denken.

Bisher hatte die Digitalisierung eher einen enttäuschenden Effekt wenn wir uns den Beitrag zur Produktivität ansehen.

Source: Financial Times

Wie aber findet man die „Gamechanger“ der Zukunft? Wie identifiziert und fördert man die richtigen Teams und Technologien? Diese und viele weitere Fragen sind es die uns beschäftigen sollten. Es ist (leider) unmöglich eine qualifizierte Vorhersage zu machen – man kann/muss lediglich ein Ökosystem oder ein Netzwerk solcher Ökosysteme schaffen die interdisziplinäre Innovation, Kreativität, Trail-and-Error Experimente fördern und zulassen.

Ich habe aus New York 4 wichtige Bausteine mitgenommen, welche alle gleichermaßen wichtig erscheinen um eine Ökosystem zukunftssicher zu machen. Diese Bausteine finden sich in unterschiedlichen Initiativen in NYC (wie etwa NewLab, WeWork Lab, Navy Yards, etc.) wieder und sollten uns auch in Österreich als Schablone dienen.

Baustein 1: Symbiose aus Universitäten, Industrie und Unternehmern fördern.

Österreich steckt jährlich unglaubliche Summen in hochwertige akademische Bildung / Forschung an Universitäten und Fachhochschulen. Wir schaffen es aber bei weiterem nicht die wissenschaftlichen Resultate in Wirtschaftsleistung umzuwandeln. Innovation lebt von sogenanntem Technologietransfer und von angewandter Forschung.

Hierzu Lande gibt es seitens der Forscher (Universitäten) zu große Bedenken gute Köpfe an Spin-Offs „zu verlieren“ – Förderungen der FFG die diesen Zweck grundsätzlich verfolgen werden vielfach eher als Quer-Subventionierung (unabhängiger) universitärerer Forschung verwendet. Das ist frustrierend. Es muss Anreize geben die eine engere Zusammenarbeit von Unternehmern und Forschern ermöglichen.

Baustein 2: Innovation braucht langen Atem

NewLabs operiert als privat wirtschaftlicher Innovationsspace und Venture Capital Fonds in einem ehem. Schiffsbau-Gebäude (Navy Yards) das mit USD 10m aus Eigenmitteln (privat) und USD 40m seitens der Stadt New York gefördert wurde. Die Höhe der Förderung ist besonders bemerkenswert, da öffentliche Subventionen in den USA sehr verpönt sind und nur sehr selten gewährt werden. Darüberhinaus ist es bemerkenswert das die Stadt dem Unternehmen freie Hand lässt und lediglich die Umsetzung des Vorhabens generell prüft. Die Ergebnisse nach bereits rund 5 Jahren können sich aber sehen lassen – der Wert der entwickelten Firmen übersteigt bereits die Mrd. USD.

Es war wichtig das es sich hierbei nicht um Kredite oder Meilenstein abhängige Förderprogramme (wie sie etwa bei uns üblich sind) handelte – man hat dem Zentrum bewusst einen weiten Spielraum gelassen.

Baustein 3: Regulatory Sandbox – Fast-Track zu Förderungen, Genehmigungen, etc.

Es ist wichtig das Innovationen experimentell erprobt werden können – man muss schnell testen, verwerfen und sich neu-orientieren dürfen. Flexibilität und möglichst wenig Bürokratie sind hier der Schlüssel – so hat NYC etwa in den Navy Yards eine umfangreiche Sandbox geschaffen, welche schnelleren Zugang zu Förderungen, rechtliche Sandboxes und ähnliches bereitstellt. Eben alles was man braucht um „verrückte“ Innovationen experimentell zu erarbeiten.

In Österreich wurde z.B. eine FinTech Sandbox geschaffen – diese sollte man schnell an die UK FinTech Sandbox anschließen, die gerade durch das DIT, Invest UK und den Lord Major der City of London gestartet wurde. UK hat eine Sandbox für FinTechs geschaffen die auch für Singapur, Hong-Kong und Australien gilt – somit können Unternehmen unter einer „soft-regulierung“ sofort international arbeiten und US Firmen tatsächlich die Stirn bieten.

Baustein 4: Innovieren heißt investieren!

Ein funktionierender vorbörslicher Kapitalmarkt, bestehend aus regulierten Private Equity, Venture Capital Investoren, sowie informellen Kapitalgebern (Business Angels) ist ebenso wichtig wie ein starker Kapitalmarkt. Hier hat NYC einen klaren Vorteil als führende Finanzmetropole und als Heimat der meisten Fortune500 Unternehmen der Welt. Österreich – könnte hier nur mithalten, wenn man die rund 250 Welt- und Europa-Marktführer als Investoren und Innovationspartner mobilisieren könnte.

Innovatoren brauchen etablierte Partner und umgekehrt. In Amerika (insb. NYC) scheint es gerade zu selbstverständlich das Konzerne und führende SME’s in Venture und Private Equity investieren – dies gilt auch für Pensionskassen, Banken und Versicherungen. Letztere sind bei uns gerade zu auf der Flucht vor unserem Sektor, da sie das Risiko von Ausfällen und die enormen Eigenkapitalunterlegungen scheuen.

Das Risiko als Volkswirtschaft in keiner Weise zukunftssicher aufgestellt zu sein wird somit (faktisch) völlig ignoriert – obwohl viele Vorstände grundsätzlich verstehen das man in diesen Bereich investieren müsste.

Baby Steps sind besser als Stillstand!

Wenn man sich bewusst macht, dass bisher der Kapitalmarkt kaum ein Thema für unsere Politiker war, dann sind die gefühlten „Baby Steps“ (aus Sicht der Marktteilnehmer mit internationalem Exposure) die wir machen – dank Ministerin Schramböck – bereits riesen Schritte. Wir dürfen uns damit aber nicht zufrieden geben.

Der Rest der Welt schläft nicht und wir müssen (ohne parteipolitische Eitelkeiten) auf breiter Basis verstehen das Innovation, Wirtschafts- und Standortpolitik kaum jemals von so hoher strategischer Bedeutung war wie heute. Wir verlieren aktuell im globalen Wettbewerb und das hat unsoziale Folgen für uns alle – wenn wir nicht reagieren!

Österreichs Startup-Paket, die Kooperation mit WeWork das Zusammenlegen der beiden AWS Fonds (Mittelstandsfond und Gründerfonds), die Startup- und Programmierer-Lehrlingsausbildung sind wichtige Maßnahmen – aber es fehlt noch an vielen weiteren Bausteinen und insbesondere an finanziellen Ressourcen Innovationen, Produkte und Services global skalieren zu können. Zur Vermeidung von Missverständnissen sei eines klar gestellt: Ich sehe hier nicht „nur“ die Politik in der Pflicht – es wird zusätzlich private Initiativen brauchen und diese werden kommen, wenn die Politik weiterhin Verbesserungen der Rahmenbedingungen schafft.

Wir sind als Unternehmer gefordert!

Steht der nächste Krypto Bullen-Markt vor der Tür?

In den letzten Tagen hat es sich wieder abgespielt an den Krypto-Märkten – erste Anleger haben sofort den nächsten Bullen-Markt anrollen gesehen, ich selbst bin noch etwas verhaltener. Der führende Krypto-Wert Bitcoin (BTC) hat in den letzten Tagen einen Sprung von EUR 3.500 auf knapp EUR 4.500 – das entspricht einem Wert zuwachs von rund 30% in wenigen Tagen.

30% ist im historischen Vergleich (Volatilität) kein außergewöhnlicher Kurssprung, was aber sehr wohl auffällt ist das der BTC-Kurs vor diesem „zucken“ ungewöhnlich lange auf der Stelle trat und eine eher ungewöhnlich geringe Schwankungsbreite hatte.

Das wirft ein paar Fragen auf:

  • Was hat sich geändert?
  • Warum kommen Krypto-Investoren zurück?

Vielleicht ist es soweit und es ist höchste Zeit sich erneut einzukaufen. Ich selbst hab mich bereits seit längerem für einen Bullen-Markt positioniert, da ich – wie bereits seit meinem Ausblick auf das Jahr 2019 beschrieben – 2019 einen großen Schub durch regulierte Krypto Assets (also Wertpapiere bzw. Security Tokens) erwarte und außerdem möchte ich mir den nächsten Hype nicht entgehen lassen. Was meint ihr – wohin geht die Reise?

Name Price
Bitcoin (BTC)
€9,598.11
Ethereum (ETH)
€271.28
XRP (XRP)
€0.406410

2019 – Das Jahr der Tech-IPOs

Die österreichische Startup300 AG hat das Jahr 2019 am neuen Wiener Börse-Segment für Wachstumsunternehmen mit einem Listing eröffnet – der Kurs ist – wie nicht selten (eigentlich üblich) bei einem Tech-IPO – zunächst stark gefallen, da Investoren die ihr Kapital bereits über einige Jahre gebunden hatten zumindest teilweise Kasse machen. Das selbe Bild zeigte sich bereits bei Facebook in den ersten 12 Monaten und zuletzt wieder beim Börsegang des US Mobilitätsunternehmen LYFT.

Wenn bei einem Börsegang keine neuen Aktien platziert werden, spricht man von einem Listing – diese sind in der Regel volatiler (dies ist u.a. auch bei SLACK zu erwarten – siehe Artikel unten). Insgesamt steht das Tech-IPO Jahr erst am Anfang – wir dürfen auf ein paar sehr heiße Unicorns freuen, die bald von jedermann gezeichnet werden können.

Die größten Tech-Unicorns die ein IPO angekündigt haben:

Alle genannten Unternehmen, haben längst Einzug in unseren Alltag gefunden und werden auch noch in den nächsten Jahren begleiten. Die erwarteten IPOs könnten in Summe ein Volumen von über 200 Milliarden US-Dollar übersteigen und werden die Aktienmärkte durchaus in Bewegung versetzen.

Der Videokonferenz Anbieter Zoom.us ist profitabel – dies gilt nicht für viele Tech-Unternehmen zum Zeitpunkt des IPOs in den USA – allerdings haben alle Firmen enorm hohe Kunden bzw. User-Zahlen damit ist schnell klar das diese bei Zeiten auch in Richtung verstärkter Monetisierung (Profitabilität) gehen können. Vielfach ist allerdings zunächst das Ziel die Wettbewerber der Old-Economy aus dem Markt zu drängen.

Für Investoren wiederum bedeutet das, dass es große Fantasie gibt und man durchaus bei einem guten Einstieg nach dem Börsegang und einem bestätigten „fairen“ Marktwert und gutem Wind (generell an den Börsen) schöne Erträge im Aktienportfolio für die nächsten Jahre erzielen könnte, wenn man sich diese Titel genauer ansieht.

Ich freue mich persönlich schon sehr darauf ein paar Aktien meinem Wikifolio „Digital Gamechangers“ aufzunehmen. Wer selbst daran denkt, den ein oder anderen Wert zu kaufen – sollte drei Regeln beachten:

1.) Timing! Tech-Aktien fallen gerne in den ersten 6 bis 12 Monaten, da Investoren und Mitarbeiter bereits vor vielen Jahren Aktien zu sehr viel günstigeren Preisen erworben haben und (wenig verwunderlich) zumindest teilweise zu Geld machen wollen.

2.) Streuen! Wer in Post-IPO Unternehmen investiert – sollte breit streuen, da diese Aktien in der Regel volatiler (d.h. riskanter) sind als etablierte Unternehmen und sich erst an der Börse beweisen müssen. Viele Unternehmen schaffen es langfristig nicht zu überzeugen – es ist also Vorsicht geboten!

3.) Halten! Auf Aktienmärkten gewinnt die Bank, insbesondere wenn man zu viel handelt oder gar „zockt“. Transaktionskosten sind für Privatanleger hoch – man sollte also eher schrittweise kaufen und einen Veranlagungshorizont von 2 bis 3 Jahren haben. Wenn man das Geld dringender braucht – Finger Weg!

In persönlich liebe Tech-Werte – ich beschäftige mich mit diesem Thema täglich und zeige über die Social-Trading Plattform Wikifolio „Digital Gamechangers“ transparent welche Tech-Aktien ich verfolge. Ich bilde dort eine Muster-Strategie ab, die das Ziel verfolgt regelmäßig den führenden Tech-Index NASDAQ zu schlagen. Bislang mit Erfolg – aber davon könnt ihr euch ja selbst überzeugen.

Startups drängen an die Börse

Es wird ein gutes Jahr für die Börsen und damit auch ein gutes Jahr für Investoren und Investmentbanken – so das positive Stimmungsbild, welches ich aus dem Markt mitgenommen habe. Startup – IPOs waren seit dem Ende der 90er Jahre nicht mehr hoch im Kurs. Investoren brauchten fast 20 Jahre um sich vom Platzen der Dot.com-Bubble zu erholen. Jetzt ist die Zeit aber wieder Reif. Der Markt hat sich weiterentwickelt. Nicht nur sind Technologie Unternehmen heute unter den wertvollsten Unternehmen der Welt, europäische Börsen haben darüber hinaus aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Erfolgreich wurden neue Standards für junge Aktiengesellschaften entwickelt – sie sollen in Zukunft wieder an der Börse gehandelt werden. Tür und Tor ist somit (wieder) für internationale Investoren geöffnet. Der Startup Markt dürfte damit einen erneuten Schub erfahren – insbesondere wenn die Investoren anbeißen. Ich freue mich darauf!

Neues Startup-Segment an Wiener Börse

Das neue Segment “Direct Market Plus” an der Wiener Börse startet am Montag, 21. Jänner 2019 mit 8 neuen Werten. Das neue Segment richtet sich gezielt an Klein- und Mittelbetriebe bzw. Startups (die durch ihre Wachstumschance überzeugen). Ab dem ersten Handelstag wird u.a. die Linzer Startup300 AG seine Aktien im Handel anbieten. Neue Aktien sollen nicht platziert werden – bestehende Aktien können aber gehandelt werden. Ob man also Aktien tatsächlich kaufen kann und wie sich der Kurs entwickelt – das wird spannend.

Startup Aktien erobern Europa

Der Trend der Startup-Aktien Segmente ist bereits in den letzten Jahren in Europa gewachsen. Die Segmente haben sich sehr erfolgreich bewehrt. Die österreichische Cyan AG platzierte etwa im März 2018 an der Frankfurt Börese (Scale) sehr erfolgreich Aktien. An der Nasdaq Nordics (First North) findet man vermehrt Bio-Tech, Healthcare und Digital Health Startups. Schweden ist u.a. durch dieses sehr starke Segment zur zweit stärksten Startup-Nation Europas aufgestiegen.

In Deutschland hatte die German Startup Group weniger Erfolg (der Kurs ist seit der Emission sehr stark gefallen). Rocket Internet und Zalando (beide aktuell in meinem Wikifolio) hingegen sind nicht mehr aus dem Markt wegzudenken, sie sind allerdings auch Schwergewichte im Vergleich. Vielleicht kommt ja bald auch noch N26 (Achtung: Das ist ausdrücklich kein Gerücht – eher ein Wunsch ins Blaue!), das erste Unicorn mit österreichischer Beteiligung, an die Börse – das wäre doch mal was – oder?

Börse ist nicht gleich Börse

Die Kriterien und Kosten für ein Listing unterscheiden sich – insbesondere der regulierte Marktsegmente ist sehr viel anspruchsvoller als unregulierte. Allerdings sollte man die Wachstumssegmente nicht unterschätzen – FACC (ebenfalls aktuell in meinem Wikifolio) schaffte gerade erst letztes Jahr den Sprung in den ATX Prime und ist somit ein echter Aufsteiger.

Junge Aktiengesellschaften müssen für die Startup-Markt-Segmente nur sehr geringe Anforderungen erfüllen und extrem überschaubare Kosten tragen, um vom Handel über die mächtigen Börse-Marktplätze bzw. Plattformen zu profitieren. Der Zugang zu internationalen Investoren ist damit offen und die Chancen auf Erfolg steigen.

Security Tokens – Derivate on-chain

Eine weitere Innovation verspricht dieses Jahr ihren Durchbrich zu haben: „Die „Security Tokens“ sind endlich im Markt angekommen!“ freute sich kürzlich mein Freund und langjähriger Partner Alexander Rapatz von Black Manta Ventures. Der regulatorische Rahmen für Security Tokens (einige Projekte sind auch in Österreich in Vorbereitung) und die damit verbundene – zumindest theoretische – Handelbarkeit öffnet bald auch sehr junge Firmen den Zugang zu frischem Kapital. Kritisch wird – wie immer – die Liquidität für diese Produkte und damit auch für ihren Erfolg sein.

Börsen sind – trotz aller Euphorie die gerne publiziert wird und wurde – in der Umsetzung (leider) deutlich langsamer als erwartet. Malta hat sich früh auf dieses Thema spezialisiert. Sobald Börsen aus der Schweiz und Deutschland oder etwas UK oder USA auf das Thema aufspringen wird das Spiel in ein neues Level gehoben.

Liquidität ist entscheidend

Die jüngsten Entwicklungen empfinde persönlich einerseits als extrem positiv, möchte aber auch im selben Atemzug davor ausdrücklich warnen hochriskante investments zu tätigen. Egal ob an der Börse oder Privat. Geld ist sauer verdient und man sollte sich dringend einen qualifizierten Berater suchen, wenn man sich solche Themen genauer ansehen möchte. Ein paar gute soll es ja geben. Viele Startup Aktien werden trotz ihrer Börse Notierung kaum gehandelt werden und damit ist man mitunter extremen Kursschwankungen ausgeliefert – hier gilt besondere Vorsicht.

Lust auf mehr?

Wenn Sie sich gerne professionell als Emittent bzw. Listing Kandidat (an einem der genannten Märkte) beraten lassen wollen, dann stehen unsere Experten bei Venionaire Capital, sowie eine Reihe lizensierter Netzwerkpartner und Banken, mit welchen wir seit vielen Jahren gut zusammenarbeiten, gerne zu ihrer zur Verfügung.

2019 wird spannend!

  • Politische Börsen, Brexit und technologischer Wandel.
  • Venture Capital erneut stark.
  • Der nächste Krypto-Hype kommt bestimmt.
  • Startups 2019: Was kommt als nächstes?

2018 war ein aufregendes, aber auch turbulentes Jahr für Innovationsbegeisterte. Die Höhe der Venture Capital Investments kletterte auf ein neues Rekordniveau, während Aktienmärkte in Europa und in den USA stark unter Druck waren. In diesem Umfeld viel auch der Kurs meines Wikifolios. Neues Jahr, neue Chance. 2019 wird es sicherlich wieder Gelegenheit geben auf die ein oder anderen Rally aufzuspringen. Ich bin zuversichtlich das wir ein besseres Börsejahr vor uns haben.

Politisch ging es letztes Jahr wirklich rund: Die Brexit-Verhandlungen gingen ins Finale aber bisher ist nichts entschieden. Die Gefahr eines harten Brexits lebt, aber auch das „Kein Brexit“ Szenario ist mittlerweile denkbar. Im nahen und mittleren Osten kam es zu einer Neuordnung der Kräfte. Mit dem Rückzug der USA aus der Region haben Russland und die Türkei das Zepter in der Hand. Israel ist über die Entwicklungen alles andere als Glücklich und beobachtet kritisch. Die USA unter der Führung von Präsident Donald Trump haben einen Handelsstreit mit der Volksrepublik China zu lösen und in den etablierten Volkswirtschaften kämpfen nahezu alle Industrien weiterhin mit der digitalen Transformation. Die Dieselgate Affaire hat die Automobil Industrie zusätzlich getroffen.

Dringend müssen neue (gute) Margengeschäfte gefunden werden und das bedeutet das man viele eingefahrene Strukturen, Produkte und Services überdenken muss. Der Schmerz ist groß genug – endlich wird investiert. Dieser Umstand befeuert den Venture Capital und Private Equity Markt in Europa, da nun auch institutionelle Investoren langsam aufwachen und erkennen, dass Zeit ist die Portfolios neu auszurichten. Aber welche Themen werden wirklich heiß im nächsten Jahr?

Diese 3 Startup Vertikals werden 2019 am stärksten!

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Kryptowährungen und Blockchain – das war wohl das führende Gesprächsthema, quer durch alle Medien, Industrien und Interessensgruppen. Man konnte kaum ein Abend verbringen ohne zumindest kurz über dieses Thema zu sprechen, auch wenn die Technologie noch immer in sehr experimentellem Stadium zu sein scheint und echt sinnvolle Anwendungen weiterhin auf sich warten lassen.

Der nächste Hype kommt bestimmt

Zum Jahresanfang stürzten die Kurse von Kryptowährungen (allen voran Bitcoin (BTC)), nach ihrem raketenhaften Aufstieg (BTC zum 31.12.2017 > USD 20.000) zum Ende des letzten Jahres, in den Keller (BTC per 31.12.2018 > USD 3.500,–). Die Erklärung zu den Hintergründen der drastischen Kursbewegungen von Jahresende 2017 werden heute noch von US-Behörden auf mögliche illegale Aktivitäten untersucht. Die „Krypto-Euphorie“ aus 2017 war aber sicherlich nicht die letzte – in diesem Punkt sind sich alle Marktteilnehmer einig – die Blockchain-Technologie macht in vielen Bereichen Sinn und würde sich durchsetzen. Einige sprechen sogar von einer Revolution des Internets. Soweit würde ich aber nicht gehen.

Es kehrte Ernüchterung ein. Die Bewertung eines fairen Marktpreises für digitale Assets (am Beispiel von Krypto Gold = Bitcoin) erwies sich unter Finanzmarkt Experten als äußerst schwierig / unmöglich. Wenn ein Asset in einem Markt nicht objektiv bewertet werden kann, dann kann man kaum von einem guten Tausch- oder Wertaufbewahrungsmittel ausgehen. Selbst Experten aus der Krypto-Szene waren sich letztes Jahr sehr uneins darüber welche Entwicklung die Kurswerte der führenden Krypto-Assets in den nächsten 12 Monaten nehmen würden.

Macht nichts – der nächste Hype kommt bestimmt. Wir werden uns mit dem Thema alle noch sehr viel beschäftigen und wer (erst) jetzt damit beginnen möchte, dem empfehle ich diese Zusammenfassung der NZZ als Einstieg.

Der Finanzsektor rüstet auf

Die Kurse von Bitcoin und anderen Kryptowährungen werden dann steigen, wenn die Technologie in sinnvollen Anwendungen (mehr als nur ICO Manifestos) in der Breite ankommt und die Finanzindustrie Produkte auf den Marktbringt die den Handel mit diesen Assets – etwa über ein ETF – auch für Retail-Kunden deutlich erleichtert. Egal ob man es gut findet oder nicht – es geht in diese Richtung, auch wenn sich die US-Behörden bisher (noch) intensiv dagegen stemmen.  

Die Finanzindustrie (Banken, Börsen, Dienstleister), insbesondere die großen Investmentbanken an der Wall Street, haben sich letztes Jahr stark mit dem Thema Krypto beschäftigt und massiv aufgerüstet. Wenn der nächste Krypto-Hype einsetzt, will man vorbereitet sein und selbst ein Stück vom Kuchen haben. Selbst die Börse Stuttgart etwa hat im August bereits eine eigene ICO Plattform für den Herbst 2018 angekündigt (bisher aber noch nicht fertiggestellt) auf dem Markt.

Die Nachrichten um eine mögliche Zulassung oder auch nicht Zulassung sogenannter Krypto ETFs in den USA bewege die Krypto-Märkte regelmäßig (sagen Insider). Institutionelle Anleger würden auf diese Instrumente geradezu warten, liest man quer über alle Krypto-Medien. Einfache Indexgebundene Wertpapiere (sog. ETNs) die die Wertentwicklung des Bitcoin abbilden, werden – wie man mit einer kurzen Google Recherche nach einem „Bitcoin Tracker ETN“ sieht – bereits gehandelt.

Regulierung & Standortpolitik

Regulatorisch hat sich in Sachen Digitalisierung / Startups (insb. in Hinblick auf Blockchain & FinTechs) in den letzten 2 Jahren enorm viel getan. Henry Kissinger –  einst einer der wichtigsten Berater von Richard Nixon – unterstrich die dringliche Notwendigkeit eines Digital-Ministeriums Ministeriums (mit Hinweis auf Artificial Intelligence). Sein Vergleich ist drastisch – aber am Punkt: Man stelle sich vor was passiert sei mit den Inkas als die Kolonialisten und die Poken kamen – so wird es uns gehen, wenn wir die neuen Technologien nicht im Griff haben.

Hierzu Lande hat die Regierung immerhin ein Digital-Ministerium mit einer ernsthaften Agenda aufgesetzt und mit Margarete Schramböck eine sehr starke Ministerin im Amt. Wenn wir uns ernsthaft mit neuen Technologien beschäftigen wollen, Innovation in „Sandboxes“ außerhalb bestehender Regularien experimentell erlauben wollen, wird es solche Ministerien und auch weiterhin eine gute Zusammenarbeit in der EU brauchen.

Der Mut zu einer eigenen Artificial Intelligence Strategie in der EU wäre großartig, aber das trauen sich in Europa leider noch – bis auf einige wenige Ausnahmen – nicht sehr viele zu.

Conclusio

Das Jahr 2019 wird spannend. Allen Lesern und Wegbegleitern einen guten Rutsch und viel Erfolg, Glück und Gesundheit im neuen Jahr!

3 Geheimnisse der Unicorn Investoren

Fast jeder (Startup) Investor, Venture Fund sucht sie – die seltenen, die „einzigartigen“, Einhörner, Unicorns. Startups die unter 10 Jahre alt und über eine Milliarde USD wert sind – also in diesem Sinne die explosionsartigen Erfolgsgeschichten. Nur die wenigsten finden Sie und ich bin gefesselt von ihrem „Geheimnis“.

Statistisch gibt es tatsächlich nur eine Handvoll wirklich erfolgreicher Unicorn-Jäger. Die Häufung der Erfolgsgeschichten in den Portfolios der besten Venture Fonds bzw. Bankern der Welt ist beeindruckend. Andressen Horowitz oder Saquoia Capital haben nicht weniger als 20 bzw. 23 Unicorns in ihren Portfolios und das ist kein Zufall. Diese Fonds sind bekannt dafür die Nadel im Heuhaufen zu suchen und zu finden – sie gehen sehr gezielte, aber auch große Wetten ein.


Quelle: CBINSIGHTS

Der Standort Vorteil – Silicon Valley – zeigt sich selbstverständlich noch (auch wenn wir wissen, das andere Märkte insb. China aufholt).

Das Geheimnis der besten Unicorn Jäger lässt sich meines Erachtens auf 3 wesentliche Faktoren herunter brechen, die jeder Investor nutzen kann. Natürlich gehört, neben diesen wichtigen Argumenten noch mehr dazu ein echtes Unicorn zu entwickeln – was letztlich dann die nötige Erfahrung, ein starkes Netzwerk und wichtiges fachliches Wissen einschließt (wie es etwa durch das Business Angel Institute vermittelt wird).

1.) Team, Team, Team

Das Gründerteam ist das wichtigste – sind sich Investoren einig. Aber was macht das perfekte Team aus? Kaum ein Journalist hinterfragt diese „eh klar“ Aussage und damit bleibt viel zu oft die Antwort (das Geheimnis) im Dunkeln – aber nicht heute ;-). Nach einigen Jahren Erfahrung, Beobachtung und gezieltem Hinterfragen (ich will ja auch besser werden) bei den besten der Welt darf ich zusammenfassen:

  • Eine solide Ausbildung etwa an einer Elite-Universität (auch wenn man das Studium abgebrochen hat), ein natürlich gewachsenes Netzwerk.
  • Gründer können sich leisten Gründer zu sein.Anmerkung: Ich habe viele gute Köpfe scheitern gesehen, weil sie nicht die finanzielle Stabilität oder Absicherung hatten und aufgeben mussten. Es ist Schade wenn man an einer Stelle aufgeben muss – wo Eltern einen in einen Day-Job drängen – an der andere ein, zwei weitere Chancen (und sogar noch Motivation zum Durchhalten) bekommen. Investoren geben es sehr ungern zu, aber sie achten darauf. 
  • Fachliche Kompetenz, Kreativität und Kraft des Teams – ist wahrscheinlich der wichtigste Faktor überhaupt. Diese Skills sind die wichtigste Absicherung für einen Investor. Wenn die erste Idee nicht fliegt, kann die zweite oder dritte sein – im Fall eines Notverkaufs hat das Team einen hohen Wert (etwa für sog. Akquisition for Hires).

2.) Timing

Zum falschen Zeitpunkt hat die beste Idee, mit dem besten Team nur eine extrem geringe Chance. Wir wissen heute das mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% ein Startup wegen falschem Timing scheitert – der Faktor selbst wird aber für meine Begriffe viel zu selten hinterfragt.

Wie man das richtige Timing als Investor bestimmen kann? Man kann hierzu verschiedene Zugänge wählen, die einem in der Praxis auch regelmäßig (mal ernsthafter, mal weniger) unterkommen: Verifikation des Geschäftsmodells, Produkts, Services durch Gespräche mit Kunden, Meinung möglicher Käufer (Corporates, PE, Tech-Giants), die Sicht von IP bzw. Deep-Tech Experten und führenden Forschern auf Technologien.

3.) Erfolg zieht er Erfolg an!

Das gemeinste aber ist, dass die besten Firmen (die möglichen Unicorns) gejagt werden müssen. Diese Startups brauchen manchmal gar keinen Investor in der ersten Phase, sie wollen einfach nicht zu früh verwässern und melden sich (wenn überhaupt) nur bei sehr wenigen Investoren. Viele Investoren machen den Fehler nicht an ihrem Profil zu arbeiten und sich somit vor den besten Startups defacto zu verstecken. Der erste (Super) Angel – sobald dieser gefunden ist – wird seine Roh-Diamanten nur gezielt den stärksten VCs vorgestellten und damit geht der Deal seinen Weg.

Wir beobachten im European Super Angels Club bereits nach knapp 2 Jahren, dass Quartal um Quartal die Qualität des Dealflows steigt. Wir arbeiten hier – stellvertretend für unsere MItglieder sehr stark an unserem Profil nach außen und sind gleichzeitig extrem restriktiv in der Auswahl der Firmen mit den wir wirklich arbeiten wollen. Nur 1 -2% der Startups überhaupt erhalten Zugang zu unserem Investment-Club.

Wir jagen aktiv und wir Verknappen aktiv – jeweils mit dem Ziel auf dem höchst möglichen Niveau zu arbeiten. Wir sind überzeugt eine starke Portfolio Family – die für niemanden Zeitverschwendung ist – aufzubauen und ermutigen diese regelmäßig zum Austausch. Wir haben zwar (heute) noch kein Unicorn im Portfolio – sind aber der Überzeugung das unsere Arbeit und unser Umfeld das ein oder andere Unicorn über die Zeit hervorbringen kann – ob es gelingt können wir in 10 Jahren berichten, von heute auf morgen wird das nicht gelingen.

Conclusio

Für jedes Startup gibt es „perfekte“ Investoren – davon bin ich überzeugt, auch wenn wir so vielen Gründern Tag für Tag absagen müssen. Ein „Nein“ heißt nie das ein Startup oder Team schlecht ist. Es heißt das es aktuell nicht zu uns passt – das ist ein großer Unterschied!

Wenn dein Startup Hilfe braucht in Sachen Fundraising, Strategie oder Wachstum, dann stehen mein Team und unsere Experten bei Venionaire Capital gerne zur Verfügung – wir haben von Berufswegen ein offenes Ohr und hören uns (fast) jeden Gründer an. Wir halten pro-aktiv, aber auch immer öfter dank der Hartnäckigkeit von einzelnen Startups über mehrere Jahre Kontakt mit Gründern. Es dauert manchmal einfach bis es für ein Investment passt.

Sobald ein Investor investiert ist, beginnt sein Geld in einem Startup zuarbeiten. Ab diesem Zeitpunkt will er die Stärken des Unternehmens verstärken und Schwächen lindern – er brennt zu 100% für sein Startup. Unicorn-Jäger sind eine spezielle Spezies von Investoren, sie suchen nach einer sehr speziellen DNA aus Team und Timing, machen „Moon-Shot“ Wetten und haben die Mittel und Zugänge diese Shots auch ermöglichen.

Frank Thelen – mit Freigeist Capital – ist übrigens ein Europäischer Unicorn Jäger! Es war fantastisch seine Vision und seine Sicht auf Innovation auf dem Idealab! 2018 (WHU) zu hören.

Quelle: Berthold Baurek-Karlic

Ich hoffe das Freigeist bald in der Top-Ten auftaucht und vermehrt europäische Unicorns international sichtbar werden!

TOP 10 Venture Trends 2019

Rückblickend waren die letzten Jahre in Sachen Digitalisierung und Innovation bereits sehr stark. 2017 war ein Rekordjahr für Venture Capital, 2018 wird meiner Beobachtung nach sogar noch stärker ausfallen und im Jahr 2019 dürfen wir uns zusätzlich auf eine Reihe großer Exits und viele Börsegänge (auch in Europa) freuen. Einzelne Startup Segmente werden stark konsolidieren (etwa FinTechs) und einzelne e-Health Startups werden die die neuen heißen Eisen der Szene.

2019 verspricht schon heute spannend zu werden und steht damit ganz im Zeichen der letzten Jahre. Ich kann mich nicht – auch nicht mit einem Blick in die Geschichtsbücher – an eine Periode erinnern, die derartige Umwälzungen (in Friedenszeiten) hervorbrachte, wie wir sie in den letzten Jahren erleben durften. Von einem Peak sind wir aber noch weit entfernt – in denke das dieser Trend jedenfalls noch bis 2025 anhält.

Die Top 10 wertvollsten Unternehmen der Welt sind heute fast ausschließlich Tech-Giants – ein gänzlich anderes Bild als in den Jahren 1990 oder 2001.

Quelle: https://paymentandbanking.com/die-wertvollsten-unternehmen-1990-2018/

Heute wie damals sind es Rohstoff-Unternehmen die das Ranking anführen, nur das der führende Rohstoff heute Daten und nicht mehr Mineralöl ist.  Unternehmen wie Apple, Alphabet (Google), Amazon, Microsoft, Facebook, Berkshire, JP Morgen Chase, Exxon Mobil und VISA – haben ihre Geschäftsmodell entweder gut umgestellt oder seit jeher auf Daten aufgebaut. Einzig Berkshire Hathaway (Warren Buffets Investment Unternehmen) würde ich als sehr traditionelle Vermögensverwaltung mit einem weiterhin sehr strikten Value-Ansatz bezeichnen.

Anmerkung: In der Infografik wurde meines erachtens TENCENT nicht berücksichtigt, welche meiner Meinung nach in dieser Liste aufscheinen müssten. 

Was aber bringt das Jahr 2019? Werden Tech-Firmen weiterhin dominieren? Welche Regionen werden aufsteigen und welche absteigen? Über Wikifolio verwalte ich transparent ein Musterportfolio von Unternehmen, welche ich als DIGITAL GAMECHANGER bezeichne. Was ich für 2019 erwarte – insbesondere auch für mein Tagesgeschäft „Venture Capital“ habe ich in diesem Blog zusammengefasst.

Technisch

Technologien verändern Industrien, unabhängig von deren regionaler Dominanz oder inhaltlichen Ausprägung (etwa Gesundheit, Produktion, Handel, Finanzen) – das macht sie für Venture Capital Investoren so attraktiv und gleichzeitig für etablierte Unternehmen so gefährlich. Ich gehe davon aus das Venture Capital Fonds mit starkem Technologie Fokus bessere Resultate erzielen werden, als jene die in Services und Plattformen investieren.

Technisch sehe ich sehr viel Aktivität und technisch starke Lösungen im Bereich Künstlicher Intelligenz. Ich erwarte für 2019 das vermehrt Anwendungen zur Produktivitätssteigerung in verschiedenen Branchen (erstmals stark spürbar für den Endkonsumenten) zur Anwendung kommen werden.

Bereits 2019 werden wir (auch in Europa) erstmals im Alltag vermehrt den Trend der Robotisierung wahrnehmen und ernsthafte Diskussionen führen wie viele „ungeliebte“ Jobs von leistbaren Maschinen übernommen werden können und sollten. Welche Veränderungen dies für die Arbeitswelt bedeutet.

Ich bin aber überzeugt – nicht nur weil ich Technologie liebe – das letztlich die Vorteile der Robotisierung überwiegen werden, Fehlervermeidung den Menschen den Alltag erleichtert und repetitive Arbeiten Ressourcen für komplexere Service Fälle frei macht, die heute aufgrund von Kostendruck vernachlässigt werden.

Trends nach Verticals

Ich bezeichne Startups oder Scale-Ups gerne als Schwarm von Piranhas – die jeder für sich nur einen sehr kleinen Bereich anknabbern, aber in ihre Summe disruptive Wellen bzw. Bewegungen auslösen. Wenn man sich die zeitliche Folge der „disruptierten“ Industrien in Verbindung mit der Entwicklung der digitalen Technologien (PC, Mobile, Internet of Things und bald Mixed Reality) ansieht, so fällt einem schnell auf das es hier nicht bloß eine Korrelation, sondern vielmehr eine Beschleunigung also einen exponentiellen Drift gibt der die Durchschlagskraft der Entwicklung verstärkt hat.


Quelle: https://www.duvalunionconsulting.com/

Ich sehe für 2019 starke Weichenstellungen für Scale-Ups – in diesem Sinne: „Unternehmen in der Internationalisierung“ – in folgenden zwei Branchen aufkommen:

  • e-Health

Der Gesundheitssektor ist komplex, die Daten sind heikel, aber der Kunde (Patient) schreit nach besseren Lösungen die dem Stand der Zeit entsprechen. Praktische Ärzte werden ihr Stethoskop gegen handliche Ultraschallgeräte tauschen, Labors die einzelne Bakterien-Kulturen analysieren werden von Next Generation Sequencing überholt und der Mensch selbst wird durch bessere Tracking Lösungen mit stärkerem Bewusstsein für Ernährung, Bewegung und Präventiv Medizinische Ansätze ausgestattet. All das verringert letztlich Kosten der staatlichen Gesundheitsversorgung und verringert Risiken (Kosten) bei Versicherungen.

Ich bin überzeugt, dass dieser Sektor gespeist u.a. durch Corporate Venture Fonds von Versicherungen, aber schrittweise auch mit stärkerer staatlicher Subvention (in Europa), wachsen wird. Nicht zuletzt deshalb haben wir uns im Rahmen des European Super Angels Clubs bereits dieses Jahr auf dieses Thema gestürzt und mit sehr viel Aufwand in ganz Europa die besten Lösungen am Markt analysiert und hervorgehoben.

  • Reg-Tech (die besseren FinTechs)

Die Welt hat sich in den letzten zwanzig Jahren nicht nur zum positiven verändert. Terrorismus, Geldwäsche, aber auch Wirtschaftskrisen sind zu einem globalen Problem mutiert, welche man durch drastische Verschärfungen in Regulierungen von Finanzmärkten, -instituten und Dienstleisteren (bis zu KYC beim Anwalt oder AML Prüfung beim Notar). Der Aufwand der damit Verbunden ist und die Fülle an Prozessen die neu geschaffen werden müssen, darf man getrost als Problem bezeichnen. Banken die ihr AML4 Prozesse nicht im Griff haben müssen mit enormen Strafen rechnen – so zahlte etwa ING unfassbare EUR 775 Mio. dieses Jahr.

Conclusio: Die Probleme die FinTechs lösen sind vernachlässigbar im Vergleich, zu den Lösungen die führende RegTechs anbieten. Der Markt ist riesig, die Zahlungsbereitschaft der Kunden lässt sinnvolle Geschäftsmodelle zu, aber es braucht extrem starke Lösungen – nur wenige schaffen es in der harten B2B Welt zu bestehen. Das österreichische RegTech Kompany hat es international geschafft zu einem führenden Scale-Ups in diesem Segment zu werden und ich bin sehr stolz dieses Unternehmen in unserem Portfolio zu haben.

Marktstruktur

Wir sehen nach 2017, mit Sicherheit auch 2018 und 2019 Rekordjahre im Bereich „Venture Capital“. Die Umwälzung der Industrien ist so stark, dass man auch mehr als das doppelte Kapital zur Verfügung stellen könnte und selbst dann wären noch immer hoch qualitative Deals möglich – möglicherweise sogar bei einem Vielfachen. Was allerdings stoppen würde währe der Brain-Drain – der Ausverkauf der Talente ins Ausland. Je mehr Kapital durch europäische Corporates und institutionelle Investoren bereitgestellt wird, umso mehr (regionales) Interesse würde auch an Exits entstehen.

  • Corporate Venture Capital

In den letzten Jahren war langsam zu beobachten, dass große Konzerne langsam aufgewacht sind und Corporate Venture Capital (CVC) Einheiten aufgelegt haben. Was noch vor wenigen Jahren einige wenige Konzerne (fast exotisch und ohne viel Aufsehen) begonnen haben wurde 2018 ein „Standard“. Wer 2019 keinen CVC hat, der hat dringend etwas nachzuholen!

Ich gehe davon aus, dass wir 2019 eine Reihe neuer CVC’s, verstärkt auch aus der Welt der führenden Mittelstandsunternehmen sehen werden. Die Corporate Venture Capital Association – der ich als Board Member mit Fokus auf den österreichischen Markt dienen darf – hat sich formiert, um Erfahrungen, Netzwerk und konzentrierten Austausch zu Rahmenbedingungen mit der Politik zu koordinieren. Diese Organisation wird auch als Anlaufstelle für Corporates dienen die sich in diesem Bereich betätigen wollen.

  • Venture-IPOs

Mit den Wachstumsmarkt Segmenten „SCALE“ (Börse Frankfurt), sowie „FIRST“ (Nasdaq Nordic) hat sich in Europa eine echte Alternative zu konventionellen later-stage Venture Capital Finanzierungen etabliert. Selbst das dritte Marktsegment der Wiener Börse öffnet sich per Ende Jänner 2019 KMU’s und man kann noch von einer Reihe weiterer Börsen lesen, die sich öffnen wollen.

Ich erwarte für 2019 und 2020 starke Jahre für Venture IPOs, als Alternative aber auch als Ergänzung zu herkömmlichen Finanzierungsformen über Fonds. Viele europäische Investoren hätten durch ein Listing erstmals die Chance auch Venture Risiken zu nehmen – da sie so (wenn auch nur beschränkt) liquide werden.

Gesetzgeber in vielen europäischen Ländern überlegen im Zuge von Reformen des Gesellschaftsrechts,  die Aktiengesellschaften zu überdenken und zu vereinfachen – so auch in Österreich (gibt zumindest das letzte Startup Frühstück bei Digitalisierungsministerin Schramböck zu hoffen).

  • Tokenization

Nach dem Bitcoin bzw. Crypto Investment Hype des letzten Jahres, hat die Verbriefung als Wertpapier über die Blockchain (sog. Tokens) einen regelrechten Siegeszug vollbracht. Verschiedene europäische Börsen sind ganz vorne dabei, diese Security Tokens handelbar zu machen (bisher ist dies der „missing link“).

Ich glaube fest daran das Security Tokens bereits 2019 an verschiedenen Börsen handelbar sein werden. Ich sehe allerdings nicht die größten Investment Chancen in Tokens, sondern vielmehr in dern Infrastruktur rundherum (insb. RegTECH).

Regional

Wer sich mit Asset-Management bzw. Asset-Allokation beschäftigt, der muss in seiner Allokation auch regionale bzw. Makro Trends berücksichtigen und hier finde ich insbesondere den „Trump Effekt“ sehr spannend.

  • Europa holt auf

Europa versucht es doch noch mal selbst. In den Regierungsprogrammen verschiedener Staaten – so auch Deutschland und Österreich – wurde festgeschrieben das man initiativen für mehr Risikokapital auflegen möchte.  Staatsfonds, Dachfonds, Förderungen, verschiedenste rechtliche Reformen und Sandboxes sollen Europa schneller und Wettbewerbsfähiger machen. Talente sollen in Europa bleiben bzw. sogar angelockt werden.

Obwohl der Weg zur Weltspitze ein steiniger ist, habe ich große Hoffnung das diese Initiativen greifen werden und Europa eine Chance hat.

  • China statt USA

Die US Wirtschaftspolitik und der Appetit nach uneingeschränkter Datenkontrolle führt zunehmend zu einem Imageverlust der Vereinigten Staaten von Amerika im Startup Ökosystem. Die Weltmacht Nummer 1, wird zwar im Jahr 2019 weiterhin die #1 bleiben, aber wir werden vermehrt Ausflüge, Kooperationen und Co-Investments mit Partnern in Asien (insb. China) sehen. Österreich unterzeichnete gerade neue Kooperationen für das GIN Programm mit Süd Korea und war mit großen Delegationen im Jahr 2018 sowohl in Singapur und China unterwegs.

Europa nähert sich langsam an Asien an und beginnt die USA stärker in Wettbewerb zu stellen. Ich nenne das den „Trump Effekt“ – nicht zuletzt weil ich es für wahrscheinlich halte das ein offenerer Präsident mit einer globaler ausgerichteten Politik das Blatt schnell wieder drehen könnte.

Was hinter der Google Suchmaschine steckt?

Vor zwei Wochen hatte ich die Ehre einen der wohl mächtigsten Menschen der Welt kennen zu lernen – den Chef der Google Suchmaschine, Stanford Professor Nayak Pandu. Auf seinem kurzen Besuch in Wien erklärte er im Rahmen einer Veranstaltung in der Politischen Akademie der ÖVP, was wirklich hinter der Google Suchmaschine steckt und was ihn bzw. sein Team in seiner täglichen Arbeit antreibt und welchen Herausforderungen sie sich laufend stellen müssen. Die anwesenden Vorstände der Telekom-Industrie, sowie führende KI Spezialisten des Landes folgten dem spannenden Vortrag – die Highlights teile ich gerne in diesem Artikel.

Die Bedeutung von Google?

Google ist nicht nur eines der wertvollsten Unternehmen der Welt, es ist auch eines der mächtigsten und gleichzeitig wichtigsten Unternehmen der Welt. Das Internet – eine Ansammlung von ungeordnetem Wissen – wird durch Google indexiert. Denken sie an ein Buch und sein Inhaltsverzeichnis – Google ist allerdings weit mehr als nur das Inhaltsverzeichnis des Internets. Der Konzern macht Informationen verfügbar und konsumierbar. Übersetzungsdienste, ermöglichen es Inhalte für jeden Menschen auf der Welt lesbar zu machen. Komplexe KI Algorithmen helfen uns durch Spracheingabe und Texterkennung einerseits hochqualitative Ergebnisse aus der Google Suche zu erhalten – Google stellt diese Intelligenz aber auch öffentlich allen Softwareentwicklern zur Verfügung, welche wiederum Produkte und Services darauf basierend erstellen können.

Google Mitarbeiter sagen mit Überzeugung das sie Menschen helfen wollen, Informationen und Wissen weltweit verfügbar machen wollen und das natürlich unter einem enormen qualitativen Anspruch. So viel Begeisterung der heutige Stand der Technik bei uns auslöst, so sehr müssen wir auch mit Ernüchterung anerkennen das vieles noch nicht geht. Das automatische Erkennen von „Fake News“ (falsche Fakten, in redaktionellen Artikeln) oder etwa die Unterscheidung von Sarkasmus und Beschimpfungen bringt sehr große technische Herausforderungen.

Das Internet verändert alles

Das erste Bild von Nayak trifft voll ins Schwarze! Der aus Indien stammende Manager zeigt ein rostiges altes Fahrrad mit einem Mann im Sattel und einem Kind auf dem Gepäckträger in Indien. Dieses Bild könnte bereits 30 Jahre alt sein, wäre da nicht der Super-Computer in der Hand des Jungen – das Smartphone. Milliarden von Menschen nutzen die Google Suche täglich und das Smartphone hat die Nutzerzahlen maßgeblich erhöht und auch Google technisch einiges abverlangt.

Google will Informationen in allen Sprachen und auf allen Kontinenten verfügbar machen. Wo es kein Internet gibt, will man es zur Verfügung stellen – siehe Projekt Loon. Viele Inhalte bzw. Informationen werden nicht in jeder Landessprache produziert, sie müssen folglich ersetzt werden und das natürlich vollautomatisch! Die Datenmenge, die unglaubliche Menge an Suchanfragen sprengt unsere Vorstellungskraft und würde unter keinen Umständen auch nur ein geringes Ausmaß an menschlicher Interaktion zulassen.Te

Ein paar Zahlen

Wenn man ein Buch mit 300 Seiten betrachtet, so wird man  wahrscheinlich einen Index von rund 3 Seiten finden. Google indexiert Trillionen von Webseiten und es kommen jede Sekunde neue Inhalte dazu! Ende 2017 umfasste der Index von Google rund 100 Millionen GB an Daten, würde man diesen Index ausdrücken, könnte man einen Turm bauen der 12 mal zum Mond und zurück zur Erde reichen würde.

Google ist natürlich nicht perfekt. Das Unternehmen arbeitet sogar sehr hart daran laufend besser zu werden. Das ist aber gar nicht so leicht, wenn man bedenkt das rund 15% der Google suchen (täglich) völlig neu sind!

Google beschäftigt sicherlich ein paar der hellsten Köpfe der Welt und testet laufend neue Ideen und Hypothesen zur Verbesserung ihrer Systeme – sie nennen das Experimente. 2017 waren es 200.000 Qualitätsprüfungen, 31.000 sog. „Side by Side“ Experimente und 11.300 live Experimente (also auf echten Daten). All diese Experimente führten allerdings “nur” zu 2.400 neuen Features im selben Jahr – was bedeutet das Google nur mit einer Wahrscheinlichkeit von etwas über einem Prozent Verbesserungen herbeiführen kann und fast 99% der Annahmen der Ingenieure nicht zutreffen. Selbstverständlich ist man bei Google bereits auf einem extrem hohen Niveau angelangt und somit wird es immer schwieriger eine Verbesserung zu finden.

Technische Herausforderungen

Technisch sind Suchalgorithmen extrem herausfordernd – nicht zuletzt weil es Gegenspieler am Markt gibt, die versuchen die Algorithmen von Google zu überlisten. Vor einigen Jahren waren link-farmen und ähnliches noch sehr beliebt, um die Suchergebnisse zu beeinflussen, sowas geht längst nicht mehr – Google fokussiert sich auf qualitativ hochwertige Inhalte, welche Dank Natural Language Processing (NLP) – einer Form der KI zur Texterkennung – auch immer besser verstanden und klassifiziert werden können. Kopierte Texte mag Google überhaupt nicht – dafür gibt es Strafpunkte.

Wie man es schafft in der Google-Suche gut gereiht zu werden, dass versucht das Unternehmen auf speziellen Webseiten für Programmierer zu erläutern – wo bei natürlich auch der Hintergedanke zu sein scheint, dass sich die Webmaster an „Gesetzmäßigkeiten“ gewöhnen die es den Algorithmen leichter machen Inhalte zu verstehen.

Kompliziert wird es bei Synonymen (in allen Sprachen) oder wenn ein und das selbe Wort in unterschiedlichem Kontext völlig andere Bedeutungen hat. Die Forschung an Natürlicher Spracherkennung ( NLP = Natural Language Processing) ist hier der Schlüssel zu qualitativ hochwertigen Ergebnissen, der Algorithmus lernt allerdings noch immer täglich dazu.

Die nächste Generation der KI

Google arbeitet aktuell intensiv an einer Weiterentwicklung der Suche in Richtung Spracheingabe bzw. Konversation. Das Ziel ist also das man sich in Zukunft mit Google unterhalten kann – da tippen einfach nicht „angenehm“ ist.

Man kann sich das in der Praxis so vorstellen bzw. mit dem Android Telefon selbst testen:

User sagt: „Wie heißt die Königin von England?“
Google antwortet: „Elisabeth II“

User frag nach: „Wie lautet Ihr voller Name inklusive Titel?“
Google antwortet: „Elizabeth Alexandra Mary Windsor – Her Most Excellent Majesty Elizabeth the Second, by the Grace of God of the United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland and of Her Other Realms and Territories Queen, Head of the Commonwealth, Defender of the Faith“

Das User-Interface der Zukunft wird Sprache sein und damit wird sich eine Welt weit über AR und VR hinaus öffnen. Ob es sprachliche Interaktion mit dem „Computer“ während der Autofahrt ist, oder die nächste Generation von Smart Home bzw. Smart Infrastructure Applikationen – wir dürfen gespannt sein, was hier noch alles kommt.

Umbruch in der Automobilindustrie bringt Chancen und Risiken

Kein Tag vergeht ohne einen Bericht zum Thema Mobilität oder besser gesagt zur Zukunft der Mobilität. Speziell Trending Topics (eines der führenden Leitmedien in Österreich für Innovation) publiziert in diesem Bereich laufend spannende Berichte, die ich sehr gerne lese. Das Thema ist längst so präsent, als das es Stammtischgespräche beherrscht: Diesel oder Elektro, Kaufen oder Mieten, Autonomes Fahren – was passiert mit den Jobs und braucht die Welt das wirklich?

Wer die Automobilindustrie ein wenig kennt und sich tiefer einliest bzw. führenden Köpfen aufmerksam zuhört der merkt schnell, dass Sie vor dem größten Umbruch ihrer Geschichte steckt. Besonders aufregend ist dabei, dass sich zwei Industrien am Markt berühren die bislang sehr wenig mit einander zu tun hatten. Die Luftfahrtindustrie (Aviation) und die Automobilindustrie und damit noch etwas mehr Spannung in das Spiel kommt, gibt es noch zahlreiche Quereinsteiger wie etwa Google, BYD, Tesla und Fisker. Autonomes Fahren bzw. autonomes fliegen, ist für die Mobilität der Zukunft ein wahrer Gamechanger – wer dieses Momentum verschläft erlebt selbst mit ziemlicher Sicherheit einen „Kodak Moment“.

Zukunft: Autonomes Fahren, Zustellung & Flug-Taxis

Während autonome, robotisierte Essenslieferung im LKH Klagenfurt (Anm.: einem der modernsten Spitäler Europas) bereits seit ein paar Jahren auf der Tagesordnung stehen, drängen zahlreiche internationale Player mit Lösungen für die sog. „last mile“ (also der Lieferung zum Endkunden) auf den Markt die selbiges auf der Strasse machen sollen. Amazon und Google – nicht etwa Automobilhersteller – mischen hier ganz vorne mit – und sie machen teilweise sehr unangenehme Erfahrungen im Alltag. Nicht jeder Mensch freut sich über die Robotisierung und so kommt es mancherorts sogar zu Übergriffen von Mensch auf Maschinen.

Autos werden immer „intelligenter“ das betrifft allerdings längst nicht mehr nur die Steuerung des Motors oder die Sensorik, sondern vielmehr die Technologie die dem Fahrer direkt das Leben erleichtert. Mit dem letzten Entwicklungssprung hat sich die „User-Experience“ (das Erlebnis für den Fahrer) bereits drastisch verändert – siehe Sprachsteuerung, Connected Drive (Internet an Board), Concierge Services, etc.. BMWs Slogan „Freude am Fahren“ könnte damit mittelfristig jedoch nochmal für ganz etwas anderes stehen: Autonomes Fahren, wird uns erlauben die Zeit im Auto aktiv zu nutzen, echte Pausen zu machen oder vielleicht sogar Meetings zu machen.

Für die Infrastruktur einer Stadt ist diese Entwicklung ebenfalls sehr attraktiv. Der Verkehrsfluss in der Stadt wäre um ein vielfaches besser mit autonomen Vehikeln und auch der Parkplatz suchende Verkehr (der in manchen Städten bis zu 30% des Innerstädtischen Verkehrs ausmacht) kann durch intelligente Software drastisch reduziert werden, erklärten mir gerade erste heute Spezialisten auf dem führenden Startup Festival Bits&Prezels (2018).

Wer auf intelligentere Autos nicht warten will, der kann sich bereits heute einzelne Lösungen wie etwa das App Parkbob installieren und damit die persönliche Suche nach einem Parkplatz dank künstlicher Intelligenz und schlauer Datenverarbeitung drastisch reduzieren. „Intelligenz“ und Sprachsteuerung von Amazon Alexa (for cars) ist ebenfalls erschwinglich und bietet wahrscheinlich sogar noch coolere Features als die meisten fest verbauten Systeme von aktuellen Neuwagen.

Noch viel spektakulärer als die Elektrifizierung, Digitalisierung und letztlich Automatisierung des Verkehrs finde ich persönlich die bevorstehende Überschneidung der Luftfahrt und der Automobilindustrie. Das gab’s noch nie!

Boeing, EHANG, aber auch Aston Martin (siehe Video unten) und viele andere Arbeiten an bemannten autonom fliegenden Fluggeräten. FACC (meines Erachtens eines der innovativsten Unternehmen Österreichs) hat dieses Jahr bereits ein Flug-Taxi Projekt angekündigt. Ich bin gespannt, wann man hier mehr erfährt.

Elektro statt Diesel

Der Diesel ist nach wie vor des Europäers liebster Antrieb. Es ist auch kein Geheimnis, dass es eine durchaus signifikante Abhängigkeit der europäischen Automobilindustrie von der Diesel Technologie gibt. Bei Batterien – die wahrscheinlich kritische Komponente schlechthin in einem E-Auto – haben die Asiaten allerdings die Nase weit vorne.

Porsche hat diese Woche gar erklärt ab 2027 (Anmerkung: Für einen Automobilhersteller ist das übermorgen!)  nur noch e-Fahrzeuge in den Markt bringen zu wollen. Ausgenommen wird nur der 911er sein, was die Emotionen der Porsche-Fans zumindest ein ganz klein wenig beruhigt. BMW bringt ebenfalls bereits optisch sehr ansprechende Studien, die Lust auf mehr machen im SUV Segment.

Wie man von dieser Entwicklung profitiert?

Gemeinsam mit unseren Partnern von der E&Co.AG hat mein Unternehmen (Venionaire Capital) erst kürzlich eine Innovations- und Venture Platform für „smart mobility“ gegründet – siehe www.motec.vc . Dieses Joint Venture hat die Aufgabe angenommen, eine Brücke zur Innovation von morgen zu bauen. Wir arbeiten mit einer Reihe von führenden Unternehmen und bieten ihnen eine Spielwiese um neue Technologien zu testen, Potenziale zu identifizieren und Produkte zu entwickeln die die Kunden auch morgen noch lieben werden. Wir verbinden digital-tech know-how und Automobil Industrie Erfahrung auf höchstem Niveau und bewusst mit einem sehr weiten Blick relevante Entwicklungen und Innovationen weltweit.

Welche Konzerne Innovation richtig verstanden haben, ihre Geschäftsmodelle bereits frühzeitig anpassen und sich letztlich auf die größte Welle der Industriellen Revolution bisher eingestellt haben, das können sie auch verfolgen in dem sie mir bzw. meinem Wikifolio „DIGITAL GAMECHANGERS“ folgen. Ich nutze dieses Wikifolio bzw. die dahinter liegende Strategie bereits seit vielen Jahren als Benchmark für meine eigenen Investitionen in Zukunftstechnologien als Business Angel und als Venture Capital Fondsmanager.

motion4kids fördert innovative Projekte mit rund EUR 100.000,–

Die ersten Siegerprojekte der gemeinnützigen Substiftung motion4kids wurden ausgezeichnet und erhalten rund EUR 100.000,–. Die Angebote reichen von digitalen Lösungen über interaktive Brettspiele bis zu Community Tools. Mit der finanziellen Förderung und inhaltlichen Unterstützung dieser Projekte leistet motion4kids einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit, Bildung und Integration von Kindern in Österreich.  

Erst Ende April 2018 mit einer Kick-off-Veranstaltung gestartet und bereits Ende September 2018 das erste Etappenziel erreicht: motion4kids hat aus insgesamt 68 Projekten, die im Rahmen eines öffentlichen „Call for Projects“ über die Plattform www.motion4kids.org eingereicht wurden, vier Siegerprojekte ausgewählt. Diese werden nun schrittweise über die kommenden Monate umgesetzt und dabei mit Geld- und Sachleistungen von motion4kids unterstützt.

„Die Auswahl ist uns nicht leicht gefallen“, sagt Dietmar Hoscher, Vorsitzender des Kuratoriums von motion4kids und gemeinsam mit seinen KuratoriumskollegInnen für die Projektauswahl verantwortlich. „Das Interesse an unserem Call war enorm. Viele hervorragende Ideen haben den Weg zu uns gefunden. Gerne hätten wir mehr Projekte in die engere Wahl gezogen, doch letztlich mussten wir uns auf vier Initiativen beschränken.“

Klare Kriterien, klare Projektziele

Die Begutachtung und Auswahl der eingereichten Projekte erfolgte nach vorab genau festgelegten Kriterien. Entscheidend waren neben dem Innovationsgrad des Projekts die Wirkung der Maßnahmen für die Zielgruppe, die Qualifikationen des Projektteams sowie die plausible Darstellung des Einsatzes der angestrebten Fördermittel.

Aus insgesamt 68 Einreichungen haben folgende Projekte den Kriterien am besten entsprochen und werden eine Förderung erhalten:

INTERACTION 4Motion – Das Aktivitätsspiel für Familie und Freunde!
Rudy Games GmbH

Aufbauend auf dem preisgekrönten Spiel INTERACTION wird die „Edition 4Motion“ mit Fokus auf Bewegung und Sport entwickelt. Dabei wird der gesellige Spaß des klassischen Brettspiels mit den multimedialen Möglichkeiten einer App kombiniert. Die App lernt während des Spielens dazu und passt die Schwierigkeit der Aufgaben dem Können der SpielerInnen automatisch an. Zusätzlich ist das vernetzte Spielen im Rahmen von Sport-Challenges möglich. Die SpielerInnen erfahren unterwegs via Smartphone die jeweilige Aufgabe und müssen sie innerhalb von 24 Stunden absolvieren. Gelingt die Challenge, erhalten die SpielerInnen eine Belohnung und können sich mit anderen FreundInnen und SpielerInnen messen.

TamaUgotchi
Sportunion Österreich

Das Augmented Reality (AR)-TamaUgotchi fungiert als Avatar und Fitness-Motivator. Kinder, Eltern und LehrerInnen können es auf dem Smartphone über eine eigene App installieren und ansehen. Durch regelmäßige Punkteeingabe für „gesunde Aktivitäten“ wächst das TamaUgotchi und bleibt am Leben. Die empfundene Empathie für das niedliche Wesen motiviert Kinder, Sport und Bewegung zu machen und eine gesunde Lebensweise in ihren Alltag zu integrieren. Das TamaUgotchi setzt auf einer bereits bestehenden Volksschul-Gesundheitsinitiative auf: „Punkten mit Klasse“ ist ein in der Volksschule etabliertes Projekt, an dem jährlich rund 55.000 VolkschülerInnen, deren Eltern und 3.000 PädagogInnen teilnehmen.

Playfinity Österreich
Playfinity AS, Norwegen

Beim Projekt von Playfinity geht es um die Entwicklung einer alternativen Spielekonsole, die die Welt des Gamings und das Spielen im Freien kombiniert. Die Spielekonsole kann über einen speziellen Sensor die Geschwindigkeit, Höhe, Kraft und Rotation von Bewegungen messen. Diese Bewegungsdaten werden über ein Smartphone oder Tablet aufgezeichnet. Für den spielerischen Anreiz kann die Konsole in Kombination mit dem Produkt „Playfinity Ball“ direkt in einen interaktiven Ball verwandelt werden. Für noch mehr Motivation können die Kinder aus verschiedenen Spielen auswählen oder eigene kreative Spiele selbst entwickeln.

Beat the Street
DDBVB Dopplinger & Dopplinger Ges.m.b.H.

Unter dem Motto „Gemeinsam mehr bewegen – Wir gehen gemeinsam“ werden Schulkinder motiviert, in ihrem Alltag häufiger zu Fuß zu gehen bzw. mit dem Fahrrad oder dem Scooter zu fahren. Dabei sammeln sie über einen Zeitraum von rund sechs Wochen Kilometer und Punkte. Die TeilnehmerInnen erhalten jeweils ein Kuvert mit  einem Schlüsselanhänger für das Kind, einer Chipkarte für die Eltern, einem Plan der im öffentlichen Raum verteilten „Beat the Street–Sendeboxen“ und einem Folder mit der Spielerklärung. Durch Antippen der Sendeboxen werden Punkte und Kilometer gesammelt. Je mehr Boxen angetippt werden, also je größer die zurückgelegte Strecke ist, desto mehr Punkte und Kilometer werden gesammelt. Der Streckenfortschritt kann über eine eigene Homepage jederzeit nachverfolgt werden.

100.000 Euro Fördergelder

Für die vier Siegerprojekte stehen Geld- und Sachleistungen im Wert von insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung. „Wir setzen diese Fördermittel je nach sachlichem Bedarf und Projektstatus ganz gezielt ein, um die Projekte möglichst gut zu begleiten und rasch zum Erfolg zu führen“, sagt Philip Newald, Vorstand von motion4kids. „Jene Projekte, die es nicht in die engere Auswahl geschafft haben, jedoch gutes Entwicklungspotenzial aufweisen, unterstützen wir durch Vernetzungsleistungen. Das heißt, wir bringen die Ideengeber mit Partnern aus unserem Netzwerk zusammen, die bei der Weiterentwicklung der Ideen helfen. Idealerweise ergeben sich daraus neue Projekte, die bei unserem nächsten Call for Projects eingereicht werden.“

Zustiftungen steuerlich absetzbar

Der nächste Call for Projects ist für die zweite Hälfte 2019 geplant. Bis dahin wird der Fördertopf von motion4kids wieder gut gefüllt sein. Markus Eder, Vorstand von motion4kids: „Im Zuge der Projekteinreichungen sind auch Zustifter an uns herangetreten und haben ihre Unterstützung zugesagt. Das freut uns außerordentlich.“ Dieses wachsende Interesse beweise auch, wie wichtig die Wirtschaft ein wettbewerbsfähiges und attraktives Bildungssystem nehme, betont Stefan Zotti, Vorstand der Innovationsstiftung für Bildung: „Durch die steuerliche Absetzbarkeit von Zustiftungen ist motion4kids auch für Stifter eine sehr interessante Möglichkeit, einen gesellschaftlich wertvollen Beitrag zu leisten.“

Über motion4kids

motion4kids – Wir bewegen unsere Zukunft ist eine Marke der „Wir-bewegen-unsere-Zukunft-Bildungsstiftung“ mit Sitz in Wien. Sie wurde Anfang 2018 als gemeinnützige Substiftung der Innovationsstiftung für Bildung und der Casinos Austria AG ins Leben gerufen. motion4kids unterstützt innovative Projekte zur Bewegungs- und Bildungsförderung von Kindern zwischen drei und zehn Jahren. Durch aktive Prävention sollen die Gesundheit, Lern- und sozialen Kompetenzen der Kinder verbessert, ihre Lebensqualität nachhaltig erhöht und ihre Integration gefördert werden. Dabei ist besonders wichtig, dass die Kinder Spaß haben. Denn nur mit Freude lässt sich auch gut lernen.

motion4kids realisiert selbst keine Projekte. Die Stiftung nimmt Projektanträge entgegen, bewertet sie und entscheidet über ihre Förderung. Dies geschieht über ein standardisiertes, transparentes Verfahren und vorab festgelegte Einreich- und Entscheidungskriterien. Nach Sichtung der eingereichten Projekte durch den Stiftungsvorstand entscheidet das Kuratorium, welche Projekte gefördert werden. Dem Kuratorium gehören namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Sport, Medizin, Wirtschaft und Medien an. Nähere Informationen: www.motion4kids.org