Wir wollen Teil der Lösung sein!

Wir sitzen zu Hause, die Zeit steht aber nicht still. Wir versuchen händeringend unsere Firmen zu retten, die Rettungspakete kommen aber noch nicht an. Unsicherheit prägt den Alltag. Die Wirtschaft liegt am Boden. Wir sind auf Notbetrieb. Wie lange wird das dauern? Können wir tatsächlich nicht produktiv sein und remote arbeiten? Nahezu alle Kunden verschieben ihre Projekte, kündigen Verträge oder zahlen offene Rechnungen nicht mehr. Es scheint fast so, als ob alle in Schockstarre verfallen sind. Die Aufgabenstellungen der verbliebenen Kunden sind andere als üblich – das ist klar. Zum Lachen gibt es auch immer noch etwas. Glücksitter melden sich aktuell laufend – berichten unsere Startups. Sie haben gehört, dass wegen der Krise alles gratis sei und wollen gerne konsumieren. Was es den gibt, will man wissen? Verrückte Zeiten.

Unsere Gesundheit hat oberste Priorität. Die Wirtschaft schon auch, aber in erster Linie wollen wir das der Staat sich darum kümmert. Wir sind „Vollkasko“ Service gewohnt. Krisen sind unangenehm, die wollen wir gar nicht. Wir müssen helfen, koste es was es wolle. Das sehen wir wie unsere Politiker. Wir verschenken Leistungen, Produkte, Services und fühlen uns gut. Wäre da nicht das Problem, dass wir noch immer auf die Bestätigung unserer Rettungspakete warten. Hoppla – nochmal nachgerechnet – jetzt wird es eng. Investoren haben im Moment auch keine Lust frisches Geld zu investieren. Vielleicht haben wir doch ein Problem und können uns das so gar nicht leisten?

Wer etwas kostenpflichtig anbietet, bekommt einen Shitstorm angetragen. Soviel ist klar. So richtig darüber nachgedacht wird da nicht. Es wird vielfach übersehen das die Geschenke, die wir aktuell bejubeln vielfach in den Folgejahren – etwa durch leichtfertig unterschriebene Verträge – ganz schön teuer werden können. Vorsicht bei „Freemium“ Modellen und Vertragsbindungen. Gratis ist nicht immer günstig. Es empfiehlt sich das Kleingedruckte zu lesen. Reflektieren wir kurz und überlegen wir ob das Verschenken in dieser Zeit die Krise generell schlau ist. Verstärkt sich die Krise möglicherweise, wenn wir verschenken was wir uns nicht leisten können? Wäre es nicht besser das Unternehmen weiterhin Umsatz machen, Steuern zahlen, als sich an Rettungsschirme und Rettungspakete zu klammern?

www.yodel.io

Unternehmer lieben in der Regel ihre Freiheiten und scheuen nicht vor harter Arbeit oder Herausforderungen zurück – warum machen wir sie kollektiv zu Bittstellern? Warum fordern wir von EPUs, Startups und Co., dass sie mit der Gratis-Welle verschiedener internationaler Technologiekonzerne mithalten? Unsere Startups sind keine Opfer, sie können in vielen Fällen wertvolle Lösungsanbieter sein. Einige Startups haben – neben ihrem Core-Produkt rasch Lösungen umgesetzt wie www.gutschein-nachbar.at, wo sie eben genau diese wichtigen Umsätze vermitteln. Austrian Startups veranstalten unter dem Titel „HACK THE CRISIS“ einen Hackathon und wollen sich weitere smarte Lösungen einfallen lassen – SUPER INITIATIVEN DANKE!

www.gutschein-nachbar.at

Der Arbeitsalltag eines Unternehmers ist im Moment nicht ohne. Mitarbeiter werden geschützt durch Kurzarbeit, aber wer schützt den Unternehmer? Richtig gelesen – wir Unternehmer machen uns gerade richtig sorgen. Wir haben die Wahl zwischen Verschuldung (verschieben von SV und Steuern), noch mehr Verschuldung mit Garantien (KMU Garantie) oder einem Härtefonds dessen Details wir noch nicht kennen. Wir kämpfen um Liquidität und müssen in fast allen Programmen erneut Liquidität vorstrecken (wie so oft bei Förderungen). Man verbringt Stunden und Tage um sich in die Programme einzulesen. Das Ausfüllen der Fülle der Anträge ist nicht gerade selbsterklärend. In der aktuellen Lage fühlen wir uns nicht wohl – wir sind Unternehmer geworden, weil wir Selbstbestimmung schätzen und wir sind Bittsteller geworden. Wir sind bereit mehr zu leisten. Wir wollen arbeiten, Teil der Lösung sein und keine Opfer.

www.butleroy.com

Die Politik tut das was sie kann. Nach bestem Wissen und Gewissen werden schnell und (hyper)aktiv Maßnahmen gegen den Abschwung entwickelt und präsentiert. Hilfsprogramme greifen aber nicht sofort und auch nicht flächendeckend. Es gibt zu viele Spezialfälle. Ein Härtefall in einem Betrieb mit 25 Personen, ist schon kein Kleinstunternehmen mehr und wird nichts aus dem Fonds der WKO bekommen / außer der Unternehmer entlässt 15 Mitarbeiter bis 31.3.2020 (Stichtag). Wenn das Unternehmen  Kurzarbeit angemeldet hat, darf es nicht mehr (Kündigungsschutz) entlassen. Von 48 Stunden war die Rede, viele Warten bereits eine Woche. Wie lange es noch dauern wird bis man Rechtssicherheit hat, das kann einem keiner sagen. Nach einem freundlichen Telefonat mit dem AMS, ist man kaum beruhigt. Sie wissen auch nicht mehr. Wenn die Überbrückung bis zur Auszahlung der AMS Gelder (bis zu 90 Tage / man rechnet aber laut Kronenzeitung mit 2 Monaten) nicht zwischenfinanziert werden kann, dann wird das Unternehmen auch kaum KMU Garantien bekommen (URG).

Es sind dramatische Zeiten. Arbeitslosenzahlen steigen. Existenzen stehen auf dem Spiel. Milliarden an Fördergeldern und Investments für Österreichs Innovatoren und Zukunftsunternehmen der letzten 10 Jahre drohen zu implodieren. Als Standort drohen wir zurückzufallen. Was tun? Wie kann man hier helfen und ein Teil der Lösung werden?

Wir müssen umdenken! Die Bevölkerung sollte von Unternehmern fordern, dass sie nicht aufgeben und ihnen den Rücken stärken. Lokal kaufen und regionale Services beziehen ist der beste Weg, um den Motor laufen zu lassen. Wir brauchen eine Bewegung mit ein wenig volkswirtschaftlichem Verständnis. Mir ist bewusst das ist viel verlangt. Hashtags a la #wirschaffendas – motivieren und sind gut, aber wir brauchen Taten. Wir müssen unser Geld dort einsetzen, wo unsere Worte sind. Österreichs Wirtschaft lebt von Unternehmern und Kunden, von Lieferanten, Dienstleistern, Erfindern, Produzenten und der Infrastruktur – es ist ein komplexes Netz. Wenn wir alle auf die Bremse treten und in Schockstarre verfallen – dann haben wir die Büchse der Pandora geöffnet.

Ärzte, Apotheker, Logistiker, Infrastruktur und Lebensmitteleinzelhandelskräfte Arbeiten tapfer weiter. Warum also raunzen und auf Hilfe warten. Nutzen wir die Zeit. Wenn die einen den Notbetrieb aufrecht halten können, dann können wir auch ein produktiver Teil der Wirtschaft sein. Sehen wir es als Chance. Denken wir um und machen wir die Welt zu einer besseren – nach der Krise. Remote Arbeit war lange für viele Dinosaurier undenkbar, jetzt sehen wir wie gut es funktioniert. Ohne Dienstreisen und Büros auszukommen wäre möglich – die Welt nach der Krise kann eine andere sein und das meine ich durchaus positiv.

Wir können vielmehr als nur raunzen! Lasst uns kreativ sein. Handel betreiben und hören wir auf mit dem Finger zu zeigen, wenn jemand etwas Kostenpflichtiges anbietet. Nicht jeder ist gleich ein Abzocker. Im Gegenteil viele Startups bieten unter ihren Infrastrukturkosten an, weil sie versuchen mit Tech-Riesen (Google, Microsoft und Co) mitzuhalten. Diese stürmen gratis in den Markt und binden Kunden viele Jahre in Folge. Der Kunde kann hier bewusst eine Entscheidung für unseren Standort treffen und als (kleiner) fair zahlender Kunde Arbeitsplätze und gemeinsam den Standort retten.

Wenn Kunden einer Branche nicht kaufen können, dann könnte der Staat als Käufer – statt mit einem Rettungspaket – auftreten und Produkte, Services oder Lizenzen für diese Branchen zur Verfügung stellen. Der Effekt der durch Umsatz ausgelöst von Staatlichen-, Landes- und Gemeindebetrieben erzielt werden würde, würde viel schneller in der Wirtschaft ankommen. Umsatz hilft schneller als jedes Hilfspaket. Man spart sich viel Bürokratie und hält den Fokus der Unternehmen auf ihrem Kerngeschäft. Vergaberechtlich gibt es für eine solche Lösung sicherlich Einschränkungen, aber wenn die EU-Schuldengrenzen aussetzen kann, dann kann man vielleicht auch hier über eine Lösung sprechen. Wo ein Wille da ein Weg denke ich mir.

Angesichts der enormen Schulden, die notwendigerweise gemacht werden, erlaube ich mir einen letzten Gedanken. Wir sollten uns ebenfalls darauf verständigen, dass es ein wichtiges Gegengeschäft geben muss. Ein Gegengeschäft das insb. Konzerne und deren Aktionäre im Hinterkopf behalten sollten. Unternehmen die wir (Steuerzahler) retten, sollten in Zukunft daran arbeiten mit uns gemeinsam den Planeten zu retten. Nutzen wir Technologien und unseren Wohlstand, um Gutes zu tun. Unter dem Titel “If We’re Bailing Out Corporations, They Should Bail Out the Planet“ bringt dieses Thema ein fantastischer Artikel im New Yorker auf den den Punkt.

Lasst den Kopf nicht hängen. Spendet Applaus für gute Ideen. Helft wo ihr könnt, aber hört auf alles zu verschenken. Wenn wir alles verschenken, begeben wir uns in eine Abwärtsspirale, die kein Rettungspaket jemals auffangen könnte. Kauft und verkauft, betreibt Handel – das ist nichts Unanständiges, solange ihr fair bleibt. Kopf aus dem Sand nehmen und beginnen nach vorne zu schauen. Es geht für viele von uns auch ohne Förderungen. Es ist Zeit das unternehmerische Talent und unser Gewissen als Konsumenten (nicht nur im Lebensmittel Einzelhandel) zu aktivieren.

10 Top-Picks in der Corona Krise

Wer in diesen Tagen die Finanzmärkte beobachtet wird Zeuge einer atemberaubenden Achterbahnfahrt. Es ist eine Fahrt, die noch einige Zeit dauern wird und einige Chancen und Risiken birgt. Wie bei einer Achterbahn üblich startet die Fahrt mit einem schnellen Start bergab, gefolgt von einer ersten Korrektur und wir wissen alle das noch die ein oder andere Welle kommt – wer mag kauft und verkauft schnell, die konservativen unter uns warten erst einmal ab. Vermögensverwalter werden ihnen in Zeiten wie diesen nicht Raten zu zocken, sie halten sich in der Regel an zwei einfache Regeln: erstens Panik vermeiden und zweitens Risiken managen. Sie nehmen Risiko aus dem Portfolio und gehen zu nächst in Cash, viele Investoren legen frisches Geld zu ihren Banken und sagen „wenn es soweit ist investiert – ich will von tiefen Kursen profitieren“. Analysten und Fondsmanager sind sich ihrer Verantwortung bewusst, sie überlegen aktuell sehr genau, welche Firmen von der Krise profitieren und welche in besonders schwere Zeiten schlittern. Die Übung habe ich für mich auch gemacht

Ich muss gestehen ich habe in dieser Krise gleich ein paar Mal Glück. Einerseits sind Technologie Unternehmen in der Krise sehr gefragt, da sie uns helfen unsere Jobs auch von zuhause aus zu verrichten. Es gewinnen nicht alle Unternehmen, sehr wahrscheinlich aber jene die Services in den Bereichen Cloud, Video, Telefonie, Messenger, Daten-Analyse und Broadcasting (Webinare) rund um das Thema Home-Office anbieten.  Einer der offensichtlichen Profiteure ist ist die Zoom Video Aktie. Ich hatte sie selbst zu sehr attraktiven Konditionen gekauft, allerdings auch schnell wieder verkauft da der Titel viel zu schnell ein neues „all-time-high“ erreichte und viel zu stark überbewertet war. Mein Motto ist stehts – sei gierig wenn Preise attraktiv sind, gehe zufrieden wenn sie hoch sind, auch wenn das bedeutet das ich nun ein paar Wochen zuschauen muss wie die Aktie weiter steigt. Ich jage weder die Hochs noch die Tiefs.

Meine persönlichen 10 Top-Picks sind Titel die ich grundsätzlich (aus heutiger Sicht) ein Jahr halten möchte. Ich führe die Liste – bewusst ohne nähere Kommentare – in diesem Artikel (unten) an, möchte aber darauf hinweisen das ich damit ausdrücklich keine Kaufempfehlung abgebe, hinsichtlich einer Veranlagung berate und sogar strikt davor warne ohne Rücksprache mit einem professionellen Berater in Aktien zu investieren.

Handelt sich um eine große Krise?

Setzen wir die Krise zunächst einmal in Relation. Wie ist das Ausmaß der Krise zu beurteilen? Die Covid19 Krise hat bereits Geschichte geschrieben, es war der stärkste Kursverfall seit 1987. Wir wurden wohl alle auf dem falschen Fuss erwischt. Deutsche Medien sehen die deutsche Wirtschaft bereits in eine Rezession schlittern Automobilindustrie. Wenn die stärkste Volkswirtschaft in der EU und der wichtigste Handelspartner Österreichs in derartige Schwierigkeiten kommen sollte, dann wird dies wohl auch bei uns spürbar werden. Die Rettungspakete für die Wirtschaft erscheinen unter diesem Licht mehr als verständlich – manch einer rechnet jetzt eventuell nach und wird sich fragen ob die Maßnahmen ausreichend sind.

Manchmal hat man Glück, im Unglück. Manche nennen es das Glück der tüchtigen. Die Einschätzung überlasse ich jedem selbst. Ich für meinen Teil hatte jedenfalls Glück. Vor den großen Kursabstürzen an der Börse hatte ich bereits das Risiko in meinem Wikifolio „Digital Gamechangers“ deutlich reduziert – allerdings nicht wegen Covid19. Die Auswirkungen des Virus und dessen Ausbreitung in Europa und in den USA hätte ich mir in dieser Form damals noch nicht vorstellen können. Ich hatte vielmehr die Erkenntnis gewonnen, dass die Bewertungen einzelner Aktien zu stark aufgeblasen waren. Eine Korrektur musste kommen. Das Hoch oder Tief erwischt man selten, ich habe mir auch abgewöhnt darauf zu wetten und habe in Kauf genommen zu früh das Risiko zurück zu nehmen. Relativ zu meiner wichtigsten Benchmark, dem Technologie Index NASDAQ und zu einer gut vergleichbaren Strategie hat sich mein Wikifolio ausgesprochen gut geschlagen.

Besser als die Benchmark

Ich war zwischenzeitlich bis zu 60% in Cash und konnte so den Kursrutsch am NASDAQ gut abfedern. Was mich allerdings noch etwas mehr freut, ist dass ich eines der am besten bewerteten Wikifolios „High-Stockpicking“ zumindest in dieser Marktsituation um rund 15% out-performend habe.

Was zählt ist natürlich die langfristige Performance, dessen bin ich mir bewusst. Von der aktuellen Situation kann man gut profitieren, wenn man ausreichend cash hat um sich sukzessive in die richtigen Titel einzukaufen. Wenn Aktien in kurzer Zeit 50% oder mehr an Wert verlieren, dann kommt es in der Regel zu einer Gegenbewegung und es gibt die Chance auf eine satte Outperformance steigt – diesen Effekt sieht man grundsätzlich gut in Statistiken zu historischen Krisen. Andreas Kern – der Gründer von Wikifolio – teilte hierzu kürzlich auf Facebook nachstehende Grafik die dies sehr schön veranschaulicht.

Meine Top 10

Ich glaube fest daran das die aktuelle Krise eine Chance für uns darstellen kann. Ich halte wenig davon in Depression zu verfallen und empfehle jedem das meiste aus dem Home-Office herauszuholen. Ich denke für können viel dazu lernen, uns Methoden von Startups aneignen und auch mit Kreativität neue Geschäftsmodelle für uns finden.

Nachstehende Unternehmen werden aus meiner Sicht in der Krise unbeschadet bzw. teilweise sogar als Sieger hervorgehen – das sind meine 10 Top-Aktien für 2020:

  • Amazon
  • Alteryx
  • Facebook
  • Wirecard
  • Microsoft
  • Zoom
  • Tencent
  • Oracle
  • Slack
  • Paypal

Ich freue mich über alle Freunde des Social Tradings und natürlich über jeden aktiven Follower meines Wikifolios „Digital Gamechangers“. Viel Erfolg und kommt gesund durch die Krise.

Die Performance Organisation

Jeden Morgen schreiben sie auf ihre To-Do Liste das sie eine Präsentation überarbeiten wollen, aber der Alltag holt sie regelmäßig ein? Meetings über Meetings ermöglichen es ihnen kaum Luft zu holen oder das Besprochene zu reflektieren und in die Umsetzung zu gehen? Wo ist die Zeit geblieben, die sie früher hatten um Projekte aktiv, hands-on, weiterzubringen? Heute entstehen ständig neue Aufgaben (Tasks) – als Manager behalten sie zwar noch den Überblick – aber es wird zunehmend schwieriger Projekte auf Zug zu halten. Delegieren alleine hilft nicht mehr, da sie das „Bottelneck“ (der Flaschenhals) geworden sind. Verzögerungen entstehen, weil sie nicht mehr genug Zeit haben die notwendige Aufmerksamkeit auf einzelne Mitarbeiter zu lenken, die ihre Entscheidung benötigen um weiter arbeiten zu können. Sie haben ein lösbares Problem, aber definitiv ein Problem!

Ich kenne ihr Problem nur zu gut. Als Unternehmer bzw. Unternehmensberater habe ich mehrfach Firmen von Null weg aufgebaut, als Investor und Berater über 100 weitere auf ihrem Weg begleitet. Das oben geschilderte Muster findet man früher oder später in jeder jedem stark wachsenden Unternehmen wieder. Als Business Angel bzw. Venture Capital Investor startet man regelmäßig wieder bei (fast) null – mit der nötigen Leidenschaft für das Thema macht es einen rießen Spaß. Wenn man diese Arbeit nicht mag, findet man sich in einem Alptraum wieder. Kaum hat eine Firma wieder einen Wachstums schritt geschafft, realisiert man das man wieder Ordnung ins Chaos bringen muss.

Mit begrenzten Ressourcen effizient zu arbeiten ist noch schwieriger als in einem Konzern Umfeld. Alles muss schnell gehen und mit wenigen Handgriffen erledigt sein. Wie soll das gehen? Wie schafft man es optimale Leistung für Kunden zu erbringen und noch genug Ressourcen frei zu halten, um sich der Unternehmensentwicklung zu widmen? Moderne Management Methoden und Organisationsstrukturansätze – wie die Holacracy und OKRs – werden bei der Auflösung dieser Fragen ihre besten Werkzeuge. Sie sind der Schlüssel für eine Performance Organisation. Die Implementierung mag nicht trivial sein, aber der Aufwand lohnt sich – also KOPF HOCH und LOS.

Inspiration & Best Practice

In meiner täglichen Arbeit als Business Angel und Venture Capital Investor, sowie auch in meinem Unternehmen, versuchen mein Team und Ich täglich das Maximum an Leistung und Qualität herauszuholen. Wir haben geradezu eine Allergie gegen Ineffizienz. Nichts ist schlimmer als Meetings in denen am Handy gespielt wird, wo einzelne Teilnehmer nichts zu sagen haben, oder keine Agenda vorab versandt wurde. Auf meiner Rangliste der Schreckgespenster für Unternehmer, ist redundantes Arbeiten (also Dinge doppelt machen) und schlechte Dokumentation. Wenn man diese Schreckgespenster aus seinem Unternehmen aussperrt, dann hat man nur noch Geschwindigkeit und Qualität unter einen Hut zu bringen – das darf kein Widerspruch sein. Die Leistungsfähigkeit einer gut eingespielten Performance Organisation ist beeindruckend – sie werden überrascht sein. Der Aufwand eine solche aufzubauen, werden häufig unterschätzt.

Seit Jahren studiere ich die Methoden der effizientesten Serien-Unternehmer, die ich Kennenlernen durfte und mit denen ich das Glück hatte zu arbeiten. Ich lese (fast) alle Bücher die mir zu dem Thema empfohlen werden. Als Investor und Manager faszinieren mich diese Methoden. Was in der Theorie schlau klingt, ist in der Umsetzung immer deutlich komplizierter. Die Effizienz in einer Organisation wird letztlich erst möglich, wenn man alle Mitarbeiter abgeholt hat und ein „grassroot effect“ entsteht der bewirkt, dass sie selbst weitere Optimierungsschritte setzen.

Über die Jahre habe ich zusätzlich sehr viel zu diesem Thema gelesen und Baustein für Baustein mein persönliches Rezept für eine „Performance Organisation“ entwickelt. Gleich vorweg: Perfekt ist mein Modell sicher noch nicht, Unternehmertum lebt von laufender Weiterentwicklung. Ich melde mich also spätestens in ein paar Jahren mit einem Update zu diesem Thema und berichte warum und wo ich nachschärfen musste.

Die Unternehmensstruktur

Wir haben das Jahr 2020 und was haben wir gelernt? Nichts! Unternehmen haben viel zu viele Mitarbeiter und starre Hierarchien. Im ersten Moment wirkt das für einen Angestellten sehr angenehm, da sein Arbeitsfeld klar abgesteckt ist und man in Ruhe seinen Job abarbeiten kann. Was für ein Denkfehler! De facto bietet diese Organisationsform für den Unternehmer einen klaren Vorteil. Mitarbeiter sind in einer solchen Organisation nur die „kleinsten“ Zahnräder – sie sind leicht ersetzbar und haben limitierte Aufstiegschancen. Sie sind Spezialisten – d.h. sie bekommen ein gutes Einstiegsgehalt, einen gedeckelten Bonus und werden nach ein paar Jahren verstanden haben wie ihre Abteilung mit anderen Abteilungen zusammenarbeitet. Nach der nächsten Reorganisation durch einen internationalen Berater fangen sie wieder fast bei „Null“ an. Top-Manager (insb. Vorstände) werden in der Regel von außen durch einen Head-Hunter geholt. Wer Karriere machen will muss Job-Hopper werden. Interessant – wenn man bedenkt, dass die Personalfluktuation bei „Hidden Champions“ (in der Regel international führende Familienbetriebe) unter 4% liegt, warum wird der Mitarbeiter dort nicht so oft getauscht?

Ich persönlich habe es immer vorgezogen mich mit meinem Job zu identifizieren und zu gestalten. Solche Jobs wollte ich auch schaffen. In meinen Mitarbeitern will ich Unternehmergeist spüren. Es ist nichts schöner als das Feuer der Neugier brennen zu sehen und gemeinsam Herausforderungen anzunehmen und zu bewältigen. Eine Performance Organisation bietet sinngemäß einen anspruchsvolleren Arbeitsplatz als eine altmodische Hierachie-Organisation. Darauf muss man sich einlassen und damit muss man auch umgehen können. Wir sind uns dessen bewusst. Unser Assessment für Mitarbeiter wird laufend weiterentwickelt – da die Auswahl der richtigen Talente der Schlüssel zum Erfolg ist. In einem meiner nächsten Artikel werde ich auf den Wert von „Persönlichkeitstests“ und strukturierte Personalsuchprozesse eingehen – an dieser Stelle würde ein Exkurs zu weit gehen.

Wir geben unseren Talenten Zeit, um sich in unserem noch wachsenden System zu finden. Wir schulen schnell ein und setzen neue Kolleginnen schnell aktiv ein. Man könnte sagen wir schmeißen sie ins „kalte Wasser“ – wohl wissend das wir gute Schwimmer angestellt haben. Junge Talente verstehen (insbesondere am Anfang) in freien, flexiblen Organisationsformen oft ihre Rollen nicht – sie warten bis jemand zu ihnen kommt und sie aufklärt. Gefragt wäre aber ihre Initiative Fragen zu stellen. Ein gutes Team erkennt das und bindet sie schnell ein, erklärt bei Kaffee, Kuchen, Lunch oder nach der Arbeit bei einem Glas Wein warum bei uns ein paar Dinge nicht so sind, wie man das üblicherweise kennt. Jene die sich schnell zurechtfinden, fühlen sich für neue Herausforderungen nicht nur gewachsen, sie blühen gerade zu auf. Kaum jemand vermisst Hierarchien und starre Strukturen, nach dem Wechsel in eine dynamische Unternehmenskultur.

Exkurs: Selbstverantwortung und Gestaltungsspielraum – Widerspruch zum Bildungssystem

Das Bildungssystem ist viel zu sehr auf klaren Hierarchien, nicht aber auf Selbstständigkeit und Eigenverantwortung aufgebaut. Die Überforderung mit einer eigenverantwortlichen Situation im Beruf, konnte ich in vielen Fällen auf den Werdegang sowie verschulte, durchorganisierte Bildung zurück führen. Selbst meine alte Universität – die Wirtschaftsuniversität Wien – hat mittlerweile Stundenpläne und hilft Studenten beim Absolvieren ihrer Semester durch die Organisation. Dieser falsch verstandene Service – führt später zu keinem eigenständigen Menschen, die gerne Entscheidungen treffen und ihre Fehlentscheidungen eingestehen. Mitarbeiter, die über 5 Jahre Erfahrung, am besten aus kleineren dynamischen Unternehmen mitbringen, haben das nachgelernt – sie können viel besser in dynamischen Organisationen navigieren. Wir bevorzugen daher Mitarbeiter mit Berufserfahrung, seitdem wir es uns leisten können.

Team-Spieler können auch Teams führen

Junge Arbeitnehmer müssen in einer Performance Organisation schnell lernen ihre Stärken und Schwächen einzusetzen und sich aktiv für Rollen in Teams empfehlen. Ein Team-Spieler kann auch Teams führen, ein Einzelkämpfer aber weder noch. Neulinge haben es schwerer und müssen intensiv unterstützt werden – dieses Bewusstsein muss bei jedem im Team bestehen – wir sind letztlich nur so gut, wie das schwächste Glied in der Kette. In einem guten Team findet sich immer ein Mentor und / oder ein Ansprechpartner. Unternehmerinnen übersehen gerne echte Roh-Diamanten (Talente die mehr leisten können) – häufig entfalten sie sich nicht, weil ihnen ein Gegenüber fehlt, oder weil man sie nicht ins Team eingliedern konnte. Selbst in kleinen Unternehmen heben Managerinnen häufig nicht die Potenziale ihrer Mitarbeiterinnen – sie übersehen wie wichtig es ist, dass jeder im Team einen direkten Sparringspartner hat. Destruktive Kräfte im Team suchen häufig den Aufstieg um jeden Preis, sie wollen führen und nicht „nur“ im Team spielen. Die Versuchung ist in kleinen Organisationen zwar größer, das Ausmaß von Intrigen solcher Spieler in großen Unternehmen dafür manchmal umso beeindruckender. So hart es klingt – je früher man destruktive Spieler raus nimmt, umso besser.

Die Chance besteht darin wechselnde Führungsverantwortungen zu nutzen. Team-Spieler können führen und im Team Spielen – Einzelkämpfer keines von beiden. Damit ungeschliffene Talente (ohne Berührungsängste, mit „aktuellem“ Wissen (etwa Digitalisierung)), im Zusammenspiel mit den Erfahrungen etablierter Mitarbeiter zu ihrem Vorteil nutzen können – müssen diese in wechselnden Verantwortlichkeiten arbeiten. Ein starkes Team ohne Neid, in Verbindung mit einer „Ja und – Mentalität“, ist der Schlüssel zum Erfolg.

Ja-und Mentalität

Wenn Mitarbeiter auf Chancen positiv reagieren und nicht den Kopf einziehen oder Ausreden parat haben, warum sie etwas (noch nie) konnten, an dieser Stelle mit einem Positiven „Ja und – ich würde hier gerne mitarbeiten und etwas lernen / ich hatte hierzu Ideen die ich gerne ein bringen will / wir könnten A, B, C hier einfließen lassen.“ dann werden sie Erfahrungen sammeln und weiter kommen. Diese Einstellung ist wichtig. Wenn sie wissen, dass sie sich aus dem Fenster lehnen und dazu lernen müssen – dann sagen sie das. Ihre Qualitäten werden dem Team dennoch helfen, da sie neue Blickwinkel und andere Erfahrungen einbringen. Eine Führungskraft erkennt ihre Bereitschaft und wird ihnen Chancen bei der nächsten Zusammenstellung eines Projektteams gewähren. Aktives Vorschlagen oder Annehmen von Fortbildungen – etwa von Online-Kursen, wie sie von nahezu allen Top-Universitäten – wie etwa Oxford, Columbia, Harvard, etc. – angeboten werden, ist besonders für junge Mitarbeiter ein guter Weg um sich für mehr Verantwortung (mittelfristig) zu empfehlen.

Sie Kommunizieren – aber werden sie Verstanden?

Kommunikation in dynamischen Organisationen und ihren Team ist die Essenz, die erst alles möglich macht. Regelmäßig erleben wir, dass zwar miteinander gesprochen, aber nicht kommuniziert. Es braucht Selbstbewusstsein die richtigen Fragen zu stellen. Sie müssen ihre Neugier für Neues entdecken und klar zugestehen, wo sie noch Nachholbedarf haben und dieses Wissen einfordern. Es ist wichtig zu verstehen wie Kollegen Probleme lösen, wie sie sich Skills erarbeitet haben und aktiv voneinander zu lernen. Das Zusammenstellen von Projektteams (insb. in größeren Unternehmen) erfolgt vielfach auf Basis persönlicher Beziehungen und sozialer Verbundenheit, kaum aber wegen klar definierter skill-sets, Leistungsprofile für Projekte und Interessen. Dieses Problem verdient für sich einen eigenen Blog-Artikel und wird hier bewusst ausgeklammert.

Die Organisation ohne Management – Holacracy

Eine Performance Organisation ist sehr häufig als sogenannte Holacracy – als dezentrale Organisation ohne Management – aufgesetzt. Die Steuerung der Ziele erfolgt am besten auf Basis von OKRs (Objectives und Key Results), einem Management System, welches durch Google berühmt wurde – der Konzern wird bis heute durch OKRs geführt. Erfunden wurde dieser Ansatz allerdings nicht (wie viele vermuten) von Google selbst sondern von INTEL-Mitgründer Andrew Grove. Jeder Mitarbeiter und Manager ist in diesem Modell 100% transparent, auch hinsichtlich der Erfolge oder Verfehlungen ihrer Ziele betreffend. In einer Holacracy gibt es demnach keine Notwendigkeit für Abteilungsleiter und starre Hierarchien und der Vorstand oder Geschäftsleiter behält dennoch den Überblick.

Manager und Mitarbeiter sind abhängig vom Projekt oder Aufgabenbereich, einmal Verantwortungsträger und ein anderes Mal Projektmitarbeiter (Lieferant) – in einer Holacracy ist man nicht immer der Chef einer Abteilung, man leitet Projekte und arbeitet ihnen zu. Die Eigenverantwortung in einer solchen Struktur steigt naturgemäß, die Kommunikation untereinander wird zum Schlüssel und der Wettbewerb um das Fertigstellen von Projekten bzw. erreichen von Zielen führt letztlich zu Erfolgen. Sofern Mitarbeiter das „unternehmerische“ Potenzial mitbringen mit einer solchen Organisation umzugehen – grandios. Der Weg ans Ziel erfolgt meistens in Schritten, da man sonst die Struktur völlig überfordert. Ressourcen überlappen, das Verständnis für bereichsübergreifendes Arbeiten wird geschärft – es kann aber auch verwirren und zu Verzögerungen kommen, weil keiner mehr weiß was er macht. Die Notwendigkeit intensiver Kommunikation von allen Beteiligten ist hier unbestritten, darf aber nicht zur Falle, einer Meeting-Überflutung, führen.

Wirecard – (K)Eine riskante Wette

  • Den mediale Schlagabtausch rund um Wirecard, hast sich zu einem echten „Thriller“ entwickelt.
  • Die Meldungen scheinen nicht abzuklingen, die Volatilität bleibt hoch.
  • Der Kursabsturz war eine spitzen Gelegenheit zum Aufbau einer Position.
  • Eine riskante Wette basierend auf einem soliden Geschäftsmodell
  • Mittelfristiges Potenzial zur Verdoppelung ist gegeben, die Risikoprämie scheint attraktiv.
  • Wirecard ist aktuell die zweit stärkst gewichtete Position im Wikifolio Digitalgamechangers

Allgemein

Im letzten Jahr berichtete die Financial Times (FT) überraschend in einer Serie von Artikeln (siehe A, B, C) über Unregelmäßigkeiten in der Buchhaltung und Bilanzierung beim internationalen Zahlungsdienstleistungsriesen Wirecard. Zuletzt legte die FT nach und warf auch noch Industriespionage gegen Broker und einzelne Hedgefunds im Auftrag des Unternehmens vor – der Krimi war damit perfekt.

Das Management rund um den Kernaktionär und CEO – Markus Braun – verteidigt das Unternehmen nach allen Regeln der Kunst. Das Vertrauen sollte rasch durch externe Prüfberichte und den Rückkauf von Aktien geschaffen werden, leider war der Erfolg begrenzt. Kaum war etwas Erholung in Sicht, platzte aber die nächste Bombe in den Medien. Niemand weiß heute was die Motivation hinter diesen schweren Anschuldigungen ist, niemand weiß was noch kommt, oder wann das Vertrauen wieder hergestellt ist bzw. wann die Medien wieder loslassen.

Mein Investment Case

Als Investor versuche ich so gut es geht einen langfristigen Blick auf Unternehmen zu haben. Das Geschäftsmodell, Margen und der letztlich der nachhaltige Mehrwert von Services und Leistungen für Kunden sind für mich sehr wesentliche Faktoren bei der fundamentalen Analyse von Aktien. Ich investiere nur in Märkte und Produkte die ich verstehe und gerade bei Finanzunternehmen kann das eine Weile dauern. Man muss bei Banken, Zahlungs- und Finanzdienstleistern viele gesetzliche Rahmenbedingungen verstehen da diese heutzutage wichtiger sind den je. Wenn man sich zu sehr von Nachrichten beeindrucken lässt und kurzfristig zu stark darauf reagiert, kauft und verkauft zu oft und das treibt Transaktionskosten in die Höhe. Die Performance eines Portfolios leidet darunter langfristig am meisten. Disziplin und sehr viel Fingerspitzengefühl im Risikomanagement sind also gefragt.

Zurück zu Wirecard. Unabhängig was nach dem Mediengewitter zu Tage tritt und ob Manager (irgendwo auf der Welt) in Folge vielleicht sogar ihren Hut nehmen, schauen wir mal auf das Unternehmen und versuchen wir den „Investment Case“ zu verstehen. Wirecard hat eine der weltweit führenden Zahlungsplattformen, mit einem starken regulatorischen Netz an Lizenzen (alleine Banklizenzen in 33 Ländern, mit Partnern decken sie sogar über 100 Länder ab) und eine sehr runde Wertschöpfungskette um das Thema Zahlungsverkehr und FinTech-Services etabliert. Das Unternehmen wurde so zu einem wertvollen Partner für tausende Kunden weltweit. FinTechs – wie anfangs auch N26 – bauen ihre gesamten Geschäftsmodelle auf der Plattform des Unternehmens auf. Die Zahlen des Unternehmens steigen immer noch sehr stark mit rund 35% YoY (2018).

Quelle: Bloomberg (07.01.2020)

Die Zahlen erinnern zwar nicht mehr ganz an ein Startup – was man bei rund EUR 2 Mrd. Umsatz 2018 und geschätzten EUR 2,7 Mrd. 2019 auch nicht mehr erwarten darf. Das Wachstum ist dennoch beachtlich und verdient Respekt. Es wäre ein wunderschöner Case – stünde da nicht eine Frage im Raum: „Stimmen die Umsatzzahlen überhaupt – oder wurde hier manipuliert?“ Tja – das ist schwer zu sagen. Wohl für jeden Außenstehenden.

Was also tun? Hier kommen wir zu dem Element, welches ich für mich als Wette bezeichne (letztlich ist es aus meiner Sicht nichts anderes). Die nächsten Prüfberichte werden uns hoffentlich Transparenz bringen und vielleicht zu Personalentscheidungen führen, die solche Ereignisse in Zukunft verhindern – wir werden sehen. Selbst wenn manipuliert wurde, gehe ich die Wette ein, das sich an den Zahlen des Gesamtunternehmens nichts signifikant ändern wird. Sollten Manipulationen im Gesamtunternehmen doch größer ausfallen, würde es nicht nur mich sondern auch eine Reihe professioneller Analysten sehr überraschen. Tammy Qiu von Berenberg hat das Kursziel (wie übrigens 70% der Analysten!) auf BUY belassen und regelmäßig im letzten Jahr bestätigt.

Quelle: Bloomberg (07.01.2020)

Ich rechne damit das kleinere Fehler passiert sind und wäre dann auch schlimm genug, ABER das sich der Unternehmenswert an der Börse zu halbiert – das halte ich dann doch für übertrieben. Eine Bestätigung von signifikanten Manipulationen würde mich überraschen, das würde auch bedeuten das Aufsichtsbehörden (hier geht es um Banken und andere streng regulierte Geschäftsfelder) und Wirtschaftsprüfer, global, auf voller Linie versagt hätten. Kann man diesen Institutionen nicht mehr trauen sollte man jede Art von Investment in Finanzwerte wahrscheinlich überdenken – damit wäre die nächste Finanzkrise das reiste „Armageddon“. Meine persönliche Einschätzung ist also das der Markt hier übertrieben stark abverkauft hat.

Jede Krise hat auch etwas gutes. Für mein Wikifolio (Digital Gamechangers) kam so eine willkommene Gelegenheit eine Position bei Wirecard aufzubauen. Einerseits denke ich das Wirecard langfristig enormes Potenzial hat, binnen 18 Monaten sehe ich aber sogar Potenzial auf eine Verdoppelung. Das Management hat im übrigen auch gekauft und sich obendrein das Recht gesichert (bis Ende 2020), bis zu einem Kurs von EUR 200, bis zu 2,5m Aktien zurückzukaufen. Wenn sich das Gewitter erst einmal verzogen hat kann hier einiges passieren. In den letzten Tagen hat der Kurs ja schon mal ordentlich angezogen, aber das heißt noch nichts. Timing ist immer mit einer guten Portion Glück verbunden. Das Kaufen von Werten die an der Börse geprügelt wurden, braucht zudem dann auch noch Mut – alles in allem eine aufregende, aber auch riskante Aktie die Wirecard.


Conclusio

Es bleibt unterm Strich eine Wette auf „saubere“ Bücher. Die Wette ist mit einer ansprechenden Risikoprämie bewertet. Anders als einige meiner Freunde sehe ich das Investment in Wirecard nicht als No-Brainer solange das KGV über 20 ist (aber ob wir die Bewertung jemals sehen wage ich zu bezweifeln). Ich fühle mich jedenfalls – nach dem ich meine Hausaufgaben gemacht habe – sehr wohl mit der Position und baue sie vielleicht sogar noch im Lauf des Jahres aus.

Offenlegung: Ich bin privat und über Wikifolio bei Wirecard investiert. Ich habe diesen Artikel eigenhändig mit Bezug auf externe Quellen geschrieben. Der Artikel drückt meine eigene Meinung aus. Ich erhalte keine Entschädigung für diesen Artikel. Ich schreibe da ich meine Gedanken zu Investments gerne im Sinne eines „Social Traders“ gerne teile, daher verwalte ich auch ein öffentlich einsehbares Wikifolio. Der Artikel ist ausdrücklich nicht als Anlageempfehlung oder Beratung zu verstehen.

Alteryx Inc. – Ein starker Investment Case!

Zusammenfassung

  • Daten sind das neue Gold, und Alteryx ist ein Softwareanbieter der vom Datenanalyse-Boom profitiert.
  • Die Kunden insb. große Beratungsunternehmen lieben die Lösungen von Alteryx.
  • Das Unternehmen wächst schnell und übertrifft regelmäßig Erwartungen.
  • Alteryx hat viel Raum für nachhaltiges Wachstum und steigende Gewinnmargen in der Zukunft.
  • Alteryx ist ein Investment mit überdurchschnittlichem Risiko, die Ertragschancen der Aktie erscheinen dennoch verhältnismäßig attraktiv.
  • Langfristig attraktives Entwicklungspotenzial – die Aktie ist aktuell am höchsten gewichtet in meinem Wikifolio.

Alteryx – Eine der besten Datenanalyse Platformen

In der Evolution der Digitalisierung, ist Datenanalyse eine der wichtigsten Prioritäten für alle Arten von Unternehmen. Daten sind Assets die heute in vielen Unternehmen noch im verborgenen liegen und nicht ausreichend genutzt werden – es fehlt in vielen Fällen gar nicht so sehr am Bewusstsein, sondern vielmehr an den Fachkräften (sog. Data Scientists) die datengetriebene Entscheidungen aufbereiten können. Genau in diese Kerbe schlägt Alteryx.

Alteryx bietet Software, die diesen Datenanalyseprozess einfacher, leichter und effizienter macht. Das Unternehmen rechnet damit, dass der gesamte adressierbare Markt fast 28 Milliarden Dollar groß ist und in den kommenden Jahren gar auf bis zu 49 Milliarden Dollar heranwachsen wird. Das Unternehmen hat über 5.600 aktive Kunden, darunter 34% sog. Global 2000. Die Wachstumsrate lag im letzten Quartal über 130% – das sind Zahlen die wir von Startups gewohnt sind. 2019 wurde das Unternehmen sogar als Gartner Peer Insights Customer Choice ausgezeichnet.

Zahlen Daten, Fakten

Analysten empfehlen die Aktien mehrheitlich (siehe Grafik 1), bei einem durchschnittlichen Kursziel von USD 126,00 mit einem Ertragspotenzial von rund 22,5%. Der jüngste Kurs rutsch bei Tech-Aktien (im allgemeinen) hat eine Kauf Chance geöffnet.

Grafik 1, Quelle: Bloomberg (30.12.2019)

Besonders interessant finde ich das einer der bislang besten Analysten (Derrick Wood) das Papier mit einem Kursziel von USD 147 bewertet (siehe Grafik 2).

Grafik 2, Quelle: Bloomberg (30.12.2019)

Der Umsatz im letzten Quartal betrug USD 103,4 Mio., das entspricht einer Steigerung von 64% gegenüber dem Vorjahr und einem Wachstum von 132% auf jährlicher Basis. Der bereinigte Gewinn pro Aktie belief sich auf USD 0,24 und übertraf damit die Erwartungen der Analysten um sagenhafte USD 0,15. Bei der Betrachtung der Entwicklung der Gewinnmargen ist zu beachten, dass Alteryx 90% des Umsatzes als Bruttogewinn erzielt (vgl. Grafik 3). Selbst unter Berücksichtigung der relativ sportlichen Forschungs- und Entwicklungausgaben, sowie der allgemeinen und administrativen Ausgaben, ist das Unternehmen profitabel. Kosten für Vertrieb und Marketing schlagen sich mit rund 51% des Umsatzes sehr stark zu buche.

Grafik 3, Quelle: Bloomberg (30.12.2019)

Betrachtet man die Bewertung anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV), erscheint Alteryx mit einem Forward-PE-Verhältnis von etwa 115 irrational teuer. Ich teile aber die Meinung führender Analysten das die aktuellen Gewinne nicht wirklich die wahre zugrunde liegende Ertragskraft des Unternehmens widerspiegeln, da die Vertriebs- und Marketingausgaben derzeit 50 % des Umsatzes ausmachen – das Unternehmen ist im Moment noch in einer exponentiellen Wachstumsphase und wird nachvollziehbar erst Mittelfristig (mit deutlich höherem Marktanteil) die Gewinnmargen stark nach oben drehen.

Conclusio

Ich sehe in Alteryx einen extrem spannenden investment case und habe sie daher in meinem Wikifolio (DIGITAL GAMECHANGERS) aktuell am höchsten gewichtet. Wettbewerber wie Salesforce – die kürzlich Tableau akquiriert haben – habe ich natürlich am Radar und sehe ich durchaus als mögliche Ergänzung in meinem Wikifolio, sofern ich wieder einer bessere Equity-Story zu dem Wert herauslesen kann. Datenanalyse ist die Grundlage für den nächsten Schritt in der Digitalen-Evolution zur Künstlichen Intelligenz (KI). Wie ich bereits in meinem letzten Blog-Artikel beschrieben habe, bin ich persönlich überzeugt das jene Software-Unternehmen die sich für das Zeitalter der KI rechtzeitig stark aufstellen, mittel- und langfristig, deutlich höheres Potenzial haben als andere. Folglich werde ich mich (auch in meinen Venture Investments) erneut stärker auf diesen Bereich konzentrieren.


Offenlegung: Ich bin privat und über Wikifolio bei Alteryx investiert. Ich habe diesen Artikel eigenhändig mit Bezug auf externe Quellen geschrieben und er drückt meine eigene Meinung aus. Ich erhalte keine Entschädigung für diesen Artikel. Ich schreibe da ich meine Gedanken zu Investments gerne im Sinne eines „Social Traders“ gerne teile, daher verwalte ich auch ein öffentlich einsehbares Wikifolio. Der Artikel ist ausdrücklich nicht als Anlageempfehlung oder Beratung zu verstehen.

5 Gründe – Warum 2020 Tech-Aktien fliegen werden

Nach einem guten Börsenjahr 2019, dürfen wir uns 2020 auf ein noch besseres Jahr freuen. Insbesondere für Technologiewerte – sog. Tech-Aktien – sehen die Vorzeichen gut aus und das freut mich natürlich besonders. Eine Blase oder Rezession sehe ich persönlich nicht (vgl. Auslblick 2020), im Gegenteil der Konsum hat im 4. Quartal 2019 überrascht und ich sehe aufgrund einiger Parameter besonders großes Potenzial für Tech-Aktien. Wie regelmäßige Leser meines Blogs wissen investiere ich als Business Angel regelmäßig in Gründungsphasen (Startups), über Venture Vehikel durch mein Unternehmen Venionaire Capital in Wachstumsphasen und rücke mit meinem Wikifolio „Digital Gamechangers“ Tech-Aktien ins Rampenlicht, die ich besonders stark empfinde. Meine Positionen im Wikifolio ändern sich laufend, es gibt aber regelmäßig Werte die länger vertreten sind – die behalte ich aber auch im Auge. Die letzten zwei Jahre waren für mich gute Börsenjahre – mein Wikifolio erzielte durchschnittlich 11,3% p.a., was deutlich über der Performance europäischer bzw. der deutschen Börsen lag. Ich hoffe eure Portfolios sind ebenfalls gut gelaufen und wir können uns an dieser Stelle gemeinsam freuen.

Quelle: Screenshot (25.12.2019), Wikifolio.com

Ich bin aber keines Wegs ein Börsen-Guru und möchte auch nicht so verstanden werden. Mein persönliches Interesse und meine Analysen dürfen auch nicht als Beratung oder Anlageempfehlung verstanden werden. Ich teile meine Eindrücke, da ich ein großer Fan von Social Trading bin und freue mich immer wieder über den Austausch und Diskurs mit gleichgesinnten. Technologie-Aktien (vgl. NASDAQ) liefen generell sehr gut in den letzten Jahren und das hat gute Gründe.

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs, einer Zeit in der die Welt auf den Kopf gestellt wird. Wer nicht laufend innoviert, verliert! So wird beispielsweise Tesla ein höherer Marktwert beigemessen als so manchem „alten“ Automobilriesen – das entspricht sicher nicht dem inneren Wert des Unternehmens heute, aber es sagt viel über die Zukunftschancen der Konzerne aus die von Anlegern beigemessen werden. Es ist eine Zeit in der es hinter verschlossenen Türen rund geht. Eine Zeit in der die ärmsten Reich und die Reichen alles verlieren können. Wie erkennt man aber die Zeichen und die richtigen Trends? Habe ich nur Rückenwind von einem globalen Trend oder macht sich die harte Arbeit doch bezahlt? Kann man Alpha erzielen und besser als der Markt veranlagen? Diese Fragen müsst ihr für euch selbst beantworten. Ich persönlich erwarte neben einem äußerst positiven Marktumfeld für Venture Capital und Startups (siehe Ausblick 2020) jedenfalls ein sehr starkes Jahr für Tech-Aktien und ich erkläre gerne warum:

1. Mehr Ressourcen, zu geringeren Kosten

Der scheinbar „plötzliche“ Durchbruch exponentieller Technologien hat immer sehr logische Gründe (das gilt in jeder Innovationswelle) und es gab auch immer Vorboten die man mit etwas Glück, Erfahrung und Verstand erkennen konnte. Der Siegeszug der Digitalisierung steht direkt im Zusammenhang mit der Entwicklung von Kosten und der Verfügbarkeit von skalierbaren Speichermedien und Rechenleistung – hier sind „Cloud-Services“ von Microsoft und Amazon neben vielen anderen wahre Gamechanger und spitzen Geschäftsmodelle. Speicher und Rechenleistung ist fast unbegrenzt verfügbar. Eine gewisse Abhängigkeit (andererseits wohl eine stabile Kundenbeziehung) wird aufgrund geringer Kosten weitläufig in Kauf genommen. Zur selben Zeit ist die Bandbreite des Internets (sowie dessen Abdeckung) noch nie so groß gewesen, wie heute und es gibt immer noch sehr viele Menschen auf dieser Welt die eingeschränkten Zugang haben!

Quelle: Venionaire Capital

2. Die 6. Welle der Digitalisierung (AI) bringt exponentielles Wachstum

Wenn einem bewusst wird, dass bislang erst ein Drittel des globalen BiP digitalisiert wurde und erkennt man das die bisherige Entwicklung noch kaum einen positiven Anstieg der Produktivität bewirkte (vlg. New York – Innovation und Dynamik), dann versteht man schnell wie groß das Potenzial der Digitalisierung (auch heute noch) ist. Wir stehen nicht am Anfang, aber die Geschichte des Wandels ist definitiv noch nicht geschrieben – wohl erst die ersten 6 Kapitel.

Das nächste Kapital – Künstliche Intelligenz – fasziniert mich besonders. Auf diesem Gebiet haben die Technologie Riesen (Amazon, Google, Facebook, Alibaba, Tencent, etc.) die Nase vorne, da sie schlicht auf einer Unmenge bislang ungenutzter oder zumindest nur schwach genutzter Daten sitzen.

Quelle: World Economic Forum, Accenture

3. Das Potenzial in Europa wird erst gezündet

Europa ist zwar noch gem. WIPO Statistik dank der Schweiz, Schweden und England unter in den Top 5 der innovativsten Ländern der Welt vertreten. Die Region verlor aber Jahr für Jahr deutlich an Boden und es ist leider zu erwarten das keines dieser Länder an der Spitze bleiben wird. In Sachen „New-Economy“ wird Europa bereits länger als Schlusslicht bezeichnet. Zu lange hat man verabsäumt B2C Tech-Unternehmen zu entwickeln bzw. in diese zu investieren. Die Zahl der Tech-Riesen aus Europa ist folglich sehr klein bzw. beschämend. Rekordsummen bei Venture Capital Investments und die steigende Zahl der Unicorns in Europa liegt maximal im globalen Trend – diese Zahlen täuschen, wenn man den internationalen Vergleich unterlässt. Zugpferde sind heute China und die USA – obwohl Europa alles hat was ein Innovations-Champion braucht, ausgenommen der Finanzierung für die nächste Welle. Das Blatt soll sich 2020 aber wenden.

Die EU wird neben verschiedenen bestehenden Programmen der EIB und des EIF, (endlich) zusätzliche EUR 20 Mrd. (jährlich) investieren. Darüber hinaus hat der chinesische Technologiekonzern „Tencent“ (etwa bei N26 und WeChat investiert) angekündigt 2020 USD 10 Milliarden in Europa investieren zu wollen. Dieses Kapital kommt zur richtigen Zeit. Die Handbremse in Europa kann sich dadurch lockern und vielleicht sogar das ein oder andere Unternehmen beflügeln global aufzumischen. Ich hoffe das wir so auch spannende IPOs 2020 und 2021 zu sehen bekommen.

4. Positive Effekte des technologischen Wandels bislang unterschätzt

Gute Politik baut auf noch besseren Daten und Studien. Jüngste Analysen zeigen das es (bei allen bekannten Nachteilen) bislang unbeachtet positive soziale- wie auch wirtschaftliche Effekte im Zusammenhang mit der Digitalisierung gibt. Politik bzw. Förderungen staatlicher Stellen, in Europa, werden zielgerichteter und vermutlich deutlicher stärker investieren um Europa wieder an die Spitze zu bringen – jetzt wo man klarer sieht.

Quelle: World Economic Forum, Accenture

5. Die einzige Konstante ist Veränderung

Schon der griechische Philosoph Heraklit wusste: „Die einzige Konstante ist Veränderung“ und dieses Zitat ist heute aktueller den je. Innovationszyklen folgen so dicht aufeinander wie noch nie zuvor. Die Folgen sind spürbarer den je und Vorstände ist gefordert mutige Investitionsprogramme für die Zukunft zu lancieren. Die Folge sind höhere Budgests für M&A, Innovation und Corporate Venture Capital und dies wird von Aktionären positiv bewertet. Wer nicht innoviert, verliert – oder anderes gesagt, wer auf der Bremse sitzt den strafen die Investoren ab. Es war für Interessant von einem befreundeten Aktien-Analysten zu hören, dass sie heute mehr als früher auf diese Aspekte achten. Der Unternehmenswert an der Börse spiegelt letztlich das Zukunftspotenzial eines Unternehmens wieder. Heute könnte man auch sagen wie gut das Unternehmen mit dem „Innovationsdruck“ bewältigt.

Ähnliches Foto
Quelle: Smart Turn Effect

Conclusio

Man muss kein Genie sein um Eins und Eins zusammen zu zählen. Technologie Unternehmen sind gewohnt laufend zu innovieren, das bringt ihnen deutliche Vorteile und somit bessere Zukunftsstrategien. Produktivität wird stark durch künstliche Intelligenzen bestimmt werden, hier ist die Frage: Wer wird die Schaufel im Goldrausch verkaufen – wohl einer der Tech-Riesen. Für Unternehmen die an der Spitze eines Marktes sitzen gilt: Nicht ausruhen! Margen, Geschäftsmodelle und Services werden nicht mehr „nur“ von den angestammten Wettbewerbern adressiert, es gibt eine Menge Quereinsteiger und das wird die Aktienmärkte 2020 noch gewaltig auf den Kopf stellen.

In diesem Sinne wünsche ich viel Glück, Gesundheit und Erfolg im Jahr 2020.

Startup & Venture Capital – Ausblick 2020

Am Ende eines jeden Jahres schauen wir zurück und ziehen Bilanz, wir schauen aber auch nach vorne und wagen eine Prognose. Für dieses Jahr habe ich mir etwas neues überlegt – ich würde gerne eure Einschätzung zu den wichtigsten Fragen im Venture und Startup Markt (deutschsprachiger Raum: Deutschland, Östererreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und Süd-Tirol) einfangen. Ich bitte in diesem Sinn um eure Einschätzung auf folgende Fragen:

Frage 1:

Das Wirtschaftswachstum in Europa (2020),

  • .. wird sich verlangsamen. (51%, 24 Votes)
  • .. wird gegenüber 2019 unverändert. (36%, 17 Votes)
  • .. wird sich beschleunigen. (13%, 6 Votes)

Total Voters: 47

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Frage 2:

Venture Capital Finanzierungen in Europa (in Euro), werden gegenüber 2019

  • .. weiter ansteigen. (67%, 30 Votes)
  • .. unverändert bleiben. (20%, 9 Votes)
  • .. zurück gehen. (13%, 6 Votes)

Total Voters: 45

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Frage 3:

Die Zahl der Unicorns aus Europa im Vergleich zu 2019,

  • .. steigt. (64%, 29 Votes)
  • .. sinkt. (16%, 7 Votes)
  • .. kann ich nicht einschätzen. (11%, 5 Votes)
  • .. bleibt gleich. (9%, 4 Votes)

Total Voters: 45

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Frage 4:

Early Stage Investments in Euro werden gegenüber 2019,

  • .. ansteigen. (50%, 23 Votes)
  • .. unverändert bleiben. (28%, 13 Votes)
  • .. zurück gehen. (22%, 10 Votes)
  • .. kann ich nicht einschätzen. (0%, 0 Votes)

Total Voters: 46

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Frage 5:

Later Stage Investments in Euro werden gegenüber 2019

  • .. steigen. (71%, 30 Votes)
  • .. unverändert bleiben. (14%, 6 Votes)
  • .. zurück gehen. (14%, 6 Votes)
  • .. kann ich nicht einschätzen. (0%, 0 Votes)

Total Voters: 42

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Frage 6:

Aktivität von Corporate Venture Capital Fonds in Euro,

  • .. wird gegenüber 2019 ansteigen. (71%, 29 Votes)
  • .. wird gegenüber 2019 zurückgehen. (17%, 7 Votes)
  • .. wird gegenüber 2019 unverändert. (10%, 4 Votes)
  • .. kann ich nicht einschätzen. (2%, 1 Votes)

Total Voters: 41

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Frage 7:

Die Zahl der Secondary Fonds

  • .. steigt gegenüber 2019. (57%, 24 Votes)
  • .. kann ich nicht einschätzen. (19%, 8 Votes)
  • .. bleibt gegenüber 2019 unverändert. (12%, 5 Votes)
  • .. sinkt gegenüber 2019. (12%, 5 Votes)

Total Voters: 42

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Was braucht ein gutes Fundraising Pitch-Deck?

Fernsehshows wie „2 Minuten 2 Millionen“ oder „Höhle der Löwen“ haben den „Elevator Pitch“ von Startups in unseren Breitengraden erst so richtig berühmt gemacht – diese Shows zeigen aber ein etwas verzerrtes Bild der Realität (wie ihr euch sicher schon gedacht habt). Wenn ein Startup vor Investoren tritt und sein Unternehmen vorstellt, dann hat es regelmäßig rund 10 Minuten bis eine Stunde (im Einzelgespräch) dafür Zeit Investoren zu überzeugen. Das Ziel ist es nach dem Pitch in tatsächliche Verhandlungen zu treten – es muss also Interesse geschürt werden. Von einem ähnlichen Zeitbudget kann man ausgehen, wenn Startups ihr Deck einem Venture Fund schicken. Analysten werden zwischen 10 Minuten bis zu max. einer Stunde (inkl. Rückfragen) investieren, um eine erste Einschätzung für ihr Dealflow Meeting zu schreiben.

Was packt man also in so ein Pitch-Deck hinein? Wie schafft man es seine Geschichte („Equity Story“) richtig zu erzählen? Einer der berühmtesten Investoren – Guy Kawasaki – hat eine Formel für das ideale Pitch-Deck entwickelt (siehe Bild 1). Ich finde die Übersicht fantastisch und empfehle sie mindestens einmal pro Woche einem Startup. Das zugehörige Buch – THE ART OF THE START 2.0 – sollte auch jeder Gründer gelesen haben :-).

The Only 10 Slides You Need in a Pitch

Bild 1 – Erstellt mit Visually.

Wer etwas mehr Hilfe bei der Erstellung der richtigen Slides braucht, wird auf der Webseite des Founder Institute einen sehr guten Leitfaden für das ideale Pitch-Deck finden. Praktisch an diesem Leitfaden ist, dass er prinzipiell der Struktur von Guy Kawasaki folgt und jede einzelne Folie mit praxisnahen Bespielen erläutert.

Ein paar Tipps von Herzen:

  • Nehmt euch Zeit für die Erstellung eures Pitch-Decks. Der Prozess zur Entwicklung eines richtig guten Decks kann schon mal 2 Wochen verschlingen.
  • Fragt so viele Gründer, die bereits über EUR 1 Million von Investoren erhalten haben, wie möglich um ihren Rat.
  • Nutzt Template und Design-Vorlagen – wie etwa Designhack.net oder – Investoren sehen laufend extrem hochwertige Präsentationen und da solltest Du nicht nachstehen.
  • Zwingt eure Inhalte aus wesentliche zu konzentrieren – 10 bis 12 Slides müssen reichen um das Interesse eines Investors zu wecken.
  • Vertraut auf keine Berater die nicht selbst einmal gegründet haben und selbst nie vor einem Investor gesessen sind.
  • Baut ein Pitch-Deck und haltet es immer aktuell! Ihr wollt nie einen Investor auf euer Deck warten lassen.
  • Achtet darauf das euer Pitch-Deck in einer Version mit mehr Text (für Email versandt), gekürzt (auf etwa 5-6 Slides) für adhoc Pitches oder auf einer Bühne – in etwa 2 Minuten, oder in der „Langversion“ in 10 Minuten gemütlich präsentiert werden kann.

Wer kann mir helfen?

Viele Gründer begehen den Fehler ihren Steuerberater oder Anwalt um Hilfe zu ersuchen – die meisten davon haben aber kaum, bis gar keine Erfahrung mit Fundraising. Wir arbeiten seitens Venionaire Capital zum Beispiel mit einzelnen Partnern von KPMG (Smart Start) eng zusammen, die selbst aktiv Erfahrung als Business Angels haben. Gemeinsam haben wir Europas führendes Investoren Netzwerk aufgebaut – European Super Angels Club.

Wenn du selbst nicht weiterkommst und aus dem Berater-Dschungel einfach nicht mehr hinaus siehst – schreib mir einfach eine direkte Nachricht. Ich helfe gerne persönlich weiter wo ich kann (das ist schließlich mein Job), wir bieten via Venionaire Capital auch regelmäßig Fundraising-Workshops für Start-Ups an. Als Spezialisten für Fundraising helfen unsere Spezialisten auch gerne hands-on bei Pitch-Decks, Finanzplänen, Unternehmensbewertungen (inkl. Muster-Term-Sheets). Wir haben sogar schon eine Reihe von Startups sehr erfolgreich für ihre Auftritte bei der „Höhle der Löwen“ oder „2 Minuten 2 Milliionen“ vorbereitet. Wenn ihr wollt, bekommen wir euch richtig Fit fürs Fundraising – ich verstehe aber auch, wenn du es zunächst auf eigene Faust probieren willst.

Next Big Thing – Mikrobiom Analyse

Die Medizin, genauer gesagt die Wissenschaft, hat etwas Neues, etwas bahnbrechendes, entdeckt – das Mikrobiom! Meist einfach als Darmflora bezeichnet, ist eine Ansammlung an Bakterien in unserem Darm viel wichtiger als man lange vermutet hat, man spricht nun sogar von einem weiteren Organ, einem Super-Organ. Das neu entdeckte Super-Organ ist eine weitgehend unentdeckte Schaltzentrale in unserem Körper, 30 Billionen Bakterien bilden ein Universum für sich und zeichnen für eine ganze Reihe von Dingen verantwortlich. Das Mikrobiom ist im wesentlichen im Dünndarm zu Hause und es wiegt ca. 2 Kilogramm

Mikrobiom Analyse Kit – myBioma – JETZT BESTELLEN

Die Darmgesundheit ist wesentlich Verantwortlich für unsere Gesundheit. Die Bakterien im Darm verarbeiten Nahrungsmittel und Nährstoffe und transportieren sie in unseren Körper. Geht es unserem Darm schlecht, geht es uns schlecht. Die Bakterien zeigen frühzeitig an, wenn schwerwiegende Krankheiten im entstehen sind oder was die Ursache für die unangehme Situation ist. Insbesondere bei lästigen, lang andauernden Krankheiten wie dem “Reizdarm” verzweifeln bislang Ärzte und Patienten da man oft über viele Monate, teils Jahre auf der Sache nach der Ursache ist / war.

Die Analyse des Mikrobioms ist hier ein Gamechanger, sie ist allerdings noch kein weitläufiger Diagnose-Standard, da sie sehr neu ist und viele Ärzte zunächst skeptisch sind. Das waren sie wohl auch bei der Einführung des Stethoskops oder des Röntgens. Die Idee das Mikrobiom (gesamt) zu analysieren ist nicht neu, bis vor kurzem war dies allerdings wenig praktikabel, da es viel zu teuer war das sogenannte Next-Generation-Sequencing (kurz “NGS”) Verfahren anzuwenden. Ein zweites Problem lag in der Software. Wenn man die Kosten auf sich nahm, stand man vor einem Bio-Informatik Problem – die Software zur Entschlüsselung von 4 GB Genetischer Analyse-Daten (aller Bakterien in einer Stuhlprobe) ist alles andere als trivial.

In den letzten Jahren hat sich im Bereich der Genanalyse viel getan und das erklärt warum plötzlich die Erforschung des Mikrobioms wieder Rückenwind bekommen hat. Die Kosten der NGS-Analyse sind extrem gefallen und plötzlich erschwinglich. Mit der Verbreitung neuer Anwendungsfälle werden die Kosten sie werden weiter fallen. In 5-10 Jahren wird die Analyse so günstig sein und wahrscheinlich direkt (ohne Labor) möglich sein in der Apotheke – davon bin ich überzeugt.

Die heutige Mikrobiom-Tests sind bereits für jedermann zu Hause machbar. Die Proben schickt man an und der Bericht ist über das Internet (gesichert) abrufbar. Die Krankenkasse übernimmt diese NGS-Analyse der Darmflora noch nicht, da die Tests noch als “Gesundheits-Lifestyle” Test gelten – kurz gesagt das Thema ist auf für die Kassen noch zu jung. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten des Mikrobiom-Tests ganz oder teilweise, wie ich von Freunden gehört habe.

myBioma – Mikobiom Analyse aus Österreich

myBioma – Ein Startup aus Österreich zählt zu den führenden Namen in diesem Bereich. Dank einer engen Kooperation mit der Universität Wien (Medizin) und dem spezifischen Know-How des Gründerteams, wurde der NGS-Analyseprozess für das Mikrobiom soweit standardisiert das jedes Labor (mit den richtigen Maschinen) Partner werden kann. Verkauft wird das Produkt bereits in ausgewählten Apotheken bzw. in der Online Apotheke (beavit.at). Am 11.11.2019 gibt es beispielsweise einen Aktionstag in der Wiener Urania Apotheke wo man auch das Gründerteam treffen wird!

>>> Infos zum Aktionstag in der Urania Apotheke | 11.11.2019 <<<

Die technisch herausragende Software von myBioma entschlüsselt die genetischen Informationen der Darmflora-Bakterien, die sich in einer Stuhlprobe finden. Diesen Schritt machen sie besser als andere und genau hier liegt auch der USP, der auch namhafte Business Angels und uns Venture Capital Investor der ersten Stunde überzeugt hat.

Die Ergebnisse werden nach der vollkommen anonymen Auswertung im Labor direkt in eine Handy-App gespielt, welche der Kunde mit einem einzigartigen Code des “Kits” (der Schachtel mit dem Probe-Stäbchen das man zugeschickt bekommt) entsperren kann. Auch als Leihe ist die Mikrobiom-Analyse verständlich aufbereitet und es wird viel rund um jeden Faktor der Analyse zur Nachlese angeboten.

>>> Online Apotheke (beavit.at) Mikrobiom Analyse Kit – BESTELLEN <<<

Wichtig: Es ist etwas Geduld gefragt. Für die Auslieferung der Daten muss man aktuell noch rund 4 Wochen warten, dass ist für eine NGS Analyse quasi “Lichtgeschwindigkeit” – in Zeiten wo wir aber Instant Response gewohnt sind, erwähne ich das lieber.

Der Schlüssel zu einem unbeschwerten Leben

Gesund leben, Sport machen und regelmäßig prüfen bzw. optimieren. Wir immer im Leben, sollte man ganz besonders auch bei seiner Darmgesundheit konsequent und diszipliniert sein und regelmäßig Fortschritte prüfen. Da sich das Mikrobiom stark verändert, etwa durch Krankheiten, Schwangerschaften, Stress oder aber nach der Umstellung zu mehr Sport und gesünderer Ernährung, sollte man die Analyse regelmäßig (empfohlen wird alle 3-4 Monate) wiederholen. Die Ergebnisse werden so erst richtig spannend – ihr werdet erstaunt sein, wie sich euer Universum im Darm verändert.

Die Mikrobiomforschung bringt täglich neue Erkenntnisse ans Licht. So wissen wir heute etwa das für die Entstehung von Übergewicht die Bakterien mehr Verantwortung haben als wir dachten. Fettleibigkeit liegt nicht etwa nur an einer zu hohen Kalorienzufuhr und dem tatsächlichen Kalorienverbrauch. Übergewichtige Menschen haben ein andersartiges Mikrobiom. Die Bakterien dieser Menschen verwerten Nahrung deutlich besser und ziehen aus ihr mehr Kalorien, als dies die Bakterien bei schlanken Menschen tun. Die Ablagerung in den Fettspeichern ist die Konsequenz.

Trend: Social Trading

In der Generation meiner Eltern war es noch üblich einen Vermögensverwalter oder Banker des Vertrauens zu haben. Diese Zeiten sind langsam vorbei. Ein Großteil meiner Generation setzt bereits auf alternative Assets, wie etwa Bitcoin & Co. und sucht sich über Social Trading Plattformen die besten Aktien oder ETF’s heraus. Vor rund 20 Jahren war der Aktienhandel noch etwas für Spezialisten. Der Zugang zu qualitativ hochwertiger Information war Bankern mit Reuters oder Bloomberg Zugang vorbehalten. Heute hat jeder (der will) Zugang zu relevanten Informationen. Auf dieser Grundlage begann sich ein neuer Trend zu formieren, das sogenannte „Social Trading“.

Was ist Social Trading? Dem Trend der Sozialen Netzwerke folgend, setzen Social Trading Plattformen auf „Crowd Intelligence“. Der Trend und entsprechende Plattformen basieren auf vollständiger Transparenz, Kommentierungen und dem aktiven Austausch von Meinungen einer Community die sich nicht physisch kennt. Der US-Professor und Ökonom Nouriel Roubini sagte bereits 2016 voraus das Social Trading, als alternative zur Vermögensverwaltung außerordentlich hohe Wachstumsraten sehen wird.

Beispiele

Pynk (Made in England) fragen etwa ihre Community jeden Tag nach dem Bitcoin Preis von morgen. Das Spiel ist witzig und natürlich nur ein smarter Growth Hack der Nutzer anzieht. Was die Sache allerdings auf den zweiten Blick spannend macht, ist das die Nutzer eigentlich eine KI (Künstliche Intelligenz) trainieren. Die Gründer dieses Startups suchen die besten „Analysten“ (oder Hellseher) der Welt und planen tatsächlich eine Art „KI“ zu entwickeln die als Hedge-Fund aktiv wird. Besonders fair finde ich, dass sie ihre User der ersten Stunde an diesem Fonds beteiligen wollen – entsprechende Punkte kann man mit Prognosen „minen“.

Eine der führenden Social Trading Plattformen in Europa heißt Wikifolio* – ein Startup aus Österreich! In diesem Fall bin ich ebenfalls leidenschaftlicher Nutzer – ein sog. Wikifolio-Trader. Ich manage seit etwas mehr als einem Jahr sehr regelmäßig ein Musterportfolio auf dieser Plattform – ein sogenanntes Wikifolio. Mein Wikifolio „DIGITAL GAMECHANGERS“ folgt einer klar einsehbaren Strategie. Ich investiere in einen Markt den ich kenne, in Technologie-Werte. Ich liebe schon seit meiner Kindheit Aktienmärkte und beschäftige mich seit fast 15 Jahren beruflich mit Veranlagungen. Das macht mich keines Wegs zum besten, aber auch nicht zum schlechtesten Anleger. Bei Wikifolio ist alles transparent einsehbar, meine Trades könnte man also einfach kopieren oder sich auch nur Anregungen holen. In Deutschland gibt es sogar die Möglichkeit über Wikifolio in Strategien zu investieren. Ich kommentiere, wenn ich meine Cash-Quote erhöhe oder mein Risiko in einem Wert erhöhe oder verringere. Jeder sieht wo ich investiert bin, kann vergleichen ob ich ein besseres Händchen habe als andere und mir folgen.

Parallel arbeite ich an einem neuen Wikifolio – FAMILY OFFICE DYNAMIC -, welches gerade der Wikifolio Community vorgestellt wird und nach Unterstützern sucht um publiziert zu werden. Die Strategie dieses Wikifolios basiert auf ETF’s und einem Asset Allocation Algorithmus den ich mir selbst programmiert habe. Ich konzentriere mich hier nicht auf Einzeltitel sondern viel mehr um das Risikomanagement.

Heute findet man nahezu alle Information über Märkte in öffentlichen Webseiten oder im (normalen) Online Banking. Wer also ein wenig Talent hat und sich für Investments interessiert kann über Social Trading leichter als jemals zuvor einsteigen und sich informieren.

*) Disclaimer: Ich bin weder an Wikifolio noch an PYNK aktuell direkt oder indirekt zum heutigen Tage beteiligt.