Startup Bewertung (k)ein Kinderspiel

Venture Capital Fonds haben dieses Jahr erneut Rekordvolumen eingesammelt, noch nie wurde soviel in Europas Tech-Startups investiert, gleichzeitig ging allerdings die Zahl der Transaktionen zurück. Diese Zahlen sagen uns, der Markt wird reifer, immer mehr europäische Startups schaffen es in den Unicorn Club. Die Zahl der Unicorns – stark dominiert aus China und den USA – ist so hoch wie noch nie, somit ist die Meldung über Rekordvolumen nicht gleichbedeutend damit das Europas Startup-Hubs zur Weltspitze aufschließen – sie folgen vielmehr dem globalen Trend (wenn überhaupt). Im Jahr 2019 gab es eine Rekordzahl von IPOs, gleichzeitig waren noch nie mehr Unicorns am Markt und das markiert den bisherigen Peak in der „Digitalen Revolution“, dieser Trend wird allerdings anhalten denke ich.

Der Wettbewerb um Funding für Startups in frühen Phasen wird unter dessen härter. Vor einigen Jahren reichte es noch ein gutes Team und schöne „erste“ KPIs zu zeigen. Von der nächsten Generation von Startups wird aber mehr erwartet! Nach der Digitalisierung von „alten“ Geschäftsmodellen und Prozessen, der Sammlung und Strukturierung wichtiger Datenpunkte, muss nun die Produktivität durch Automatisierung und Künstliche Intelligenzen gesteigert werden. Hier wird sich die Spreu vom Weizen trennen.

Sind Milliarden Bewertungen gerechtfertigt?

Völlig willkürlich sind Startup-Bewertungen in der Tat nicht, auch wenn das angesichts der vielen Unicorns schwer zu glauben ist. Die berufliche bzw. professionelle Praxis folgt klaren Regeln und Standards – wie sie etwa in den IPEV Guidelines (http://www.privateequityvaluation.com/Valuation-Guidelines) festgeschrieben sind. Wer selbst einmal rechnen möchte wie viel sein Startup oder vielleicht das nächste Investment wirklich Wert ist, kann ab jetzt ein neues Tool nutzen.


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Der Startup-Bewertungsrechner bildet die zwei wichtigsten Bewertungsmodelle der Venture Industrie ab – in meinem Interview mit derBrutkasten heute morgen habe ich mehr dazu erklärt, ein paar Tipps für die Benutzung des Rechners gegeben und auch gleich mit ein paar Mythen aufgeräumt.

Empfehlung: Ich schreibe Regelmäßig für das Online Medium derBrutkasten (eines der führenden Startup-Medien im deutschsprachigen Raum) – viel Spass beim Lesen – unter diesem Link findet ihr alle meinen bisherigen Beiträge.

Nur 1% Startups haben Erfolg

Mit einem Startup Erfolg zu haben sieht leichter aus als es ist. Wir sehen immer nur die fröhlichen Gesichter der erfolgreichsten Gründer und vergessen das 99% der Unternehmen beim Versuch die Welt zu erobern scheitern. Daran ist durchaus auch das überzeichnet positive Bild in den Medien schuld, aber sicher nicht ausschließlich, es liegt auch an der Generation Y (der Generation “Startup”) selbst.

Das Bild in sozialen Medien wird perfekt poliert – so sind wir aufgewachsen, wir haben uns früh spielerisch mit Medien auseinandergesetzt und gelernt sie zu nutzen. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Generation Y tatsächlich sehr frustriert ist und geradezu einen kulturellen Druck verspürt Erfolge zu feiern, alles und noch mehr zu erreichen.

Der Ruf nach einer “Kultur des Scheiterns” dieser – meiner – Generation wird meines Erachtens oft falsch verstanden. Es mag etwas Schizophren klingen, aber wer die Generation richtig versteht, versteht das Misserfolge gefeiert werden müssen. Man rückt das positive in den Vordergrund, das erlernte – vergisst die verlorenen Millionen – und vermeidet somit das Stigma des Verlierers.

Generation Y = Generation Startup

Viel zu viele in unserer Generation eifern gepimpten Facebook und Instagram Profilen nach. Einige nutzen die technischen Möglichkeiten und versuchen ihre Träume und Visionen für eine „bessere Welt“ zu realisieren und entwickeln ein Produkt oder einen Service und testen ihren Business Case am Kunden. Schnell testen, aber auch schnell wieder verwerfen ist die Devise. Wer den Schritt in ein Startup wagt, verlässt die Komfortzone und begibt sich auf eine verrückte Achterbahnfahrt. Am Anfang erwarten viele das schnelle Geld – wie viel Arbeit am Weg dort hin wartet, erkennt man kurz darauf.

Grafik 1 – Quelle: Neil Perkin

Die Erwartungen und die Realität auf diesem Weg zum Erfolg klaffen bei sog. First-Time Foundern sehr stark auseinander. Ich habe viele Gründer in den letzten Jahren kennengelernt und leider auch eine Menge scheitern gesehen. Wir (Investoren) suchen täglich die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen. Uns sind die typischen Entwicklungsphasen eines Startups (siehe Grafik 1) nur zu gut bekannt. Wenig verwunderlich ist das Business Angels und VCs den selben Prozess aus ihrem Blickwinkel betrachtet anders sehen (siehe Grafik 2).

Grafik 2 – Quelle: Tribal Advisors

Einen Totalverlust erleiden im übrigen die wenigsten Gründer – dies trifft am ehesten die Investoren (wenn überhaupt). Das Gründerleben muss man sich aber dennoch leisten können. Gehälter sind nicht garantiert und die ein oder andere Durststrecke ist vorprogrammiert. Viele der erfolgreichsten Gründer könnten sich leisten durchzuhalten. Das ist Kriegs entscheidend da das Timing der wichtigste Erfolgsfaktor ist und falsches Timing kann man (manchmal) aussitzen.

Quelle: Venionaire Capital

Über Misserfolge spricht man nicht

In unserem Breitengraden spricht man nicht gerne über Misserfolge. Im Gegenteil man ist bemüht diese Meldungen möglichst positiv zu verpacken, da man sonst als Verlierer abgestempelt wird. Ich habe am eigenen Leib erfahren was es heißt im Startup-Ökosystem geprügelt zu werden als wir unseren ersten Fonds nicht auf die Straße brachten. Die wenigsten haben mir direkt ins Gesicht gesagt, dass sie enttäuscht sind und für die Hintergründe hatte niemand Zeit. Was soll ich sagen: „Wir haben viel gelernt – ein Rückschlag passiert den besten – wir sind aber froh das wir durchgehalten haben und danken jenen die immer zu uns gestanden haben“.

Wer ein Unternehmen eröffnet geht ein Risiko ein. Wer ein Startup startet, den Anspruch auf exponentielles Wachstum erhebt und sich dafür radikaler Innovation bedient – der riskiert noch viel mehr. In diesem Fall bewegt sich das Gründerteam noch viel weiter aus der persönlichen Komfortzone, da man bewusst auf den (meist langwierigen) Aufbau einer Kundenbasis oder die Entwicklung einer Technologie setzt. Wachstum aus eigenem Umsatz ist in diesem Fall kaum möglich.

Fakt: Das Risiko der Selbstständigkeit oder etwa Investments in hoch riskante Startups wird steuerlich in Österreich nicht abgegolten – auch die Situation der „Versicherung“ ist mitunter nachteilig. In manchen Fällen kann man Förderungen einreichen und so Zuschüsse oder günstigere Kredite erhalten. Ein Angestellter ist in der Regel besser dran als ein Unternehmer! Hier könnten wir noch viel von anderen Ländern u.a. UK lernen.

In einem Land wie Österreich – wo man die Vollkasko Mentalität quasi erfunden hat – ist Unternehmertum nicht all zu beliebt. In Fernsehsendungen wie „Hölle der Löwen“ oder „2 Minuten, 2 Millionen“ fiebert man eifrig mit und freut sich mit dem ein oder anderen Gründer des es schafft..

Viele der dort präsentierten Ideen sind durchaus unterhaltsam – keine Frage. Für alle die es amüsanter finden wenn etwas daneben geht und ein Unternehmer so richtig auf die Schnauze fällt darf man ankündigen, dass bald eine Fernsehsendung zu diesem Thema kommt – powered by fuckupnightsvienna.

Die Unicorn Herde

Durch die Digitalisierung, breite Verfügbarkeit von leistungsstarken Computern, Mobiltelefonen, sehr viel einfacheren Programmiersprachen und durch nahezu flächendeckendes Breitband-Internet ist ein regelrechter Startu-Boom ausgelöst worden. Selbst die Wirtschaftswissenschaft (Betriebswirtschaftslehre) erfährt durch diese stark wachsenden Unternehmen, eine Renaissance. Wer einen guten Job haben möchte sollte Data Scientist werden Digital Management, Big Data Analytics und Artificial Intelligence an den besten Unis der Welt bereits online studieren – siehe Harvardx. Es gibt eine extreme Nachfrage nach Talenten in diesem Bereich und ich bin überzeugt das diese noch steigen wird.

Grafik 3 – Quelle: CBInsights

Man könnte sagen es reicht den Laptop aufzumachen um die Welt zu verändern … tatsächlich gehört aber noch viel mehr dazu. Statistisch wird man es mit weniger als 1% Wahrscheinlichkeit schaffen in die Herde der Unicorns aufzuschließen – die Chancen sind aber immer noch besser als Lotto zu spielen.

Grafik 4 – Quelle: CBInsights

Fonds investieren immer weniger in Ideen – sie wollen Kennzahlen bzw. einen Beleg dafür sehen das jemand bereit ist für ein Produkt tatsächlich zu bezahlen. Die Wunden der Dot.com Bubble sind noch tief – man hat dazu gelernt und will die selben Fehler nicht noch einmal machen. Investoren sichern darüber hinaus das Risiko ihrer Investments heute auch sehr viel stärker ab. Liquiditätsvorzüge (Liquidation Preferences) mit einem Multiple größer 2x sind keine Seltenheit mehr.

Erfolgsfaktoren vs. Misserfolgsfaktoren

Es ist eine alte Weisheit, aber ich werde nicht müde sie zu teilen: “Die beste Geschäftsidee, verliert gegen die zweit Beste – insb. wenn diese Idee das bessere Team treibt.”. Das Geheimnis vieler Startups liegt in der Umsetzung der Idee, nicht in der Einzigartigkeit und am Timing. Die Chancen eines Startups steigen nicht durch die bloße Höhe von Investments die es erhält – im Gegenteil zu viel Kapital kann (insb. am Anfang) sogar ein Nachteil sein. Mit vollen Taschen ist man z.B. schnell versucht ein Produkt mit schwacher Retention zu stark zu bewerben, so verbrennt man Kunden und auch seine Marke.

Accelerator und die richtigen Business Angels helfen viele Anfängerfehler zu vermeiden. Diese Investoren bzw. Programme bringen in der Regel auch gesteigerte Medien-Reichweite mit sich. Geschickte Startups verstehen diese Hebel sogar noch zu verstärken – so etwa Pynk, das Startup publizierte unmittelbar nach der Aufnahme in das 360Lab einem Medium Artikel der wiederum durch das Team des 360Lab Accelerators viral verbreitet wurde.

Bei einem Accelerator geht es darum das Produkt zu schärfen, Reichweite zu gewinnen, die besten Investoren kennen zulernen und als Team zu wachsen. 360Lab inszeniert die Auswahl der Startups für den Batch (5 aus den letzten 10 Finalisten) bereits als Fernsehshow „XCite“ – in der Jury durfte ich kürzlich in Warschau sitzen – so entstehen gute Bilder die man in den folge Monaten perfekt vermarkten kann.

Gerade zu toxisch kann es für ein Startup sein, wenn unerfahrene Investoren ihren Schützlingen bei wichtigen Entscheidungen im Weg stehen oder diese in eine falsche Richtung beraten. In diesem Fall sind Probleme vorprogrammiert.

Zwei Klassiker sind:

  • Zu viele kleine Investoren, die alle auf dem Cap-Table stehen wollen, aber nicht genug „fire-power“ für Folgerunden mitbringen. Das macht Entscheidungen mitunter schwierig und Folgeinvestoren winken sehr häufig ab.
  • Die Teilnahme an einem Accelerator wird oft kurzsichtig betrachtet. Ich sehe immer wieder das Investoren Gründern die Teilnahme untersagen, weil sie vermeintlich bereits eine höhere Bewertungen bezahlt haben. Die Konditionen von Programmen wie sie etwa Seedcamp, Y-Combinator, 360Lab oder Startup Bootcamp bieten werden schlicht falsch verstanden – es geht dabei um viel mehr als um ein Cash-Investment!

Ich wünsche euch viel Glück mit euren Ventures – meldet euch einfach wenn ihr Fragen habt via LinkedIN.

7 Kennzahlen die Startups kennen müssen

Startups erobern die Welt. Investoren zahlen (scheinbar) fantastische Bewertungen und so mancher Banker schüttelt seinen Kopf. Grund genug, einen Überblick der sieben wichtigsten Kennzahlen (für Digital Startups) zu geben die sich professionelle Investoren ansehen, um Startups zu analysieren. Diese Kennzahlen verwenden Startups entsprechend regelmäßig, um ihr Unternehmen zu steuern.

Die erfolgreichsten Startups und Investoren verfolgen nahezu obsessiv Kennzahlen und versuchen diese laufend durch gezielte Experimente zu optimieren.

Kundengewinnungskosten – engl. Customer Acquisition Cost (CAC)


CAC ist der durchschnittliche Geldbetrag, den ein Startups für Vertrieb, Marketing und damit verbundene Ausgaben ausgeben muss, um einen neuen Kunden zu gewinnen. Die Kennzahl sagt etwas über die Effizienz der getroffenen Marketingaktivitäten aus. Die Kennzahl wird aussagekräftiger, wenn sie mit einigen der anderen untenstehenden Kennzahlen kombiniert wird – oder etwa im Vergleich zum CAC der Wettbewerber.

TIPP: Venture Capital Fonds haben in der Regel einen ganz guten Überblick über „übliche“ Kundengewinnungskosten eines Startups in einem Geschäftsfeld und einer entsprechenden Entwicklungsphase – daher ist es ratsam früh mit Investment Managern zu sprechen und Zielwerte die sie erwarten zu erfragen!

Kundenbindungsrate – engl. Customer Retention Rate (CRR)

Kunden zu gewinnen ist eine Sache – man kann Downloads letztlich einkaufen. Kunden zu behalten ist daher die Kür! Die CRR beschreibt wie viele Kunden zahlende bzw. aktive Nutzer bleiben. Üblicherweise betrachtet man diese Kennzahl im Monats- oder Jahresvergleich und sollte einen Wert > 30% (mindestens) erreichen. Als Faustregel kann man sich merken das ein Investment in Kundenbindung nur in Fünftel so viel kostet, wie einen neuen Kunden zu gewinnen!

Der Kehrwert dieser Kennzahl wird Churn-Rate (oder Absprungrate) genannt und beschreibt den Prozentsatz der Kunden, welche ein Startup in einem bestimmten Zeitraum verliert. Eine hohe Kundenbindungsrate ist ein Indikator dafür das man Kunden begeistert und ein „wertvolles“ Produkt entwickelt hat – es ist in der Tat nicht einfach bei der Fülle an Apps die ein Nutzer auf sein Handy lädt oder Software die ein Unternehmer aktiviert in tägliche Nutzung zu kommen bzw. diesen für langfristige Zahlungspläne zu überzeugen.

TIPP: Kunden mit sehr schwacher Aktivität oder gar Inaktivität ihres Produkts direkt fragen: „Warum nutzt du unser Produkt nicht mehr? Was können wir verbessern? Lernen sie von ihren Kunden.

Wert eines Kunden im Lebenszyklus – engl. Lifetime value (LTV)

Der Lifetime Value (LTV) ist der durchschnittliche Nettowert eines Kunden für Ihr Unternehmen über die geschätzte Dauer der Beziehung zu Ihrem Unternehmen bzw. Produkt. Das Verständnis dieser Zahl, insbesondere in Bezug auf CAC, ist entscheidend für den Aufbau eines nachhaltigen Unternehmens.

Manche Investoren sehen diese Kennzahl Verhältnis von CAC zu LTV als die goldene Metrik. Sie ist ein sehr einfacher Indikator für die Nachhaltigkeit eines Geschäftsmodells. Wenn ein Unternehmen vorhersehbar und wiederholt ein hohes Verhältnis dieser Kennzahl erreicht, dann ist es nachhaltig.

Der Nachteil dieser Kennzahl ist, dass Startups in frühen Entwicklungsstadien schlicht den LTV ihrer Kunden noch nicht qualifiziert einschätzen können.

TIPP: Zur Berechnung des LTV empfehle ich das Harvard Modell.

Wachstumsdynamik – engl. Lead Velocity Rate (LVR)

Die LVR ist meine Lieblingskennzahl – auch wenn sie in unseren Breitengraden erst langsam den Markt durchdringt. Die Kennzahl beschreibt den Wachstumsprozentsatz der qualifizierten Leads von Monat zu Monat. Sie misst die Entwicklung ihrer Kundenpipeline und hat mehr Aussagekraft für mich als Venture Capital bzw. Business Angel Investor als ihr Umsatz (da dies ein Vergangenheitswert ist), da man mit Wachstumskapital nur die Verkaufskraft verstärken nicht aber „erfinden“ kann. Die Aussage der Kennzahl ist sehr einfach: Wie viele potenzielle Kunden haben sie tatsächlich in ihrer Pipeline.

Ist kein ausreichend großer Trichter an qualifizierten Leads vorhanden – hat das Startup in der Regel noch gar keinen „professionellen“ Vertrieb aufgesetzt und müsste zunächst ein operatives Thema lösen, bis es mit dem Verkauf richtig loslegen kann – das Risiko eines Investments in einem solchen Stadium ist deutlich höher.

[ (#) Qualifizierte Leads aktueller Monat – (#) Qualifizierte Leads letzter Monat ] / (#) Qualifizierte Leads letzter Monat X 100 = (%) Lead Velocity Rate

TIPP: Vergangenheitswerte werden gerne zur Schätzung des zukünftigen Potenzials herangezogen, daher sollte man den Vertrieb möglichst von Beginn an mit dieser Kennzahl steuern.

Amortisation der Kundengewinnungskosten – engl. CAC Amortisation

Wie lange dauert es bis wir die Kosten der Kundengewinnung (CAC) verdient haben. Wir sprechen also von Tagen, Wochen, Monaten – dieser KPI misst, wie lange es dauert, bis ein Kunde genügend Umsatz generiert hat, um den CAC zu decken. Diese Kennzahl hat einen direkten Einfluss auf den Cashflow und damit auf die Wachstumsgeschwindigkeit aus eigener Kraft.

TIPP: Diese Kennzahl sollte kleiner als 12 Monate sein, idealerweise bei max. 3 Monaten. Faustregel: Kommt ein Produkt nach spätestens 3 Monaten ins verdienen – ist es ein gutes Produkt.

Verbrennungsrate (ungedeckte Kosten) – engl. monthly burn

Kostenrechnung ist ein alter Hut. Wer seine Einnahmen und monatlichen Ausgaben (fix und variabel) versteht, versteht sein Unternehmen. Die „Burn Rate“ ist einfach der negative Nettobetrag des Cashflows.

Beispiel: Wenn ein Unternehmen den Monat mit EUR 30,000 in Bar beginnt und den Monat mit EUR 10,000 in Bar beendet, beträgt die Burn-Rate EUR 20,000. Die Kennzahl wird häufig missbräuchlich verwendet – in dem man damit die Gesamtkosten des Unternehmens fälschlicherweise betitelt. Wenn der monatliche Netto-Cashflow eines Unternehmens positiv ist, verbrennt es kein Geld.

TIPP: Wer gut Haushaltet lebt länger. Ich empfehle regelmäßig auf Kosten zu achten, da das Geld von Investoren teuer ist und man sich schnell die Gunst dieser verbauen kann wenn man schlecht wirtschaftet.

Laufzeit bis zum Ende der Liquidität – engl. Runway

Entscheidend für das Überleben eines jeden Startups ist die „Runway“. Sie beschreibt das Maß für die Zeitspanne, in der einem Unternehmen das Geld ausgeht – üblicherweise ausgedrückt in Monaten.

Die Laufzeit bis zum Ende der Liquidität wird berechnet, indem die verbleibenden Barmittel durch den monatlichen Verbrauch dividiert werden.

TIPP: Investoren ziehen es vor, eine konservative Schätzung der Kennzahl zu sehen und reagieren nahezu allergisch wenn diese zu optimistisch angegeben wird. Mit einer Investmentrunde holt man sich üblicherweise eine Runway von mind. 18 Monaten ins Haus (bei vollem Wachstum). Sollte die „runway“ eines Unternehmens unter 12 Monate sinken ist es Zeit mit dem Fundraising zu beginnen, sinkt sie unter 6 Monate ist Vorsicht geboten und man sollte Kosten senken bzw. eine Überbrückungsfinanzierung  „Bridge-Round“ starten.

Wie man Investoren findet?

Fundraising ist knifflig – man muss viele Bälle jonglieren und letztlich das Tagesgeschäft und die Finanzierung unter einen Hut bekommen. Das richtige Netzwerk, eine gute Equity Story, Verhandlungspsychologie, Timing und Erfahrung führen zum Erfolg. Unerfahrene Gründer haben hier einen drastischen Nachteil und das ist ganz natürlich. Die meisten Rookie-Gründer stolpern buchstäblich durch ihre erste Investmentrunde und überzeugen dabei mehr oder weniger erfahrene Business Angels – wobei sich dies oft erst 12 bis 24 Monate später herausstellt.

Business Angels sind meist sehr tief in den Startup-Ökosystemen verwurzelt und sind es gewohnt, junge Talente in einem sehr frühen Entwicklungsphasen zu entdecken, abzuholen und aufzubauen. Venture Funds steigen erst später ein und sind in ihrer Zugangsweise ein Stückchen anders.

Fonds haben in der Regel eine viel höhere Sichtbarkeit – alleine schon mal weil sie mehr Geld verwalten und ein ganzes Vollzeit Team beschäftigen. Sie pflegen ihre Marke und sind pro-aktiv in der Kommunikation und das hat einfache Gründe:

  • Eine gute Marke generiert zusätzlichen Deal-Flow,
  • sie stärkt die Position am Verhandlungstisch,
  • sie erhöht die Sichtbarkeit ihrer Portfoliounternehmen und zieht letztlich auch Investoren (sog. LPs) für ihre Fonds an.

Als Startup sollte man sich nicht unbedingt in einem ersten Schritt gleich an einen Fonds wenden. Häufig ist es besser einen Business Angel oder Mentor zu finden.

Venionaire unterstützt seit fast sieben Jahren Start-Ups bei der Mittelbeschaffung und Skalierung ihrer Geschäfte. In der Zeit ist das Wort „Start-Up“ fast schon inflationär geworden und die Investoren-Landschaft hat sich in Europa und den USA auch erheblich verändert. Heute gibt es viele neue Spieler am Feld und wöchentlich kommen neue dazu. Das Geschäft ist heute streng reguliert (siehe AIFM Gesetz) – die Zeiten für Cowboys sind vorbei.

Es gibt neben traditionellen Fonds heute auch viele Investmentnetzwerke (u.a. superangels.club), Family Offices, Stiftungen sowie einzelne vermögende Privatpersonen die regelmäßig und durchaus professionell in Start-Ups investieren. Aktuell sind rund 400 Business Angels in Österreich in Netzwerken registriert und man geht von weiteren 800 Personen aus die auf eigene Faust aktiv sind.

Gute Investoren teilen ihre Erfahrungen und helfen uns neue Investoren regelmäßig weiterzubilden – da es auch auf Seiten der Investoren Fehler gibt die man dringend vermeiden sollte. Das Business Angel Institute, welches ich vor einigen Jahren mitgegründet habe, bietet mittlerweile seine Investoren-Trainings in Europa und im Arabischen Raum (Saudi Arabien und Bahrain) als Marktführer an.

Wie findet man den richtigen Investor?

Gut 90% der Gründer ziehen das Thema Fundraising direkt an sich – weil sie vermeidlich Kosten sparen wollen und sich der Verantwortung stellen wollen. Löblich, aber nicht immer ganz schlau. Die internen Kosten werden gerne vernachlässigt. Gründer sollten sich sich auf ihre Produkte konzentrieren, Teams entwickeln und Meilensteine erreichen – 3-6 Monate auf ein anderes Thema (wie etwa Fundraising) zu konzentriert kann für ein Start-Up zu einem echten Problem werden.

Nachstehender 10 Punkte Leitfaden (ursprünglich auf Englisch auf venionaire.com von mir veröffentlicht) soll helfen, das Thema Fundraising so effizient wie möglich zu strukturieren und zu gestalten:

  • Bauen Sie einen „Funnel“ (Trichter) für Investoren, genau wie Sie es für Ihre Werbe-Newsletter (hoffentlich) machen – z.B. Landing Page & Newsletter über HubSpot / MailChimp.
  • Starten sie mindestens sechs Monate vor Ihrer nächsten Runde mit der verstärkten Aktivierung ihres Trichters.
  • Konzentrieren Sie sich auf die Aktivierung jener Investoren, die über Ihre Kanäle ein aktives Engagement für Ihr Produkt und Ihr Team zeigen (lassen Sie Tools wie HubSpot die Auswertung machen).
  • Pflegen Sie intensive Beziehungen zu rund 10 Investoren und lernen sie wonach diese Investoren suchen (KPIs, Traction, Team, etc.).
  • Kommunizieren Sie Ihre Unternehmensentwicklung durch ihren Investoren-Newsletter (inkl. der Pipeline zukünftiger Investoren).
  • Bespielen Sie regelmäßig und professionell die Presse, Social Media und Konferenzen.
  • Halten Sie Ihr Pitchdeck und Ihre Unterlagen immer für Investoren bereit (niemand sollte darauf warten müssen).
  • Seien Sie vernünftig in Bezug auf Bewertung und Konditionen – professionelle Investoren werden Sie nicht ausnutzen, da in den kommenden Runden zu Problemen führt und da sie in der Regel sehr auf ihren Ruf achten.
  • Laden Sie Ihre bestehenden Investoren frühzeitig zu einer Überbrückungsfinanzierungsrunde „Bridge“ ein (falls nötig). Wenn Ihnen die Liquidität ausgeht, wird Ihre Position außerordentlich gefährlich. Sie verlieren viel Energie, Unternehmensanteile und Vertrauen der Stakeholder.
  • Verhandeln Sie nicht zu lange – schließen Sie Ihre Runden innerhalb von maximal drei Monaten ab!

Wenn Sie den Luxus haben, sich zwischen Investoren entscheiden zu können, empfehlen ich Ihnen einige Parameter abzufragen:

  • Anzahl der Portfoliounternehmen / Investmentmanager

Warum? Sie möchten wissen, ob sie über Ressourcen verfügen, um Ihr Unternehmen in der nächsten Entwicklungsphase zu unterstützen.

  • Internationales Expertennetzwerk

Warum? Es ist einfacher, einem bestehenden Netzwerk beizutreten, als eines von Grund auf neu zu erstellen.

  • Unterstützungsnetzwerk (Öffentlichkeitsarbeit, Personalwesen, Growth Hacking, Entwickler, etc.)

Warum? Sie benötigen Dienstleistungen, um Ihr Unternehmen zu stärken. Während Marketing in der Regel eher einfach zu lösen ist, wird die Einstellung von Talenten mit internationaler Erfahrung früher oder später zu einem echten Problem in jedem Hub werden.

  • Aktive Co-Investoren mit Portfoliounternehmen

Warum? Je besser ein Investor seine Investitionen auswählt und strukturiert, desto besser sind seine Beziehungen zu hoch angesehenen Co-Investoren. Einige Investoren werden sogar Co-Investoren einladen, ein Unternehmen während der Due Diligence zu begutachten.

  • Die Laufzeit des aktuellen Fonds und der Desinvestitionsdruck auf frühere Fonds.

Warum? Die meisten Fonds haben eine Laufzeit von zehn Jahren, nach 3-5 Jahren Investition und fünf Jahren Ernte müssen sie ihr Portfolio verkaufen. Sie wollen nicht im Portfolio eines Fonds landen, der schon bald durch unter Abverkaufsdruck steht.

Ein letzter Tipp:

Lassen Sie sich nicht von Stereotypen von Fondsmanagern täuschen. Man hat mir tausendmal gesagt, dass Investmentbanker im Vergleich zu ehemaligen Unternehmern schlechte VC-Investoren sind. Die Wahrheit ist aber das beide „Gruppen“ für sich nicht besonders gute Chancen haben – außer sie verschränken ihr Know-How. Ich habe mehrere Firmen gegründet und das Investmentbanking Geschäft über fast 10 Jahre von Grund auf gelernt. Erfahrungen aus beiden Welten helfen mir täglich.

Warum überhaupt die Positionierung? Es ist einfach Marketing – ehemalige Gründer positionieren sich gründerfreundlich und dafür reklamieren sie regelmäßig bessere Konditionen (einige übertreiben das – Achtung!). Banker haben häufig einen nüchterneren Zugang zu Zahlen und Prozessen, da sie wissen das es leichter ist mit professionell aufgestellten Startups zu arbeiten, ganz besonders in Folgerungen. In der Regel überzeugen Sie mit besseren „Later-Stage“ Investment Zugängen. Ideal ist es wenn ein Investor know-how aus beiden Welten in seinen Reihen hat.

2019 wird spannend!

  • Politische Börsen, Brexit und technologischer Wandel.
  • Venture Capital erneut stark.
  • Der nächste Krypto-Hype kommt bestimmt.
  • Startups 2019: Was kommt als nächstes?

2018 war ein aufregendes, aber auch turbulentes Jahr für Innovationsbegeisterte. Die Höhe der Venture Capital Investments kletterte auf ein neues Rekordniveau, während Aktienmärkte in Europa und in den USA stark unter Druck waren. In diesem Umfeld viel auch der Kurs meines Wikifolios. Neues Jahr, neue Chance. 2019 wird es sicherlich wieder Gelegenheit geben auf die ein oder anderen Rally aufzuspringen. Ich bin zuversichtlich das wir ein besseres Börsejahr vor uns haben.

Politisch ging es letztes Jahr wirklich rund: Die Brexit-Verhandlungen gingen ins Finale aber bisher ist nichts entschieden. Die Gefahr eines harten Brexits lebt, aber auch das „Kein Brexit“ Szenario ist mittlerweile denkbar. Im nahen und mittleren Osten kam es zu einer Neuordnung der Kräfte. Mit dem Rückzug der USA aus der Region haben Russland und die Türkei das Zepter in der Hand. Israel ist über die Entwicklungen alles andere als Glücklich und beobachtet kritisch. Die USA unter der Führung von Präsident Donald Trump haben einen Handelsstreit mit der Volksrepublik China zu lösen und in den etablierten Volkswirtschaften kämpfen nahezu alle Industrien weiterhin mit der digitalen Transformation. Die Dieselgate Affaire hat die Automobil Industrie zusätzlich getroffen.

Dringend müssen neue (gute) Margengeschäfte gefunden werden und das bedeutet das man viele eingefahrene Strukturen, Produkte und Services überdenken muss. Der Schmerz ist groß genug – endlich wird investiert. Dieser Umstand befeuert den Venture Capital und Private Equity Markt in Europa, da nun auch institutionelle Investoren langsam aufwachen und erkennen, dass Zeit ist die Portfolios neu auszurichten. Aber welche Themen werden wirklich heiß im nächsten Jahr?

Diese 3 Startup Vertikals werden 2019 am stärksten!

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Kryptowährungen und Blockchain – das war wohl das führende Gesprächsthema, quer durch alle Medien, Industrien und Interessensgruppen. Man konnte kaum ein Abend verbringen ohne zumindest kurz über dieses Thema zu sprechen, auch wenn die Technologie noch immer in sehr experimentellem Stadium zu sein scheint und echt sinnvolle Anwendungen weiterhin auf sich warten lassen.

Der nächste Hype kommt bestimmt

Zum Jahresanfang stürzten die Kurse von Kryptowährungen (allen voran Bitcoin (BTC)), nach ihrem raketenhaften Aufstieg (BTC zum 31.12.2017 > USD 20.000) zum Ende des letzten Jahres, in den Keller (BTC per 31.12.2018 > USD 3.500,–). Die Erklärung zu den Hintergründen der drastischen Kursbewegungen von Jahresende 2017 werden heute noch von US-Behörden auf mögliche illegale Aktivitäten untersucht. Die „Krypto-Euphorie“ aus 2017 war aber sicherlich nicht die letzte – in diesem Punkt sind sich alle Marktteilnehmer einig – die Blockchain-Technologie macht in vielen Bereichen Sinn und würde sich durchsetzen. Einige sprechen sogar von einer Revolution des Internets. Soweit würde ich aber nicht gehen.

Es kehrte Ernüchterung ein. Die Bewertung eines fairen Marktpreises für digitale Assets (am Beispiel von Krypto Gold = Bitcoin) erwies sich unter Finanzmarkt Experten als äußerst schwierig / unmöglich. Wenn ein Asset in einem Markt nicht objektiv bewertet werden kann, dann kann man kaum von einem guten Tausch- oder Wertaufbewahrungsmittel ausgehen. Selbst Experten aus der Krypto-Szene waren sich letztes Jahr sehr uneins darüber welche Entwicklung die Kurswerte der führenden Krypto-Assets in den nächsten 12 Monaten nehmen würden.

Macht nichts – der nächste Hype kommt bestimmt. Wir werden uns mit dem Thema alle noch sehr viel beschäftigen und wer (erst) jetzt damit beginnen möchte, dem empfehle ich diese Zusammenfassung der NZZ als Einstieg.

Der Finanzsektor rüstet auf

Die Kurse von Bitcoin und anderen Kryptowährungen werden dann steigen, wenn die Technologie in sinnvollen Anwendungen (mehr als nur ICO Manifestos) in der Breite ankommt und die Finanzindustrie Produkte auf den Marktbringt die den Handel mit diesen Assets – etwa über ein ETF – auch für Retail-Kunden deutlich erleichtert. Egal ob man es gut findet oder nicht – es geht in diese Richtung, auch wenn sich die US-Behörden bisher (noch) intensiv dagegen stemmen.  

Die Finanzindustrie (Banken, Börsen, Dienstleister), insbesondere die großen Investmentbanken an der Wall Street, haben sich letztes Jahr stark mit dem Thema Krypto beschäftigt und massiv aufgerüstet. Wenn der nächste Krypto-Hype einsetzt, will man vorbereitet sein und selbst ein Stück vom Kuchen haben. Selbst die Börse Stuttgart etwa hat im August bereits eine eigene ICO Plattform für den Herbst 2018 angekündigt (bisher aber noch nicht fertiggestellt) auf dem Markt.

Die Nachrichten um eine mögliche Zulassung oder auch nicht Zulassung sogenannter Krypto ETFs in den USA bewege die Krypto-Märkte regelmäßig (sagen Insider). Institutionelle Anleger würden auf diese Instrumente geradezu warten, liest man quer über alle Krypto-Medien. Einfache Indexgebundene Wertpapiere (sog. ETNs) die die Wertentwicklung des Bitcoin abbilden, werden – wie man mit einer kurzen Google Recherche nach einem „Bitcoin Tracker ETN“ sieht – bereits gehandelt.

Regulierung & Standortpolitik

Regulatorisch hat sich in Sachen Digitalisierung / Startups (insb. in Hinblick auf Blockchain & FinTechs) in den letzten 2 Jahren enorm viel getan. Henry Kissinger –  einst einer der wichtigsten Berater von Richard Nixon – unterstrich die dringliche Notwendigkeit eines Digital-Ministeriums Ministeriums (mit Hinweis auf Artificial Intelligence). Sein Vergleich ist drastisch – aber am Punkt: Man stelle sich vor was passiert sei mit den Inkas als die Kolonialisten und die Poken kamen – so wird es uns gehen, wenn wir die neuen Technologien nicht im Griff haben.

Hierzu Lande hat die Regierung immerhin ein Digital-Ministerium mit einer ernsthaften Agenda aufgesetzt und mit Margarete Schramböck eine sehr starke Ministerin im Amt. Wenn wir uns ernsthaft mit neuen Technologien beschäftigen wollen, Innovation in „Sandboxes“ außerhalb bestehender Regularien experimentell erlauben wollen, wird es solche Ministerien und auch weiterhin eine gute Zusammenarbeit in der EU brauchen.

Der Mut zu einer eigenen Artificial Intelligence Strategie in der EU wäre großartig, aber das trauen sich in Europa leider noch – bis auf einige wenige Ausnahmen – nicht sehr viele zu.

Conclusio

Das Jahr 2019 wird spannend. Allen Lesern und Wegbegleitern einen guten Rutsch und viel Erfolg, Glück und Gesundheit im neuen Jahr!

TOP 10 Venture Trends 2019

Rückblickend waren die letzten Jahre in Sachen Digitalisierung und Innovation bereits sehr stark. 2017 war ein Rekordjahr für Venture Capital, 2018 wird meiner Beobachtung nach sogar noch stärker ausfallen und im Jahr 2019 dürfen wir uns zusätzlich auf eine Reihe großer Exits und viele Börsegänge (auch in Europa) freuen. Einzelne Startup Segmente werden stark konsolidieren (etwa FinTechs) und einzelne e-Health Startups werden die die neuen heißen Eisen der Szene.

2019 verspricht schon heute spannend zu werden und steht damit ganz im Zeichen der letzten Jahre. Ich kann mich nicht – auch nicht mit einem Blick in die Geschichtsbücher – an eine Periode erinnern, die derartige Umwälzungen (in Friedenszeiten) hervorbrachte, wie wir sie in den letzten Jahren erleben durften. Von einem Peak sind wir aber noch weit entfernt – in denke das dieser Trend jedenfalls noch bis 2025 anhält.

Die Top 10 wertvollsten Unternehmen der Welt sind heute fast ausschließlich Tech-Giants – ein gänzlich anderes Bild als in den Jahren 1990 oder 2001.

Quelle: https://paymentandbanking.com/die-wertvollsten-unternehmen-1990-2018/

Heute wie damals sind es Rohstoff-Unternehmen die das Ranking anführen, nur das der führende Rohstoff heute Daten und nicht mehr Mineralöl ist.  Unternehmen wie Apple, Alphabet (Google), Amazon, Microsoft, Facebook, Berkshire, JP Morgen Chase, Exxon Mobil und VISA – haben ihre Geschäftsmodell entweder gut umgestellt oder seit jeher auf Daten aufgebaut. Einzig Berkshire Hathaway (Warren Buffets Investment Unternehmen) würde ich als sehr traditionelle Vermögensverwaltung mit einem weiterhin sehr strikten Value-Ansatz bezeichnen.

Anmerkung: In der Infografik wurde meines erachtens TENCENT nicht berücksichtigt, welche meiner Meinung nach in dieser Liste aufscheinen müssten. 

Was aber bringt das Jahr 2019? Werden Tech-Firmen weiterhin dominieren? Welche Regionen werden aufsteigen und welche absteigen? Über Wikifolio verwalte ich transparent ein Musterportfolio von Unternehmen, welche ich als DIGITAL GAMECHANGER bezeichne. Was ich für 2019 erwarte – insbesondere auch für mein Tagesgeschäft „Venture Capital“ habe ich in diesem Blog zusammengefasst.

Technisch

Technologien verändern Industrien, unabhängig von deren regionaler Dominanz oder inhaltlichen Ausprägung (etwa Gesundheit, Produktion, Handel, Finanzen) – das macht sie für Venture Capital Investoren so attraktiv und gleichzeitig für etablierte Unternehmen so gefährlich. Ich gehe davon aus das Venture Capital Fonds mit starkem Technologie Fokus bessere Resultate erzielen werden, als jene die in Services und Plattformen investieren.

Technisch sehe ich sehr viel Aktivität und technisch starke Lösungen im Bereich Künstlicher Intelligenz. Ich erwarte für 2019 das vermehrt Anwendungen zur Produktivitätssteigerung in verschiedenen Branchen (erstmals stark spürbar für den Endkonsumenten) zur Anwendung kommen werden.

Bereits 2019 werden wir (auch in Europa) erstmals im Alltag vermehrt den Trend der Robotisierung wahrnehmen und ernsthafte Diskussionen führen wie viele „ungeliebte“ Jobs von leistbaren Maschinen übernommen werden können und sollten. Welche Veränderungen dies für die Arbeitswelt bedeutet.

Ich bin aber überzeugt – nicht nur weil ich Technologie liebe – das letztlich die Vorteile der Robotisierung überwiegen werden, Fehlervermeidung den Menschen den Alltag erleichtert und repetitive Arbeiten Ressourcen für komplexere Service Fälle frei macht, die heute aufgrund von Kostendruck vernachlässigt werden.

Trends nach Verticals

Ich bezeichne Startups oder Scale-Ups gerne als Schwarm von Piranhas – die jeder für sich nur einen sehr kleinen Bereich anknabbern, aber in ihre Summe disruptive Wellen bzw. Bewegungen auslösen. Wenn man sich die zeitliche Folge der „disruptierten“ Industrien in Verbindung mit der Entwicklung der digitalen Technologien (PC, Mobile, Internet of Things und bald Mixed Reality) ansieht, so fällt einem schnell auf das es hier nicht bloß eine Korrelation, sondern vielmehr eine Beschleunigung also einen exponentiellen Drift gibt der die Durchschlagskraft der Entwicklung verstärkt hat.


Quelle: https://www.duvalunionconsulting.com/

Ich sehe für 2019 starke Weichenstellungen für Scale-Ups – in diesem Sinne: „Unternehmen in der Internationalisierung“ – in folgenden zwei Branchen aufkommen:

  • e-Health

Der Gesundheitssektor ist komplex, die Daten sind heikel, aber der Kunde (Patient) schreit nach besseren Lösungen die dem Stand der Zeit entsprechen. Praktische Ärzte werden ihr Stethoskop gegen handliche Ultraschallgeräte tauschen, Labors die einzelne Bakterien-Kulturen analysieren werden von Next Generation Sequencing überholt und der Mensch selbst wird durch bessere Tracking Lösungen mit stärkerem Bewusstsein für Ernährung, Bewegung und Präventiv Medizinische Ansätze ausgestattet. All das verringert letztlich Kosten der staatlichen Gesundheitsversorgung und verringert Risiken (Kosten) bei Versicherungen.

Ich bin überzeugt, dass dieser Sektor gespeist u.a. durch Corporate Venture Fonds von Versicherungen, aber schrittweise auch mit stärkerer staatlicher Subvention (in Europa), wachsen wird. Nicht zuletzt deshalb haben wir uns im Rahmen des European Super Angels Clubs bereits dieses Jahr auf dieses Thema gestürzt und mit sehr viel Aufwand in ganz Europa die besten Lösungen am Markt analysiert und hervorgehoben.

  • Reg-Tech (die besseren FinTechs)

Die Welt hat sich in den letzten zwanzig Jahren nicht nur zum positiven verändert. Terrorismus, Geldwäsche, aber auch Wirtschaftskrisen sind zu einem globalen Problem mutiert, welche man durch drastische Verschärfungen in Regulierungen von Finanzmärkten, -instituten und Dienstleisteren (bis zu KYC beim Anwalt oder AML Prüfung beim Notar). Der Aufwand der damit Verbunden ist und die Fülle an Prozessen die neu geschaffen werden müssen, darf man getrost als Problem bezeichnen. Banken die ihr AML4 Prozesse nicht im Griff haben müssen mit enormen Strafen rechnen – so zahlte etwa ING unfassbare EUR 775 Mio. dieses Jahr.

Conclusio: Die Probleme die FinTechs lösen sind vernachlässigbar im Vergleich, zu den Lösungen die führende RegTechs anbieten. Der Markt ist riesig, die Zahlungsbereitschaft der Kunden lässt sinnvolle Geschäftsmodelle zu, aber es braucht extrem starke Lösungen – nur wenige schaffen es in der harten B2B Welt zu bestehen. Das österreichische RegTech Kompany hat es international geschafft zu einem führenden Scale-Ups in diesem Segment zu werden und ich bin sehr stolz dieses Unternehmen in unserem Portfolio zu haben.

Marktstruktur

Wir sehen nach 2017, mit Sicherheit auch 2018 und 2019 Rekordjahre im Bereich „Venture Capital“. Die Umwälzung der Industrien ist so stark, dass man auch mehr als das doppelte Kapital zur Verfügung stellen könnte und selbst dann wären noch immer hoch qualitative Deals möglich – möglicherweise sogar bei einem Vielfachen. Was allerdings stoppen würde währe der Brain-Drain – der Ausverkauf der Talente ins Ausland. Je mehr Kapital durch europäische Corporates und institutionelle Investoren bereitgestellt wird, umso mehr (regionales) Interesse würde auch an Exits entstehen.

  • Corporate Venture Capital

In den letzten Jahren war langsam zu beobachten, dass große Konzerne langsam aufgewacht sind und Corporate Venture Capital (CVC) Einheiten aufgelegt haben. Was noch vor wenigen Jahren einige wenige Konzerne (fast exotisch und ohne viel Aufsehen) begonnen haben wurde 2018 ein „Standard“. Wer 2019 keinen CVC hat, der hat dringend etwas nachzuholen!

Ich gehe davon aus, dass wir 2019 eine Reihe neuer CVC’s, verstärkt auch aus der Welt der führenden Mittelstandsunternehmen sehen werden. Die Corporate Venture Capital Association – der ich als Board Member mit Fokus auf den österreichischen Markt dienen darf – hat sich formiert, um Erfahrungen, Netzwerk und konzentrierten Austausch zu Rahmenbedingungen mit der Politik zu koordinieren. Diese Organisation wird auch als Anlaufstelle für Corporates dienen die sich in diesem Bereich betätigen wollen.

  • Venture-IPOs

Mit den Wachstumsmarkt Segmenten „SCALE“ (Börse Frankfurt), sowie „FIRST“ (Nasdaq Nordic) hat sich in Europa eine echte Alternative zu konventionellen later-stage Venture Capital Finanzierungen etabliert. Selbst das dritte Marktsegment der Wiener Börse öffnet sich per Ende Jänner 2019 KMU’s und man kann noch von einer Reihe weiterer Börsen lesen, die sich öffnen wollen.

Ich erwarte für 2019 und 2020 starke Jahre für Venture IPOs, als Alternative aber auch als Ergänzung zu herkömmlichen Finanzierungsformen über Fonds. Viele europäische Investoren hätten durch ein Listing erstmals die Chance auch Venture Risiken zu nehmen – da sie so (wenn auch nur beschränkt) liquide werden.

Gesetzgeber in vielen europäischen Ländern überlegen im Zuge von Reformen des Gesellschaftsrechts,  die Aktiengesellschaften zu überdenken und zu vereinfachen – so auch in Österreich (gibt zumindest das letzte Startup Frühstück bei Digitalisierungsministerin Schramböck zu hoffen).

  • Tokenization

Nach dem Bitcoin bzw. Crypto Investment Hype des letzten Jahres, hat die Verbriefung als Wertpapier über die Blockchain (sog. Tokens) einen regelrechten Siegeszug vollbracht. Verschiedene europäische Börsen sind ganz vorne dabei, diese Security Tokens handelbar zu machen (bisher ist dies der „missing link“).

Ich glaube fest daran das Security Tokens bereits 2019 an verschiedenen Börsen handelbar sein werden. Ich sehe allerdings nicht die größten Investment Chancen in Tokens, sondern vielmehr in dern Infrastruktur rundherum (insb. RegTECH).

Regional

Wer sich mit Asset-Management bzw. Asset-Allokation beschäftigt, der muss in seiner Allokation auch regionale bzw. Makro Trends berücksichtigen und hier finde ich insbesondere den „Trump Effekt“ sehr spannend.

  • Europa holt auf

Europa versucht es doch noch mal selbst. In den Regierungsprogrammen verschiedener Staaten – so auch Deutschland und Österreich – wurde festgeschrieben das man initiativen für mehr Risikokapital auflegen möchte.  Staatsfonds, Dachfonds, Förderungen, verschiedenste rechtliche Reformen und Sandboxes sollen Europa schneller und Wettbewerbsfähiger machen. Talente sollen in Europa bleiben bzw. sogar angelockt werden.

Obwohl der Weg zur Weltspitze ein steiniger ist, habe ich große Hoffnung das diese Initiativen greifen werden und Europa eine Chance hat.

  • China statt USA

Die US Wirtschaftspolitik und der Appetit nach uneingeschränkter Datenkontrolle führt zunehmend zu einem Imageverlust der Vereinigten Staaten von Amerika im Startup Ökosystem. Die Weltmacht Nummer 1, wird zwar im Jahr 2019 weiterhin die #1 bleiben, aber wir werden vermehrt Ausflüge, Kooperationen und Co-Investments mit Partnern in Asien (insb. China) sehen. Österreich unterzeichnete gerade neue Kooperationen für das GIN Programm mit Süd Korea und war mit großen Delegationen im Jahr 2018 sowohl in Singapur und China unterwegs.

Europa nähert sich langsam an Asien an und beginnt die USA stärker in Wettbewerb zu stellen. Ich nenne das den „Trump Effekt“ – nicht zuletzt weil ich es für wahrscheinlich halte das ein offenerer Präsident mit einer globaler ausgerichteten Politik das Blatt schnell wieder drehen könnte.

FinTechs – Der Alptraum der Banken

Fintechs sind in aller Munde – es handelt sich dabei um innovative (software)  Finanzlösungen die traditionelle Banken bzw. deren Services ins Visier nehmen. Die dahinter stehenden Technologien sind vielfältig (etwa AI, Big Data, IoT, etc.). Die sogenannten Challenger-Banken Revolut (UK) sind bereits in der Liga der Unicorn bzw. im Fall von N26 (DE) am besten Weg dort hin. Während etablierte Bankhäuser einen schweren Rucksack in der digitalen Transformation zu tragen haben, schaffen es Quereinsteiger vom Start weg effizienter aufgestellt zu sein. Goldman Sachs und Wirecard sind gute Bespiele für Banken die Digitalisierung zu  ihrem Vorteil nutzen. Keine Frage Corporates spielen immer stärker mit im globalen Venture Capital Markt – aber der Druck für den Banken Sektor steigt ganz besonders.

Quelle: KPMG Venture PULSE Q4 2017 (Infographic)

Prozesse und Geschäftsmodelle, aber auch die unternehmerische Kultur der Banken muss sich um 180 Grad drehen. Fintechs verstehen sich als Teil eines Ökosystems, sie dienen als Plattformen, stellen ihre Kunden (tatsächlich) in den Mittelpunkt und konzentrieren sich auf wenige Services die sie bis ins letzte Detail perfektionieren. In anderen Bereichen kooperieren sie mit anderen FinTechs.

Blind Side Disruption – Banken gegen Tech-Konzerne

Ein legendärer Ausspruch viel auf der IBM InterConnect 2015 von Citigroup’s damaliger Digital & Marketing Officer Heather Cox über die Zukunft von Banking: “People need banking, but they don’t necessarily need banks.” – heute spüren wir bereits das sie recht hatte. Die stärksten Wettbewerber der Banken kommen nicht aus der Welt der Start-Ups, es sind vielmehr die Internet Giganten Alibaba (Alipay), Apple (Apple Pay), Samsung (Samsung Pay), Google (Google Pay) und Facebook (Instram hat kürzlich Payment vorgestellt) die angreifen.

Die disruptive Kraft der Fintechs wird gerne herunter gespielt. Startups, seien hip, schnell und agil – aber etablierte Banken haben eine gewaltige Kundenbasis und eine große Kriegskasse, das gibt ihnen (noch) Sicherheit. Der PWC Global FinTech Report 2017 zeigt allerdings das über 80% der Bank-Manager sehr wohl wissen, dass ihre Produkte und Dienstleistungen durch die Digitalisierung bedroht sind. Wir werden später in diesem Artikel sehen, dass sie bislang aber noch recht zaghaft auf diese Bedrohung durch Investments oder Akquisitionen reagieren.


 


Fintechs verhalten sich ein wenig wie Piranhas – sie knabbern, jeder für sich, eine Nische an und das macht sie in ihrer Summe so unglaublich unangenehm – da man ja unmöglich gegen alle gleichzeitig kämpfen kann. Den Kunden hingegen wird eine bessere Nutzerfreundlichkeit und 24/7 Verfügbarkeit angeboten. Banken bisher in kaum einem Fall darauf gefasst wie schnell sich Geschäftsmodelle und das Kundenverhalten verändern können. Im Jahr 2017 kam es endgültig mit höherer Priorität auf die Agenda.

Banken lernen schnell und versuchen sich besser auf den Markt einzustellen. So wird Goldman Sachs den Handel mit Bitcoin aufnehmen, die Zahl der Corporate Venture Capital Fonds von Banken steigen und Payment- bzw. Finanzdienstleister zeigen vermehrt in Akquisitionen auf. Das Eindringen neuer Akteure auf einem etablierten Markt, ist ein typischer Effekt einer industriellen Revolution – wie die „Digitale Transformation“ eine ist – ich nenne diesen Effent „Blind Side Disruption“ (Angriff aus dem „Toten Winkel“).

Wer Investiert in Fintechs?

Die stärksten Kapitalgeber für Fintechs sind nicht Banken, diese schlossen zwar 2017 mit dem bislang höchsten Anteil (19%) im Verhältnis zu allen VC Transaktionen ab – der Trend zeigt damit steil nach oben – aber angesichts der Bedrohungslage, scheint dies eine verhältnismäßig kleine Zahl zu sein.

Quelle: KPMG – PULSE of Fintech Report Q4 2017

Etwa im selben Verhältnis vielen die Akquisitionen der Banken aus. Ich erwarte, dass sich dieses Bild in den nächsten zwei Jahren massiv verändern wird – allerdings scheint es auch vermehrt IPOs zu geben, was bei gutem Wind an den Börsen die Bewertungen für strategische Käufer deutlich anheben wird.

Quelle: CB Insights, Feb 2018 (Banks are finally going after Fintechs)

Europäische Banken sind im direkten Vergleich zu US Banken im Bereich Corporate Venture Capital noch deutlich zögerlicher – hier ist also am meisten Bewegung zu erwarten.

Quelle: CB Insights, April 2018

US Banken investieren deutlich aktiver in Fintechs.

Quelle: CB Insights, Feb. 2018

Ein (vielleicht leicht überzogener) Ausblick

Es ist schwer zu sagen ob die heutigen Bankfilialen bald als Internet-Cafés dienen werden oder etwa als Co-Working Spaces. Ob es im Online-Banking bald an einen Krypto-Broker (wie Bitpanda oder Coinfinity) angeschlossen werden, kann ich genau so wenig vorhersagen – Revolut bietet dieses Feature jedenfalls schon heute (dürfte ein gutes Geschäft sein). Robo-Advisory (a la Scalable Capital) und Wikifolio liegen jedenfalls schon heute im Trend und ich nehme nicht an das dieser abreißt. Crowd-Investing (etwa über CONDA) bzw. Bergfürst für Immobilienprojekte – erfreuen sich ebenfalls starken Wachstums! Meiner Meinung nach wird es im Investment Sektor zeitnahe zu Akquisitionen kommen – oder riskiert man weiterhin Marktanteile abzugeben?

Es bleibt spannend?!?

 

Weitere Quellen:

CB Insights – Global FinTech Report Q3 2017

KPMG PULSE of FinTech Q4 2017

 

Stimmen & Reaktionen: Journalisten Preis für Private Equity 2017

Der Journalistenpreis für Private Equity 2018 wurde letzte Woche vergeben und das Event als Plattform genutzt um die Stimme einer unterschätzen Asset-Klasse (Private Equity) zu erheben. Der Preis wurde von einem der größten Private Equity Dachfonds RWB ins Lebengerufen um jene Journalisten zu würdigen die über das vermeintliche Nischenthema auf hohem Niveau schreiben. Obwohl unregulierte Eigenkapital Investments durch Business Angels geradezu im Trend liegen wird in Österreich bisweilen kaum über die regulierte Private Equity Industrie geschrieben. Der Preis soll Journalisten motivieren dieses Thema verstärkt aufzugreifen und eine bisweilen stark unterschätzte Asset-Klasse für sich zu entdecken. Die AVCO – Österreichs unabhängige Interessenvertretung der Private Equity und Venture Capital Industrie mit Sitz im Haus der Industrie, welcher ich seit November 2017 als Vorstand ehrenamtlich diene, unterstützt diese Initiative selbstredend sehr aktiv.

Die Sieger des Journalistenpreises

Der erste Platz des Private-Equity-Journalistenpreis 2017 ging an den freien Finanzjournalisten Michael Kordovsky. Auf Platz 2 und 3 folgen Dr. Christine Kary von der Tageszeitung „Die Presse“ und Mag. Angela Heissenberger, Redakteurin beim Wirtschaftsmagazin „Report Plus“.

Die mit insgesamt 6.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde im Jahr 2013 vom Private-Equity-Spezialisten RWB Austria ins Leben gerufen. Die feierliche Verleihung der Private-Equity-Journalistenpreise 2017 fand am 2. Mai 2018 im Palais Daun-Kinsky in Wien statt. Über die Zuerkennung der Preise entschied eine unabhängige Jury aus Medien- und Finanzjournalisten.

Sieger des Private-Equity-Journalistenpreises 2017 ist der freie Journalist Michael Kordovsky (geboren am 9. Dezember 1974 in Braunau am Inn). Kordovsky hatte sich sehr intensiv mit der Anlageklasse beschäftigt und insgesamt fünf Beiträge eingereicht. Für seine Leistung erhielt Kordovsky 3.000 Euro sowie eine wertvolle Trophäe aus der Tiroler Glaswerkstatt Kisslinger in Rattenberg.

Von links nach rechts: Dr. Christine Kary (Die Presse, 2. Platz), Mag. Birgit Schmolmüller (Geschäftsführerin RWB Austria), Michael Kordovsky (freier Journalist, 1. Platz), Mag. Angela Heissenberger (Report Plus, 3. Platz), Horst Güdel (Vorstand RWB Group AG) APA OTS (Thomas Holzinger, Mediaclub/Holzinger)

In seiner Dankesrede hob Kordovsky die hohen Renditechancen von außerbörslichen Beteiligungen hervor und betonte ihre hohe volkswirtschaftliche Bedeutung. „Private Equity ist eine unterschätzte Anlageklasse, die Geduld erfordert aber hohe Renditen bietet“, sagte Kordovsky. „Private Equity ist volkswirtschaftlich wertvoll, macht die Wirtschaft in unseren Breiten wettbewerbsfähiger und verhindert dadurch die Abwanderung von Industriebetrieben.“ Kordovsky ging weiters mit dem AIFM-Gesetz scharf ins Gericht, das seit dem Jahr 2014 Investitionen von Kleinanlegern praktisch unmöglich macht – dieses Geld fehlt natürlich in weiterer Folge den mittelständischen Betrieben. Er appellierte an die anwesenden Vertreter der Politik, das Gesetz zu reparieren.

Private Equity und Venture Capital sollte nicht nur für Super-Reiche offen sein

Horst Güdel, Vorstand der RWB stellte fest, dass es einst über 300 Partner waren die seine Produkte alleine in Österreich vertrieben „..heute sind es nur noch etwa 100“ und das liege nicht am Produkt sondern am Gesetzgeber. Die Umsetzung der AIFM-D (der EU Richtlinie die entsprechende Fonds reguliert) wurde in Österreich im Vergleich zu Deutschland sehr streng umgesetzt. „Kleine“ Investoren (sog. Retail Investoren) können Private-Equity Fonds in Österreich nicht zeichnen – das schadet in letzter Konsequenz dem Mittelstand, da Dachfonds wie RWB sehr hohe Mengen an Eigenkapital in viele kleinere, spezialisierte Fonds investieren. Paradoxerweise können „kleine“ investoren über online Plattformen hoch-riskante CFDs handeln, kleine Summen im Crowdinvesting (in Unternehmen und Immobilienprojekte) investieren – wo es jeweils deutlich höhere Verlustrisiken gebe. Die Private Equity Industrie und streng regulierte Manager seien hier zu unrecht benachteiligt.

In der Tat fällt es Fonds in Österreich sehr schwer Kapital für entsprechende Private Equity Fonds bzw. Venture Capital Fonds einzusammeln. Förderungen intensivieren aktuell sogar eher unregulierte Investoren (Business Angels) – die sicherlich auch einen wertvollen Beitrag leisten, professionelle Anschlussfinanzierungen durch Venture Capital Fonds weniger zu fördern entbehrt allerdings jeglicher Logik. Es ist unverständlich warum man Private Equity Fonds nur Super-Reichen anbieten dürfe. Rudolf Kinsky, Präsident der AVCO – selbst Partner der Deutschen Private Equity (DPE) und von APEX Ventures – erklärte auf dem Event das „Private Equity (insb. Dachfonds) und Venture Capital Fonds werden zu unrecht in einen Topf mit Hedgefonds geworfen. Das Ausfallsrisiko sei – etwa bei 1,4% wie Michael Kordovsky ausführte – viel geringer als der Gesetzgeber meine. Das Resultat: Die Anlageklasse wird in Österreich weitgehend gemieden von institutionellen Investoren wie Pensionskassen. Die Zahl der qualifizierten Privatinvestoren ist aber gleichzeitig sehr limitiert – somit ist man auf ausländische Geldgeber angewiesen, die das Geld auch im Ausland investiert sehen wollen“. Österreichs Mittelstandsunternehmen und Top Startups werden im Zweifel ins Ausland „verkauft“, weil sie hierzulande nicht das notwendige Eigenkapital-Investment erhalten. In Frankreich sieht die Welt anders aus – man hat die Volkswirtschaftliche Bedeutung der Assetklasse verstanden und hat erfolgreich Anreize für Investments von Pensionskassen  in diesem Segment geschaffen.

Die aktuelle Bundesregierung will den Kapitalmarkt stärken

Ich durfte im Anschluss an einem hochkarätigen Podium mit Rudolf Kinsky (AVCO Präsident), den Vertretern der Regierungsparteien Mag. Andreas Hanger (ÖVP) und Mag. Reinhard Pisec, MA (FPÖ), sowie Horst Güdel (RWB Vorstand) diskutieren. Die politischen Vertreter zeigten weitgehend Verständnis dafür das es De-Regulierung (insb. Abbau von sogenanntem „Gold Plating“) brauche. Im Regierungsprogramm habe man dem Thema Risikokapital viel Bedeutung beigemessen und man arbeite an vielen wichtigen Initiativen. Hierfür gab es Anerkennung und unisono die Bereitschaft der Experten einen Beitrag zur Umsetzung zu leisten – sofern gewünscht.

Uneinigkeit bestand leider in Bezug auf Anreize für institutionelle Investoren (etwa Versicherungen und Pensionskassen), sowie für die Öffnung der Asset-Klasse für Kleinanleger. Den Vergleich mit dem Alt-FG lies man nur bedingt gelten. Hierfür gab es scharfe Kritik aus dem Publikum. In Österreich ist es aktuell weiterhin nicht vorstellbar von der „Vollkasko Mentalität“ – trotz gegebener Schizophrenie – abzuweichen.

Im „Retail Geschäft“ müsse man den Kunden vor Hedge-Fonds und Private Equity schützen und auch Penionskassen (Anmerkung: Die von Profis verwaltet werden!) sollten in der Assetklasse nicht investieren. Was die Anleger direkt in Internetportalen verzocken – ist egal. Der Verweis auf das (vermeintlich) hohe Risiko der Veranlagungsklasse schreibt gerade in Zeiten mit Renditen die kleiner als die Inflation sind im Bereich der Staatsanleihen (Anm.: das bedeutet das man strukturell Real-Verluste einkauft!!!) Profis große Fragezeichen auf die Stirn.

Kapitalmärkte sind in Bewegung und Risiken verändern sich in Asset-Klassen in unterschiedlichen Marktphasen, wie wir spätestens seit der Publikation der Adaptive Market Hypothesis wissen. Die Bedeutung von Private Equity stieg in der Kreditklemme bzw. Bankenkrise massiv an – man kann hier durchaus von einem Asset-Shift sprechen, wenn man sich die ansteigenden Assets under Management der Private Equity und Venture Industrie der letzten Jahre ansieht. Eigenkapital ersetzte plötzlich nicht vorhandenes Fremdkapital. Buy-Out Fonds kauften Firmen die durch die Krise in Schieflage gerieten und retteten damit zig tausende Jobs. Eigenkapital ist aber nicht nur in Zeiten wie diesen attraktiv – das Risiko Ertragsverhältnis stimmt in der Assetklasse und bei breiter Streuung (etwa über 20+ Fonds) sind Totalausfälle durchaus auf sehr geringe Risiken reduzierbar. Die Risikoeinstufung der Assetklasse bzw. die Allokationsvorgabe des Gesetzgebers für Pensionskassen ist jedoch starr – aber Gesetze kann man zum Glück ändern, die Zeit bleibt ja schließlich auch nicht stehen.

Die Volkwirtschaftliche Bedeutung von Private Equity wird übersehen

Applaus gab es für den Hinweis auf die volkswirtschaftliche Bedeutung von Private Equity. Insbesondere im Buy-Out Segment oder etwa bei Generationen wechseln, beobachten wir seit Jahren einen Ausverkauf österreichischer (High-Tech) Unternehmen an ausländische Investoren bzw. Konzerne. Wenn man kein nationales Angebot schafft, dort unsere Volkswirtschaft – deren BIP von KMUs abhängt – ihren Motor zu verlieren und in Sachen Lebensqualität auf kurz oder lang stark abzubauen. Es geht uns sehr gut, keine Frage – aber genau deshalb können wir auch sehr tief fallen!

Die bereits scheinbar gut vorangekommene Öffnung des sog. „Dritte Marktes“ an der Wiener Börse für Mittelstandsunternehmen wurde von allen Teilnehmern sehr positiv aufgenommen. Internationale Bespiele zeigen wie wichtige diese Wachstums Segmente sind, wie ich bereits in vergangen Beiträgen bezugnehmend erläutert habe. Wer A sagt muss aber auch B sagen. In einem funktionierenden Kapitalmarkt in allen Ebenen starke Strukturen – der Markt ist eng verwoben und man muss ihn stets als gesamtes betrachten. Ein gesunder Venture Capital und Private Equity Markt würde etwa vielen Firmen überhaupt erst helfen zu dieser Börsenreife heranzuwachsen.

Digitalisierung ist Chefsache – Arbeitsfrühstück mit BM Schramböck

Um 8:00 in der Früh – vor den ersten zwei Kaffees – bin ich üblicherweise noch etwas langsam unterwegs, ich bin einfach eher eine Nachteule als ein Morgenmensch. Letzten Freitag habe ich da eine Ausnahme gemacht – noch nicht ahnend das am Abend mein zweiter Sohn auf die Welt kommen und damit sehr lang werden würde. Mit den ersten Sonnenstrahlen war ich jedenfalls aufgestanden, hatte nach einem doppelten Espresso Betriebstemperatur und bin zum Ministerium für Digitalisierung und Wirtschaft gefahren. Bundesministerin Dr. Margarete Schramböck hatte eine durchaus ausgewogene Runde von Gründern, Führungskräften der FFG und AWS, sowie wichtige Vertreter der Startup Szene (etwa Austrian Startups Chef Markus Raunig) oder Stefan Jung von WeXelerate, zu einem Arbeitsfrühstück eingeladen – meine Erwartung war nicht sehr hoch, dafür die positive Überraschung umso größer. Es sollte tatsächlich kein PR-Stunt werden – im Gegenteil in straffen 60 Minuten wurde produktiv gearbeitet und man hatte Mühe nicht aufs Frühstücken zu vergessen.

Wie Innovation & Digitalisierung zur Chefsache wurden

Die Themen „Wirtschaftsstandort und Digitalisierung“ lösten bereits unter den letzten beiden Bundeskanzlern, sowie dem Vorgänger von Bundesministerin Schramböck – Harald Mahrer (Anm.: Designierter WKÖ Chef) die traditionellen Themen und die Konzern orientierte Politik ab.

Der heutige Bundeskanzler – Sebastian Kurz – war als Außenminister vor drei Jahren (fast auf den Tag genau) der erste der eine ganze Gruppe einlud und darauf hin eine Delegationsreise ins Silicon Valley organisierte. Eine Reise die sehr positive Nachwirkungen hatte – wenn man OPEN-AUSTRIA und andere Initiativen betrachtet die seither auf den Weg gebracht wurden.

Digitalisierung, Innovation und der Wirtschaftsstandort sind seither definitiv zur Chefsache geworden bzw. Chefsache geblieben! Die Themen sind dem amtierenden Kanzler Kurz so wichtig gewesen, dass sie gezielt bereits in den Regierungsverhandlungen – etwa durch Teresa Niss (Nationalratsabgeordnete ÖVP, Miba) und Florian Gschwandtner (Runtastic) und letztlich im Regierungsprogramm berücksichtigt wurden. Das Wirtschaftsministerium wurde kurzerhand zum Ministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (hier hatten wir eine Vorreiter Rolle gegenüber anderen EU Staaten). Eine erfahrene Expertin (siehe Lebenslauf) wurde als Ministerin gesucht, gefunden und angelobt. Das Thema ist zu wichtig um es in den Mühlen der Politik zu zerreiben – die Entscheidung gerade in diesem Feld auf eine politische Quereinsteigerin und Expertin aus der Wirtschaft zu setzen ist für mich persönlich gold richtig gewesen!

Neuer Stil in der Politik – Zuhören, Evaluieren, Arbeiten

Frau Dr. Schramböck eröffnete mit einer unglaublichen Lockerheit und Routine das Frühstück, erklärte kurzerhand das sie selbst aus der IT bzw. später Telekommunikationsindustrie kommt und das man dort das „Du-Wort“ pflegt. Sehr sympatisch – unsere Ministerin Margarete. Zwei Sätze später wurden die Regeln des Arbeitsfrühstücks von Dipl.-Ing. Martin Atassi, MBA – im Kabinett für die Agenden Digitalisierung und Startups zuständig – erklärt und der produktive Teil des Frühstücks startete prompt.

Jeweils 10 Minuten Brain-Storming, zu vier präzise ausgewählten Stationen (Funding & Scaling, Fachkräfte, Regulierung und Gründungen) – jeweils Moderiert durch Führungskräfte des AWS bzw. der FFG und des Ministeriums, gefolgt von einer schnellen Runde zur Priorisierung der Ideen und einer Runde mit kurzen Pitches der „Learnings“ an den Stationen. 70 Minuten später hatten wir ein paar wirklich wichtige Punkte auf einem Flip-Chart, die Anwesenden hatten (ein wenig) gefrühstückt und waren sichtlich positiv beeindruckt ob der Effizienz und des Tempos das hier vorgegeben wurde.

Der Schlüssel zum Erfolg ist die „ja aber“ Mentalität durch eine „ja und“ Mentalität zu ersetzen – das fällt uns Österreichern oftmals ganz schön schwer, wo wir doch immer so genau wissen was alles nicht geht.

Die Resultate und meine Hoffnung

Für mich sind 10 wichtige Themen bei diesem Arbeitsfrühstück aufgezeigt worden – die tatsächlich möglichst bald umgesetzt werden sollten. Wenn Österreich sein Potenzial im Bereich Innovation, Digitalisierung (Startups) und als Standort entfalten soll, dann müssen wir beginnen zu handeln. Nachstehende Probleme bzw. Hemmnisse zu Beseitigen wäre ein guter Anfang (wenn gleich wir wissen, dass es noch mehr bräuchte):

  1. Lohnnebenkosten und Dienstgeberabgaben Senkung (die Kosten für Arbeitskräfte sind die höchsten in der EU // wenn man alle Abgaben berücksichtigt!).
  2. Rechtlicher Rahmen bzw. Flexibilisierung für besseren Zugang zu Fachkräften (insb. Tele-Arbeit / Digital Nomaden)
  3. Bessere Regeln (Sozialversicherung, Steuerlich) für Mitarbeiterbeteiligungen
  4. Novellierung des Gesellschaftsrechts, Arbeitsrechts, Gewerberechts (in vielen Punkten nicht mehr Zeitgemäß)
  5. Eigene Rechtsformen für VC / PE Fonds (etwa z.B. SICAV)
  6. Digitalierung von Kapitalmaßnahmen (nicht nur von Gründungen) bei GmbHs
  7. Nationaler Dachfonds (z.B. nach Dänischem Vorbild)
  8. Vereinfachung und Restrukturierung von Förderungen
  9. De-Regulierung und Entbürokratisierung
  10. Direktflug von Wien nach San-Francisco!

Meine Hoffnung ist, dass die Ministerin für Digitalisierung ihre Praxiserfahrung in dieses Thema einbringt und es schafft diese Themen für den Wirtschaftsstandort umzusetzen. Wir Unternehmer sind in vielen Bereichen auf weniger Bürokratie, geringere Kosten und klarere Regelungen angewiesen.

Als Investor sehe ich Österreich im beinharten Standortwettbewerb leider noch am Ende des Feldes. Bei uns gibt es keine Investitionsprämie (mehr), wie etwa in Deutschland und wir haben auch einen viel zu schwachen Risikokapitalmarkt (Private Equity und Venture Capital). Europäische Initiativen nutzen wir nicht in voller Höhe, und es fällt uns schwer internationales Kapital nach Österreich zu locken. Die Problematik zieht sich bis zu den geregelten Kapitalmärkten – in diesem Sinne der Wiener Börse – durch, wo es kein Wachstumssegment, wie es sie etwa in Frankfurt SCALE oder in Stockholm an der NASDAQ Nordic (FIRST NORTH)) gibt.

Die Eindrücke weiterer Teilnehmer und allgemeine Stimmen zu diesem Event hat derBrutkasten sehr gut zusammengefasst.

Taxi vs. UBER – Der Sieger steht schon fest!

Die Wiener Taxi Unternehmer haben einen Sieg errungen, aber auch die  Chance vergeben zu lernen. Es wurden keine Kosten und Mühen gescheut, den vermeintlich „bösen“ Konkurrenten UBER mittels einstweiliger Verfügung auf die Strafbank zu schicken. Das traurige ist, dass man den Sieg der Taxi-Unternehmer maximal als Etappenerfolg werten kann. Das eigentliche Rennen ums Überleben, wird man mit dieser Strategie nicht gewinnen. Die Digital-Community ist sich einig – Innovation kann man bremsen, aber nicht aufhalten!

Im Internet gehen die Wogen hoch. Die Nutzer sind empört, ob der irritierend unverständlichen Gesetzeslage und der fragwürdigen Auslegung um ein Monopol noch ein wenig länger zu Schützen.

Smart Mobility – ein spannender Investment Sektor!

Aktuell zählt der Sektor Mobilität (ich sage bewusst nicht Automotive!) zu einem der spannendsten Sektoren im High-Tech-Innovation Bereich überhaupt. Umbruch und Veränderungen prägen den Automobilsektor mehr den je – Mario Herger beschreibt die Situation in seinem Buch „Der letzte Führerscheinneuling: … ist bereits geboren. Wie Google, Tesla, Apple, Uber & Co unsere automobile Gesellschaft verändern“ sehr gut. 

Einerseits finden in diesem Sektor aktuell so viele spannende technische Entwicklungen Anwendung das einem Schwindelig wird und andererseits verändert sich das Kunden- und Nutzungsverhalten von Fahrzeugen und Dienstleistungen fundamental. Es ist eine echte Herausforderung geworden die Übersicht in diesem Feld zu behalten, die richtigen Trends zu erkennen und auf die richtigen „Pferde“ zusetzen. Das ist

Wer Investiert in die Zukunft?

Nach einer Studie von McKinsey & Company investieren in diesem Sektor bislang kaum Automobilkonzerne. Statt diesen sind es internationale Technologie Giganten und Finanzinvestoren (Venture Capital Fonds / Private Equity) die die großen Deals machen. Gerade heute wurde öffentlich, dass der Süd Koreanische Konzern LG den österreichischen „Hidden Champion“ ZKW (Automobil Zulieferer für moderne, hoch innovative Scheinwerfer) für EUR 1,1 Mrd. gekauft hat.

Quelle: McKinsey&Company

Gemeinsam mit unseren Partnern von E&Co haben wir uns bei Venionaire intensiv Gedanken zur Zukunft des industriellen Mittelstandes gemacht und ein White-Paper konkret für Corporate Startup Engagement Strategien geschrieben. Jetzt Herunterladen!